Eine Situation, eine Entscheidung

LeckerchenDie Situation

Mein Blutzucker ist gerade um rund 20mg/dl zu tief.

Mögliche Lösungen

Jeder der Kandidaten auf dem Foto, kann das Problem lösen. Dummerweise darf ich aber nur einen essen, sonst geht es in die falsche Richtung. Esse ich mehr, muss ich vielleicht wieder nachspritzen, sprenge aber damit auch mein Kalorienlimit.

Das Problem

Ich kann mich nicht entscheiden… ;-)

 

 

 

Diese „besonderen“ Tage…

Frühstücks-Survival-PackEs fehlt was!

Wo? In der Reihe der Tage, an denen die Geschäfte einem mit Aktionen, Rabatten, Sonderposten und bestimmten Produkten, geradezu die Taschen vollstopfen!

Valentinstag, überall Plüsch und Blumen und in Rosa.

 
Ich würde mir ja mal so Motto-Tage wünschen, die einen wirklich weiterbringen.
Wo Bierschinken und Räucherspeck, sich an den Kassen türmen oder wenn man an der Wursttheke, eine Wurstscheibe als Aufmerksamkeit bekommt.
ALS ERWACHSENER ;-)
Gerne auch so ein ‚Frühstücks-Survival-Pack‘ wie auf dem Foto, wenn es noch sehr früh am Tage ist. So was eben!
Wenn dann der Partner lächelnd auf Dich zukommt und Dir, verführerisch lächelnd, mit den Worten: „Auf das Du so schwer bleibst, wie Du bist!„, ein Mettbrötchen anbietet.
Das wäre doch auch mal ein Erfolg, oder? ;-)

Es könnte übrigens durchaus sein, dass ich heute hungrig einkaufen war. Merkt man das?

 

Hoheiten des Dramas und des Leidens

SchweigEntsetzliches geschieht

Kennt Ihr so Menschen, bei denen alles zum Drama wird? Die zusätzlich immer noch einen drauflegen müssen? Ungeheuer anstrengend, oder?

Ich mein, so etwas merkt man ja nicht sofort. Jedenfalls dann, wenn die betreffende Person einem nur entfernt bekannt ist. Zu Beginn denkt man sich nichts dabei, „Armer Pechvogel„, schießt einem vielleicht durch den Kopf. Bis Du erstmals selber und höchstpersönlich, an den Dramen teilhaben darfst.

Zunächst erfolgen Bemerkungen über einen schweren Schaden bei ihm oder ihr. Als Besipiel dient mal eine real erlebte Gegebenheit:

Mit viel Armgefuchtel, dramatischem Gesichtsausdruck und leidvoller Stimme, wurde von der Katastrophe berichtet. Es gab einen schweren Brandschaden beim Kochen, der Löschversuch scheiterte und alles war ruiniert. Klingt hart, Mitleid steigt auf.

Es ist wohl etwas durch Feuer schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Der eigene Kopf füllt die Lücken in der Story, mit persönlichen Befürchtungen und Ängsten, so ergibt sich eben ein Bild.

Hakt man aber nun etwas nach, stellt sich heraus, dass der schweren Brand auf dem Holzkohlegrill stattfand und durch eine einzige kleine Flamme dargestellt wurde. On Top, das übertriebene Löschen mit Bier, welches die Glut vernichtet hat. Oh ja, das Bier war natürlich auch futsch! Beeindruckend! Nun gut, vielleicht war das für die Betreffenden wirklich schrecklich, kann ja durchaus sein. Glut am Grill und im Freien, kann für einige Leute, die Krone der Herausforderungen bedeuten. Nicht zu reden vom Bierverlust.

Richtig ungefiltert bekommt man die Ladung, wenn die gleiche Person erkrankt, sich aber trotz des bald zu erwartenden Endes noch in Deine Nähe quält, um von den schrecklichen Beschwerden zu berichten. Da gibt es das Ziehen im Zeh, den Druck im Ohrläppchen und obendrauf noch das Jucken in der Nase. Natürlich nicht einfach nur ein Jucken, nein, es ist DAS Jucken. Dieses finale, alles besiegelnde Jucken.

