Das Radio warnt vor noch teurerem Sprit

Wenn im Radio schon vor noch höheren Spritpreisen gewarnt wird, grinst an der Tankstelle wenigstens einer. 😏Wenn der Ölpreis schuld sein soll

Früh kurz das Radio eingeschaltet und noch ein paar Sätze der Nachrichten mitbekommen, manchmal lässt sich das einfach nicht vermeiden.

Mit entsprechend betroffener Stimme kam sinngemäß die Meldung, aufgrund der aktuellen Lage im Iran stehe nun zu befürchten, dass der Ölpreis weiter steigt und wir das auch an den Zapfsäulen merken werden.

Ja. Kann sein!

Aber, liebe Leser und liebe Leserinnen, SO einfach ist es nicht.

Dass Ärger im Nahen Osten, Probleme an der Straße von Hormus und bedrohte Transportwege den Rohölpreis nach oben treiben können, bestreitet wohl niemand.

An der Zapfsäule sehen wir aber nicht einfach nur den Rohölpreis!

Wir sehen auch das, was unsere Regierung meint, was da stehen soll, damit möglichst viel Futter in die Staatskasse kommt, um realitätsfremd weiterregieren zu können.

Fast gleicher Ölpreis, völlig andere Rechnung

Ich habe mal nach einem Zeitpunkt gesucht, an dem Brent-Rohöl ungefähr genauso viel kostete wie jetzt.

5./6. August 2014 11. September 2026
Brent-Rohöl 104,61 $/Barrel 103,85 $/Barrel
Super / E5 1,579 €/Liter 2,272 €/Liter
Diesel 1,385 €/Liter 2,309 €/Liter
Heizöl 0,802 €/Liter 1,625 €/Liter

Quellen: FastEnergy, 6. August 2014, TANKE GÜNSTIG, 5. August 2014, FastEnergy, 11. September 2026 und Tankerkönig / MTS-K.

Beim Rohöl liegen zwischen beiden Vergleichszeitpunkten gerade einmal 76 Cent pro Barrel (Barrel, nicht Liter! Ein Barrel Rohöl sind 42 US-Gallonen, also rund 159 Liter.), an der Tankstelle und beim Heizöl sieht die Sache dagegen ziemlich deutlich anders aus.

Natürlich gibt es Wechselkurse, Raffinerien, Transportkosten und Margen. Die gab es 2014 allerdings auch schon.

Neu hinzugekommen ist seit 2021 vor allem der nationale CO2-Preis.

Die Politik hätte Werkzeuge, um Energie für die Bürger erträglicher zu machen.

Sie nutzt sie nicht.

Bewusst nicht.

Über Heizöl und die politische Freude an immer neuen Aufschlägen auf notwendige Energie hatte ich mich schon hier ausgelassen und auch frühere Ansagen von Friedrich Merz zu Steuern und Abgaben auf Energie passen inzwischen ganz wunderbar dazu:

Dann war Schluss mit Nachrichten

Warum? Weil ich umgeschaltet habe, ich kann diesen “ … aber unsere Regierung tut, was sie kann, leider müssen wir uns damit abfinden …“ Unterton keine 10 Sekunden mehr ertragen.

Ah ja, die wichtigste weitere Meldung, die ich noch mitbekam, bevor ich auf reine Musik umgeschaltet habe:

Viele Menschen hätten gegen rechts demonstriert.

Ja Freunde, das ist Deutschland 2026:

Zahle und sei gegen rechts, alles andere erledigt der König.

 

 

Übersicht im Blog verloren? Hier bist Du!
Home → Kopf->Tisch → Seite 2
Bisschen Desasterkreis & Social Media?

Der Desasterkreis bei Facebook Der Desasterkreis bei Instagram Der Desasterkreis bei Pinterest Der Desasterkreis bei XDer Desasterkreis bei TikTok

Die Brille der Wünsche

Brille mit sonniger Wunschwelt vor einer tristen Realität. KI, was sonst?Wenn man nur sieht, was man sehen WILL

Egal ob Politik oder echte Menschen, die mir im Laufe der Jahre begegnet sind, manchmal läuft es erstaunlich ähnlich.

Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Passt die Realität nicht zur eigenen Vorstellung, wird eben nicht die Vorstellung überprüft, sondern die Realität zurechtgebogen. Schönreden, ausblenden, passenden Ausschnitt suchen, fertig. Im Zweifel hilft die richtige Brille, auf den Boden stampfen und schlimmstenfalls anderen die Schuld zuschieben, gerne samt Verantwortung.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Michael F. (@sesselphilosoph)

Kann man machen

Im Grunde ist das erst einmal jedem selbst überlassen. Wer sich eine beschissene Politik schönreden möchte, seinen Konsumwahn oder irgendeine Idee, die schon beim ersten Kontakt mit der Wirklichkeit auseinanderfällt, bitte. Jeder darf sich seine Welt so hübsch anmalen, wie er möchte.

Nur wird aus Scheiße eben keine Schokolade, bloß weil genug Kakao drauf ist. Dazu passt dieser alte Spruch immer noch wunderbar:

Millionen Fliegen können nicht irren. Scheiße muss schmecken.

So funktioniert Wahrheit nur leider nicht.

Die passende Bubble gibt es gleich dazu

Richtig praktisch wurde das Ganze mit Social Media. Früher musste man Gleichgesinnte wenigstens noch finden, heute reichen ein paar Klicks und irgendwo sitzt garantiert jemand, der dieselbe Brille trägt. Dann kommt der nächste dazu, noch einer bestätigt alles und irgendwann wirkt die eigene Sicht plötzlich erstaunlich groß.

Über diesen Effekt hatte ich schon bei „Differenzierung stört, oder?“ geschrieben. Social Media hat solche Lager nicht erfunden, aber ziemlich komfortabel gemacht.

Problematisch wird es dann, wenn aus „Ich sehe das so“ irgendwann „So ist es“ wird und daraus gleich folgt, dass bitte auch alle anderen diese Sicht übernehmen sollen.

Realität kann ziemlich störend sein

Politik ist dafür ein dankbares Beispiel. Man kann sich Pläne, Entscheidungen und Entwicklungen wunderbar hinrechnen, solange man nur die passenden Zahlen, Leute und Erklärungen betrachtet.

Irgendwann fehlt dann Geld, Menschen verhalten sich nicht wie vorgesehen oder Dinge funktionieren schlicht anders als gedacht. Dann gäbe es natürlich die Möglichkeit zu sagen: War wohl doch nicht ganz so clever.

Das scheint nur erstaunlich schwer zu sein. Viel angenehmer ist es, einen Schuldigen zu finden. Die anderen, die Umstände, die Gesellschaft, das Schicksal, irgendwer wird sich schon auftreiben lassen. Hauptsache, die Brille bleibt auf.

Andere verdienen daran

Ganz nebenbei dürfte diese Entwicklung für manche Marketingabteilung ein ziemliches Geschenk sein. Menschen kaufen längst nicht nur Produkte, sie kaufen Zugehörigkeit, Haltung und das passende Gefühl gleich mit. Vorne wird Zugehörigkeit gepredigt, hinten das Geld gezählt und irgendwo kichert jemand, der eine Excel-Tabelle auswertet.

Je sauberer sich Gruppen selbst sortieren, desto leichter kann man ihnen genau das vorsetzen, was zu ihrer jeweiligen Welt passt. Da muss niemand mehr groß überzeugen, wenn die Zielgruppe ohnehin schon weiß, was sie sehen will.

Da kann man sich mit dem Dollarzeichen in den Augen schon mal auf die Schenkel klopfen. Die Wunschbrille gibt es praktisch gleich im passenden Design dazu.

