Wildwechsel: Frühschicht auf der L3099

Frühverkehr auf der L3099, Reh inklusive. Zum Glück war noch genug Zeit zum Reagieren.Morgens halb sechs auf der L3099

Da war doch gerade erst etwas mit Rehen, Schrecksekunde und 50:50…

Heute früh gegen 5:30 Uhr gab’s dann gleich die nächste Runde, wieder auf dem Weg von Fürth zur Arbeit, dieses Mal auf der L3099 in den 100/70/50er-Kurven vor Brandau.

Keine dramatische Schrecksekunde oder Panik in „3-2-1“, harmlos war es trotzdem nur, weil mein Tempo passte. Wäre ich dort schneller unterwegs gewesen, hätte das ziemlich anders ausgehen können. So reichte es zum rechtzeitigen und kontrollierten Reagieren und danach sogar noch für das Knöpfchen der Dashcam.

Auf jeden Fall ausreichend Aufregung für halb sechs in der Frühe, also, haben muss ich das nicht … :roll:

Die Video- und Bildqualität ist, nun ja, ausbaufähig. Regen, Insekten auf der Scheibe und die morgendliche Dunkelheit sind eher suboptimal für saubere Bilder, zumal ich hier nur einen Ausschnitt zeigen kann. Für einen Naturfilmpreis reicht es nicht, für den Blog muss es genügen :mrgreen:

 

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Das ist leider nicht die einzige Ecke

Ein Stück vorher auf derselben Strecke, kurz vor der Ortseinfahrt Glattbach, gab es früh zwischen ungefähr 5:15 und 5:30 Uhr inzwischen mehrfach dasselbe Spiel. Tiere auf der Fahrbahn oder beim Sprung aus dem Unterholz, vermutlich Rehe.

Bei Tage besehen scheint unweit der Straße außerdem eine Futterstelle zu liegen. Kein Wunder also, wenn dort morgens Familientreffen stattfinden und der Nachwuchs mal eben testet, wie schnell Autos bremsen können, wenn denn rechtzeitig aufgepasst wird.

Dann eben wieder über Reichelsheim

Wild auf der Strecke zwischen Fürth und Ober-Ramstadt ist nichts Neues. Im Moment häufen sich die Begegnungen auf der L3099 allerdings so sehr, dass ich morgens wohl wieder den etwas längeren Weg über Reichelsheim nehme.

Ganz tierfrei ist es dort natürlich auch nicht, nach meiner persönlichen Statistik liegt das Verhältnis der Sichtungen aber ungefähr bei 20:1. Lieber ein paar Kilometer mehr, dafür aber vielleicht etwas weniger morgendliches Wildwechsel-Roulette.

Gute Fahrt und Augen auf

Angepasst fahren ist kein Schleichen, aber Schleichen ist auch keine Vorsicht. Das ist einfach Schleichen. ;-)

 

 

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Wenn ein Reel die empfindliche Stelle trifft

Social-Media-Kirmes mit KI 😁Was ein paar Bremslichter alles auslösen

Gestern ging es hier um das Bremsen bei Gegenverkehr auf der Landstraße. Das dazugehörige Reel läuft für meine Verhältnisse ziemlich gut und an den Kommentaren ist deutlich zu erkennen, dass das Thema einen Nerv trifft.

Der Großteil kennt dieses Verhalten und empfindet die Situation ähnlich wie ich. Bremslichter an, obwohl einfach nur ein Auto entgegenkommt, danach wieder etwas beschleunigen und beim nächsten Gegenverkehr dasselbe Spiel.

Spannender wird es dort, wo nicht mehr auf die Verkehrssituation reagiert wird, sondern offenbar auf das, was sie im Inneren auslöst.

 

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Wenn ein Video persönlich wird

Bei einigen wirkt es, als hätte ich nicht ein bestimmtes Fahrverhalten kritisiert, sondern sie persönlich. Vielleicht erkennen sie darin eine eigene Unsicherheit, vielleicht wollen sie grundsätzlich Verständnis zeigen oder einfach nur widersprechen. Plötzlich bekommt der unbekannte Fahrer jedenfalls eine komplette Geschichte verpasst.