Jetzt ist Vorsicht angebracht! Da der Erzähler Dich offensichtlich als interessierten und empathischen Menschen kennengelernt hat, wird es bald keine Grenzen mehr geben! Nur eine oder zwei Sätze noch, und wir sind thematisch beim Mageninneren oder dem, was daraus hervorgebracht wird. Oder im Leidensfall eben nicht herauskommt, das ist dann sozusagen Stufe drei.

Egal um was es geht, Dramahoheiten kannst Du nicht erreichen. Stößt Du Dir den Kopf, präsentieren sie den eigenen Schädelbruch. Ist bei Dir Brot verschimmelt, erlitten sie, just gestern noch, die schwere Lebensmittelvergiftung. Immer!

Was kriegst Du aber zu hören, wenn Dir etwas unschönes geschieht? „Stell‘ Dich nicht so an!“

 

 

 

Das kann man echt machen: Der Salat als TV-Snack

Snack itWer knabbert nicht gerne?

Ihr kennt das bestimmt: Am Abend sitzt man vor der Glotze, schaut sich einen Film an oder nutzt die Zeit auf eine sinnvollere Weise. Irgendwann kommt dann die Erkenntnis, dass das Abendessen ja doch schon eine Weile her ist und man eigentlich ein paar zusätzliche Kalorien, in körpereigene Energie umwandeln könnte.

Für gewöhnlich ist dies der Moment, in dem Chips, Erdnüsse oder Salzstangen ihre Verpackungen verlassen müssen und den Weg alles Verdaulichen beschreiten. Nicht selten muss dann die komplette Packung vertilgt werden, wer macht denn schon halbe Sachen? Wenn man allerdings auf seine Kalorien achten will oder muss, kann so ein Leckerchen durchaus den kompletten Tagesbedarf auf den Kopf stellen.

Tja, da ich solche Dinge nicht mehr unkontrolliert dem Zufall überlassen will, habe ich nach Alternativen gesucht, wenn der Tagesplan keine Reserven mehr zu bieten hat. Witzigerweise bin ich am Ende bei so einer Tüte Fertigsalat hängen geblieben, die es für um einen Euro herum, bei Aldi zu kaufen gibt. Die Sorte in dieser blauen Packung ist bereits mit Petersilie und Schnittlauch verfeinert, für mich eine gute Kombi. In der Tüte befinden sich 100 Gramm Grünzeug, somit schlägt die komplette Ladung nur mit 16 kcal zu Buche. Selbst wenn man sich eine vergleichbare Mischung selber zusammenstellt, sollte sich daran auch nichts gravierendes ändern.

Umdenken eben!

Klingt komisch? Vielleicht wirkt es so. Ich denke allerdings, der Gedanke so zu naschen, ist einfach nur ungewohnt. Geschmacklich ist so ein Salat auch nicht lediglich ein Kompromiss, er ist eben einfach nur nicht als Knabberwerk assoziiert.

Ich esse durchaus auch Chips und den ganzen anderen Kram, da binde ich aber alles mit in meine Kalorienbilanz ein, weil man sich sonst ganz schnell wieder an höhere Zahlen auf der Waage gewöhnen muss. Die paar kcal für eine kleine Salatladung zusätzlich, werden aber niemanden in Gewissenskonflikte führen. Immerhin geht es darum, seine Essgelüste zu erfüllen, nicht die Hauptmahlzeit des Tages zu erledigen.

Muss man natürlich alles nicht mögen oder glauben. Es soll sich aber niemand beschweren, weil ich nichts gesagt habe ;-)

 

 

 

Der Desasterkreis ist Käse

Schmierkaese EckenKreise, Desaster und Schmierkäse

Ich merke immer wieder, wie sinnvoll die Entscheidung war, den Desasterkreis eben genau so zu nennen.

Heute geht es um Schmierkäse.

Eigentlich kann man dieses bescheuerte Wort auch durch Streichkäse ersetzen, ich amüsiere mich aber lieber mit dem altbekannten Begriff aus meiner Kindheit. Schmierkäse, das klingt so herrlich unfein, ich muss schon wieder grinsen :-D

Unabhängig davon, mag ich diese Spachtelmasse geschmacklich, vorzugsweise auf Brötchen. Also auf echten, klassischen Brötchen, nicht auf irgendwelchen neumodisch gepimpten Backwaren ähnlicher Bauart. Da ich ja zusätzlich noch ein Genießer, geradezu ein Gourmet bin, hat es mir dieses runde Sortiment von Aldi besonders angetan. Blöderweise aber nicht jede Ecke daraus, nur drei Sorten. Die Kräutervariante kann ich zwar essen, dies funktioniert aber nur, wenn ich alles andere im Kühlschrank noch viel weniger will.