Brille ab hilft manchmal

Wünsche und Vorstellungen sind völlig okay. Ohne die wäre das Leben vermutlich ziemlich grau. Nur sollte man gelegentlich prüfen, ob das, was man sich so hübsch zurechtgelegt hat, draußen eigentlich noch irgendetwas mit der Realität zu tun hat.

Die kann man ignorieren, schönreden oder passend einfärben. Weg ist sie deswegen nicht.

 

 

Übersicht im Blog verloren? Hier bist Du!
Home → Kopf->Tisch → Seite 2
Bisschen Desasterkreis & Social Media?

Der Desasterkreis bei Facebook Der Desasterkreis bei Instagram Der Desasterkreis bei Pinterest Der Desasterkreis bei XDer Desasterkreis bei TikTok

Wenn Konsequenzen keine mehr sind

Lukrativer Abgesang, weich gepolstert. KI-generierte Illustration.Wenn der Name mehr wert ist als Anstand

Manche fragen sich ernsthaft, warum viele Menschen Regierungen und Parteien nicht mehr trauen, wenn CDU, SPD, Grüne, Linke und irgendwo auch die FDP über Jahre ihre Finger in Ämtern, Ministerien und Regierungen hatten und dabei genug Gründe geliefert haben, genau dieses Vertrauen zu verspielen.

Es gibt dutzende Beispiele, ich picke einfach mal das heraus, was sich gerade zufällig in meinem Kopf als „Wundert mich nicht“ abgespult hat, weil mir ausgerechnet jetzt ein paar passende Themen und Überschriften so schön nebeneinander vor die Füße gefallen sind.

Wenn man die dann einmal nebeneinanderstellt, wird es ziemlich interessant.

Guttenberg, da war doch was

Karl-Theodor zu Guttenberg war 2011 Bundesverteidigungsminister, ausgesprochen beliebt und ich fand ihn damals politisch übrigens gar nicht schlecht. Er gehörte zumindest zu denen, die Probleme beim Namen genannt haben, statt sie erst durch drei Arbeitskreise und fünf sprachliche Weichspüler zu schicken.

Das ist nicht nur mein Eindruck. Beim Afghanistan-Einsatz sprach Guttenberg bereits 2009 von „kriegsähnlichen Zuständen“, zu einer Zeit, als sich die deutsche Politik mit genau dieser Einordnung ausgesprochen schwertat. Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages bezeichneten das später ausdrücklich als Paradigmenwechsel in der politischen Kommunikation.

Dann kam seine Doktorarbeit.

Weiterlesen →

Abstimmung ohne Abstimmung

Social-Media-Abstimmung ins Leere: Daumen oder Herz, obwohl die Plattform nur einen Like bietetWomit denn bitte?

Ihr kennt diese Dinger vermutlich. Im Bild wird groß zur Abstimmung geblasen, Daumen hoch für Ja, Herz für Nein, manchmal noch garniert mit lachend, wütend oder traurig für irgendeine dritte Geistesblitz-Option.

So weit, so Facebook. :roll:

Dumm wird es, wenn genau derselbe Kram 1:1 auf Plattformen landet, auf denen das gar nicht funktioniert. Da steht dann fett im Bild, wie ihr bitteschön abstimmen sollt, nur blöd, dass es dort unten schlicht keinen bunten Reaktionszoo gibt, sondern vielleicht genau ein Herzchen oder einen Daumen. Fazit: Ende der demokratischen Großveranstaltung.

Dumm, faul, Commentbait?

Mir ist schon klar, was dahintersteckt. Man will Reaktionen, Kommentare, Reichweite, am besten alles auf einmal. Nur wirkt das nicht clever, sondern faul.

Wer Inhalte auf mehreren Plattformen verteilt, könnte ja vorher kurz prüfen, ob der Beitrag dort überhaupt noch Sinn ergibt. Alles einfach überall reinzukippen ist keine Strategie, das ist Bequemlichkeit oder Ignoranz mit Internetanschluss.

Und genau da bin ich dann raus. Wenn mich jemand mit so einem Posting zu etwas auffordert, was ich dort technisch gar nicht tun kann, bekommt er von mir genau das, was er sich mit so viel Nachlässigkeit verdient hat: nichts.

Kein Like, kein Kommentar, kein Follow. Kommt mir das bei einem Account öfter unter, wird eher ein Unfollow draus.

Social Media 2026: faul, anmaßend, belehrend und nicht selten einfach dumm.

Nicht immer, aber immer öfter ;-)

 

 

Übersicht im Blog verloren? Hier bist Du!
Home → Kopf->Tisch → Seite 2
Bisschen Desasterkreis & Social Media?

Der Desasterkreis bei Facebook Der Desasterkreis bei Instagram Der Desasterkreis bei Pinterest Der Desasterkreis bei XDer Desasterkreis bei TikTok

Wenn andere anders denken

Symbolbild für digitale Trotzanfälle, wenn in Social Media andere Meinungen auftauchen.Social Media und der kleine Weltbildschaden

Eigentlich sollte Social Media ja genau dafür ganz praktisch sein, viele Menschen treffen auf viele Gedanken und entsprechend auch auf viele Meinungen. Dass dabei nicht jeder dasselbe denkt, müsste ungefähr so überraschend sein wie Regen bei schlechtem Wetter.

In der Praxis reicht bei manchen allerdings schon die Entdeckung einer abweichenden Meinung und innerlich fliegt offenbar die komplette Erziehung auseinander, wenn es denn eine gab. Genau deshalb ist dieses kleine Reel entstanden. :mrgreen:

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Michael F. (@sesselphilosoph)

Eine Meinung ist keine Bestellung

Was mich dabei immer wieder fasziniert, sind gar nicht die unterschiedlichen Ansichten. Die sind völlig normal und ohne sie wäre jede Diskussion ohnehin ziemlich sinnlos. Interessant wird es erst, wenn jemand einen Kommentar schreibt und offenbar davon ausgeht, dass darunter anschließend genau die Antworten erscheinen müssen, die zur eigenen Sicht der Dinge passen. Vor allem, dass der Autor eines Beitrages sofort unter Erliegen eines Unterwerfungsreflexes alles revidiert.

Weiterlesen →

Experte? Ja. Aber wofür?

Wenn Experten (nicht) wissen, was sie tun. KI-generiertes Symbolbild.Wir haben Experten gefragt!

Aktuelle Sofortlösung der Politik, wenn man das Offensichtliche nicht zugeben will?

„Wir haben eine Expertenrunde einbestellt.“

Prima. Dann kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen, schließlich sitzen jetzt Leute vom Fach am Tisch und schon bekommt die ganze Sache ein völlig anderes Gewicht.

Nur sagt das erst einmal erstaunlich wenig. :roll:

Warum?

Nun, angenommen, ich möchte eine richtig große Torte backen. Mehrstöckig, ordentlich was drauf, das Ding soll am Ende nicht nur schmecken, sondern möglichst auch stehen bleiben und episch aussehen. Dummerweise habe ich davon keine Ahnung, also mache ich das einzig Vernünftige und hole mir jemanden, der sich auskennt.

Einen Experten!

Ich habe mal gehört, in der Nachbarschaft ist einer, viele Leute haben ihn schon um Rat gefragt. Was er ist? Tischlermeister.

Der Mann ist zweifellos Profi, mit Ausbildung, Meisterbrief, Erfahrung und Fachwissen, vermutlich kann er mir einen Tisch bauen, auf dem die Torte noch steht, wenn das Haus drumherum längst aufgegeben hat. Ich denke, man kann gut sagen, er ist ein Experte.

Nur von meiner Torte hat er deswegen noch lange keine Ahnung.