Vielleicht hatte er einen schweren Unfall. Vielleicht traut er sich gerade erst wieder auf die Straße. Vielleicht ist er verängstigt, fühlt sich von mir bedrängt oder bremst bergab, um meinen Überholweg zu verkürzen (was sicherlich nicht ernstgemeint war :mrgreen: ).

Nichts davon ist im Video zu sehen, trotzdem wird Verständnis für ein möglicherweise gefährliches Verhalten gefordert, weil es ja irgendeinen unbekannten Grund dafür geben könnte.

Natürlich kann hinter Unsicherheit eine Geschichte stecken. Verständnis ändert aber keinen Bremsweg und macht ein unberechenbares Verhalten nicht ungefährlich. Wer bei jedem Gegenverkehr bremst, zwingt alle dahinter, darauf zu reagieren. Egal, warum er es tut.

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Gegenverkehr? Erst mal bremsen

KI-generiert: Bremsen bei Gegenverkehr.Die Landstraße hat eine neue Mode

Im Straßenverkehr gibt es offenbar zeitlich begrenzte Moden.

Plötzlich machen Menschen, die sich ziemlich sicher weder kennen noch abgesprochen haben, alle denselben Unsinn. Das hält ein paar Wochen, verteilt sich über verschiedene Strecken und verschwindet irgendwann wieder, vermutlich weil die nächste Disziplin ansteht.

Eine Weile wurde das Fernlicht gebündelt erst ausgeschaltet, wenn der Gegenverkehr praktisch schon vorbei war. Dazu kamen längere Stopps entgegen der Fahrtrichtung, natürlich mit voller Beleuchtung. Beides hatte ich hier schon unter „Reaktion, Verwirrung, Überforderung?“ und „Vor 6 Uhr früh geht alles“ verarbeitet.

Die aktuelle Disziplin ist einfacher:

Gegenverkehr? Bremse!

 

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Nicht in einer engen Ortschaft, zwischen parkenden Autos oder an einer Stelle, an der zwei Fahrzeuge tatsächlich nicht vernünftig aneinander vorbeikommen. Das wäre nachvollziehbar. Nein, außerorts auf der Landstraße. Egal wie breit sie ist, egal ob dort 70 oder 100 erlaubt sind. Sobald etwas entgegenkommt, leuchten vor mir die Bremslichter.

Offenbar verliert die Straße in diesem Moment spontan einen halben Meter Breite und bekommt ihn direkt danach zurück. Ist das Fahrzeug vorbei, wird wieder mäßig beschleunigt. Bis zum nächsten Gegenverkehr. Dann beginnt das Spiel erneut.

Kommt eine ganze Kolonne, wird eben eine ganze Kolonne lang gebremst. Selbst ein Fahrrad reicht inzwischen als Auslöser.

Das läuft seit ungefähr zwei Wochen so. Verschiedene Fahrer, verschiedene Straßen, dasselbe Programm. Ich bin gespannt, wie lange diese Verkehrsmode anhält und was danach kommt.

Gut nur, dass auf der Autobahn der Gegenverkehr ausgesperrt ist … :mrgreen:

Kleiner Nachtrag, weil ich da doch noch ein Wort zu verlieren wollte. Und nie vergessen: Ich habe weder jemals behauptet, dass mir das an diesem Tag live passiert ist, noch dass das Video live aufgenommen wurde. Es ist KI, es steht dabei und es spiegelt wider, was mir im Moment fast jeden Tag passiert. Nicht mehr, nicht weniger!

Aber ja: Wer physisch oder psychisch im Straßenverkehr eine Gefahr darstellt, sollte das Auto nicht benutzen. Ich kenne das. Ich habe vor meinen Augenoperationen gemerkt, dass es nicht mehr geht, und bin NICHT mehr gefahren!

 

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Niemand zwingt dich zum Vollgas!

Betrachtet aus dem Desasterkreis: 130 als Lösung für alles, nett zurechtgebogen mit der KI ;-)Dann fahre halt 130!

