Der zweite Kaffee war ein Fehler

Stau auf der Autobahn am Wiesbadener Kreuz74 Kilometer bis zur inneren Krise

Gestern stand ein beruflicher Termin in Wallau an.

Vorher kurz die Strecke gecheckt, 74 Kilometer, rund 50 Minuten Fahrzeit, also nichts, worüber man morgens groß nachdenken müsste.

Früh los, direkt von daheim, zwei Kaffee rein, fertig. Ich dachte noch, das passt alles, so früh am Tag wird mir schon keiner in die Planung grätschen und unter einer Stunde Fahrt solle auch die Blase verkraften.

Tja

Start war um 7:09 Uhr, angekommen bin ich um 9:16 Uhr :shock:

Das Wiesbadener Kreuz hatte offenbar andere Pläne. Aus einer überschaubaren Anfahrt wurde eine gute Stunde Stau, mit allem, was dazu gehört. Kein Vorwärtskommen, kein Ausweichen, kein Klo. Genau die Sorte Komfort, die man morgens nach zwei Kaffee ganz besonders zu schätzen lernt.

Am Anfang redet man sich sowas noch schön

Gleich zieht es an. Gleich löst sich das auf. Gleich kommt Bewegung rein. Nach einer Weile merkt man dann, dass dieses „gleich“ im Straßenverkehr ein erstaunlich dehnbarer Begriff ist. Vorne leuchten Bremslichter, links und rechts rollt das Elend im Schritttempo vorbei, und man selbst steht einfach da und hofft auf irgendeine Form von Erlösung.

Richtig spannend wird es in dem Moment, in dem der zweite Kaffee beschließt, sich wieder in Erinnerung zu bringen, ab da verliert so ein Stau garantiert seinen harmlosen Charakter.

Dann stehst du zwischen LKW, Blech und diesem blauen Schild, das dir ernsthaft 1500 Meter ankündigt, als wäre das noch eine Strecke, mit der sich arbeiten ließe und das heißt ja nur, dass es dann auf die nächste Autobahn geht, nicht zum WC.

Was einem in solchen Momenten durch den Kopf geht, ist auch speziell. Jede Form von Behälter wird auf die Fähigkeit zur Zweckentfremdung als Toilette durchdacht, wohlwissend, dass DAS alleine nicht ausreichen kann, immerhin sitzt man hinterm Lenkrad.

Und ja, da kann ich nicht mal der Regierung die Schuld geben, vermute ich wenigstens … ;-)

 

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Dies und das noch:

Wenn Familie plötzlich stört

Eimer mit Euro-Scheinen und Münzen, daneben ein Stethoskop und ein gelbes Emoji, das sich an die Stirn tippt.Erst gewollt, dann zu teuer

Es gibt diese Momente, da liest man etwas und merkt sofort, was hier eigentlich läuft.

Jahrzehntelang erzählt man den Leuten, Familie sei wichtig, Kinder seien unsere Zukunft und Zusammenhalt sei sowieso das große Zauberwort.

Dann bauen Menschen ihr Leben genau auf dieser Grundlage auf. Einer geht arbeiten, der andere hält den Laden zusammen, zieht Kinder groß, steckt zurück, organisiert, verzichtet, fängt auf. Eben das, worauf dieses Land in Wahrheit die ganze Zeit gebaut hat und was auch funtkioniert hat.

Später kommt dieselbe Republik um die Ecke und tut so, als sei genau dieses Modell plötzlich ein Fehler.

Warum?

Weil die Politik bemerkt hat, dass man mit mehr Steuerzahler*INNEN (Ja, JETZT muss ich gendern!) einfach mehr einsackt, mit dem man die Welt beschenken kann.

Aktuell wird ganz offen an der Familienversicherung für Ehepartner herumgedoktert. Die beitragsfreie Familienversicherung steht heute auf gesetzlicher Grundlage im System der GKV, und das Bundesgesundheitsministerium nennt für mitversicherte Angehörige 2026 eine Einkommensgrenze von 565 Euro im Monat.