Weiterlesen →

Kanzler: Drei Ansagen, drei Jahre später

Drei Jahre später bleibt von großen Ansagen erstaunlich wenig. KI-generierte Illustration.Drei Ansagen, drei Jahre später

Das Internet hat ein erstaunlich gutes Gedächtnis, Politiker manchmal weniger.

Mir ist bei Instagram ein Beitrag mit einem BILD-Ausschnitt aus dem August 2023 untergekommen. Friedrich Merz wurde darin gefragt, welche drei Dinge eine CDU an der Regierung als Erstes anders machen würde, die Antworten waren ziemlich klar und vor allem angenehm frei von dem Kleingedruckten, das bei politischen Aussagen irgendwann gerne noch hinterhergereicht wird.

Da im Netz genug zusammengebastelter Mist herumfliegt, habe ich erst einmal geprüft, ob die Aussagen überhaupt stimmen, und genau das tun sie.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Dr. Dr. Rainer Zitelmann (@rainer.zitelmann)

Drei Dinge sollten es sein

Im Originalinterview vom 27. August 2023 nannte Merz drei Punkte. Die Steuer- und Abgabenbelastung auf Energie sollte sinken, ausdrücklich nannte er Stromsteuer, Netzentgelte und weitere staatliche Abgaben. Die stillgelegten Kernkraftwerke sollten sofort wieder ans Netz und zusätzlich sollte ein Bürokratiemoratorium kommen.

Beim letzten Punkt erklärte er sogar ziemlich genau, was er darunter versteht: „Kein einziges neues Gesetz darf zusätzliche Bürokratie auslösen.“

Das war 2023, inzwischen haben wir 2026, Friedrich Merz sitzt im Kanzleramt und CDU sowie CSU regieren zusammen mit der SPD. Drei Jahre sind eigentlich kein schlechter Abstand, um einmal nachzusehen, was aus solchen Ansagen wird, wenn aus Opposition Regierung geworden ist.

Weiterlesen →

Quelle? Beweis? Sonst noch was?

Der Erklärfinger ist schnell oben. Die Zuständigkeit dafür eher nicht. KI-generiertes SymbolbildEine Frage ist noch lange keine Antwortpflicht

In den Kommentaren der Socials lässt sich eine merkwürdige Form der Selbstbeförderung beobachten:

Jemand schreibt etwas, äußert seine Meinung oder schildert schlicht seine Sicht auf ein Thema und schon sitzt ein anderer gefühlt am Richtertisch. Quelle? Beweis? Begründe das mal! Als hätte allein die Tatsache, dass er Zweifel anmeldet, den anderen automatisch in irgendeine Beweispflicht versetzt.

Genau da frage ich mich immer öfter, woher eigentlich dieses Anspruchsdenken kommt. Natürlich darf jeder zweifeln, widersprechen oder eine Aussage für kompletten Unsinn halten. Daraus entsteht aber noch lange kein Anspruch darauf, dass ein wildfremder Mensch nun seine Gedanken, Erfahrungen oder Entscheidungen zur Prüfung vorlegt.

Fragen darf jeder

Wer etwas wissen möchte, kann fragen. Vielleicht bekommt er eine Antwort, vielleicht eine Erklärung, vielleicht sogar Quellen oder Hinweise, mit denen er weiterkommt. Das hängt allerdings auch ein bisschen davon ab, wie gefragt wird und ob der andere überhaupt Lust hat, sich darauf einzulassen oder ob es überhaupt auf fruchtbaren Boden fallen würde. Trollalarm! ;-)

Weiterlesen →

Scheiße, ich habe ja Diabetes!

Blutzuckermessgerät mit satirischer HbA1c-Steuer und errechnetem Euro-Betrag. KI-generierte Darstellung auf Basis eines eigenen Fotos.Steuerklasse HbA1c?

Diabetes = Zucker = Ich bin am Arsch!

So jedenfalls die Kurzfassung, wenn in Berlin irgendwann jemand bemerkt, dass bei mir seit Jahren steuerlich völlig ungenutztes Potenzial durch die Gegend läuft.

