Warum diese Quellen? Die will ich nicht.

Radio, Laptop, Zeitung, Einkaufskorb und Euroscheine als Sinnbild für Konsumdruck und Dauerbeschallung, fotorealistisch per KI erstellt.Alles scheiße?

Man schreibt einen Artikel, durchaus auch mal mit Inhalten, die nicht nur aus der eigenen Laune heraus entstanden sind und deshalb belegt werden sollen, also kennzeichnet man die eigene Meinung, sucht Nachweise für Zahlen, Aussagen oder Zusammenhänge und hängt die verwendeten Quellen unter den Text.

Könnte damit erledigt sein, ist es natürlich nicht… :roll:

Irgendwann kommt jemand daher und erklärt, wie schlecht, unseriös oder einseitig genau diese Quellen doch seien, meistens übrigens, ohne auch nur eine bessere zu nennen.

Nun, werte Meckermenschen, welche wären denn sinnvoll? Die Quellen, die möglichst genau belegen, was in einem Artikel steht, oder doch lieber nur diejenigen, die eure persönliche Meinung bestätigen?

Das ist nämlich nicht dasselbe.

Eine Quelle ist keine Liebeserklärung

Wenn ich einen Beitrag von ARD oder ZDF verlinke, bedeutet das nicht, dass ich plötzlich alles glaube, was dort vom Bildschirm fällt, ebenso unterschreibe ich nicht automatisch das komplette Weltbild einer Zeitung, eines Senders, einer Behörde, Partei oder irgendeines anderen Portals, nur weil ich eine konkrete Aussage von dort als Quelle nutze.

Ich verlinke eine Zahl, ein Dokument, eine Aussage oder einen Zusammenhang, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Eine Quelle ist schließlich kein Mitgliedsantrag und schon gar keine Liebeserklärung an die Redaktion dahinter.

Neutral ist meistens das, was einem selbst gefällt

Ich bemühe mich schon, Nachweise aus verschiedenen Richtungen zu finden, ohne dabei jedes bunte Reißwolfmagazin mitzunehmen, das aus drei Halbsätzen eine Weltverschwörung oder den unmittelbar bevorstehenden Untergang des Abendlandes baut, nur findet sich eben nicht immer eine Quelle, die auf jeden Besucher hier vollkommen neutral wirkt.

Vermutlich gibt es die auch gar nicht, denn für viele Menschen bedeutet „neutral“ inzwischen nur noch, dass eine Quelle genau das bestätigt, was sie ohnehin schon glauben.

Tut sie das nicht, ist sie gekauft, gesteuert, links, rechts, staatlich, populistisch oder einfach grundsätzlich unseriös, irgendetwas passt immer.

Was einem als relevant, glaubwürdig oder passend verkauft wird, ist ohnehin noch einmal eine eigene Baustelle. Dazu hatte ich unter Muss man Dir sagen, was relevant ist? schon meinen Senf abgegeben.

Alle Richtungen haben ihre Scheuklappen

Wer ARD und ZDF grundsätzlich alles glaubt, will manche Teile der Realität vielleicht gar nicht sehen, wer sich dagegen ausschließlich in den extremen Gegenwelten dazu bewegt, sieht irgendwann ebenfalls nur noch den Kontrast und nicht mehr die Möglichkeiten dazwischen.

Beides ergibt kein vollständiges Bild, deshalb schaue ich nach Möglichkeit in verschiedene Richtungen und politische Lager, prüfe, was zu dem jeweiligen Punkt passt, und nehme dann die Quelle, die ich in diesem Moment für nachvollziehbar und sinnvoll halte.

Unabhängig davon, welcher Name oben auf der Seite steht.

Was ich von manchen angeblich besonders seriösen Portalen halte, findet jeder hier im Blog, der aufmerksam liest. ;-)

Maulen geht natürlich immer

Man darf eine Quelle kritisieren, anderer Meinung sein und selbstverständlich bessere Nachweise liefern, damit kann man arbeiten.

Wer allerdings nur maulen möchte, weil ihm die Aussage nicht gefällt, selbst aber nichts Brauchbares auf den Tisch legt, hat keine Quellenkritik geliefert, sondern eben nur gemault.

Auch eine Form der Beteiligung, nur keine besonders hilfreiche.

PS

Das gilt ganz oft auch für Likes und geteilte Inhalte. Nur weil ich gerne Chicken-Nuggets esse, muss ich noch lange nicht die ganze Hühnerzucht lieben ;-)

 

 

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Regierungsauftrag? Von wem?

KI-Symbolbild: Koalition gebaut, Restekiste gefüllt, Angel ausgeworfen.Was nicht passt, wird passend gerechnet

Irgendwo fiel sinngemäß wieder dieser Satz, man habe den Regierungsauftrag, weil die Menschen ihnen vertrauten und sie für fähig hielten.

Da musste ich kurz nachdenken, allerdings wirklich nur kurz.

Regierungsauftrag?

Von wem?

Bei der Bundestagswahl 2025 kamen CDU und CSU gemeinsam auf 28,5 Prozent der gültigen Zweitstimmen, die SPD erreichte 16,4 Prozent. Zusammen sind das 44,9 Prozent.

Keine Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen.

Im Bundestag sieht die Sache anders aus. CDU, CSU und SPD verfügen dort zusammen über 328 von 630 Sitzen und damit über eine knappe parlamentarische Mehrheit. Das ist nach unserem Wahlrecht legitim, nur ist es eben nicht dasselbe wie ein von der Mehrheit der Wähler bewusst bestelltes Gesamtpaket aus Kanzler, Ministern und Koalitionsvertrag.