Gleichzeitig hat die Finanzkommission Gesundheit am 30. März 2026 empfohlen, die beitragsfreie Mitversicherung für Ehegatten ohne Kinder unter sechs Jahren abzuschaffen. Im Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums vom 16. April 2026 steht daraus schon die nächste Stufe auf Papier. Für nach § 10 versicherte Ehegatten und Lebenspartner sollen Beiträge erhoben werden, während Kinder weiter beitragsfrei bleiben.

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Es reicht schon lange

Radio, Laptop, Zeitung, Einkaufskorb und Euroscheine als Sinnbild für Konsumdruck und Dauerbeschallung, fotorealistisch per KI erstellt.Denn sie wissen nie, wann es genug ist

Ich drücke auf einen Knopf, schalte irgendwas ein und sofort geht es los.

Kauf das.
Denk das.
Glaub das.
Funktioniere gefälligst sauber in der Spur.

Um mich geht es dabei nicht. Schon lange nicht mehr. Mein Alltag ist egal, meine Nerven sind egal, mein Konto ist egal. Wenn mich irgendein Irrsinn innerhalb von einem Tag wirtschaftlich an die Wand fährt, dann ist das eben so. Auf Einzelschicksale kann leider keine Rücksicht genommen werden. Möchten Sie zur Überbrückung noch eine Finanzierung?

Das gleiche Spiel läuft doch überall. Ich gehe jahrzehntelang arbeiten, zahle Steuern mit Geld, das vorher schon an anderen Stellen angefasst wurde, dann kommen Abgaben drauf, Gebühren drauf, Preisaufschläge drauf, irgendwas kommt immer noch oben drauf. Am Ende stellt sich irgendein Hansel hin und verkauft mir das als notwendig, gerecht und alternativlos.

All das heißt übersetzt doch nur:

Halt den Mund. Mach mit. Frag bloß nicht zu viel.

Genau da war bei mir der Punkt schon lange überschritten.

Vier Monate ohne den ganzen Krach

2013 bin ich von Duisburg nach Fürth gezogen.

Heute weiß ich, was für ein Glück das damals war. Rund vier Monate lang hatte ich nur Filme auf der Festplatte. Kein Free TV, kein Werbegebrüll, kein Ansagegequake, kein hektisches Gezappel, das einem schon beim Einschalten auf die Nerven fällt.

Die technischen Möglichkeiten kamen später wieder.
Das Free TV nicht.

Aus gutem Grund

Man muss diesem ganzen Lärm wohl erst einmal entkommen, um zu merken, wie kaputt das alles längst ist. Solange man mittendrin steckt, hält man vieles für normal. Werbung hier, Haltung da, noch ein erhobener Zeigefinger, noch ein moralischer Hustenanfall aus dem Off, noch ein völlig überdrehter Versuch, mir das Denken, Fühlen und Konsumieren gleich mit abzunehmen.

Bis ich merke, dass es nie nur um Unterhaltung geht.

Es geht darum, dass immer irgendeiner in meinen Kopf will.

Denn sie wissen nie, wann es genug ist.

YouTube reicht es nie

YouTube war früher für mich mal ein Ort, an dem ich Stunden versenken konnte, ohne mir vorzukommen wie in einer digitalen Fußgängerzone voller Drückerkolonnen.

Heute ist das Ding mit Werbung, Einblendungen, Bettelei und Gängelung so zugekleistert, dass ich stellenweise schon suchen muss, wo zwischen all dem Müll eigentlich noch das Video steckt.

Es reicht nicht, dass ich da bin.
Es reicht nicht, dass ich schaue.
Es reicht nicht, dass ich klicke.

Ich soll gefälligst auch noch so schauen, wie die Plattform das gern hätte. Werbung schlucken, die richtigen Grenzen akzeptieren, die richtige Moral nicht in Frage stellen und am besten noch zahlen, damit ich etwas weniger genervt werde als ohne Geld.

Das muss man auch erst mal bringen.

