Experte? Ja. Aber wofür?

Wenn Experten (nicht) wissen, was sie tun. KI-generiertes Symbolbild.Wir haben Experten gefragt!

Aktuelle Sofortlösung der Politik, wenn man das Offensichtliche nicht zugeben will?

„Wir haben eine Expertenrunde einbestellt.“

Prima. Dann kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen, schließlich sitzen jetzt Leute vom Fach am Tisch und schon bekommt die ganze Sache ein völlig anderes Gewicht.

Nur sagt das erst einmal erstaunlich wenig. :roll:

Warum?

Nun, angenommen, ich möchte eine richtig große Torte backen. Mehrstöckig, ordentlich was drauf, das Ding soll am Ende nicht nur schmecken, sondern möglichst auch stehen bleiben und episch aussehen. Dummerweise habe ich davon keine Ahnung, also mache ich das einzig Vernünftige und hole mir jemanden, der sich auskennt.

Einen Experten!

Ich habe mal gehört, in der Nachbarschaft ist einer, viele Leute haben ihn schon um Rat gefragt. Was er ist? Tischlermeister.

Der Mann ist zweifellos Profi, mit Ausbildung, Meisterbrief, Erfahrung und Fachwissen, vermutlich kann er mir einen Tisch bauen, auf dem die Torte noch steht, wenn das Haus drumherum längst aufgegeben hat. Ich denke, man kann gut sagen, er ist ein Experte.

Nur von meiner Torte hat er deswegen noch lange keine Ahnung.

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Wenn Politik im Alltag größer wird

Auf ein Wort, denn Politik ist im Moment eben auch Alltag. Der Hintergrund ist KI, ich bin echt.Warum das gerade hierher gehört

So, ja, ich weiß, hier geht es im Moment ziemlich oft um Dinge rund um das politische Geschehen in diesem Land.

Eigentlich soll das gar nicht der Schwerpunkt des Desasterkreises sein, nur geht es hier eben um Dinge des Alltags, manchmal groß, manchmal klein und manchmal um Details, die schnell übersehen werden. Dazu gehören auch Zusammenhänge, die man kaum erkennen kann, wenn man erst drei Tage vor einer Wahl anfängt hinzuschauen.

Nun, ICH denke, im Moment ist es das wert, auch hier den einen oder anderen Beitrag dazu zu schreiben.

Wer wirklich der Meinung ist, dass alles, was sich gerade in Deutschland verändert, normal und irgendwie gewinnbringend für die Menschen hier ist, den kann ich irgendwann nicht mehr für voll nehmen. Sorry, aber 1 + 1 ist 2 und nicht 1,99, nur weil irgendwer lange genug erklärt, warum das Ergebnis trotzdem stimmen soll.

Dabei geht es mir nicht darum, irgendeine Partei aufgrund ihrer Farbe groß oder klein zu schreiben. Mir ist ziemlich egal, ob da CDU, SPD, AfD, FDP, Grüne oder sonst etwas draufsteht.

Ich möchte mich am Abend mit dem Vertrauen ins Bett legen können, dass am nächsten Morgen noch das Leben existiert, das ich seit, Stand heute, 57 Jahren mehr oder weniger erfolgreich für mich und meine Familie aufgebaut habe. Ein Leben auf der Grundlage dessen, was hier einmal Recht, Gesetz, Kultur und eine halbwegs planbare Zukunft bedeutete.

Genau dieses Vertrauen bekommt allerdings zunehmend Risse

Mit Ideologie lässt sich die Realität nicht bewältigen, mit Größenwahn kein Alltag meistern und mit Hirngespinsten kein Kühlschrank füllen.

Wenn ich mich also für oder gegen eine Partei entscheide, dann deshalb, weil ich von ihr erwarte, dass sie ihr Bestes für meine Heimat und die Menschen darin gibt. Der Name auf dem Wahlzettel ist mir dabei ziemlich scheißegal.

Bei der nächsten Wahl kann meine Entscheidung deshalb völlig anders aussehen, vielleicht ändere ich meine Meinung sogar noch direkt an der Wahlurne.