Ich scrolle irgendwo durch die sozialen Plattformen und entsprechend dem Zeitgeist ist gefühlt jeder fünfte Post jetzt bei dieser Gleichung angekommen:

Tankrabatt fällt weg, Sprit wird wieder teurer, also zückt man bei bestimmten Parteien sofort die Universalwaffe:

Tempolimit!

(Hilft gegebenenfalls scheinbar auch bei Fußpilz, man muss nur die richtigen Leute fragen … ;-) )

Es geht also mal wieder um das generelle Tempolimit auf Autobahnen. Genauer gesagt um diese Diskussion, bei der man manchmal meinen könnte, jeder Autofahrer müsse ohne Verbot automatisch Vollgas fahren, sobald am Straßenrand kein Schild mit erhobenem Zeigefinger steht.

Du willst maximal 130 fahren? Mach!

Du willst nur 120 fahren? Mach!

Jetzt kommt nämlich der Teil, den manche offenbar kaum glauben können: Das Auto explodiert dabei nicht. Du kannst einfach 120 fahren. Das klappt, glaube mir.

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Wenn Sparen durstig macht

Zäher Kolonnenverkehr auf nasser Landstraße, ein unruhiger Vordermann zerlegt den Fahrfluss, Bild KI-generiert.Schleichen spart nicht automatisch Sprit

„Langsam fahren spart Treibstoff!„, das hört man gerade im Moment recht oft.

Klingt auch erst mal logisch, solange man daraus nicht macht:

„Ich bewege mein Auto jetzt wie eine Kuh auf Glatteis„, und jeder Meter Asphalt ist eine neue Prüfung für Pedal, Puls und Geduld.

Mein Auto ist bei solchen Dingen recht auskunftsfreudig. Verbrauch, Durchschnitt, Strecke, alles da. Ich fahre den Wagen jetzt seit über zwei Jahren, nicht gerade wenig, und inzwischen weiß ich ziemlich gut, was auf meiner Strecke normal ist und was nicht.

Morgens gegen 5:15 Uhr bin ich oft ziemlich allein unterwegs. Genau dann lässt sich das schön beobachten, weil nicht jeder zweite Kreisverkehr zum Feldversuch für betreutes Autofahren wird.

Wenn ich meinen Rhythmus fahren kann, eher zügig, aber ohne zu rasen, lande ich ziemlich stabil bei 5,1 Litern Super auf 100 Kilometer. Das funktioniert auch dann, wenn jemand vor mir fährt, der den Wagen einfach sauber rollen lässt. Abstand passt, keine hektischen Bremsaktionen, Tempozonen werden normal mitgenommen, das Auto darf einfach fahren.

So kann Verkehr sogar fast entspannend wirken.

Fast …

Dann gibt es aber diese andere Sorte. Die Liga „Ich fahre ökonomisch“, bei der man von hinten zusehen kann, wie jemand offenbar aktiv jeden einzelnen Meter kontrolliert. Nicht fahren, eher verwalten, nicht gleiten, eher beaufsichtigen. Als säße da vorne jemand im Cockpit eines Space Shuttle, mitten im Meteoritensturm, und jede Kurve könnte gleich die letzte sein, spätestens bei Gegenverkehr aber garantiert.

Da wird nicht einfach früh genug vom Gas gegangen. Da wird korrigiert, gezögert, gebremst, wieder leicht beschleunigt, wieder gebremst, wieder geprüft, ob die Straße wirklich noch Straße ist, natürlich alles im Namen der Sparsamkeit, wenn man so einen Menschen denn mal fragen kann, was wohl der Auslöser für diese Art von Fortbewegung sein KÖNNTE.

Das Ergebnis sieht man dann nicht nur an den Nerven, sondern auch im Display. Aus den gewohnten 5,1 Litern werden schnell 5,4 oder 5,5. Wenn das öfter passiert, pendelt sich der Schnitt eben nicht mehr bei 5,1 ein, sondern eher bei 5,3 oder 5,4.

Glückwunsch, Mission erfüllt

Mehr Verbrauch, weniger Fluss, mehr Puls.