Auf dem Wahlzettel stand schließlich nicht:

„Bitte einmal Schwarz-Rot, den später ausgehandelten Koalitionsvertrag und alles, was sich die beteiligten Parteien anschließend gegenseitig abringen.“

Gewählt wurden Parteien, was daraus gebaut wurde, entstand erst danach.

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Checke mit der KI, wer Du bist

Frühe Technikjahre und digitale SpurenWer lange online ist, legt Fährten

Ich habe ChatGPT mal den Auftrag gegeben, zu suchen, wo ich im weltweiten Netz auftauche, wer ich dort seit wann und warum bin.

Spannendes Ding :shock:

Natürlich war mir klar, dass man mich findet. Ich betreibe schließlich seit mehr als 25 Jahren eigene Webseiten, schreibe in Blogs, bin auf diversen Plattformen unterwegs und beruflich ebenfalls nicht gerade unsichtbar.

Trotzdem hatte ich eher mit dem üblichen Kram gerechnet. Der Desasterkreis, michael-floessel.de, ein paar soziale Netzwerke, berufliche Profile und natürlich die Impressen. Die müssen nun einmal sein, auch wenn man digitalen Schnüfflern damit schon einen Teil der Arbeit abnimmt.

Die KI kam allerdings nicht mit ein paar Links zurück, sie legte mir beinahe einen Lebenslauf mit Quellenangaben auf den Tisch.

Online seit 1999

Los ging das Ganze bereits 1999 mit pc-tech-tips.de.

Nach einem Providerwechsel gingen die Inhalte später in michael-floessel.de auf. Dass ich mir das nicht gerade passend zurechterinnere, steht sogar seit 2019 in meinem eigenen Beitrag „Sicher, unsicher, HTTP, HTTPS, altes, neues“. (Ja, ich weiß, auf der Seite ist im Moment tote Hose, aber ich komme einfach nicht dazu, mal wieder in die Elektronikkiste zu greifen … :roll: )

Dort hatte ich selbst geschrieben, dass ich um 1999 mit meiner Webseite begonnen habe und Inhalte über Providerwechsel, andere Domains und verschiedene Systeme hinweg immer wieder mitgenommen wurden.

Ein Newsgroup-Beitrag aus dem Jahr 2003 verweist sogar bereits auf einen alten pc-tech-tips-Inhalt unter michael-floessel.de.

Das Netz hat die Verbindung also ebenfalls nicht ganz vergessen.

Eine der ältesten noch direkt auffindbaren Fährten stammt vom 20. Oktober 2001 aus einer alten Newsgroup.

Es ging um die Internetverbindungsfreigabe bei T-DSL. Schon die Begriffe klingen heute ein wenig so, als hätte man beim Einwählen noch Kohlen in den Rechner schaufeln müssen.

Unter dem Beitrag standen mein Name und gleich vier Domains:

pc-tech-tips.de, dayofmen.de, computer-basis.de und wollideen.de.

Eine Webseite allein war mir offensichtlich schon damals zu übersichtlich ;-)

Später kamen weitere Beiträge zu Autos, Linux, WLAN, Netzwerken, Computern und Technik hinzu. Selbst meine WLAN-Probleme aus dem Jahr 2003 liegen noch griffbereit im Archiv.

Dazu tauchten Projekte wie antischulgewalt.de auf, alte Signaturen blieben erhalten und längst verschwundene Seiten wurden in Foren, Verzeichnissen oder anderen Beiträgen verlinkt.

Jeder dieser Treffer ist erst einmal nur ein Stück aus seiner Zeit.

Ein alter Forenbeitrag, eine frühere Domain, ein Foto, ein Presseartikel oder irgendein technisches Problem, über das ich vor Jahren geschrieben habe.

Nichts davon ist geheim, schließlich habe ich es selbst veröffentlicht. Jeder, der an dieser Stelle reflexartig „Datenschutz!“ schreit, sollte erst einmal in sich gehen und sich fragen, WAS da eigentlich geschützt werden muss, wenn man freiwillig öffentlichen Austausch betreibt ;-)

Interessant wird es, wenn man die einzelnen Marker nebeneinanderlegt. Dann entsteht aus vielen kleinen Fundstücken ein erstaunlich vollständiges Bild davon, womit ich mich beschäftigt habe, wo ich unterwegs war und wie sich die Dinge über die Jahre entwickelt haben.

Nicht wegen irgendeiner finsteren Datensammelei, sondern schlicht deshalb, weil ich den größten Teil davon selbst ins Netz gestellt habe.

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Summen zwischen Beton und Technik

Viel Beton, wenig Grün, aber immerhin ein paar Zimmer für alles, was summt und krabbelt.Ein Hotel mitten in der Steinwüste

Frankfurt kann viel. Hoch, voll, teuer und vor allem ziemlich steinig.

Oben im Dachbereich eines großen Einkaufs- und Business-Komplexes sieht es entsprechend aus. Wenig Grün, keine Wiese, kein Wald, dafür Glas, Beton, Technik und Flächen, auf denen Natur eher wie ein Irrtum wirkt.

Mitten in dieser Steinwüste steht dieses Insektenhotel.

Kleine Zimmer, kein Frühstück, vermutlich eine eher mäßige Aussicht, dafür trocken und wenigstens ein Platz für alles, was summt, krabbelt und sich von etwas Großstadt nicht abschrecken lässt.