Das richtig Dumme ist, dass eben in der Kreisverpackung auch immer mehrere von dieser Kräutermasse drin sind. Natürlich bleiben die dann übrig und liegen beleidigt in der Pappschachtel. Nach der vierten Packung verfügt man dann über einen puren Kreis aus Kräuter-Schmierkäse (ich muss wieder lachen :mrgreen: ).

Natürlich habe ich versucht, das Problem durch andere Marken oder Sorten zu umgehen, zu 100% doof bin ich ja nun auch nicht. Aber, ich finde nichts! Zumindest bisher, wobei ich eben auch nicht diese Backsteineklötze kaufen mag, die mit gefühlt einem Kilo puren Inhalts. Das muss doch erst mal gegessen werden, Kalorien und so. Wenn man gelegentlich den Geschmack wechseln möchte, liegen da dann ja gleich mehrere im Kühlschrank. Über Wochen gar. Wissenschaftlich ist die Metamorphose offener Schmiekäseanschnittstellen doch noch gar nicht ausreichend erforscht. Habe zumindest noch nie etwas darüber gelesen.

Das ist eben keine runde Sache, mit dem Schmierkäse im Kreis. Einfach ein Desasterkreis!

 

 

 

Vielleicht nicht weiser, garantiert aber kahler…

Herr Lauch: Not amused!Ab die Matte!

Böse Zungen behaupten ja, Man(n) lässt sich erst die Haare schneiden, wenn die Mähne schon über die Augen baumelnd, das Kinn trifft. Ich gehörte vielleicht auch dazu, kann man nicht mehr sicher sagen. Es ist einfach mittlerweile zu wenig vorhanden. Also Haar! Kinn habe ich mehr, als ich brauche ;-)

Heute war sie mal wieder fällig, die zyklische Haarkürzung. Klar, ich sehe jetzt wieder toll aus (wehe jemand…), bin aber auch deprimiert!

Warum? Weil der jämmerliche Haarhaufen, der da am Ende zusammengekehrt werden musste, das eigene Alter besser dokumentiert hätte, als jeder Ausweis. Ich habe auch auf ein Foto verzichtet, wer will denn so etwas in Erinnerung behalten?

Herr Lauch kam natürlich zur Begutachtung der Situation herein, seine Reaktion war recht eindeutig. Er meinte lediglich, dass er lieber weniger Wuschel auf dem Kopf und dafür mehr Arme hätte.

Ich setz‘ mich jetzt, leicht übermüdet, in eine Ecke und bade in Selbstmitleid!

 

 

 

6 Uhr und irgendwas… – Variante 2

Das Desaster mit dem FahrenErinnert Ihr Euch?

Da war doch vor ein paar Wochen schon mal…

Heute Tochter S., der Bus kommt nicht, kannst Du?

Natürlich kann ich, natürlich will ich lieber… Gähn! Ach ja, andere müssen auch mit 4 Stunden Schlaf auskommen, was soll’s.

Das 3. Mal, dass der liebe ÖPNV das hier durchzieht, ohne jede Ankündigung. Bei der Beschwerde wird es wieder heißen: „Der muss gekommen sein, Fahrer XYZ, steht doch im Dienstplan.“ Ja sicher, ist klar…

In diesem Sinne auf eine Neues: GUTEN MORGEN! Auch nen‘ Tässchen Kaffee?

 

 

Repariere nichts, was nicht kaputt ist! Von Pommes, Kaffee und Normalität.

Heiß & FettigAltmodisch oder einfach normal?

Es kann jetzt gut sein, dass dieser Beitrag hier schon (m)einen Generationskonflikt beinhaltet. Vielleicht ist es auch nur eine Macke von mir, persönlich gesehen empfinde ich meine Einstellung aber als völlig normal. Erstaunlich, oder?

Als bekennendes Kind der 80er, habe ich nämlich einen gewissen Anspruch auf Normalität, auf bewährte Standards.