Ich hatte das Thema ja in der Rubrik „Der liebe Straßenverkehr“ schon mal in ähnlicher Form, und offenbar bleibt es ein Dauerbrenner. Manche glauben wirklich, langsam sei automatisch sparsam. Dabei ist flüssig oft viel entscheidender als demonstrativ bedächtig.

Es reicht meistens, wenn man vorausschauend fährt, den Verkehr liest und nicht bei jedem Blatt am Straßenrand reflexartig den rechten Fuß neu verhandelt.

Schleichen alleine spart gar nichts, schon gar nicht die (MEINE!) Nerven. :mrgreen:

 

 

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Morgens, wenn der Graben lebt

Neblige Landstraße im frühen Morgenlicht, ein Reh steht am Straßenrand - KI generiertWenn der Odenwald im Nebel lauert

Ich schleiche ja in der Regel nicht durch die Gegend.

Gefühlt bin ich eher zügig unterwegs, jetzt nicht Rallye Odenwald, nicht „Platz da, hier kommt der Wichtigste“, sondern einfach so, dass man vorankommt, wenn Straße, Wetter und Hirn das zulassen.

Was ich hier im Odenwald in den letzten Jahren obendrein sehr zuverlässig gelernt habe: Diese Schilder mit „Wildwechsel“ stehen nicht zur Dekoration herum, die meinen das wirklich.

Reh, Katze, Fuchs, Waschbär, alles schon gehabt. Mal vor mir, mal neben mir, mal mit diesem Blick aus dem Graben, als hätte das Tier gerade selbst gemerkt, dass seine Lebensplanung für den heutigen Morgen etwas riskant geworden ist.

Toi, toi, toi, bisher konnte ich immer bremsen, ausweichen oder gerade noch so aus der Nummer raus. Inklusive leichtem Streicheln, also dieser Sorte Kontakt, bei der du danach wach bist, obwohl der Kaffee noch im Becher wartet.

Man lernt daraus

Ich weiß also schon, warum ich an bestimmten Stellen manchmal den Fuß vom Gas nehme.

Nicht, weil ich plötzlich altersmilde mit der Straße kuscheln möchte. Nicht, weil ich vergessen habe, wo rechts das Pedal ist. Sondern weil ich die Strecke kenne.

Da gibt es Kurven, Gräben, kleine Waldstücke, offene Felder und diese Stellen, an denen morgens zwischen fünf und sechs irgendwie alles passieren kann.

Ein Reh kommt selten höflich mit Blinker, ein Fuchs stellt keinen Antrag auf Fahrbahnquerung und ein Waschbär diskutiert auch nicht erst die Verkehrslage, bevor er sich denkt: „Jetzt!“

Da ist Bremsen keine Schwäche, sondern schlicht die bessere Idee.

Wenn der Nebel mitfährt

Heute früh kam dann noch Nebel dazu.

Nicht dieser romantische Kalendernebel, bei dem irgendwo ein Hirsch auf einer Lichtung steht und alle ganz ergriffen tun. Eher die Sorte Nebel, die sich wie ein Schmierfilm auf die Scheiben legt und aus jeder Kurve einen kleinen Hinterhalt macht.

Du siehst die Straße, aber eben nicht richtig. Du erkennst den Rand, aber eben spät. Der Graben ist da, die Büsche sind da, nur was gleich daraus hervorspringt, bleibt offen.

Reh, Fuchsgröße, Waschbär? Alles ist möglich.

Pferd? Gefühlt auch, weil der Kopf morgens um fünf bei Nebel großzügig mit Katastrophen rechnet.

Man fährt also konzentriert, etwas vorsichtiger, schaut mehr, rechnet mit allem und versucht, nicht ausgerechnet heute die Hauptrolle in „Tierischer Überraschungsbesuch auf der Landstraße“ zu übernehmen.

Die Königsklasse

Richtig rund wird es natürlich erst, wenn dann noch einer überholt, als gäbe es kein Morgen.

Nebel. Kurve. Wildwechsel. Odenwald. Morgens halb sechs.

Da muss man erst mal auf die Idee kommen: „Jetzt wäre ein guter Moment, mein Vertrauen in Glück, Gegenverkehr und Reh-Intelligenz gleichzeitig zu testen.“

Vielleicht ist das auch eine besondere Form von Frühsport. Andere dehnen sich, manche joggen, wieder andere überholen im Blindflug und nennen es Fahrerlebnis.