Erst wird der Laden vollgeräumt wie ein Grabbeltisch am Wühltag, danach soll ich bitte Verständnis dafür haben. Wenn ich mich wehre, bin natürlich nicht ich derjenige, dem es zu blöd geworden ist. Nein, dann bin ich das Problem.

Denn sie wissen nie, wann es genug ist.

Radio mit Haltung im Beipack

Beim Radio, vor allem beim öffentlich rechtlichen Rundfunk, ist es keinen Deut besser.

Da läuft schon lange nicht mehr einfach ein Programm. Da läuft immer gleich etwas mit. Unterton, Einordnung, Richtung, Haltung, alles hübsch im Beipack. Natürlich ungefragt.

Ich will Musik hören oder Informationen.
Ich brauche keine Dauerbegleitung, die so tut, als säßen da draußen nur Menschen, die dringend an die Hand genommen werden müssen, weil sie sonst womöglich auf eigene Gedanken kommen.

Ich bin nicht völlig verblödet. Ich muss mir nicht jeden neuen Spruch, jede neue Mode und jede neue politische Duftmarke als Fortschritt verkaufen lassen. Ich habe auch keine Lust, mich an irgendeine woke Gesinnung anzuschließen, die mit großem Theater aufgeblasen wurde und gerade an allen Ecken zeigt, wie wenig tragfähig sie auf Dauer ist.

Denn sie wissen nie, wann es genug ist.

Zeitungen, die sich selbst abschaffen

Die Webseiten der großen, ehemals namhaften Zeitungen machen denselben Fehler, nur noch peinlicher.

Kein Clickbait ist billig genug. Keine Verdrehung zu schäbig, keine Schlagseite zu offensichtlich, solange am Ende das politisch gewünschte Bild irgendwie stehen bleibt. Danach wird gejammert, dass die Auflagen sinken, das Vertrauen wegbricht und die Leser abspringen.

Ja warum denn nur?

Vielleicht, weil man Leute nicht endlos für doof verkaufen kann. Vielleicht, weil ich keine Lust habe, mir zwischen Panik, Framing und Gesinnungskulisse die Reste von Information zusammenzukratzen. Vielleicht auch, weil ein Modell, das sich immer weiter von den Leuten entfernt und ihnen gleichzeitig erklärt, sie müssten noch dankbar dafür sein, am Ende eben genau da landet, wo es hingehört.

Im freien Fall.

Denn sie wissen nie, wann es genug ist.

Sogar der Einkauf soll mich erziehen

Selbst beim Einkaufen wird mir dieser Kram inzwischen zwischen Käse, Shampoo und Tiefkühlpizza reingedrückt.

Da geht es nicht mehr einfach nur um Ware, Preis und die Frage, ob ich das Zeug überhaupt haben will. Irgendwo will immer jemand mitdenken, mitformen, mitmoralisieren.

Ich bestimme selbst, ob ich vegan leben will.
Will ich nicht.

Ich bestimme auch selbst, was ich in Werbung glaubwürdig finde und was aussieht wie zusammengegossene Gleichmacherei mit moralischem Beipackzettel. Ich brauche keine Agentur, keine Minderheit und keinen Haltungskatalog, der mir erklärt, wie ich zu fühlen, zu kaufen und zu leben habe.

Mein Einkaufswagen ist kein Umerziehungsprojekt.

Denn sie wissen nie, wann es genug ist.

Dann eben ohne mich

Die Folge daraus ist bei mir längst klar und auf vieles verzichte ich komplett. Den Rest minimiere ich. Ich suche Alternativen, kappe Gewohnheiten, ignoriere den Kram oder schmeiße ihn gleich ganz aus meinem Alltag.

An mir wird da schon lange weniger verdient.
Morgen noch weniger als heute.
Heute schon weniger als gestern.

Nicht aus Trotz. Einfach, weil irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem ich keine Lust mehr habe, mich von jedem zweiten Kanal, jeder dritten Plattform und jedem vierten Produkt wie ein unmündiger Trottel behandeln zu lassen.

Es reicht eben nicht erst seit gestern.