Dieses „Habe ich schon immer gewählt“ gibt es für mich nicht. Ebenso wenig „Papa, Oma oder Opa haben die auch gewählt“, „haben sie im Fernsehen gesagt“ oder „stand so in der Zeitung“.

Ich versuche mir mein eigenes Bild zu machen, und zwar immer, nicht erst kurz vor einer Wahl und natürlich ist es vielleicht mühsam, wenn einen das nicht interessiert. Nun, ich kann aber nicht verstehen, wie es jemandem egal sein kann, wie das eigene Leben regiert wird. ICH habe das früh begriffen und wenn man einfach im Alltag etwas achtsam ist, dann bekommt man das Wichtigste eigentlich mit.

Jeder, dem das zu anstrengend scheint, sollte vielleicht einmal daran denken, wie lange ihn die Folgen seiner Entscheidung begleiten können. Auf dem Konto, an der Tankstelle, im Job, beim Einkaufen, vor Gericht, bei seiner persönlichen Sicherheit und inzwischen teilweise selbst bei Dingen, über die vor ein paar Jahren kaum jemand überhaupt nachgedacht hätte.

24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr

Da finde ich es nicht übertrieben, ein bisschen Zeit und Wissen in die Frage zu investieren, wer eigentlich darüber entscheiden möchte, was vom Brutto als Netto übrigbleibt, wofür jemand vor Gericht landen kann, was morgen noch erlaubt ist und wie sicher die nächste Ecke des eigenen Alltags eigentlich bleibt.

Das Kreuz dauert ein paar Sekunden, die Folgen können Jahre dauern.

Weiterhin gilt hier trotzdem genau das, was schon immer gegolten hat. Wenn im Alltag etwas passiert, was MIR bedeutsam erscheint, dann landet es möglicherweise im Desasterkreis.

Mal ist das ein kaputter Gegenstand, irgendein Irrsinn auf der Straße, ein Gedanke beim Kaffee oder eben etwas Politisches, das am Ende sehr viel stärker in unseren Alltag hineinreicht, als manche wahrhaben wollen.

Wie ihr das wertet, bleibt euch überlassen. Lesen muss es ebenfalls niemand, weiterscrollen ist schließlich auch eine völlig legitime Möglichkeit.

Nur eines bleibt dabei ziemlich einfach:

Mein Blog, meine Regeln.

Mein Senf und mein Wort zum Tag.

Punkt.

 

 

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Kanzler: Drei Ansagen, drei Jahre später

Drei Jahre später bleibt von großen Ansagen erstaunlich wenig. KI-generierte Illustration.Drei Ansagen, drei Jahre später

Das Internet hat ein erstaunlich gutes Gedächtnis, Politiker manchmal weniger.

Mir ist bei Instagram ein Beitrag mit einem BILD-Ausschnitt aus dem August 2023 untergekommen. Friedrich Merz wurde darin gefragt, welche drei Dinge eine CDU an der Regierung als Erstes anders machen würde, die Antworten waren ziemlich klar und vor allem angenehm frei von dem Kleingedruckten, das bei politischen Aussagen irgendwann gerne noch hinterhergereicht wird.

Da im Netz genug zusammengebastelter Mist herumfliegt, habe ich erst einmal geprüft, ob die Aussagen überhaupt stimmen, und genau das tun sie.

 

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Drei Dinge sollten es sein

Im Originalinterview vom 27. August 2023 nannte Merz drei Punkte. Die Steuer- und Abgabenbelastung auf Energie sollte sinken, ausdrücklich nannte er Stromsteuer, Netzentgelte und weitere staatliche Abgaben. Die stillgelegten Kernkraftwerke sollten sofort wieder ans Netz und zusätzlich sollte ein Bürokratiemoratorium kommen.

Beim letzten Punkt erklärte er sogar ziemlich genau, was er darunter versteht: „Kein einziges neues Gesetz darf zusätzliche Bürokratie auslösen.“

Das war 2023, inzwischen haben wir 2026, Friedrich Merz sitzt im Kanzleramt und CDU sowie CSU regieren zusammen mit der SPD. Drei Jahre sind eigentlich kein schlechter Abstand, um einmal nachzusehen, was aus solchen Ansagen wird, wenn aus Opposition Regierung geworden ist.