Ich nenne es eher: Denken ist halt Glückssache.

Und manchmal fährt das Glück eben leider auch auf der Gegenfahrbahn.

 

 

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Taktvoll? Nicht mit diesen Fahrern!

Zäher Kolonnenverkehr auf nasser Landstraße, ein unruhiger Vordermann zerlegt den Fahrfluss, Bild KI-generiert.Sie zerlegen den Rhythmus

Es gibt Fahrten, da ist gar nicht das langsame Tempo das eigentliche Problem.

Langsam vor mir nervt, klar. Kostet Zeit, kostet Laune und manchmal auch ein paar Minuten Lebensfreude, die morgens ohnehin nicht in Säcken im Kofferraum liegen. Trotzdem kann man sich darauf einstellen, wenn vorne einer konstant langsamer fährt. Dann ist das eben der fahrende Deckel auf dem Topf, man bleibt dahinter und gut ist.

Das eigentliche Elend beginnt da, wo jemand nicht langsam fährt, sondern ohne erkennbaren Rhythmus. Mal 82, mal 96, dann vor einer harmlosen Kurve runter auf 64, danach wieder zäh hoch auf 78, plötzlich kurz Bremse, dann wieder rollen lassen, dann wieder Gas, dann wieder dieses kleine rote Aufleuchten aus dem Nichts. Da fährt keiner einfach nur vor einem her, da zerlegt jemand den kompletten Fahrfluss.

Das ist nicht mitschwimmen. Das ist ein Taktproblem mit Kennzeichen.

Der eigene Fahrfluss ist weg

Ich fahre nicht wie ein Irrer, das hatten wir hier oft genug. Zügig ist nicht rasen, vorsichtig ist nicht verkrampft, und wer eine Straße halbwegs lesen kann, muss nicht jeden Meter behandeln, als hätte der Asphalt gerade eine Drohung ausgesprochen.

Genau diese Nummer hatte ich schon bei Wenn Bremsen zum Prinzip wird. Dieses Gefühl, dass vorne nicht gefahren wird, sondern verwaltet. Jeder Schatten, jede Kurve, jedes Schild wird erstmal innerlich geprüft, freigegeben, wieder verworfen und dann doch irgendwie befahren.

Das kostet nicht nur Zeit. Es zwingt dich in eine Fahrweise, die du selbst gar nicht fahren würdest.

Eigentlich würdest du rollen lassen, sauber Abstand halten, mit dem Verkehr gleiten und das Auto einfach arbeiten lassen. Stattdessen hängst du dauernd auf den Pedalen, weil vorne jemand aus jeder Kleinigkeit ein kleines Fahrmanöver baut. Gas weg, leicht bremsen, wieder rollen, Abstand neu suchen, wieder bremsen, wieder fragen, was da vorne eigentlich los war.

Meist war nichts los. Genau das ist ja der Punkt. Da vorne findet ein innerer Vorgang statt, und leider findet er mit Außenwirkung statt.

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Fahrertyp: Gegenverkehr-Bremser

Kurve, Gegenverkehr, Bremse. Mehr brauchen die nicht. KI-Hinweis: Bild auf Grundlage eines eigenen Fotos mit KI ergänzt und angepasst.Wenn Gegenverkehr Panik auslöst

Ich fahre ja täglich 30 Kilometer hin und 30 wieder zurück ins Büro, die Fahrten zu Baustellen noch gar nicht mitgerechnet. Mit Gegenverkehr, Kurven und, tadaa, Fahrzeugen vor mir.

Gerade hier im Odenwald ist das eben viel Landstraße, kurvig, stellenweise enger, aber nun wirklich nichts, woran ein normaler Autofahrer geistig zerbrechen müsste.

Was einem trotzdem zuverlässig jede Zeitplanung zerlegt, ist nicht die Strecke. Es ist der Typ oder die Tussi vor einem, bei dem man schon nach zwei Minuten das Gefühl hat, hinter einer mobilen Bremslicht-Disko herzufahren.