Es reicht schon lange.

Erst recht bei gewissen Parteien …

 

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Dies und das noch:

1. April – Tag der Witzverbrechen

KI-generiertes Bild eines zwangslustigen Schreibtischs mit Kaffee, Laptop und April-Kram als Symbol für den 1. April.Heute bitte skeptisch bleiben

Falls euch heute irgendwo eine Meldung begegnet, die selbst für unsere Zeit ein bisschen zu behämmert klingt, dann wartet mit dem Glauben besser noch einen Moment (Außer es kommt was aus der Politik-Ecke, denen ist nichts mehr peinlich!).

Wir haben wieder den einen Tag im Jahr, an dem Leute mit Humor auf Kaffeetassen-Niveau plötzlich denken, sie hätten die Comedy persönlich erfunden.

Da wird aus flachem Unfug dann ein Geniestreich. Man muss ja nur laut genug „April, April“ dranhängen, dann soll der Rest bitte artig grinsen :roll:

Dumm ist nur, dass inzwischen auch echter Unsinn oft klingt wie ein Scherz.

Bei manchen Meldungen fragt man sich erst, ob das ein Gag ist und fünf Minuten später merkt man, nein, das war ernst gemeint.

Genau da wird der 1. April langsam schwierig :mrgreen:

Also, bleibt heute ruhig misstrauisch

Manches ist nur ein schlechter Witz.

Manches ist einfach normaler Alltag ;-)

 

 

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Dies und das noch:

Wenn der Staat plötzlich rechnen kann

Eimer mit Euro-Scheinen und Münzen, daneben ein Stethoskop und ein gelbes Emoji, das sich an die Stirn tippt.Für alles ist Geld da

Nur bei denen, die einzahlen, da wird gespart.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell dieser Politikbetrieb plötzlich rechnen kann, wenn es um die eigenen Leute geht.

Jahrelang wird Geld in alle Richtungen geworfen.

Für Haltung, Prestige, Förderung, Weltrettung und den üblichen Berliner Selbstbeweihräucherungsladen.

Sobald es aber um Familien hier geht, wird aus dem großen Gönnerstaat schlagartig der knauserige Erbsenzähler. Jetzt soll also ernsthaft an die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern ran. Rund 225 Euro im Monat stehen im Raum. Betroffen wären laut GKV rund 2,46 Millionen Ehe- und Lebenspartner.

Macht unterm Strich bis zu 6,642 Milliarden Euro im Jahr.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen

Dieselbe Republik, die Peru 2024 neue Mittel von 352,5 Millionen Euro zugesagt hat, steckt davon 20 Millionen Euro in Radwege in Lima und weitere 24 Millionen in Radwege in anderen Städten dort. Für den Ehepartner hierzulande wird dann plötzlich die Stirn in Sorgenfalten gelegt, als wäre das Land wegen ein paar Milliarden kurz vor dem Offenbarungseid. Ich weiß ja nicht, wie ihr das seht, aber diese Art Regierung war nie meine. Vor 21 Jahren nicht, heute nicht, und einen plötzlichen Erkenntnisblitz erwarte ich da auch nicht mehr.

Noch hübscher wird es, wenn man weiterblättert. Für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz wurden 2024 in Deutschland 6,7 Milliarden Euro ausgegeben. Zufall oder Ironie des Schicksals, das liegt ziemlich genau in der Größenordnung dessen, was man sich bei den mitversicherten Ehepartnern holen würde. Es ist also nicht so, dass kein Geld da wäre. Es ist nur zuverlässig da, solange es nicht um die Leute geht, die hier morgens aufstehen, arbeiten, tanken, einkaufen und den ganzen Laden bezahlen dürfen.

Baue Dir schicke Zahlen

Beim politischen Betrieb selbst ist das Rechnen übrigens auch eher eine saisonale Disziplin. 630 Abgeordnete sitzen im 21. Bundestag. Die monatliche Entschädigung liegt bei 11.833,47 Euro, die steuerfreie Aufwandspauschale bei 5.467,27 Euro. Zusammen sind das hochgerechnet rund 130,8 Millionen Euro im Jahr, nur für diese beiden Posten. Da wird nicht gespart. Da wird verwaltet, angepasst und freundlich weitergereicht. Beim Ehepartner des Beitragszahlers entdeckt man dagegen auf einmal den harten Kurs. Klar. Wo denn auch sonst.