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Wie Vertrauen verspielt wird

Zwischen Gestern und Zukunft sitzt heute offenbar die KI am Steuer. ;-) KI-generiertes Bild.Früher war vieles besser, aber eben nicht alles

„Früher war alles besser, da war alles aus Holz.“

So oder ähnlich kennt ihr den Spruch bestimmt. Natürlich Quatsch, aber eben nicht komplett Unsinn. Differenzieren, Baby, differenzieren. ;-)

Das Problem steckt eigentlich nur in einem einzigen Wort: alles.

Früher war vieles unbequemer, langsamer und technisch schlicht schlechter. Autos rosteten schneller, Fernseher hatten drei Programme und Telefonieren kostete Geld. Wobei letzteres heute auch nicht wirklich kostenlos ist, es steht nur nicht mehr bei jedem Gespräch einzeln auf der Rechnung.

Beim Fernsehen haben wir dagegen gewaltige Fortschritte gemacht. Früher gab es drei Programme, heute Hunderte. Damit ist endlich auch genug Platz, um noch viel mehr Scheiße zu senden. :mrgreen:

Smartphone, Navigation, Internet und moderne Technik dürfen ebenfalls sehr gerne bleiben. Ich brauche keine Straßenkarte auf dem Schoß, keine Telefonzelle und auch keinen Überweisungsträger zurück. Der Punkt ist nur: Ich könnte damit umgehen. Das Alltagsleben hat damit funktioniert und würde es auch heute noch, wenn man es denn ließe.

 

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Daraus folgt eben noch lange nicht, dass neu automatisch besser bedeutet.

 

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Heizöl: Kassieren bis der Tank leer ist

Heizölpreise 2026 mit und ohne den deutschen CO₂-Aufschlag von rund 20,6 Cent pro Liter.Keiner redet drüber, Berlin kassiert weiter

Was machen die kühleren Tage im August?

Richtig!

Sie erinnern daran, dass der Herbst und kurz darauf auch der Winter langsam aber sicher wieder näher rücken. Schlussendlich ist also auch Heizen wieder ein Thema.

Ich fahre täglich an den Preistafeln der Tankstellen vorbei und genau dieser Blick hat dafür gesorgt, dass ich einen Gedanken absolut vorsätzlich verdrängt habe:

Ich muss Heizöl kaufen …

Also habe ich doch mal nachgesehen. Fehler.

Siehe Bild oben: Heizöl 2026, rot der tatsächliche Preis, blau derselbe Verlauf ohne CO₂-Aufschlag.

Heute (geschrieben gestern am Abend, heute ist der 22. :mrgreen: ), am 21. August 2026, liegt der bundesweite Durchschnitt bei rund 1,34 Euro pro Liter Heizöl. Ich brauche im Jahr grob 1.500 Liter, eher etwas mehr, womit wir beim heutigen Preis bei rund 2.011 Euro landen.

Nicht für irgendeinen Luxus und auch nicht, weil ich mir im Keller aus Langeweile einen privaten Hochofen gebaut habe. Es geht schlicht darum, dass die Bude im Winter warm ist und warmes Wasser aus der Leitung kommt.

Früher habe ich übrigens weniger Öl gebraucht, da konnte mein Kachelofen noch einen ordentlichen Teil übernehmen. Den darf ich wegen der entsprechenden Staubvorgaben inzwischen nicht mehr nutzen, also spare ich jetzt ganz vorbildlich Holz und verbrauche dafür mehr Heizöl. Manchmal ist Fortschritt wirklich faszinierend. :roll:

Warum ist das Zeug gerade so teuer?

Nennen wir es mal politische Lage mit dem Verständnis der Regierung in Sachen Volksvertreter.

Natürlich kommt der aktuelle Heizölpreis nicht ausschließlich aus Berlin. Der Konflikt mit dem Iran, die Lage an der Straße von Hormus, gestörte Lieferwege und ein angespannter Ölmarkt treiben den Preis hoch. Brent liegt aktuell bei ungefähr 94 Dollar pro Barrel, der Weltmarkt hat also durchaus seinen Anteil an meiner Rechnung.

