Wenn Familie plötzlich stört

Eimer mit Euro-Scheinen und Münzen, daneben ein Stethoskop und ein gelbes Emoji, das sich an die Stirn tippt.Erst gewollt, dann zu teuer

Es gibt diese Momente, da liest man etwas und merkt sofort, was hier eigentlich läuft.

Jahrzehntelang erzählt man den Leuten, Familie sei wichtig, Kinder seien unsere Zukunft und Zusammenhalt sei sowieso das große Zauberwort.

Dann bauen Menschen ihr Leben genau auf dieser Grundlage auf. Einer geht arbeiten, der andere hält den Laden zusammen, zieht Kinder groß, steckt zurück, organisiert, verzichtet, fängt auf. Eben das, worauf dieses Land in Wahrheit die ganze Zeit gebaut hat und was auch funtkioniert hat.

Später kommt dieselbe Republik um die Ecke und tut so, als sei genau dieses Modell plötzlich ein Fehler.

Warum?

Weil die Politik bemerkt hat, dass man mit mehr Steuerzahler*INNEN (Ja, JETZT muss ich gendern!) einfach mehr einsackt, mit dem man die Welt beschenken kann.

Aktuell wird ganz offen an der Familienversicherung für Ehepartner herumgedoktert. Die beitragsfreie Familienversicherung steht heute auf gesetzlicher Grundlage im System der GKV, und das Bundesgesundheitsministerium nennt für mitversicherte Angehörige 2026 eine Einkommensgrenze von 565 Euro im Monat.

Gleichzeitig hat die Finanzkommission Gesundheit am 30. März 2026 empfohlen, die beitragsfreie Mitversicherung für Ehegatten ohne Kinder unter sechs Jahren abzuschaffen. Im Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums vom 16. April 2026 steht daraus schon die nächste Stufe auf Papier. Für nach § 10 versicherte Ehegatten und Lebenspartner sollen Beiträge erhoben werden, während Kinder weiter beitragsfrei bleiben.

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen

Da gibt es Frauen, die 20, 25 oder 30 Jahre ihres Lebens nicht in Karriere und Konsumsteigerung gesteckt haben, sondern in Kinder, Familie und Alltag. Deren Kinder heute längst selbst arbeiten, selbst einzahlen, selbst tragen.

Nur die Mutter soll plötzlich das Problem sein, weil sie dem Arbeitsmarkt nicht lückenlos zur Verfügung stand, stehen konnte, Pflichten übernommen hat.

Frauen, durchaus Mitte 50. Nach Jahrzehnten Familienarbeit. In einem Land, das so tut, als würde an jeder Ecke jemand genau auf solche Lebensläufe warten. Klar doch :roll:

Bei uns sieht das so aus

Meine drei Kinder sind alle um die 30 und zahlen längst selbst in die GKV. Geht man bei ihnen im Mittel nur von 250 Euro eigenem GKV Anteil im Monat aus, also von dem Betrag, den man auf der Abrechnung auch wirklich sehen kann, dann sind das 3.000 Euro im Jahr pro Kind.

Auf die bisherigen Arbeitsjahre nach der Lehre gerechnet sind das in der Summe heute rund 100.000 Euro. Nur der Teil, den man direkt auf den Lohnzetteln sieht. Wer seine Abrechnung lesen kann, weiß auch, dass da noch der Arbeitgeberanteil obendrauf kommt. Den könnt ihr euch gerne selbst noch dazurechnen, ihr dürftet in etwa auf die gleiche Summe noch einmal oben drauf kommen. Dass allgemeiner Beitrag und Zusatzbeitrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber grundsätzlich anteilig getragen werden, ist in der GKV kein Geheimwissen, sondern offizielle Regel.

Ermöglicht wurde das von einer Frau, die eben nicht gemütlich am Rand stand, sondern ihre Zeit, ihre Kraft und am Ende auch Gesundheit in Familie und Kinder gesteckt hat. Einer Frau, deren Reserven heute leider nicht einfach wieder jung werden, nur weil sich ein paar kalte Rechner in Berlin eine neue Gerechtigkeit ausgedacht haben.

Man merkt der Moral und oft leider auch dem Ergebnis in diesem Land längst an, welche Kinder wirklich in der Familie erzogen wurden und welche man über Jahre lieber ausgelagert hat.

Natürlich kann auch eine arbeitende Mutter drei Kinder haben. Das wird dann immer als Totschlagargument in den Raum geworfen, als wäre damit irgendetwas bewiesen.

Ist es nicht!

Ausnahmen gibt es immer, nur taugen Ausnahmen eben nicht als Maßstab für das, was im echten Leben bereits funktioniert. Die OECD verweist selbst auf die Bedeutung elterlicher Unterstützung beim Lernen, und das Bundesbildungsministerium nannte die PISA Ergebnisse 2022 für Deutschland besorgniserregend. Wer da ernsthaft behauptet, Nähe, Zeit und Erziehung im Elternhaus seien am Ende bloß romantische Nebensache, will sich die Realität schönreden.