Bremsen aus Prinzip

Da wird die Kurve mit erlaubten 70 schon mit vielleicht 65 auf dem Tacho angesteuert, nur um dann kurz vorher sicherheitshalber nochmal auf 40 runterzubremsen. Man weiß ja nie. Vielleicht lauert hinter der Biegung das pure Verderben oder, ganz wild, ein Auto auf der Gegenfahrbahn. Also dort, wo Gegenverkehr sich normalerweise aufhält. ;-)

Besonders schön ist dann der Teil danach. Hinter der Kurve sind 100 erlaubt, aber der Wagen vor einem braucht einen halben Roman und scheinbar so richtig Anlauf, um überhaupt wieder auf 75 zu kommen (wenn überhaupt).

Es könnte ja schon wieder sein, dass von vorne jemand auftaucht. Breite Straße, genug Platz zwischen den Spuren, aber lieber nochmal kurz auf die Bremse.

So etwas ist ja keine Ausnahme. Das Grundproblem, dass manche Menschen alles auf Rädern behandeln, als würde hinter jedem Schild und jeder Kurve sofort der Untergang warten, hatte ich hier im Blog schon an anderer Stelle, etwa bei „Fahre früh, dann sind die Straßen frei“. Nur gestern hatte ich eben gleich zwei von dieser Sorte  „Bremsen löst all deine Probleme“ direkt vor der Nase.

Engstelle, Schweißausbruch, Stillstand im Kopf

Ganz groß wird es in Ortschaften. Rechts parkende Autos, die Straße etwas enger, Gegenverkehr und im Auto vor mir läuft innerlich offenbar sofort eine Mischung aus Panikfilm und Abschlussprüfung. Ich kann die Schweißperlen auf der Stirn förmlich schon durch die Heckscheibe sehen.

Da wird nicht mehr gefahren, da wird nur noch verwaltet. Zentimeterweise, mit Bremsbereitschaft, mit Blicken irgendwo zwischen Tunnel und Todesangst. Als wäre das eigene Auto spontan auf Panzerbreite angewachsen.

Kleiner Bonus, weil, da geht noch was:

Wenn noch so ein 30er-Schild mit Zeitbeschränkung auftaucht, also diese Nummern, bei denen darunter zum Beispiel 22 bis 6 Uhr steht. Dann ist endgültig alles vorbei. Solche Zusatzschilder sind ja ohnehin für viele eher Deko, wie ich schon bei „Schilder selber lesen (und überhaupt…)“ und auch bei „30 km/h – länger ist immer gut!“ festgestellt habe.

Bonuslevel mit Radfahrer

Der totale Endgegner taucht allerdings auf, wenn zu Kurve, Engstelle und Gegenverkehr dann noch ein Radfahrer dazu kommt. Dann eskaliert das Ganze endgültig. Erst bremsen. Dann zögern. Dann wieder bremsen. Dann halb ausscheren. Dann doch nicht. Dann nochmal bremsen. Das ist kein Überholen mehr, das ist ein öffentlich aufgeführter Nervenzusammenbruch mit Blinker (meist ohne).

Mir ist völlig klar, dass niemand wie ein Irrer durch die Gegend fliegen soll. Darum geht es nicht. Es geht um diese völlig absurde Mischung aus Unsicherheit, Übervorsicht und dem dringenden Bedürfnis, jeden anderen Verkehrsteilnehmer daran teilnehmen zu lassen.

Nicht die Kurven sind das Problem. Nicht der Gegenverkehr. Nicht mal die Engstelle. Das Problem sitzt davor und glaubt vermutlich auch noch, besonders umsichtig unterwegs zu sein.

 

 

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Früh hell fährt es sich einfach besser

Früher Morgenhimmel mit hellem Streifen über dunkler Straße.Morgens besser, bald wieder dämlich

Es ist schon angenehm, wenn es morgens wieder früher hell wird.

Beim Autofahren merkt man das sofort. Man sieht mehr, fährt entspannter und kommt irgendwie auch besser in den Tag. Kreuzungen, Einfahrten, alles wirkt gleich ein gutes Stück angenehmer, wenn man nicht schon früh durch halbe Nacht gurken muss.