Wisst Ihr auch, womit das beginnt? Mit Pommes! Einfache, stinknormale Pommes! Diese ungesunden, fettigen und gesalzenen Kartoffelstäbchen, denen in heißer Ölbrühe endgültig der Garaus gemacht wird. Wo oben drauf ein Klatsch noch viel fettigerer Mayonnaise samt massakrierter Tomaten als Ketchup, die Sache bis zum äußersten Übel verschlimmert.

Jetzt kommt aber der Knackpunkt! Wenn ich damals in eine beliebige Pommesbude marschiert bin, dann habe ich einfach Pommes bekommen. Normalos, ohne die Gefahr, da nun was Verschlimmbessertes zu erhalten. Nix mit extra Special-Würz oder gar in den Honkey-Donkey Sonderbauformen. Keine extra dünnen 3mm Kanten oder in Einhornform. Misstrauen gab es bestenfalls beim Fett – riecht es nach Aquarium, mach besser einen Bogen drum.

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R. I. P. Kirk Douglas

Kein Foto LogoTja, nun hat Kirk Douglas den irdischen Trouble auch überstanden.

Irgendwie schon komisch, wenn Menschen, die einem irgendwie ein Leben lang in der bunten Flimmerwelt begegnet sind, aus dem Alltag verschwinden. 103 Jahre sind darüber hinaus ein bemerkenswertes Alter, er wird viel erlebt haben.

Ruhe in Frieden!

 

 

Gewissensgrauzone

Symbol BahnSituationen, Anstand und Respekt

Es gibt ja Momente im Alltag, da ist man zu jung, um alt zu sein. Vielleicht auch zu fit, um gebrechlich zu wirken. Unter Umständen lässt einen da auch die eigene Erziehung in einen inneren Konflikt geraten, der zum Handeln zwingt.

Die Situation

Ich bin, was eher selten vorkommt, mit der Bahn unterwegs und genieße die Gunst, einen Sitzplatz ergattert zu haben. Das Ding ist ansonsten wirklich proppevoll!

Mein Weg führt zum Arzt, aus verschiedenen Gründen fällt es mir schwer, längere Strecken zu laufen, auch Autofahren geht nicht wirklich vernünftig.

Um mich herum sitzen entweder deutlich betagtere Passagiere oder solche, die wahrscheinlich die 30 noch nicht erreicht haben. Mit meinem 50 Jährchen bilde ich vermutlich die goldene Mitte.

Bei einem Halt des Zuges steigt eine ältere Dame ein, die offenbar Probleme mit dem sicheren Laufen hat. Zunächst bemerke ich das gar nicht, aber nach einigen Sekunden Fahrt fällt mir anhand ihrer weißen Fingergelenke auf, dass sie sich nur mit großem Kraftaufwand, an einer Stange festhalten kann und auch sonst völlig überfordert wirkt.

Ich schaue im Kreis, niemand wird Anstalten machen, ihr den eigenen Platz anzubieten. Der eine Teil der Mitreisenden wäre selber nicht in der Lage, lange durchzuhalten und die anderen interessiert es schlicht nicht. Klar, ich könnte jetzt den großen Palaver anfangen, fühle mich aber im Moment nicht dafür zuständig, die versaute Erziehung Einzelner zu bemängeln. Nebenbei könnten ja auch die jüngeren gute Gründe haben, im Sitzen zu reisen.

Ich stecke in einer Grauzone meines Gewissens. Zwischen Respekt, Anstand und eigener Qual. Alleine weil ich der Meinung bin, weniger gebrechlich oder besser erzogen zu sein, wie der Rest rund herum.

Was mache ich also? Ich stehe auf und biete der Frau meinen Platz an, was sie auch dankend annimmt. Natürlich stehe ich nun hier, kann mich kaum gerade halten und erkläre mich selbst für bescheuert. Ich kann aber nicht anders. Verrückt, oder?

 

 

Noch mehr Reste. Nein, kein Rezept, das eher nicht…

Restesalat vermischtReste müssen verwertet werden!

Klar, wenn man so möchte, ist dieser Beitrag hier einem älteren recht ähnlich. Eigentlich aber auch nicht, immerhin sind doch neue Reste darin, oder?