Gute Lage sieht anders aus

Klar, aus der Frankfurter Betonwüste wird wegen dieses Holzkastens kein Biotop. Ein paar Röhrchen retten auch nicht mal eben die ganze Insektenwelt, so funktioniert das nun einmal nicht.

Sie sind aber mehr als gar nichts.

Bei mir hatte sich kürzlich noch ein Insekt ganz ohne Buchungsportal in einem Gartenhocker einquartiert. Hier hat jemand wenigstens bewusst etwas hingestellt, obwohl ringsherum kaum etwas nach Natur aussieht.

Dass schon ein überschaubares Stück Grün einiges bewirken kann, habe ich bei der Blühwiese hier in Fürth gesehen. Das Gewusel und Brummen ließ sich dort auf einem Foto kaum festhalten.

Hier oben fehlt zwar das große Buffet, ein paar Zimmer stehen aber wenigstens schon bereit.

Der berühmte Tropfen

Man kann natürlich sagen, das sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Stimmt sogar.

Nur werden aus 10.000 Tropfen irgendwann ziemlich viele, und vielleicht kühlt der berühmte Stein dann doch ein wenig ab. Besser jedenfalls, als daneben zu stehen und ausführlich zu erklären, warum ein einzelner Tropfen angeblich nichts bringt.

Man muss eine Steinwüste nicht schönreden.

Ein kleines Hotel hineinzustellen, schadet ihr aber ganz sicher nicht. :mrgreen:
 

      

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Scharfe Kante mit Naturfreigabe

Betrachtet aus dem Desasterkreis: Ein Straßenrand mit Naturstein, schön anzusehen und nicht ganz ohne Kante.Der Meißel am Straßenrand?

Auf dem Foto sieht er fast harmlos aus, ein Stein eben.

Ein größerer Kiesel, irgendwo bei 50 bis 80 Zentimetern Durchmesser, also ungefähr in der handlichen Kategorie „hebt man nicht mal eben weg, wenn er stört“.

Davon liegen dort mehrere Exemplare an der Straße, nahe einer Kreuzung. Optisch finde ich das sogar gut, ehrlich!

Naturstein statt Plastikpoller, etwas Grün drumherum, kein Baumarktgeländer in Warnfarbe. Kann man ja mögen, oder? ;-)

Dann guckt man aber auf diese obere Kante und das Hirn macht wieder diesen kleinen Abzweig, den es besser nicht machen sollte.

An Fahrzeugen, Anhängern, Absperrungen, Streckenbegrenzungen und sonstigem Kram darf heute gefühlt nichts mehr eine scharfe Kante haben. Alles soll abgerundet, entschärft, geprüft, beschildert oder wenigstens so gebaut sein, dass man sich im Ernstfall nicht gleich in drei Einzelteile zerlegt.

Liegt dort aber ein Felsbrocken, der im falschen Moment wie ein feststehender Meißel wirken könnte, scheint die Sache entspannter zu laufen. Natur halt, Landschaftsbau, alles natürlich. Wahrscheinlich dekorativ gemeint, vielleicht steht im Zweifel auch irgendwo „ortsüblich“ und schon ist die Welt wieder sauber sortiert.

Ich will diese Steine gar nicht weg haben. Ich mag sowas tatsächlich lieber als den nächsten Plastikkram mit Reflexstreifen. Nur bleibt der Gedanke hängen: „Wenn ich da mit dem Auto ausweichen muss, möchte ich nicht testen, wie viel Blech so ein Brocken bei Schrittgeschwindigkeit frisst.
Mit dem Fahrrad möchte ich so einem Brocken erst recht nicht zu nahe kommen. Da wird aus „dekorativer Naturstein“ ziemlich schnell „Igitt, Pfui Pudel“

Vielleicht ist das wieder einer dieser kleinen Alltagswitze. Alles ist geregelt, entschärft und versichert, es sei denn, man kann „Natur“ dranschreiben …

 


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Bluesky passt dann wohl eher nicht

Bluesky - Ein blauer Himmel mit Wolken?Der Account bleibt, die Aktivität stoppt

Bluesky fliegt bei mir aus der Liste der Onlinedinge, die ich aktiv im Fokus habe.

Nicht der Account komplett, der bleibt erst mal stehen, wie eine Wiese, die man nicht mehr mäht. Da kann weiter wachsen, was wachsen will, nur unten in meinen Social-Profilen taucht der Link nicht mehr auf und ich pflege da nichts mehr großartig.

Warum überhaupt Bluesky?

Ich bin damals nicht aus Langeweile dort gelandet. Einige liebe Accounts waren von Twitter beziehungsweise X rübergegangen, Menschen, denen ich gerne gefolgt bin und teils noch folge.

Leute eben, mit denen man unterschiedlicher Ansicht sein kann, ohne dass sofort der digitale Dorfplatz nach Fackeln und Mistgabeln greift.

Nicht dieses ewige „Wenn du nicht denkst wie ich, bist du böse“, sondern dieses alte, fast schon verdächtig erwachsene Ding, bei dem man Widerspruch aushält und trotzdem miteinander auskommt.

Nur ist genau das auf Bluesky für mich in so geringem Maße zu finden, dass es inzwischen unerträglich wird, die Plattform überhaupt noch zu öffnen.

Vielleicht liegt es ja an meiner Bubble?

Klar, kann jetzt jemand sagen: „Dann bist du eben in der falschen Bubble gelandet.“

Okay, ja, kann sein. Allerdings ist das ja noch nichtmal meine Bubble an sich, mir reicht schon, was mir als offensichtlich für mich passend eingespielt wird.