Noch haben wir ja normale Zeit. Also die vernünftige Variante.

Lange hält das nur leider nicht mehr. In Deutschland wird 2026 in der Nacht vom 28. auf den 29. März wieder auf Sommerzeit umgestellt. Die Uhr springt von 2 auf 3 Uhr, morgens ist es also wieder eine Stunde länger dunkel.

Mach einfach den Schritt zurück

Dann ist es früh zwischen 5 und 6 wieder duster wie im Bärenarsch, damit ein paar Peoples abends länger Licht haben.

Für Biergarten, für drei Grillabende im Jahr und für dieses ewige Gerede vom langen Sommerabend.
Als würden die Massen draußen romantisch den Sonnenuntergang feiern, obwohl ein guter Teil davon ohnehin lieber mit Netflix und Bingesessions auf dem Sofa versackt.

Morgens, wenn Menschen wirklich unterwegs sind, wird es also wieder unpraktischer gemacht. Abends kann man sich dann einreden, das sei alles ganz toll und modern. Politik eben. Noch nicht davon zu reden, dass Frühaufsteher quasi fast bei Sonnenschein ins Bett gehen müssen.

Immerhin, im Hochsommer klappt es dann für ein paar Wochen, dass es morgens natürliches Licht gibt.

Es sei denn, es regnet, im nächsten „heißesten und trockensten Sommer aller Zeiten“ … ,-)

 


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Vor 6 Uhr früh geht alles

Das Bild wurde mit einer KI erstellt, weil ich morgens um kurz vor sechs beim Blindflug keine Hand frei hatte, um auch noch die Kamera zu zücken. Es trifft die Situation aber ziemlich genau: Viel Licht, null Sicht und das Auto irgendwo im Nirgendwo.Lass ruhig alles an, ist ja noch früh

Man lernt ja nie aus, vor allem morgens.

Da denkt man, man hätte den Straßenverkehr schon komplett durchgespielt, inklusive Bonuslevel „Dunkelheit“ und dem Klassiker „Fernlicht als Lebenseinstellung“, prompt kommt da was Neues.

Stehendes Licht, fahrende Menschen

Es ist doch ein nettes Szenario, mit dem sich wunderbar ein früher Tag im Winter erhellen lässt.

Da steht ein Auto.
Motor aus oder an, ist egal.
Abblendlicht ist an, das ist wichtig.
Und es steht entgegen der Fahrtrichtung.

Warum?

Warten auf irgendwen, Zeitung austragen, kurz „nur mal eben“, was man halt so macht, wenn das Zifferblatt noch nicht entschieden hat, ob es Nacht oder Morgen sein möchte.

Das Ergebnis ist jedenfalls zuverlässig: Man fährt nicht mehr in eine Kurve oder auf eine Einmündung zu, sondern in eine Wand aus Licht. Nicht dieses „hach, wie hell“, sondern eher „wo ist hier eigentlich der Rest der Straße hin“ :roll:

Bonuspunkte für den normalen Verkehr

Das Beste daran ist ja, dass das nicht allein passiert. Parallel fährt noch normaler Gegenverkehr. Hinter einem hängt vielleicht auch noch jemand. Und irgendwo am Rand läuft noch einer mit Stirnlampe, weil man ja inzwischen alles tragen muss, um gesehen zu werden.

Kurz gesagt: alle geben sich Mühe.
Man sieht trotzdem nichts.

Und natürlich ist es „nur Abblendlicht“. Also quasi harmlos. So harmlos wie ein Baustrahler, der zufällig genau auf Augenhöhe steht ;-)

Kleiner Vorschlag aus der Kategorie „Verrückt, ich weiß“

Wenn das Auto entgegen der Fahrtrichtung steht, könnte man das Licht vielleicht ausmachen. Oder wenigstens nur Standlicht, so rein aus Spaß. Nur, damit die anderen wieder erkennen, wo die Straße ist (das is‘ echt besser, glaubt mir!).

Aber gut. Vor 6 Uhr früh geht eben alles, also, bei Licht besehen :mrgreen:

 

   

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