Ne, ernsthaft jetzt. Nach dem schon oben verlinkten Artikel, kamen wirklich einige Fragen zu einer Art Rezept. Das kann ich aber leider nicht liefern. Ich habe mich mehr oder weniger an dem orientiert, was im Kühlschrank wirklich drohte zu vergammeln. Auch an dem, was mir an anderen Stellen in ähnlichen Kombinationen begegnet ist. Das Motto ist eben Resteverwertung, nur nicht Magenverätzung. Nebenbei habe ich in der vergangenen Reha viele Salate probieren können, bei denen offensichtlich Reste von Vormahlzeiten aufbereitet wurden. Der Großteil war wirklich in Ordnung, einiges eher, nun ja, man kann durchaus mal was stehen lassen, nicht?

Wie auch immer, ich habe das Ganze noch einmal wiederholt und versuche, eine kleine Beschreibung mitzuliefern. Mir hat dieser Desastersalat übrigens wirklich geschmeckt, das ist jetzt keine Pflichtübung nur für den Blog ;-) Einige in der Familie reden bei mir zwar immer was von „der muss Hornhaut auf der Zunge haben„. Ich glaube aber, das ist nur Neid und üble Nachrede.

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Heute ist der 02.02.2020

02.02.2020Das besondere Datum

Habe ich schon darauf hingewiesen, dass wir heute ein besonderes Datum haben?

Es ist der 02.02.2020!

Warum das was Außergewöhnliches ist? Na, dem Tag selber ist das scheißegal, aber die Zahlen an sich, die sind bemerkenswert. Wir haben es mit einem Palindrom zu tun, cool oder? Meine Fresse ist der Dicke gebildet!

Rückwärts wie vorwärts das passende Datum! Ja, schon gut, die Punkte… Hey, wer wird denn so kleinlich sein, mmmh? Olle Erbsenzähler :mrgreen:

Natürlich ist da außer mir noch keiner drauf gekommen, das ist doch wohl klar. Aber warte mal… Da, bei Twitter und dort bei Facebook… Woher wissen die das, der Beitrag hier war um Uhrzeit doch noch gar nicht online?! Merkwürdig ;-)

 

 

 

 

Soul Care: Tea Time

Soul Care Tea TimeSo, nun ist Teezeit!

Und Ihr so? ;-)

Ne, aber mal im ernst. Wenn der Tag eine ruhige Minute zulässt, kann eine Tasse Tee wirklich die innere Drehzahl herunterschrauben. Ruhig ein wenig zeremoniell zubereiten und genießen, nicht einfach mit Geblubber herunterglorzen.

Wir haben hier auch früher schon Tee getrunken, jahrzehntelang immer die Schnelldreher mit Teebeuteln, was an sich auch schon recht nett ist. Vor einigen Jahren kam dann meine Frau auf die Idee, uns zu Weihnachten mit einer Art Grundausstattung für frischen Tee zu beschenken. Eine nicht geringe Rolle dürfte auch der kleine Teeladen hier in Fürth gespielt haben, wo man wirklich inspiriert wird, wenn man denn Tee mag. Jedenfalls haben wir seit dem ein kleines Ritual um unseren frischen Tee entwickelt, welches hier niemand mehr missen möchte. Das Geschirr von damals hat leider den Alltagsbetrieb nicht komplett ohne Blessuren überstanden, was unserer Sympathie zu Sache aber nicht schadet ;-)

Wenn man dabei ist sein Gewicht nach unten zu korrigieren, ist Tee übrigens auch eine gutes Mittel, Heißhungerattacken den Kampf anzusagen! Man kann die Geschmacksnerven beschäftigen und den Magen bei Laune halten, ohne Kalorien zu sich zu nehmen. Natürlich nur, wenn da nicht 10 Stücke Zucker drin sind, das sollte jedem klar sein :mrgreen: Süßstoff und Ähnliches sind aber erfunden, das sollte keine Hürde sein.

Neben dem klassischen Pfefferminztee gibt es noch dermaßen viele Sorten, ich kann mich nicht wirklich festlegen, welche mein Favorit ist. Bei Magenzwicken wähle ich ‚Ingwer auf Kräuter‘ oder ‚Ingwer mit Zitronenmelisse‘, bei Gegrummel im Darm eher ‚Fenchel mit Anis und Kümmel‘. Schmecken muss es eben.