Vielleicht habe ich auf Bluesky wirklich nur die falsche Ecke erwischt. Vielleicht gibt es dort irgendwo normale Gespräche, gesunden Widerspruch und Menschen, die nicht bei jedem zweiten Satz mit moralischem Blaulicht um die Ecke schießen, nur … gesehen habe ich davon nicht viel.

Was ich gesehen habe, war reichlich Selbstgewissheit, viel Haltungsschaum und dieses typische „Wir sind die Guten“-Getue, bei dem man schon weiß, dass es gleich unangenehm wird.

Es reicht schon lange

Ich habe vor kurzem schon in Es reicht schon lange geschrieben, dass ich keine Lust mehr habe, mich von allen und allem Möglichen belehren zu lassen, wie eine heile Welt auszusehen hat, während die Realität andere Ergebnisse liefert. Ebenso geht es mir mit Menschen, die all das noch bejubeln und nachplappern:

Danke, ich habe den Kaffee damit einfach auf!

All das funktioniert nur, wenn ein Nährboden gepflegt wird, auf dem es gedeiht und so sieht es dort eben so aus.

Wer damit ein Problem hat, darf es behalten.

Ich trage keine Plattform weiter mit, auf der diese Art Denken für mich so sichtbar dominiert. Ich werde keinen Link prominent stehen lassen, der am Ende wirkt, als würde ich diesen Laden ernsthaft noch als Teil meiner kleinen öffentlichen Runde empfehlen.

Warum der Account trotzdem bleibt

Der Account bleibt hauptsächlich wegen der wenigen Kontakte, wegen denen ich überhaupt dort gelandet bin. Falls man sich dort noch finden muss, falls jemand kurz schreiben will, falls irgendein Draht nicht komplett abreißen soll, ist die Tür nicht zugemauert, Mehr ist es nicht.

Ich werde dort nicht weiter Zeit, Energie und Sichtbarkeit reinwerfen, nur damit am Ende eine Plattform mitgefüttert wird, deren Grundklima ich nicht mehr mittrage.

Gehen diese wenigen Kontakte irgendwann auch weg, ist das eben so. Wenn sie dorthin abbiegen, wo ich ihnen über kurz oder lang ohnehin nichts mehr zu sagen hätte, dann ist das keine Katastrophe, sondern vermutlich nur die ehrliche Sortierung, die das Netz manchmal von selbst erledigt.

Die Spielwiese bleibt

Der Account bleibt, die Spielwiese bleibt, aber gemäht wird da nicht mehr.

Und unten in meinen Profilen ist der Link ab sofort raus. Der angeblich gefürchtete X-Killer, die große Anti-Musk-Waffe und der blaue Himmel der besseren Social-Welt sind für mich nach 2,5 Jahren Test ziemlich genau das geworden, was solche angekündigten Revolutionen gerne sind: eine Nischen-Luftnummer mit viel Sendungsbewusstsein.

Ein bisschen wie dieser neue Super-Discounter, der angeblich Aldi, Lidl und Co verdrängen soll, dessen Namen man sich aber nicht mal bis morgen merkt ;-)

 

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Neu ist nur das Theater der Empörung

KI-generiertes Symbolbild: Zeitung mit der Schlagzeile „Man ist empört!“Als noch irgendwer überrascht sein müsste

Ich habe eine Meldung gelesen und mich kein Stück gewundert.

Kerninhalt bei der Nachricht bei BR24: „Die Rufe nach (Steuer) Erleichterungen werden lauter„.

Wundert mich das?

Kein Stück!

Ich bin nicht mehr verwundert, schon lange nicht mehr.

Nicht über die Preise. Nicht über die Wut. Nicht einmal über das übliche Theater, das jetzt wieder aufgeführt wird, als hätte man soeben entdeckt, dass Leben in Deutschland Geld kostet. Mehr Geld kostet, als es zum Betrieb des Landes notwendig wäre.

Neu ist hier nicht die Belastung. Neu ist nur das Theater der Empörung, wenn das Zeug endgültig nicht mehr unter den Teppich passt.

Streng genommen läuft diese Nummer auch nicht erst seit über einem Jahrzehnt, sondern noch länger.

Spätestens 1993 war der Ton doch gesetzt, als Helmut Kohl 1993 sinngemäß sagte:

Eine erfolgreiche Industrienation lasse sich nicht als „kollektiver Freizeitpark“ organisieren.

Im noch bekannteren Satz vom 21. Oktober 1993 formulierte er dann: Man könne die Zukunft nicht dadurch sichern, dass man „unser Land als einen kollektiven Freizeitpark“ organisiere.

Das passt leider auch ziemlich gut zu dem politischen Grundgefühl, das danach immer wieder durchschimmerte. Die Leute draußen sollen gefälligst mehr schultern, mehr zahlen, mehr schlucken, und wenn sie irgendwann die Schnauze voll haben, stellt man sich hin und tut verwundert. Ganz großes Kino, nur ohne Popcorn. Popcorn wäre eh Luxus, also Kino, Freizeit, leben für’s arbeiten, soll ja nicht so dekadent sein, gell?

Beim Strom konnte man das zuletzt wieder hübsch besichtigen. Im Koalitionsvertrag 2025 stand noch ziemlich groß, dass es schnelle Entlastungen von mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde geben soll und die Stromsteuer für alle so schnell wie möglich auf das europäische Mindestmaß sinken soll.