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Knapp vorbei mit der Glaskugel

34 Grad um 15:21 Uhr in Fürth. Heiß war es definitiv, aber gemessen ist eben etwas anderes als vorhergesagt. ;-) Eigener Screenshot.Knapp vorbei, ich hatte nicht so ganz Unrecht

Gestern wusste das Radio ja schon am Morgen ziemlich genau, was der Tag bringen würde:

Bis zu 39 Grad, heißester Tag der Woche. Ich hatte bei „Wenn aus Prognose Wahrheit wird (vielleicht)“ vor allem mit einem kleinen Wort mein Problem: ist.

Am Nachmittag dann mein Screenshot: Samstag, 15. August 2026, 15:21:43 Uhr, Fürth im Odenwald, 34 Grad. Heiß? Aber hallo, gar keine Frage!

Aber 39 Grad? Zu diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht.

Bevor jetzt jemand mit „bis zu“ um die Ecke kommt, genau darum ging es doch. Natürlich können irgendwo 39 Grad erreicht werden, vielleicht wurden sie später sogar noch irgendwo gemessen. Eine Vorhersage darf ziemlich genau sein und auch komplett ins Schwarze treffen.

Nur ist sie eben vorher noch keine Tatsache, mein „vielleicht“ war also gar nicht so verkehrt. :mrgreen:

34 Grad um 15:21 Uhr sind gemessen, alles andere war zu diesem Zeitpunkt weiterhin Vorhersage.

Knapp vorbei? Vielleicht. Ganz daneben lag ich jedenfalls nicht. Und 5 Grad mehr oder weniger sind nun auch nicht gerade ein Rundungsfehler … ;-)

 

 

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Wenn aus Prognose Wahrheit wird (vielleicht)

Wenn das Radio morgens schon weiß, wie heiß der Tag wird, fehlt eigentlich nur noch die Glaskugel. ;-) KI-generiertes Bild.Das Radio kennt das Wetter von heute Abend schon

Heute Morgen im Radio: „Bis zu 39 Grad. Es ist der heißeste Tag der Woche.“

Ähm. Es ist? Um kurz nach acht Uhr morgens?

Da bin ich offenbar technisch etwas hinterher. Mein Wetter kann nämlich noch nicht in die Zukunft schauen. Das Radio schon. ;-)

Natürlich kann heute der heißeste Tag der Woche werden. Die Vorhersage kann genau das erwarten, vielleicht sogar mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit. Trotzdem ist zwischen „wird voraussichtlich“ und „ist“ ein kleiner Unterschied, der nennt sich Realität.

 

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Bis heute Nacht können irgendwo 39 Grad erreicht werden. Vielleicht werden es 38, vielleicht 39, vielleicht sogar mehr, wahrscheinlich oft weniger. Irgendwo zieht früher etwas zu, irgendwo später, irgendwo trifft die Prognose genau ins Schwarze. Erst wenn der Tag vorbei ist, wissen wir, wie heiß er tatsächlich war.

Vorher wissen wir, wie heiß er werden könnte, eigentlich keine Raketenwissenschaft.

Aus vielleicht wird Tatsache

Genau über solche Unterschiede hatte ich mich bei „Augen auf beim Wetterkauf“ schon ausführlicher ausgelassen. Eine Prognose ist keine Messung aus der Zukunft. Ein Modell ist keine Zeitmaschine und ein einzelner heißer Tag ist zunächst einmal Wetter.

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Glaube an Drohnen, Gefahr und Helden?

Fliegende Dinge aus der KI ;-)Wenn die Drohnen aufs Vertrauen treffen

Da liegt also eine Drohne am Flughafen Leipzig/Halle. Sprengstoff dran, Zünder dran, in der Nähe einer ukrainischen Antonow. Inzwischen ermittelt der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts auf einen Anschlag.

Das klingt erst einmal ziemlich übel. Ist es vermutlich auch. Mein erster Gedanke war trotzdem ein anderer:

Huch, da passen jetzt aber schön viele Zufälle zusammen.