Eine Zuckersteuer soll kommen. Zucker kostet dann mehr, damit weniger Zucker konsumiert wird. Gesundheit für Leichtgläubige und so. Dass dabei nebenbei ein paar Millionen in die Kasse kommen, ist natürlich nur ein ausgesprochen praktischer Zufall.

Für mich stellt sich allerdings eine ganz andere Frage.

Ich habe Diabetes, umgangssprachlich also Zucker.

Muss ich mich jetzt selbst versteuern?

 

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Michael F. (@sesselphilosoph)


Ich sehe den Brief schon vor mir:

„Sehr geehrter Herr F., unseren Unterlagen zufolge führen Sie dauerhaft Glukose mit sich. Bitte erklären Sie Menge und Verwendungszweck.“

Weiterlesen →

Die Zahl wird schon stimmen

Wenn Zahlen groß genug an der Wand stehen, wird auch noch der größte Unsinn beklatscht. KI-generiertes Symbolbild.Vertraue den Zahlen, die stimmen immer!

Ich sehe es immer wieder, Menschen springen auf Zahlen an, vor allem dann, wenn ihnen zu einem Thema das Hintergrundwissen fehlt oder gar nicht erst die Frage aufkommt, wie diese Zahl eigentlich zustande gekommen ist. Sobald irgendwo Prozentwerte, Durchschnittswerte und am besten noch ein paar Stellen hinter dem Komma auftauchen, sieht selbst der größte Unsinn plötzlich ziemlich offiziell aus.

Ihr glaubt zum Beispiel nicht, dass Soldaten im Ersten Weltkrieg schon Handys hatten? Nun, die Zahlen beweisen etwas anderes! ;-)

Zeit für etwas Wissenschaft

Laut Internationaler Fernmeldeunion ITU gab es im Jahr 2025 weltweit 9,2 Milliarden Mobilfunkanschlüsse. Eine echte Zahl aus einer echten Statistik, damit können wir völlig seriös loslegen.

Von 1914 bis einschließlich 2025 sind es 112 Kalenderjahre, also teilen wir die 9,2 Milliarden Mobilfunkanschlüsse einfach durch 112 und kommen auf 82.142.857,1 Mobilfunkanschlüsse pro Jahr. Nicht ungefähr 82 Millionen, wir wollen schließlich wissenschaftlich arbeiten. 82.142.857,1 sieht auch deutlich besser aus, vor allem wegen der ,1.

Der Erste Weltkrieg berührte die fünf Kalenderjahre von 1914 bis 1918, entsprechend multiplizieren wir unseren ermittelten Jahreswert mit fünf und landen bei 410.714.285,7 Mobilfunkanschlüssen. Das erscheint nun selbst mir ein wenig viel, aber keine Sorge, ich bin ja kein unseriöser Statistiker, deshalb muss das Ergebnis natürlich noch fachgerecht bereinigt werden.

Nach Anwendung eines äußerst vorsichtig gewählten historisch-technischen Korrekturfaktors von lediglich 0,0009608626 Prozent bleiben exakt 3.946,4 Mobilfunkanschlüsse. Damit ist anhand realer Zahlen und mathematisch korrekter Berechnungen praktisch bewiesen, dass während des Ersten Weltkriegs bereits knapp 4.000 Handys existiert haben müssen.

Was genau die 0,4 Handys waren, müsste natürlich noch wissenschaftlich geklärt werden. Vermutlich würde die Bundesregierung dafür erst einmal eine Expertenrunde bilden, einige Millionen Euro freigeben und das Thema über mehrere Jahre untersuchen lassen, bis ein ausreichend dicker Abschlussbericht bestätigt, dass die 0,4 tatsächlich existiert haben müssen. Schließlich ergeben es die Zahlen, da kann die Realität nun wirklich nicht einfach widersprechen.

Weiterlesen →