Als es dann ernst wurde, hieß es in der Regierungspressekonferenz vom 27. Juni 2025, das gehe eben nur in mehreren Schritten, der Finanzierungsvorbehalt gelte, finanzierbar seien aktuell drei Maßnahmen. Aus dem lauten Versprechen für alle wurde also wieder das bekannte deutsche Modell, groß ankündigen, klein einsammeln, augenwischerisch erklären.

Geliefert wurden dann für 2026 vor allem 6,5 Milliarden Euro Zuschuss zu den Netzentgelten, dazu die Abschaffung der Gasspeicherumlage und die dauerhaft niedrige Stromsteuer für produzierende Unternehmen sowie Land und Forstwirtschaft. Private Haushalte blieben bei der Stromsteuer außen vor.

Der Kanzler hat das später sogar selbst so gesagt, leider nicht für private Haushalte. Ehrlicher wird es dann immerhin mal kurz, auch wenn es den Zähler und Zahler zu Hause kein Stück beeindruckt.

Beim Sprit läuft derselbe Film, nur mit Zapfsäule

Seit April darf nur noch einmal am Tag erhöht werden, mittags um zwölf. Klingt erst mal nach Ordnung, nach Eingriff, nach „wir tun was“. Der ADAC meldete für März 2026 trotzdem beim Diesel den höchsten Monatsschnitt überhaupt, 2,164 Euro je Liter. Gleichzeitig führte das Modell laut ADAC zu Preisaufschlägen von fast acht Cent um 12 Uhr. Dann wird man also nicht mehr dauernd abkassiert, sondern pünktlich. Das ist natürlich fast schon Service, fragt sich nur, für welches Land.

Was mich daran nicht einmal am meisten aufregt, ist die politische Dreistigkeit. Die gehört ja inzwischen fast schon zur Grundausstattung. Tatsächlich schlimmer finde ich, dass es offenbar immer noch genug Menschen gibt, die diese Schallwellen aus Politiker-Mündern wirklich glauben.

Trotz all der Jahre. Trotz all der Verpackungstricks. Trotz der immer gleichen Nummer, bei der Entlastung draufsteht und am Ende wieder der normale Zahler dumm aus der Wäsche guckt.

Für mich ist das auch deshalb kein neuer Film, weil ich genau diesen Mist schon vor über zwölf Jahren auf meiner „michael-floessel.de“ kritisiert habe, als es den Desasterkreis noch gar nicht gab. Zum Beispiel hier:

Neu ist hier gar nichts

Neu ist nur die Verpackung, das Theater, das betretene Gesicht und die aufgesetzte Anteilnahme, wenn Leute irgendwann nicht mehr mitspielen wollen. Fast bitterer ist nur, dass noch immer genug Publikum im Saal sitzt und ernsthaft glaubt, diesmal käme aus dem Mund der Politik etwas anderes als warme Luft mit Preisschild.

Bei all dem bin ich  eher amüsiert, weil ich recht gut immer schon vorher wußte, was wohl kommen wird. Klappt auch heute noch … ziemlich gut sogar. Und ja, nicht nur bei der Politik ;-)

Hinweis zu einem Quellenlink: Der ursprünglich verlinkte BR24-Aufhänger scheint zeitweise oder dauerhaft nicht sauber erreichbar zu sein. Am Kern des Beitrags ändert das nichts, denn der Link war der Anlass, nicht die tragende Grundlage. Es ging um den damals gemeldeten politischen Reflex, bei hohen Preisen plötzlich wieder über Steuererleichterungen und Entlastung zu reden, also genau um dieses Theater, das erst dann laut wird, wenn die Belastung längst beim Bürger angekommen ist.

 

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Regieren – vorne blenden, hinten treten!

KI-Symbolbild: Geier im Würgegriff, davor Geld und ZapfpistoleDas ist kein Zufall!

Ostern ist vorbei, aber während der Feiertage habe ich mir mal das eine oder andere angesehen, was gerade so in den Nachrichten auftaucht. Plötzlich war mir danach, mal zu schauen, was eben NICHT in dicken Schlagzeilen steht.

Zwangsläufig fängt dann der Kopf an, auch alle anderen Dinge zu beleuchten, die einem beim Scrollen so auf die Netzhaut projiziert werden.

Gedanken

Es ist schon bemerkenswert, worauf in diesem Land zuverlässig der Scheinwerfer gehalten wird.

Vorne irgendein digital aufgepumpter Aufreger, die nächste künstlich hochgezogene Empörungsnummer, das übliche Brot-und-Spiele-Gezappel für ein paar Stunden Medienbetrieb zur Meinungsmache und Ablenkung.

Hinten laufen Dinge durch, die ganz real in Freiheit, Alltag und Geldbeutel eingreifen. Nicht als großes Getöse, sondern als nüchterne Gesetzesänderung, als höherer Satz, als stiller Griff ins Portemonnaie. Nicht heimlich, nein, aber so schön leise, dass man es eben einfach durchwinken kann.

Während also an jeder passenden Symbolfigur tagelang herumempört wird, jung, digital verwertbar und politisch brauchbar, und bei echtem Dreck erstaunlich schnell wieder der Deckel draufkommt, laufen die wirklich harten Dinge angenehm leise mit. Darf es ein bisschen sexuelle Empörung sein? Bitte nicht am digitalen Lack kratzen, da könnte Rost zum Vorschein kommen … ;-)

Neue Pflichten. Neue Belastungen. Neue Zumutungen. Für die, die morgens aufstehen, arbeiten, tanken, heizen und diesen Laden überhaupt noch finanzieren.