Dasselbe Theater kennen wir vom Sprit

Da wird einem seit Jahren erzählt, man müsse die Preise eben ertragen, für das Klima, für die Zukunft, für das gute Gefühl im Berliner Altbauviertel. Faktisch liegen auf Benzin schon jetzt 65,45 Cent Energiesteuer pro Liter. Insgesamt lag der Steuer- und Abgabenanteil bei Benzin 2025 im Schnitt bei rund 64 Prozent. Dazu kommt, dass der CO2-Preis 2026 weiter steigt. Man melkt also jeden, der auf Auto und Alltag angewiesen ist, und verkauft das dann als höheren Sinn.

Das Schönste an dieser Nummer ist aber wie immer die Selbstüberschätzung. Deutschlands Anteil an den globalen energiebedingten CO2-Emissionen lag 2023 laut IEA bei 1,58 Prozent. China lag bei 32,1 Prozent, die USA bei 12,72 Prozent, Indien bei 7,97 Prozent. Trotzdem wird hier so getan, als hinge das Weltklima am deutschen Handwerker, der morgens zur Arbeit fährt und abends noch den Einkauf heimschleppt. Genau diese Mischung aus Abkassieren, Belehren und Selbstgerechtigkeit geht mir inzwischen gründlich auf den Keks.

Wer sparen will, soll bei Symbolpolitik, Auslandsförderung ohne Bezug zum hiesigen Alltag, Fehlanreizen und diesem satten Politapparat anfangen.

Familien als Sparschwein zu entdecken, ist keine Reform. Das ist einfach nur frech. Und dumm! :roll:

 

     

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Wenn Licht plötzlich böse ist


KI-generiertes Bild einer grell beleuchteten Nachtstadt mit schmerzverzerrtem Smiley und Sonnenbrille beim Blick auf den Lichterwahnsinn.

Warum ich diesen modernen Welterrettungszirkus meide

Du scrollst durch die sozialen Plattformen, liest, stockst und der Kopf fängt an bis in den 6. Gang durchzuschalten.

Jetzt also Lichtverschmutzung

Es ist immer wieder faszinierend, mit welchem Eifer aus ganz normalen Dingen plötzlich ein Problem mit erhobenem Zeigefinger gemacht wird.

Diesmal also Licht. Nicht Lärm, nicht Dreck, nicht kaputte Straßen, nicht der übliche Wahnsinn, der einem jeden Tag ganz real vor die Füße fällt. Nein, Licht.

Licht aus, damit es dunkler wird, soll also nun ein Beitrag zur besseren Welt sein. Das ist schon deshalb bemerkenswert, weil man nachts in manchen Städten eher den Eindruck bekommt, dass zusätzliche Helligkeit inzwischen zur Grundausstattung des Überlebens gehört.

Und natürlich schwingt auch hier wieder das übliche Stromsparlied mit. Strom gilt gern als problematisch, solange man ihn irgendwo im Alltag verbraucht. Beim Staubsauger, bei der Lampe, bei der Kaffeemaschine. Sobald aber das E Auto ins Spiel kommt, ist derselbe Strom plötzlich die reinste Erlösung. Dann kommt er wohl aus einem ganz besonderen Kabel, garantiert sauber, völlig atomfrei importiert und mit gut gelaunten Elektronen auf dem Weg zur Steckdose.

Wording

Genau solche Geschichten sind es, wegen denen ich diese moderne Weltverbesserung samt der passenden Berichterstattung bestimmter ganz bestimmt neutraler Medien meide wie die Pest.