Eine Drohne, Sprengstoff, ukrainische Antonows, ein wichtiger NATO-Logistikstandort, zunächst angeblich Munition, Russland ziemlich schnell irgendwo mit im Raum und jede Menge Möglichkeiten, das Ganze im endlosen Kreis auszuargumentieren. Eine Geschichte, bei der jede Antwort gleich wieder die nächste Erklärung liefert.

Es darf nur niemand die falsche Frage stellen

Genau an diesem Punkt geht bei mir inzwischen automatisch der Bullshitfilter an. Nicht, weil ich dabei gewesen wäre und wüsste, was wirklich passiert ist. Genau das weiß ich nämlich nicht, die meisten anderen übrigens auch nicht.

Trotzdem entstehen aus Meldungen erstaunlich schnell Geschichten, aus Vermutungen werden Einordnungen und aus Einordnungen gefühlt Wahrheiten, an denen möglichst nicht mehr gerüttelt werden soll. Mein Problem dabei ist inzwischen ziemlich schlicht: Ich glaube euch erst einmal gar nichts mehr.

Dann kommt auch noch der Busfahrer

Nach der bisher bekannten Darstellung soll ein Busfahrer am Flughafen die niedrig fliegende Drohne mit einem Tritt aus der Luft geholt haben.

Wenn das wirklich genau so gelaufen ist, dann Respekt an den Busfahrer. Gleichzeitig muss ich das Bild trotzdem erst einmal im Kopf sortieren: Ein möglicherweise professionell vorbereiteter Anschlag auf einem bedeutenden Frachtflughafen und NATO-Logistikstandort endet vorerst durch den beherzten Fuß eines Busfahrers.

Das Leben schreibt manchmal ziemlich schräge Geschichten, diese hier gibt sich jedenfalls Mühe. Vor allem, weil es damit noch lange nicht vorbei ist.

Ein zweites Flugobjekt passt auch noch hinein

Eine DHL-Frachtmaschine kollidierte nach dem Durchstarten mit einem bislang unbekannten Flugobjekt und wurde leicht beschädigt. Ob es sich dabei tatsächlich um eine zweite Drohne handelte, ist bisher nicht geklärt, die Möglichkeit steht aber im Raum.

Damit haben wir inzwischen eine Sprengstoffdrohne, möglicherweise noch eine zweite Drohne, ukrainische Transportmaschinen, einen NATO-Logistikstandort und ein beschädigtes Frachtflugzeug. Alles einzeln möglich, alles zusammen inzwischen eine ziemlich stattliche Portion zufälliger Zufälligkeit.

Kaum war die Geschichte draußen, war die Antonow außerdem angeblich mit Munition beladen. Passt natürlich wunderbar ins Gesamtbild. Ukrainisches Flugzeug, Munition, Sprengstoffdrohne daneben, irgendwo noch Russland in den Raum stellen und schon läuft der Film.

Dumm nur, dass das mit der Munition inzwischen wieder einkassiert wurde. Die betreffenden Antonows waren zum Zeitpunkt des Vorfalls offenbar leer. Kann passieren? Natürlich. Genau solche Dinge sind allerdings der Grund, warum mein Vertrauen inzwischen irgendwo zwischen kaum vorhanden und vollständig aufgebraucht liegt.

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Jetzt ist teuer eben normal

Wenn beim Tanken nicht nur das Auto, sondern gleich auch die staatliche Kasse vollgemacht wird.Geplant, gepuffert, geschluckt

Eigentlich will ich hier gar nicht ständig politisch werden. Wenn man aber einen Blick auf die Dinge des Alltags wirft, kann man schlecht schweigen, während einem die eigene Existenz und Stück für Stück auch das eigene Heimatland unter dem Arsch weggezogen werden. Mit einem Grinsen im Gesicht und vollen Taschen bei denen, die dabei zuverlässig mitkassieren, versteht sich.

Bei mir beginnt dieser Alltag morgens im Auto. Auf dem Weg zur Arbeit fahre ich täglich an mehreren Tankstellen vorbei und kenne deren Preistafeln inzwischen vermutlich besser, als mir lieb sein kann.

Seit einiger Zeit fällt mir dabei etwas auf. Die Preise sind erstaunlich ruhig geworden. Nicht günstig, nicht erträglich, einfach stabil teuer. Mal geht es einen Cent hoch, mal einen runter, doch die Zwei vor dem Komma steht inzwischen da, als hätte sie schon immer dorthin gehört.