Ohne große Bühne

Ein schönes Beispiel dafür steht seit dem 1. Januar 2026 schwarz auf weiß im Wehrpflichtgesetz.

Männliche Personen brauchen für einen Auslandsaufenthalt von mehr als drei Monaten eine Genehmigung, solange ihre Wehrpflicht nicht ruht. Parallel dazu läuft der neue Wehrdienst an, inklusive verpflichtender Erfassung für junge Männer. Das ist keine krumme Internetgeschichte, das ist amtlicher Stoff. Nur eben ohne große Bühne. Nur betrifft es eben nicht viele, darum juckt es eben wenig.

Erinnert sich noch jemand an den Aufriss, der gemacht wurde, als die Wehrpflicht abgeschafft wurde? War praktisch für so manche männliche Wählerstimme im passenden Alter, gell?

Noch so’n Ding

Ein zweites Beispiel ist noch banaler und genau deshalb so schön leise. Zum 1. Januar 2026 sind die Beitragsbemessungsgrenzen in Kranken- und Rentenversicherung gestiegen. In der gesetzlichen Krankenversicherung ging es von 5.512,50 auf 5.812,50 Euro im Monat hoch, in der Rentenversicherung von 8.050 auf 8.450 Euro.

Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung laut Bundesgesundheitsministerium von 2,5 auf 2,9 Prozent, und als wäre das noch nicht genug, haben zum Jahresbeginn laut Bundesgesundheitsministerium gleich 43 Krankenkassen ihre Beitragssätze erhöht.

Das ist kein Stoff für tagelange Empörungswellen, kein Brennpunkt, kein moralisches Theater.

Auf der Lohnabrechnung steht es trotzdem. Leise, pünktlich und ziemlich zuverlässig zu Lasten derer, die morgens arbeiten gehen und diesen Laden am Laufen halten.

Ich will hier keine Endlosliste erstellen, aber wer sich wundert, wo immer mehr von seinem erarbeiteten Einkommen versackt, kommt nicht drumrum, sich ein bisschen zu informieren, würde vielen Wahlberechtigten ohnehin guttun …

Für die Show laut, für die Wiederwahl leise, so läuft das eben.

Zahlen, die wehtun

Beim Geld läuft das Spiel genauso, nein, schlimmer.

Ausgerechnet die Bundesregierung selbst wirbt für 2026 mit rund 160 Euro Entlastung bei Strom und Gas für einen Musterhaushalt.

Klingt nett. Klingt ordentlich. Klingt so, als sei man auf der Seite der Leute. Nur ist das eben wieder so eine Zahl aus dem Prospekt. Die echten Belastungen kommen nicht als freundlicher Jahreswert mit Schleife, sondern beim Tanken, beim Heizen und am Ende des Monats.

By the way, wer sorgt eigentlich seit Jahren dafür, dass genau diese Preise politisch immer weiter unter Druck gesetzt werden, um dann später so zu tun, als seien 160 Euro Trostpflaster schon eine große Entlastung?

Du kommst ja nicht drumrum

Damit das nicht wieder in irgendeiner weichgekochten Durchschnittszahl versandet, reicht ein ziemlich normaler Fall. Kein Luxus, kein Wochenendgekurve, kein Spaßverkehr. Nur Arbeit und Heizen.

Gerechnet ist mit 20 Kilometern einfacher Strecke zur Arbeit, also 40 Kilometern am Tag, 230 Arbeitstagen im Jahr wegen 30 Tagen Urlaub und einem Dieselverbrauch von 8 Litern auf 100 Kilometer.

Macht 9.200 Kilometer und damit 736 Liter Diesel im Jahr, nur für den Arbeitsweg. Dazu kommen 2.000 Liter Heizöl. Mehr nicht, das ist stellenweise eher schon die freundliche Variante des Alltags.

Und bei der Rechnung kriege ich große Augen

2025 lagen die Kosten dafür noch bei 3.017,70 Euro.

Mit dem Stand von Anfang April 2026 landet derselbe Fall plötzlich bei 4.929,78 Euro.

Nicht mit mehr Fahrerei, nicht mit größerer Wohnung, nicht mit irgendeinem Extrawunsch, sondern für denselben Arbeitsweg und dieselbe Heizmenge.

Unterm Strich sind das also 1.912,08 Euro mehr als noch 2025.

Es gibt Menschen, bei denen ist das ein Monatsgehalt. Also quasi, wo es das noch gibt, Urlaubs- und Weihnachtsgeld zusammen, nur in die falsche Richtung.

Für denselben Arbeitsweg. Für dieselbe Heizmenge. Für denselben Alltag, wenn man die Preise von jetzt hochrechnet und die Tatsache berücksichtigt, dass niemand wirklich daran denkt, irgendetwas Sinnvolles zur Entlastung beizusteuern.

Kein noch so frecher, dummer und auch anmaßender Vorschlag ist bestimmten Personen in Berlin zu peinlich.

Und genau an der Stelle wird das Gerede von Entlastung zur blanken Verhöhnung

Die von der Bundesregierung selbst beworbenen rund 160 Euro decken in diesem Beispiel nicht einmal ein Zehntel dessen ab, was an realer Mehrbelastung schon wieder draufliegt.

Es bleiben also trotz dieses hübsch präsentierten Trostpflasters noch rund 1.752 Euro Mehrbelastung stehen. Allein beim Heizöl liegen zwischen 2025 und dem jetzigen Niveau 1.338 Euro. Beim Diesel für den reinen Arbeitsweg noch einmal gut 574 Euro. Für dieselbe Strecke. Für dieselbe Heizmenge. Für denselben Alltag.