Nicht, weil ich jedes Thema automatisch blöd finde, sondern weil das Muster dahinter immer gleich aussieht. Man nimmt etwas, das erst mal banal wirkt, verpasst ihm ein schön negatives Wording und schon steht der nächste kleine Moralaltar in der Gegend herum. Niederknien, nicht hinterfragen, gehorchen …

Feinstaub, CO2, Klima hier, Verhalten da, nun also Lichtverschmutzung. Immer dieselbe Methode. Aus etwas Alltäglichem wird sprachlich etwas, das sofort nach Schuld, Gefahr und falschem Leben klingt. Das muss man erst mal hinkriegen. Aber okay, ja, die Erfinder werden dafür bezahlt. Bezahlt mit und aus Geldern, die alle bezahlen, die da vielleicht gar nicht löhnen würden, wenn sie für solche Dinge nicht eben schon ihre Euros gegeben hätten. Spannendes Konzept. :mrgreen:

Die Kekse verfolgen Dich

Der Artikel, über den ich gestolpert bin (mir scheinbar für die positiv-woke-Quote bei Facebook eingespült wurde), ist für mich deshalb auch eher symbolisch gewählt.

Nicht, weil ausgerechnet dieser eine Text nun alles Böse der Welt in sich trägt. Sondern weil er wunderbar für diese Sorte Stoff steht, die man einmal anklickt und danach verfolgt einen der Mist wie Imprägnierspray im Schuhgeschäft.

Du öffnest so etwas einmal, vielleicht aus Neugier, vielleicht aus Fassungslosigkeit, und schon glauben Cookies und Algorithmen, dass Du ab sofort nur noch genau dieses Zeug lesen willst.

Dann kommt die volle Ladung. Noch mehr Weltrettung. Noch mehr Betroffenheit. Noch mehr Haltungsgymnastik im neutralen Nachrichtenkostüm. Das führt bei mir zuverlässig zu erhöhtem Bedarf an Aspirin oder Alkohol, weil es anders irgendwann kaum noch auszuhalten ist.

Natürlich kann man es mit Beleuchtung auch übertreiben. Nicht jede Einfahrt muss nachts aussehen wie ein Flughafen. Nicht jede Hauswand braucht Flutlicht, als wolle man dem Mond noch Konkurrenz machen. Das ist aber gar nicht der Punkt.

Der Punkt ist diese ständige Umerziehung über Begriffe

Aus zu viel Licht wird nicht einfach übertriebene Beleuchtung. Nein, es muss gleich Verschmutzung sein. Ein Wort, das sofort schiebt. Ein Wort, das gleich klar macht, wo der Gute steht und wo der Böse. Ein Wort, das nicht nüchtern beschreiben, sondern moralisch wirken soll.

Links, rechts, vegan, Fleisch, Elektro, Verbrenner – baue Bubbles und verdiene an ihnen. Punkt.

Und genau da bin ich raus

Weil ich dieses ganze Spiel aus Schlagwort, Schuldgefühl und Dauerbelehrung schlicht nicht mehr ertrage.

Weil ich keine Lust habe, mir jeden normalen Alltagsrest ebenfalls noch als Problem verkaufen zu lassen, und weil man bei all dem längst nicht mehr das Gefühl hat, dass hier einfach vernünftig über Dinge gesprochen wird.

Es geht immer gleich ums richtige Denken, richtige Fühlen und richtige Mitlaufen. Oh, ja, und um „konsumiere, aber frage nicht!“

Wirklich schräg wird es ohnehin dort, wo es seit Jahren gar nicht hell genug sein kann. In manchen Städten laufen nachts so viele Lichtgestalten herum, dass man eher froh über jede Laterne sein sollte, die noch funktioniert. Aber klar, das eigentliche Problem ist dann die Helligkeit.

Nicht der Irrsinn auf der Straße.

Nicht die Zustände, die jeder sehen kann.

Die Lampe!

So ungefähr muss moderne Debatte Erziehung heute wohl laufen.

Wie immer, nur mein Senf ;-)

 


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Heute Nacht ist wieder Stundenklau

Sommerzeit, heute Nacht!Sommerzeit, der jährliche Unsinn

Heute Nacht ist es mal wieder so weit.