Mama unter der Woche fast nur noch abends kurz zum Gute-Nacht-Sagen zu sehen, wenn überhaupt, als Fortschritt zu verkaufen, ist woker Dreck der Neuzeit. Die wenigen Ausnahmen bestätigen auch hier eher die Regel.

Genau das macht mich an dieser Nummer so sauer. Es ist nicht nur eine Beitragssache. Es ist Wortbruch. Menschen haben ihr Leben auf Regeln aufgebaut, die genau so gedacht waren. Erst wollte man dieses Modell. Heute will man die Rechnung anders schreiben.

Hier nehmen, dort verschwenden

Für Auslandsgeschenke, politische Lieblingsprojekte und jeden neuen Unsinn scheint in diesem Land zuverlässig noch irgendwo Geld zu liegen. Bei den eigenen Leuten wird dann plötzlich hektisch gerechnet. Genau mein Humor.

Werte Staatsverwalter, diese Frau hat der GKV Stand heute rund 100.000 Euro eingespielt, Arbeitnehmeranteil. Den Rest könnt ihr euch selbst dazurechnen, oder braucht ihr dazu wieder eine Expertenkommission?.

Ich erwarte, dass man sich an Gesetze hält, die Regierungen einst mit Ehre beschlossen haben.

Noch schöner wird es bei denen, die so etwas beklatschen, weil es angeblich gerechter sei. Hebt euch die Schadenfreude ruhig gut auf. Es kommt der Punkt, da greift dieselbe Logik auch an euren Hintern, denn dann ist das Geheule wieder groß.

 

 

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Dies und das noch:

Wenn der Staat plötzlich rechnen kann

Eimer mit Euro-Scheinen und Münzen, daneben ein Stethoskop und ein gelbes Emoji, das sich an die Stirn tippt.Für alles ist Geld da

Nur bei denen, die einzahlen, da wird gespart.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell dieser Politikbetrieb plötzlich rechnen kann, wenn es um die eigenen Leute geht.

Jahrelang wird Geld in alle Richtungen geworfen.

Für Haltung, Prestige, Förderung, Weltrettung und den üblichen Berliner Selbstbeweihräucherungsladen.

Sobald es aber um Familien hier geht, wird aus dem großen Gönnerstaat schlagartig der knauserige Erbsenzähler. Jetzt soll also ernsthaft an die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern ran. Rund 225 Euro im Monat stehen im Raum. Betroffen wären laut GKV rund 2,46 Millionen Ehe- und Lebenspartner.

Macht unterm Strich bis zu 6,642 Milliarden Euro im Jahr.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen

Dieselbe Republik, die Peru 2024 neue Mittel von 352,5 Millionen Euro zugesagt hat, steckt davon 20 Millionen Euro in Radwege in Lima und weitere 24 Millionen in Radwege in anderen Städten dort. Für den Ehepartner hierzulande wird dann plötzlich die Stirn in Sorgenfalten gelegt, als wäre das Land wegen ein paar Milliarden kurz vor dem Offenbarungseid. Ich weiß ja nicht, wie ihr das seht, aber diese Art Regierung war nie meine. Vor 21 Jahren nicht, heute nicht, und einen plötzlichen Erkenntnisblitz erwarte ich da auch nicht mehr.

Noch hübscher wird es, wenn man weiterblättert. Für Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz wurden 2024 in Deutschland 6,7 Milliarden Euro ausgegeben. Zufall oder Ironie des Schicksals, das liegt ziemlich genau in der Größenordnung dessen, was man sich bei den mitversicherten Ehepartnern holen würde. Es ist also nicht so, dass kein Geld da wäre. Es ist nur zuverlässig da, solange es nicht um die Leute geht, die hier morgens aufstehen, arbeiten, tanken, einkaufen und den ganzen Laden bezahlen dürfen.

Baue Dir schicke Zahlen

Beim politischen Betrieb selbst ist das Rechnen übrigens auch eher eine saisonale Disziplin. 630 Abgeordnete sitzen im 21. Bundestag. Die monatliche Entschädigung liegt bei 11.833,47 Euro, die steuerfreie Aufwandspauschale bei 5.467,27 Euro. Zusammen sind das hochgerechnet rund 130,8 Millionen Euro im Jahr, nur für diese beiden Posten. Da wird nicht gespart. Da wird verwaltet, angepasst und freundlich weitergereicht. Beim Ehepartner des Beitragszahlers entdeckt man dagegen auf einmal den harten Kurs. Klar. Wo denn auch sonst.