Und selbst bei den groß angekündigten Hilfen kam eben oft nicht das an, was vorher vollmundig versprochen wurde. Der Bayerische Oberste Rechnungshof hält für den Energiesperren-Schutzschirm fest, dass von 25,5 Millionen Euro vorgesehener Härtefallhilfe am Ende nur 265.000 Euro ausgezahlt wurden. Der Vollzug kostete 1,4 Millionen Euro, also ein Mehrfaches der eigentlichen Hilfe. Das muss man auch erstmal schaffen. Groß helfen wollen und am Ende mehr Verwaltung als Hilfe produzieren.

In Baden-Württemberg wird 2026 noch immer an einem Ausgleich für Corona-Soforthilfen herumgedoktert. Das Antragsportal soll erst im vierten Quartal 2026 öffnen. Anders gesagt, Jahre später ist das Thema noch immer nicht sauber vom Tisch. Von punktgenau angekommenen Entlastungen zu reden, ist da schon ziemlich sportlich.

Wenn die nächsten Ideen auch noch kommen

Noch schöner wird es bei dem, was zusätzlich schon offen diskutiert wird. Nicht beschlossen, aber eben auch nicht aus der Welt. Beim Ehegattensplitting ist ziemlich klar, wen eine Einschränkung besonders träfe. Vor allem Alleinverdiener-Familien. Das Institut der deutschen Wirtschaft schreibt das selbst ziemlich deutlich. Wer also so tut, als gehe es da nur um irgendeine elegante Reform für mehr Gerechtigkeit, erzählt nur die halbe Geschichte.

Bei der kostenlosen Familienversicherung für Ehepartner ist ebenfalls schon offen im Gespräch, sie zu kippen. Im Raum steht ein Mindestbeitrag von rund 225 Euro im Monat. Macht 2.700 Euro im Jahr, nur damit die Gattin weiter mitversichert wäre. Der Arzt wäre dann nicht weg. Kostenlos wäre er aber plötzlich auch nicht mehr. Darüber berichtete zuletzt auch das Handelsblatt.

Dann ist da noch die Mehrwertsteuer. Auch da muss man gar nicht verkünsteln. Wenn der Satz steigt, steigt er auf den Nettopreis, fertig. Aus 1.000 Euro netto werden bei 19 Prozent 1.190 Euro brutto. Bei 22 Prozent wären es 1.220 Euro. Macht 30 Euro mehr. Aus 2.000 Euro netto werden 60 Euro mehr. Im Jahr also 360 oder 720 Euro zusätzlich. Und das natürlich nicht auf freundliche Wohlfühlpreise, sondern auf Sprit, Heizöl, Handwerk, Reparaturen und Dienstleistungen, die ohnehin schon völlig überzogen sind. Politisch beschlossen ist das bislang nicht. Aber schon das laute Nachdenken darüber zeigt die Richtung. Erst denkt man laut nach, später heißt es dann, es sei leider alternativlos. Über solche Gedankenspiele wurde zuletzt auch im Tagesspiegel berichtet.

Reduziert auf das, was bleibt

Unterm Strich ist die Botschaft doch längst klar. Lebt damit. Fahrt weniger, friert leiser, zahlt mehr und seid dankbar, wenn irgendwer dazu noch eine freundlich gelayoutete Grafik mit angeblicher Entlastung herumzeigt. Von dort kommt am Ende nicht Hilfe, sondern vor allem die nächste Erklärung, warum man jetzt eben verzichten, verzichten und noch mal verzichten soll.

Am Ende bleibt genau dieser Eindruck. Vorne blendet man, hinten tritt man. Mal mit neuer Pflicht, mal mit höherem Beitrag, mal mit Sprit- und Heizkosten, die längst jeden normalen Rahmen verlassen haben. Das ist kein Zufall. Das ist Methode. Und dass dieser Politikbetrieb die Realität des normalen Bürgers noch ernsthaft im Blick hätte, glaubt inzwischen auch nur noch, wer solche Prospektzahlen wirklich für Hilfe hält.

 

Wie gut, wenn dann passend ein Wal strandet (und Ostern kommt, ist oder war…) ;-)

 


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Perfekt, bis man richtig hinsieht

Ei mit harter Schale und matschigem Inneren als Symbol für heile Welt, Fassade und Perspektivwechsel.Sieht doch gut aus, oder?

Manchmal reicht ein einziges Bild, und der Rest erklärt sich fast von selbst, gell? (Gerade zu Ostern passt das Motiv natürlich doppelt gut, hier im Desasterkreis echt recht :mrgreen: )

Ein Ei wirkt erst mal simpel

Harte Schale, runde Sache, alles ordentlich. Blöd ist nur, dass eine sauber wirkende Hülle rein gar nichts darüber sagt, wie es innen aussieht.

Genau deshalb taugt das Bild so gut als Symbol. Außen geschniegelt, beim kleinsten Riss wird aus dem Inneren aber ganz schnell nur noch Matsch.

Und genau so läuft es

Irgendjemand hat irgendeinen Vorteil davon, dass eine Situation perfekt wirkt, obwohl sie im Inneren stinkt. Gezeigt wird gern die glatte Seite, die ordentliche, die beruhigende, die, die man glauben soll, um jeden Preis. Eben die Perspektive, bei der alles (halbwegs) sauber wirkt und niemand nervös werden muss.