Aus 2 Uhr wird 3 Uhr, und morgen wundern sich dann wieder genug Leute, warum sie etwas matschig unterwegs sind.

Jedes Jahr dieselbe Nummer, jedes Jahr derselbe Quatsch.

Abends länger hell klingt erstmal nett. Blöd nur, dass morgens erstmal wieder eine Stunde fehlt. ;-)


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Ein Wettermeckerbeitrag

Blick auf Duisburg unter blauem Himmel mit WolkenNatürlich regnet es genau heute

Ich bin ja gerade in Duisburg, gell?

Und, oh Wunder, auch Duisburg unterliegt ganz offenbar den Witterungsbedingungen.

Gestern war das noch alles halbwegs im Rahmen

Nicht schön, aber machbar. Also zieht man das durch, was vorher so angedacht war. Die Wege trennen sich, die werte Gattin folgt ihren Obsessionen und tingelt zu einer Messe nach Dortmund, ich besuche einen meiner wohl langjährigsten Freunde. Praktischerweise alles Programmpunkte, die drinnen stattfanden.

Kleiner Turm im Regen vor dem HotelHeute ist das natürlich anders

Heute ist nämlich genau der Tag, an dem wir in den Zoo wollen, und genau heute regnet es hier so, dass der kleine Turm vor dem Hotel irgendwann sicher volllaufen wird. Viel besser sieht man das auf dem Foto leider nicht, was zum einen daran liegt, dass ich dieses fucking Fenster nicht ganz öffnen kann, und zum anderen daran, dass der scheiß Regen ein scharfes Bild erfolgreich verhindert.

(Hilfreich ist auch eher nicht, dass das Fenster selbst mal eine gründliche Begegnung mit Lappen und Wasser vertragen könnte. :roll: )

Und das, wo doch bestimmt längst irgendwo feststeht, dass es der trockenste und wärmste März seit Beginn der Aufzeichnungen ist!

Ich prangere das an

Vom Duisburger Wetter hätte ich, wenn ich schon mal hier bin, ehrlich gesagt auch etwas mehr erwartet.

Ein bisschen grau, ein bisschen ruppig, meinetwegen auch ordentlich trüb, das hätte hier ja sogar ganz gut ins Bild gepasst. Stattdessen gibt es pünktlich zum geplanten Zoobesuch eine Vorführung in Sachen nasser Planvernichtung, das Timing ist mal wieder so dämlich, dass es fast schon Methode haben könnte.

Oder: Wetter eben :mrgreen:


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Wenn Sprüche am Schreiben scheitern

KI-generiertes Spruchbild über große Weisheiten und stolpernde Rechtschreibung. ;-)Große Ansage, wenig Kontrolle

Du scrollst durch Insta, Facebook und den ganzen Rest. Irgendwann tauchen sie auf, garantiert nicht nur einmal:

Diese Sprüche in Bildern, die mit ein paar Worten gleich das Leben erklären wollen.

Mal geht es um Stärke. Mal um Enttäuschung. Mal um Menschen, Ehrlichkeit, Liebe oder um die ganz große Wahrheit für zwischendurch. Manche davon sind sogar gut. Manche treffen einen Punkt. Manche bringen mit wenig Text mehr rüber als andere mit einer halben Predigt.

Daran liegt es also (manchmal) nicht

Dabei ist es am Ende auch nur das, was einer in genau diesem Moment daraus gemacht hat. Ein bisschen Erfahrung, etwas Laune, vielleicht Frust, vielleicht Trotz, vielleicht einfach das Bedürfnis, mal eben besonders tief zu wirken. Kann man machen. Nur ist das eben keine absolute Wahrheit, auch wenn viele dieser Bilder genau SO tun.

Daran liegt es aber nicht, dass ich den Beitrag hier jetzt schreibe. Jeder muss selber wissen, was den eigenen Kopf anspricht.

Peinlich wird es vor allem dann, wenn die wenigen Worte schon falsch geschrieben sind oder zum Teil ganz fehlen!