Die Dame hier in besagtem Teeladen bietet auch unzählige Probetütchen an, mit deren Hilfe immer wieder mal was Neues getestet werden kann. Ich schätze, so rund 5% der Sorten habe ich schon probiert ;-)

 

 

 

Eine Reha – Teil 2: Die Ankunft

Reha Koffer symbolischDie Ankunft

Eine ziemlich wirre Fahrt mit dem Taxi beginnt. Es geht mal links, mal rechts, dann wieder rauf und runter. Müsste ich jetzt selber fahren, wäre ich ohne Navi verloren, mit aber wahrscheinlich auch.

Eventuell liegt das aber nur an mir, ich sehe in letzter Zeit nicht besonders gut. Wenn ich wieder Zuhause bin, muss ich mich um den grauen Star kümmern, da führt kein Weg dran vorbei. In gewohnter Umgebung ist die miese Sicht noch gut zu kaschieren, in fremden Gefilden gehen aber zu viele Details unter, die zur Orientierung wichtig sind.

Natürlich kenne ich mich hier überhaupt nicht aus, aber nachdem der Bahnhof bei der Ankunft schon viel versprochen und wenig gehalten hat, sind meine Erwartungen auch nicht besonders hoch. Gefühlt geht es zu einem Ort außerhalb jeder Zivilisation, was der Mobilfunkempfang im Moment recht deutlich bestätigt.

Der Fahrer ist wirklich freundlich, er erklärt viel, ich bin aber kaum bei der Sache, es geht mir einfach zu viel im Kopf herum. Am Rande erfasse ich, dass die andere Dame vom Bahnhof, die jetzt mit im Auto sitzt, zu einer anderen Klinik muss und ich zuerst abgeliefert werde. Da scheint es etwas Durcheinander zu geben, ich frage mich, wie viele von den Rehahäusern hier wohl existieren. Ich horche allerdings auf, als ich mitbekomme, dass die Frau aus Oberhausen kommt. Dort habe ich jahrelang gearbeitet und 44 Jahre direkt nebenan in und um Duisburg gelebt, ziehe dann 300 km weit in den Odenwald, um hier in der Reha, wiederum 200 km von Daheim, quasi eine fast-Nachbarin zu treffen. Schon kurios. Irgendwie verbindet so etwas, kann man schlecht erklären. Susanne heißt die Gute, man stellt sich eben kurz und formlos vor. Wahrscheinlich würde ein interessantes Gespräch aufkommen, wenn sie nicht genau so durch den Wind wäre, wie ich.

Es ist vollbracht, wir rollen auf einen Parkplatz und stehen vor dem Gebäude. Optisch eher ein Mietbunker aus den 70ern, der Klinikcharakter schlägt aber durch. Wenn ich da an meine erste Reha zurückdenke, verspüre ich schon eine gewisse Ernüchterung. Gut, ich will ja hier auch nicht für immer einziehen, außerdem weiß ich ja nun noch gar nichts über das Innere, also Klappe halten. Wir steigen aus, der Taxifahrer hilft mir noch bis zur Tür mit dem Gepäck und fährt wieder ab. Ich schaue auf die Uhr, wir haben es kurz nach 11, wahrscheinlich liege ich gut in der Zeit, aber spielt das eigentlich im Augenblick eine Rolle?

Ich bin da!

Aus dem Augenwinkel registriere ich schräg hinter mir das Raucherhäuschen und obwohl ich ja nun schon seit Jahren elektrisch dampfend unterwegs bin weiß ich, dass dort ein großer Teil meiner Reha stattfinden wird. Für mich ist eben Liquid der neue Tabak, was allerdings an den Aufenthaltsmöglichkeiten nicht viel ändert. Wenn es so ist, wie meine Erfahrungen belegen, erfolgt dort in der Qualmecke die Therapie von der Therapie. Das muss aber alles warten, jetzt brauche ich erst mal eine Zuflucht.

Wir haben einen regnerischen 28. Mai, alles ist grau. Zusätzlich ist es nicht besonders warm. Kein sehr einladendes Wetter, um vor der Tür zu stehen. Irgendwie passt dies perfekt zu meiner aktuellen Stimmung.

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Beim Arzt: Im Zimmer der Geheimnisse

beim-arzt-pen-pflasterJetzt bist Du dran!

Ich sitze beim Arzt, warte darauf, dass mein Name genannt wird und eben irgendwann an die Reihe komme. Endlich kommt der ersehnte Augenblick, der Startschuss zur Heilung!

Die nette bis netteste Sprechstundenhilfe (das heißt jetzt anders, oder?), parkt mich im Sprechzimmer auf einem Stuhl mit den begleitenden Worten: „Frau Doktor kommt gleich!“ Nun, das ist auch meine Erwartung, wenn gleich der Fliesenleger reinkommt und eine Spritze in der Hand hält, hau ich nämlich ab.

Nutze die Gelegenheit…

Hier hocke ich nun voller Erwartung und in Demut, Kurzweil will nicht aufkommen. Bei akuten Schmerzen oder sonstigen Problemen, kommt ja schnell der Beweis, dass Zeit ein dehnbarer Begriff ist. Heute steht aber nichts Dramatisches an, es geht nur um eine Kontrolle und die Besprechung der letzten Blutwerte.

Allerdings ja, da ist schon noch was…

Ich weiß aber nicht, ob ich da so früh drüber reden will. Kann man ja nicht so einfach, am Ende stellt sich noch heraus, dass was behandelt werden muss. Schlimmstenfalls noch unter Schmerzen. Vielleicht brauche ich gar Medikamente? Wissen die hier eigentlich, dass ich jeden Monat Kohle in der Apotheke lasse, von der andere ein Auto finanzieren?

Ne, das ist ein Risiko, da warte ich erst mal ab, was vorher so läuft. Überhaupt wäre es aktuell besser, nur die Punkte bei mir zu erwähnen, die in Ordnung sind, das geht vermutlich schneller.

Ich sehe mich um. Es gibt einige Sachen, die bestimmt auch im Hobbykeller Beeindruckendes leisten könnten. Da, dieses Ding mit der Öse oder das Schlauchteil da vorne. Könnte man vielleicht benutzen, um etwas abzupumpen oder aufzublasen. Ob’s dazu geeignet ist? Keine Ahnung. Soll ich mir das mal ansehen? Zu riskant, es könnte ja jemand reinkommen und denken, ich mach hier ’ne Eigentransplantation, was macht denn das für einen Eindruck? Ich benehme mich lieber. Ja, das wird das Beste sein.

Der Blick analysiert weiter das Zimmer, ich erspähe meine Patientenakte auf dem Bildschirm! Die Gelegenheit muss ich nutzen. Jetzt komme ich hinter all die Informationen, die SIE tatsächlich über mich sammelt. Nicht das, was gefiltert dem Patienten mitgeteilt wird, jetzt kann ich sehen, wie es wirklich um mich steht. Tapferkeit ist angesagt. Wer sind schon CIA und BND? Jetzt kommt Michael 2.0, aber Hallo! Bisschen den Stuhl drehen, etwas besser positionieren, so wird es gehen.

Aber Stopp! Was ist, wenn da mein baldiges Ende geschrieben steht, welches sie mir gerade heute verkünden will? Immerhin geht es hier um die Daten von dem, was da durch meine Adern fließt! Wer weiß, wie viele Tragödien in so einem harmlos erscheinenden Moment schon begonnen haben? Ich fühle mich jetzt plötzlich auch gar nicht gut und war da nicht letztens dieses komische Zucken auf der Wange? Was ist auch mit dem Pickel vom Sommer, ist der gut verheilt? Irgendwie bemerke ich gerade eine leichte Reizung im Hals, kann nur der Corona-Virus sein. Sehen wir der Realität ins Auge: ich bin Erledigt!

Nix, das muss ich wissen und gucke just in dem Moment auf den Schirm, als der Bildschirmschoner anspringt. Die spinnen doch! Bildschirmschoner im Jahr 2020 und bei meinen Daten. Wie soll ich denn jetzt was sehen?

Nun, da liegen Maus und Tastatur… Ein kleiner Ruck, ein kleiner Druck und alles wäre in Millisekunden wieder sichtbar. Langsam und unauffällig, noch unentschlossen, nähert sich meine Hand der Maus.

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