Das betrifft Bilder, Menschen, Firmen, Politik, Medien, eigentlich alles, was nach außen irgendwas darstellen will. Immer dann, wenn massiv manipuliert werden soll.

Nur ist eine ordentliche Oberfläche eben noch keine Wahrheit!

Wer nur auf das Intakte schaut, erkennt den Schaden oft erst dann, wenn der Mist schon unaufhaltsam aus dem Inneren quillt und der Schaden real ist, also einfach nicht mehr zu verhindern. Kleine Risse wirken harmlos, solange man sie nicht sehen will. Ein anderer Blickwinkel reicht manchmal völlig, und aus der schönen Behauptung von Stabilität wird plötzlich eine ziemlich matschige Angelegenheit. Ja, hätte man mal vorher die Augen aufgemacht.

Zeichen gab es wahrscheinlich genug, aber warum sollte man denn hinter die Fassade schauen, gell?

Das ist ja das Problem mit heiler Welt

Sie sieht oft nur deshalb heil aus, weil man konsequent auf die richtige Seite schauen soll. Nicht zu genau. Nicht zu lange. Bitte einfach die Schale bewundern und den Rest in Ruhe lassen. Kann man machen. Ist halt nur eher Selbstverarschung als Erkenntnis.

Gerade deshalb lohnt sich der zweite Blick

Nicht alles, was geschniegelt daherkommt, ist stabil. Nicht alles, was sauber erklärt wird, ist sauber. Und wer einem ständig erzählen will, alles sei rund, ruhig und völlig in Ordnung, hat nicht selten genau dort die größte Baustelle, wo keiner hinschauen soll.

Das gilt im Kleinen wie im Großen

Im Privaten.
Im Beruf.
In den Medien.
Überall da, wo eine Perspektive reicht, um aus einem Problem eine Präsentation zu machen.

Nur reicht das eben nicht

Bis man eben genauer hinsieht, und genau das sollte man öfter tun. Nicht nur einmal, immer wieder. Richtig übel wird es, wenn man es nicht bemerkt oder, noch schlimmer, es sich schönredet.

Warum?

Weil es dann funktioniert. Und was funktioniert, wird wiederholt, immer wieder.

Darum ist dieses Motiv so schön ehrlich, so schön unwiderruflich bei den Folgen, so schön osterhaft :mrgreen:

Was mich am meisten an all dem ärgert, ist die Tatsache, dass einem Scheiße vorgekauelt wird und man offensichtlich denkt, man schluckt das einfach. Nun, nur weil man zu etwas nichts sagt, heißt das noch lange nicht, dann man es nicht merkt.

KI Spielereien

Und weil ich am Sonntag nichts Besseres zu tun hatte, als mich mit dem Thema „Vorgaukeln und hinterfragen“ zu beschäftigen, kam da die eine oder andere Kuriosität mit diversen künstlichen Intelligenzen zum Vorschein.

Wer mag, kann sich das ja mal ansehen … ;-)

 

 

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Ein Beitrag geteilt von Michael F. (@sesselphilosoph)


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In Fürth hängt die Liebe etwas sparsamer

Romantik light mit Patina?Romantik mit Rostansatz

Man muss für solche Funde nicht immer sonstwohin fahren, gell? ;-)

Manchmal reicht es schon, wenn man hier bei mir in Fürth im Odenwald die Augen aufmacht.

Da hängt sie dann plötzlich, die große Liebe, in Metall gegossen, ans Geländer gepackt und dem Wetter überlassen.

Viel ist es nicht

Jendefalls hier an dieser Stelle, mehr habe ich jedenfalls nicht entdecken können.

Fürth scheint in dieser Disziplin also eher zurückhaltend zu sein. Andere Orte hängen sich da gefühlt gleich brückenweise mit ewiger Verbundenheit voll, hier wirkt das Ganze eher wie die kleinere Ausgabe. Weniger großes Kino, mehr örtliche Restromantik sozusagen. Hat aber auch was. :mrgreen:

Der Gedanke dahinter ist ja bekannt

Zwei Menschen, ein Schloss, ein Zeichen für Zusammenhalt, für Liebe, für Dauer, für das berühmte Für-immer. Klingt gut. Hat nur wie so oft den kleinen Haken, dass die Wirklichkeit selten Rücksicht auf Symbole nimmt.

Man sagt ja, alte Liebe rostet nicht.

Rostiges Liebesschloss am Brückengeländer in Fürth im Odenwald.Nun ja…

Wenn man sich die Bilder so anschaut, dann hat das Metall (Armor auch?) dazu offenbar eine ganz eigene Meinung. Da rostet es ganz ordentlich vor sich hin, und zwar nicht gerade dezent. Die Schlösser wirken nicht mehr wie ewige Verbundenheit, eher wie Romantik mit Patina und leichtem Substanzverlust :lol:

Besonders schön ist dabei, dass teilweise wohl auch die Namen schon etwas angefressen sind. Wollen wir mal hoffen, dass das nicht auch für die Betroffenen gilt.

Am Anfang ist so ein Liebesschloss immer ein großes Symbol. Später … Na, sagen wir mal so, da hängt dann einfach einn bisschen Metall rum …

Zeit. Alltag. Reibung. Mist. Vielleicht sogar Fürther Wetter. Und wenn am Schluss nur noch ein rostiges Schloss am Geländer hängt, dann ist das immerhin ein stiller Hinweis darauf, dass zwischen großer Geste und echtem Leben doch ein kleiner Unterschied besteht.

Romantisch ist es aber trotzdem, oder doch nicht? :cool:


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