Dann lese ich nicht mehr den angeblich klugen Gedanken. Dann sehe ich nur noch, dass da einer sehr viel Bedeutung ausstrahlen will, aber nicht bereit war, vorher kurz zu prüfen, ob sein Satz überhaupt geradeaus laufen kann. Das macht den Inhalt nicht automatisch falsch. Es macht ihn nur deutlich schwerer, ernst genommen zu werden.

Klar, Fehler passieren

Mir auch. Viele sogar.

Der Unterschied liegt für mich eher woanders. Ich versuche wenigstens, das zu vermeiden. Ich lese drüber. Ich prüfe den Kram. Nicht immer mit perfektem Ergebnis, aber wenigstens mit dem erkennbaren Willen, nicht jeden Murks einfach rauszublasen und dann auf Applaus zu hoffen.

Genau das fehlt bei vielen dieser Bildsprüche komplett

Da wird irgendwas ins Netz gestellt, weil es gerade bedeutungsvoll klingt, und fertig. Ob da Wörter fehlen, ein Fall verrutscht ist, die Grammatik humpelt oder die Rechtschreibung schon beim Einstieg die Treppe runterfällt, scheint vielen völlig egal zu sein. Hauptsache, es wirkt erstmal tief. Hauptsache, jemand teilt es. Hauptsache, die große Pose steht.

Das ist mir zu billig

Blöd ist nur, dass man das lesen muss, um es zu merken.

Und genau da nervt es dann richtig. Wer einen halbwegs sortierten Kopf hat, stolpert über so etwas sofort. Da ist der Inhalt oft schon tot, bevor er überhaupt die Chance hatte, einer zu werden. Nicht weil der Gedanke zwingend schlecht wäre, sondern weil der Weg dorthin mit so viel sprachlichem Gerümpel zugestellt ist, dass einem die Lust vergeht.

(Mit KI wird das übrigens kein bisschen harmloser. Eher im Gegenteil… :roll: )

Manche Menschen sollten vielleicht auch einfach nur mehr lesen, das hilft auch beim Schreiben (und denken…) ;-)

 


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Früh hell fährt es sich einfach besser

Früher Morgenhimmel mit hellem Streifen über dunkler Straße.Morgens besser, bald wieder dämlich

Es ist schon angenehm, wenn es morgens wieder früher hell wird.

Beim Autofahren merkt man das sofort. Man sieht mehr, fährt entspannter und kommt irgendwie auch besser in den Tag. Kreuzungen, Einfahrten, alles wirkt gleich ein gutes Stück angenehmer, wenn man nicht schon früh durch halbe Nacht gurken muss.

Noch haben wir ja normale Zeit. Also die vernünftige Variante.

Lange hält das nur leider nicht mehr. In Deutschland wird 2026 in der Nacht vom 28. auf den 29. März wieder auf Sommerzeit umgestellt. Die Uhr springt von 2 auf 3 Uhr, morgens ist es also wieder eine Stunde länger dunkel.

Mach einfach den Schritt zurück

Dann ist es früh zwischen 5 und 6 wieder duster wie im Bärenarsch, damit ein paar Peoples abends länger Licht haben.

Für Biergarten, für drei Grillabende im Jahr und für dieses ewige Gerede vom langen Sommerabend.
Als würden die Massen draußen romantisch den Sonnenuntergang feiern, obwohl ein guter Teil davon ohnehin lieber mit Netflix und Bingesessions auf dem Sofa versackt.

Morgens, wenn Menschen wirklich unterwegs sind, wird es also wieder unpraktischer gemacht. Abends kann man sich dann einreden, das sei alles ganz toll und modern. Politik eben. Noch nicht davon zu reden, dass Frühaufsteher quasi fast bei Sonnenschein ins Bett gehen müssen.

Immerhin, im Hochsommer klappt es dann für ein paar Wochen, dass es morgens natürliches Licht gibt.

Es sei denn, es regnet, im nächsten „heißesten und trockensten Sommer aller Zeiten“ … ,-)

 


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