Bis ihr euch daran gewöhnt habt

Im Mai hatte ich unter „Die gnädige Entlastung“ darüber geschrieben, wie erst eine neue Schmerzgrenze geschaffen und anschließend ein kleiner Teil davon als große Hilfe verkauft wird.

Nach dem Ende der befristeten Energiesteuersenkung folgte „Die Gewöhnung hat funktioniert“. Der Rabatt war weg, der Preis wieder deutlich über zwei Euro und der große Aufschrei blieb trotzdem aus. Inzwischen wirkt das Ganze auf mich wie ein ziemlich einfacher Ablauf.

Erst wird der Preis auf ein Niveau gehoben, bei dem die Menschen verständlicherweise sauer werden. Dann kommt eine befristete Entlastung, gerade groß genug, um den größten Ärger abzufangen. Natürlich nicht zurück auf ein vernünftiges Niveau, sondern nur weit genug herunter, damit sich das neue Teuer plötzlich etwas weniger schlimm anfühlt.

Nach zwei Monaten fällt diese Entlastung wieder weg. Der Preis springt zurück, die Menschen schimpfen kurz und fahren am nächsten Morgen trotzdem zur Arbeit. Was sollen sie auch sonst tun?

Geplant, umgesetzt, das kalkulierte Risiko mit einem Rabatt auf Zeit gepuffert. Jetzt haben sie es zu akzeptieren.

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Krank? Dann zahl und arbeite

Wenn man nicht faul ist, kann man auch gemolken werden?Wer krank ist, steht unter Verdacht

Wer mich kennt, weiß, dass ich seit 2005 auf keine Bundesregierung auch nur einen Cent gebe. Ein Geheimnis habe ich daraus nie gemacht.

Streng genommen ging das schon vorher los, spätestens seit Helmut Kohl Deutschland 1993 sinngemäß zum „kollektiven Freizeitpark“ erklärte, weil hier angeblich zu wenig gearbeitet und zu viel Freizeit gemacht wurde.

Trotzdem muss ich inzwischen zugeben, dass selbst meine schlimmsten Befürchtungen offenbar noch Luft nach oben hatten. Seit ein Kanzler regiert, dessen Nachname ohne Umlaut stark an einen Frühlingsmonat erinnert, hat die politische Show endgültig sämtliche Grenzen des Lächerlichen gesprengt. Ein „Es reicht“ reicht längst nicht mehr, dafür ist das Schauspiel schon viel zu weit fortgeschritten.

Krank oder einfach nur keine Lust?

 

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Ein Beitrag geteilt von Michael F. (@sesselphilosoph)

Die Koalition will die telefonische Krankschreibung abschaffen und künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verlangen. Der Kanzler spricht dabei von einem Wettbewerbsnachteil durch lange Abwesenheiten, den man sich nicht länger leisten könne.

Die Botschaft dahinter ist für mich ziemlich eindeutig. Wenn der deutsche Arbeitnehmer morgens nicht zur Arbeit erscheint, ist er vermutlich nicht wirklich krank. Vielleicht hat er einfach keinen Bock, möchte ausschlafen, feiern oder sich einen schönen Tag machen. Also ruft er kurz beim Arzt an, erzählt etwas von Husten und hängt anschließend mit einem Kaltgetränk auf der Terrasse herum. So ungefähr scheint man sich das in Berlin vorzustellen.

Dabei funktioniert die telefonische Krankschreibung keineswegs wie ein Bestellservice für freie Tage. Sie ist nur bei leichten Erkrankungen möglich, auf höchstens fünf Kalendertage begrenzt und der Patient muss in der Praxis bekannt sein. Ob eine telefonische Krankschreibung ausreicht, entscheidet immer noch der Arzt. Das erklärt sogar die Bundesregierung selbst.

Trotzdem wird recht offen der Eindruck vermittelt, man müsse Arbeitnehmer vor allem deshalb stärker kontrollieren, weil sie ansonsten ihren natürlichen Hang zum Krankfeiern ausleben würden.

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