Dasselbe Theater kennen wir vom Sprit

Da wird einem seit Jahren erzählt, man müsse die Preise eben ertragen, für das Klima, für die Zukunft, für das gute Gefühl im Berliner Altbauviertel. Faktisch liegen auf Benzin schon jetzt 65,45 Cent Energiesteuer pro Liter. Insgesamt lag der Steuer- und Abgabenanteil bei Benzin 2025 im Schnitt bei rund 64 Prozent. Dazu kommt, dass der CO2-Preis 2026 weiter steigt. Man melkt also jeden, der auf Auto und Alltag angewiesen ist, und verkauft das dann als höheren Sinn.

Das Schönste an dieser Nummer ist aber wie immer die Selbstüberschätzung. Deutschlands Anteil an den globalen energiebedingten CO2-Emissionen lag 2023 laut IEA bei 1,58 Prozent. China lag bei 32,1 Prozent, die USA bei 12,72 Prozent, Indien bei 7,97 Prozent. Trotzdem wird hier so getan, als hinge das Weltklima am deutschen Handwerker, der morgens zur Arbeit fährt und abends noch den Einkauf heimschleppt. Genau diese Mischung aus Abkassieren, Belehren und Selbstgerechtigkeit geht mir inzwischen gründlich auf den Keks.

Wer sparen will, soll bei Symbolpolitik, Auslandsförderung ohne Bezug zum hiesigen Alltag, Fehlanreizen und diesem satten Politapparat anfangen.

Familien als Sparschwein zu entdecken, ist keine Reform. Das ist einfach nur frech. Und dumm! :roll:

 

     

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Phantomtöchter und Zahlendreher!

Wer ruft an und warum?Wer ruft an und warum?

Szene:

Heimweg von der Arbeit, im Auto, eine mir unbekannte Nummer ruft an.

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich überhaupt drangehe, weil es vielleicht wie “ ist, der meine Zugangsdaten zum PC braucht oder einfach so eine Kackbratze meine Kontodaten mit dem Gewinnspiel abgleichen will, bei dem ich mal sicher nicht mitgemacht habe, so’n Rotz halt :roll:

Eine Alarmlampe im Kopf leuchtet!

Ich weiß nicht, vielleicht nennt man es Intuition, aber da es eine deutsche Nummer war, ging ich mal ran, was im Nachhinein eine gute Idee war.

Weil: Es gibt sie noch! Mitdenkende, fähige Menschen, die beim Arbeiten denken und sich Mühe machen!

Die Situation:

Sagen wir mal, Du hast 2 Töchter, die tatsächlich am gleichen Tag im gleichen Jahr geboren sind, sowas nennt sich Zwillinge.

Sagen wir weiter, diese beiden arbeiten auch noch beim Arbeitgeber „Nudelgericht“, die eine aber bei Spaghetti, die andere bei Makkaroni, also einem Konzern mit einzelnen Unternehmen in privater Hand untendrunter.

Jetzt sind vor ein paar Wochen die Spaghetti verkocht und beide Zwillinge arbeiten nun bei Makkaroni, aber eben in zwei verschiedenen Kochtöpfen.

Keine Sorge, das geht noch weiter!

Es kann also vorkommen, dass bei so einem Wechsel eine Zahl verdreht wird, Tochter S. dann zum Beispiel ein bisschen unglücklich ist, weil falsche Steuerklassen bei der Übermittlung auch zu wenig ausgezahlte Geldmittel auf dem Konto bedeuten, was an sich ja schon blöde genug ist.

Genau diese Tochter bekommt aber auch Post von der Krankenkasse, weil sie ein neues Foto für die Gesundheitskarte einreichen soll. Okay, ja, das ist so weit nicht unüblich, es sei denn, das wäre erst vor ein paar Wochen schon mal angefordert und auch erledigt worden.

Wenn solche Dinge geschehen, dann könnte es sein, dass Folgendes passiert ist:

Ein weiterer Zahlendreher generiert die Tochter im deutschen Staats-Verwaltungsdschungel neu, mit einem anderen Geburtsdatum. Dies bewirkt, dass eine neue Krankenversicherungsnummer und (mindestens) auch eine neue Rentenversicherungsnummer entstehen, die final eine neue, dem Universum völlig unbekannte Person generieren.

Man selber merkt’s ja nicht.

Wenn in dem Fall eine pfiffige, wirklich bemühte Mitarbeiterin bei der Krankenkasse hellhörig wird, in die Vita schaut und feststellt „Der Herr F. hat Zwillinge!“, weil da ein Phantom generiert wurde, dann hat man Schwein. Diese Dame ruft dann den Erzeuger an (Tochter konnte nicht drangehen, die war eben bei Makkaroni (be)arbeiten), klärt ab, wie der Sachverhalt ist und dreht nun krumme Zahlen wieder richtig! (Hoffe ich …).

Fragt sich nur, ob wir für das Phantom jetzt auch einen Teller mehr auf den Tisch stellen müssen, laut Vater Staat gibt’s ja jetzt eine Tochter mehr … ;-)

      

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Dies und das noch: