Niemand zwingt dich zum Vollgas!

Betrachtet aus dem Desasterkreis: 130 als Lösung für alles, nett zurechtgebogen mit der KI ;-)Dann fahre halt 130!

Ich scrolle irgendwo durch die sozialen Plattformen und entsprechend dem Zeitgeist ist gefühlt jeder fünfte Post jetzt bei dieser Gleichung angekommen:

Tankrabatt fällt weg, Sprit wird wieder teurer, also zückt man bei bestimmten Parteien sofort die Universalwaffe:

Tempolimit!

(Hilft gegebenenfalls scheinbar auch bei Fußpilz, man muss nur die richtigen Leute fragen … ;-) )

Es geht also mal wieder um das generelle Tempolimit auf Autobahnen. Genauer gesagt um diese Diskussion, bei der man manchmal meinen könnte, jeder Autofahrer müsse ohne Verbot automatisch Vollgas fahren, sobald am Straßenrand kein Schild mit erhobenem Zeigefinger steht.

Du willst maximal 130 fahren? Mach!

Du willst nur 120 fahren? Mach!

Jetzt kommt nämlich der Teil, den manche offenbar kaum glauben können: Das Auto explodiert dabei nicht. Du kannst einfach 120 fahren. Das klappt, glaube mir.

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Dies und das noch:

Wenn Sparen durstig macht

Zäher Kolonnenverkehr auf nasser Landstraße, ein unruhiger Vordermann zerlegt den Fahrfluss, Bild KI-generiert.Schleichen spart nicht automatisch Sprit

Langsam fahren spart Treibstoff!„, das hört man gerade im Moment recht oft.

Klingt auch erst mal logisch, solange man daraus nicht macht:

Ich bewege mein Auto jetzt wie eine Kuh auf Glatteis„, und jeder Meter Asphalt ist eine neue Prüfung für Pedal, Puls und Geduld.

Mein Auto ist bei solchen Dingen recht auskunftsfreudig. Verbrauch, Durchschnitt, Strecke, alles da. Ich fahre den Wagen jetzt seit über zwei Jahren, nicht gerade wenig, und inzwischen weiß ich ziemlich gut, was auf meiner Strecke normal ist und was nicht.

Morgens gegen 5:15 Uhr bin ich oft ziemlich allein unterwegs. Genau dann lässt sich das schön beobachten, weil nicht jeder zweite Kreisverkehr zum Feldversuch für betreutes Autofahren wird.

Wenn ich meinen Rhythmus fahren kann, eher zügig, aber ohne zu rasen, lande ich ziemlich stabil bei 5,1 Litern Super auf 100 Kilometer. Das funktioniert auch dann, wenn jemand vor mir fährt, der den Wagen einfach sauber rollen lässt. Abstand passt, keine hektischen Bremsaktionen, Tempozonen werden normal mitgenommen, das Auto darf einfach fahren.

So kann Verkehr sogar fast entspannend wirken.

Fast …

Dann gibt es aber diese andere Sorte. Die Liga „Ich fahre ökonomisch“, bei der man von hinten zusehen kann, wie jemand offenbar aktiv jeden einzelnen Meter kontrolliert. Nicht fahren, eher verwalten, nicht gleiten, eher beaufsichtigen. Als säße da vorne jemand im Cockpit eines Space Shuttle, mitten im Meteoritensturm, und jede Kurve könnte gleich die letzte sein, spätestens bei Gegenverkehr aber garantiert.

Da wird nicht einfach früh genug vom Gas gegangen. Da wird korrigiert, gezögert, gebremst, wieder leicht beschleunigt, wieder gebremst, wieder geprüft, ob die Straße wirklich noch Straße ist, natürlich alles im Namen der Sparsamkeit, wenn man so einen Menschen denn mal fragen kann, was wohl der Auslöser für diese Art von Fortbewegung sein KÖNNTE.

Das Ergebnis sieht man dann nicht nur an den Nerven, sondern auch im Display. Aus den gewohnten 5,1 Litern werden schnell 5,4 oder 5,5. Wenn das öfter passiert, pendelt sich der Schnitt eben nicht mehr bei 5,1 ein, sondern eher bei 5,3 oder 5,4.

Glückwunsch, Mission erfüllt

Mehr Verbrauch, weniger Fluss, mehr Puls.

Ich hatte das Thema ja in der Rubrik „Der liebe Straßenverkehr“ schon mal in ähnlicher Form, und offenbar bleibt es ein Dauerbrenner. Manche glauben wirklich, langsam sei automatisch sparsam. Dabei ist flüssig oft viel entscheidender als demonstrativ bedächtig.

Es reicht meistens, wenn man vorausschauend fährt, den Verkehr liest und nicht bei jedem Blatt am Straßenrand reflexartig den rechten Fuß neu verhandelt.

Schleichen alleine spart gar nichts, schon gar nicht die (MEINE!) Nerven. :mrgreen:

 

 

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Dies und das noch:

Scharfe Kante mit Naturfreigabe

Betrachtet aus dem Desasterkreis: Ein Straßenrand mit Naturstein, schön anzusehen und nicht ganz ohne Kante.Der Meißel am Straßenrand?

Auf dem Foto sieht er fast harmlos aus, ein Stein eben.

Ein größerer Kiesel, irgendwo bei 50 bis 80 Zentimetern Durchmesser, also ungefähr in der handlichen Kategorie „hebt man nicht mal eben weg, wenn er stört“.

Davon liegen dort mehrere Exemplare an der Straße, nahe einer Kreuzung. Optisch finde ich das sogar gut, ehrlich!

Naturstein statt Plastikpoller, etwas Grün drumherum, kein Baumarktgeländer in Warnfarbe. Kann man ja mögen, oder? ;-)

Dann guckt man aber auf diese obere Kante und das Hirn macht wieder diesen kleinen Abzweig, den es besser nicht machen sollte.

An Fahrzeugen, Anhängern, Absperrungen, Streckenbegrenzungen und sonstigem Kram darf heute gefühlt nichts mehr eine scharfe Kante haben. Alles soll abgerundet, entschärft, geprüft, beschildert oder wenigstens so gebaut sein, dass man sich im Ernstfall nicht gleich in drei Einzelteile zerlegt.

Liegt dort aber ein Felsbrocken, der im falschen Moment wie ein feststehender Meißel wirken könnte, scheint die Sache entspannter zu laufen. Natur halt, Landschaftsbau, alles natürlich. Wahrscheinlich dekorativ gemeint, vielleicht steht im Zweifel auch irgendwo „ortsüblich“ und schon ist die Welt wieder sauber sortiert.

Ich will diese Steine gar nicht weg haben. Ich mag sowas tatsächlich lieber als den nächsten Plastikkram mit Reflexstreifen. Nur bleibt der Gedanke hängen: „Wenn ich da mit dem Auto ausweichen muss, möchte ich nicht testen, wie viel Blech so ein Brocken bei Schrittgeschwindigkeit frisst.
Mit dem Fahrrad möchte ich so einem Brocken erst recht nicht zu nahe kommen. Da wird aus „dekorativer Naturstein“ ziemlich schnell „Igitt, Pfui Pudel“

Vielleicht ist das wieder einer dieser kleinen Alltagswitze. Alles ist geregelt, entschärft und versichert, es sei denn, man kann „Natur“ dranschreiben …

 


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Dies und das noch:

Morgens, wenn der Graben lebt

Neblige Landstraße im frühen Morgenlicht, ein Reh steht am Straßenrand - KI generiertWenn der Odenwald im Nebel lauert

Ich schleiche ja in der Regel nicht durch die Gegend.

Gefühlt bin ich eher zügig unterwegs, jetzt nicht Rallye Odenwald, nicht „Platz da, hier kommt der Wichtigste“, sondern einfach so, dass man vorankommt, wenn Straße, Wetter und Hirn das zulassen.

Was ich hier im Odenwald in den letzten Jahren obendrein sehr zuverlässig gelernt habe: Diese Schilder mit „Wildwechsel“ stehen nicht zur Dekoration herum, die meinen das wirklich.

Reh, Katze, Fuchs, Waschbär, alles schon gehabt. Mal vor mir, mal neben mir, mal mit diesem Blick aus dem Graben, als hätte das Tier gerade selbst gemerkt, dass seine Lebensplanung für den heutigen Morgen etwas riskant geworden ist.

Toi, toi, toi, bisher konnte ich immer bremsen, ausweichen oder gerade noch so aus der Nummer raus. Inklusive leichtem Streicheln, also dieser Sorte Kontakt, bei der du danach wach bist, obwohl der Kaffee noch im Becher wartet.

Man lernt daraus

Ich weiß also schon, warum ich an bestimmten Stellen manchmal den Fuß vom Gas nehme.

Nicht, weil ich plötzlich altersmilde mit der Straße kuscheln möchte. Nicht, weil ich vergessen habe, wo rechts das Pedal ist. Sondern weil ich die Strecke kenne.

Da gibt es Kurven, Gräben, kleine Waldstücke, offene Felder und diese Stellen, an denen morgens zwischen fünf und sechs irgendwie alles passieren kann.

Ein Reh kommt selten höflich mit Blinker, ein Fuchs stellt keinen Antrag auf Fahrbahnquerung und ein Waschbär diskutiert auch nicht erst die Verkehrslage, bevor er sich denkt: „Jetzt!“

Da ist Bremsen keine Schwäche, sondern schlicht die bessere Idee.

Wenn der Nebel mitfährt

Heute früh kam dann noch Nebel dazu.

Nicht dieser romantische Kalendernebel, bei dem irgendwo ein Hirsch auf einer Lichtung steht und alle ganz ergriffen tun. Eher die Sorte Nebel, die sich wie ein Schmierfilm auf die Scheiben legt und aus jeder Kurve einen kleinen Hinterhalt macht.

Du siehst die Straße, aber eben nicht richtig. Du erkennst den Rand, aber eben spät. Der Graben ist da, die Büsche sind da, nur was gleich daraus hervorspringt, bleibt offen.

Reh, Fuchsgröße, Waschbär? Alles ist möglich.

Pferd? Gefühlt auch, weil der Kopf morgens um fünf bei Nebel großzügig mit Katastrophen rechnet.

Man fährt also konzentriert, etwas vorsichtiger, schaut mehr, rechnet mit allem und versucht, nicht ausgerechnet heute die Hauptrolle in „Tierischer Überraschungsbesuch auf der Landstraße“ zu übernehmen.

Die Königsklasse

Richtig rund wird es natürlich erst, wenn dann noch einer überholt, als gäbe es kein Morgen.

Nebel. Kurve. Wildwechsel. Odenwald. Morgens halb sechs.

Da muss man erst mal auf die Idee kommen: „Jetzt wäre ein guter Moment, mein Vertrauen in Glück, Gegenverkehr und Reh-Intelligenz gleichzeitig zu testen.“

Vielleicht ist das auch eine besondere Form von Frühsport. Andere dehnen sich, manche joggen, wieder andere überholen im Blindflug und nennen es Fahrerlebnis.

Ich nenne es eher: Denken ist halt Glückssache.

Und manchmal fährt das Glück eben leider auch auf der Gegenfahrbahn.

 

 

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Taktvoll? Nicht mit diesen Fahrern!

Zäher Kolonnenverkehr auf nasser Landstraße, ein unruhiger Vordermann zerlegt den Fahrfluss, Bild KI-generiert.Sie zerlegen den Rhythmus

Es gibt Fahrten, da ist gar nicht das langsame Tempo das eigentliche Problem.

Langsam vor mir nervt, klar. Kostet Zeit, kostet Laune und manchmal auch ein paar Minuten Lebensfreude, die morgens ohnehin nicht in Säcken im Kofferraum liegen. Trotzdem kann man sich darauf einstellen, wenn vorne einer konstant langsamer fährt. Dann ist das eben der fahrende Deckel auf dem Topf, man bleibt dahinter und gut ist.

Das eigentliche Elend beginnt da, wo jemand nicht langsam fährt, sondern ohne erkennbaren Rhythmus. Mal 82, mal 96, dann vor einer harmlosen Kurve runter auf 64, danach wieder zäh hoch auf 78, plötzlich kurz Bremse, dann wieder rollen lassen, dann wieder Gas, dann wieder dieses kleine rote Aufleuchten aus dem Nichts. Da fährt keiner einfach nur vor einem her, da zerlegt jemand den kompletten Fahrfluss.

Das ist nicht mitschwimmen. Das ist ein Taktproblem mit Kennzeichen.

Der eigene Fahrfluss ist weg

Ich fahre nicht wie ein Irrer, das hatten wir hier oft genug. Zügig ist nicht rasen, vorsichtig ist nicht verkrampft, und wer eine Straße halbwegs lesen kann, muss nicht jeden Meter behandeln, als hätte der Asphalt gerade eine Drohung ausgesprochen.

Genau diese Nummer hatte ich schon bei Wenn Bremsen zum Prinzip wird. Dieses Gefühl, dass vorne nicht gefahren wird, sondern verwaltet. Jeder Schatten, jede Kurve, jedes Schild wird erstmal innerlich geprüft, freigegeben, wieder verworfen und dann doch irgendwie befahren.

Das kostet nicht nur Zeit. Es zwingt dich in eine Fahrweise, die du selbst gar nicht fahren würdest.

Eigentlich würdest du rollen lassen, sauber Abstand halten, mit dem Verkehr gleiten und das Auto einfach arbeiten lassen. Stattdessen hängst du dauernd auf den Pedalen, weil vorne jemand aus jeder Kleinigkeit ein kleines Fahrmanöver baut. Gas weg, leicht bremsen, wieder rollen, Abstand neu suchen, wieder bremsen, wieder fragen, was da vorne eigentlich los war.

Meist war nichts los. Genau das ist ja der Punkt. Da vorne findet ein innerer Vorgang statt, und leider findet er mit Außenwirkung statt.

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Dies und das noch:

Der zweite Kaffee war ein Fehler

Stau auf der Autobahn am Wiesbadener Kreuz74 Kilometer bis zur inneren Krise

Gestern stand ein beruflicher Termin in Wallau an.

Vorher kurz die Strecke gecheckt, 74 Kilometer, rund 50 Minuten Fahrzeit, also nichts, worüber man morgens groß nachdenken müsste.

Früh los, direkt von daheim, zwei Kaffee rein, fertig. Ich dachte noch, das passt alles, so früh am Tag wird mir schon keiner in die Planung grätschen und unter einer Stunde Fahrt solle auch die Blase verkraften.

Tja

Start war um 7:09 Uhr, angekommen bin ich um 9:16 Uhr :shock:

Das Wiesbadener Kreuz hatte offenbar andere Pläne. Aus einer überschaubaren Anfahrt wurde eine gute Stunde Stau, mit allem, was dazu gehört. Kein Vorwärtskommen, kein Ausweichen, kein Klo. Genau die Sorte Komfort, die man morgens nach zwei Kaffee ganz besonders zu schätzen lernt.

Am Anfang redet man sich sowas noch schön

Gleich zieht es an. Gleich löst sich das auf. Gleich kommt Bewegung rein. Nach einer Weile merkt man dann, dass dieses „gleich“ im Straßenverkehr ein erstaunlich dehnbarer Begriff ist. Vorne leuchten Bremslichter, links und rechts rollt das Elend im Schritttempo vorbei, und man selbst steht einfach da und hofft auf irgendeine Form von Erlösung.

Richtig spannend wird es in dem Moment, in dem der zweite Kaffee beschließt, sich wieder in Erinnerung zu bringen, ab da verliert so ein Stau garantiert seinen harmlosen Charakter.

Dann stehst du zwischen LKW, Blech und diesem blauen Schild, das dir ernsthaft 1500 Meter ankündigt, als wäre das noch eine Strecke, mit der sich arbeiten ließe und das heißt ja nur, dass es dann auf die nächste Autobahn geht, nicht zum WC.

Was einem in solchen Momenten durch den Kopf geht, ist auch speziell. Jede Form von Behälter wird auf die Fähigkeit zur Zweckentfremdung als Toilette durchdacht, wohlwissend, dass DAS alleine nicht ausreichen kann, immerhin sitzt man hinterm Lenkrad.

Und ja, da kann ich nicht mal der Regierung die Schuld geben, vermute ich wenigstens … ;-)

 

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Fahrertyp: Gegenverkehr-Bremser

Kurve, Gegenverkehr, Bremse. Mehr brauchen die nicht. KI-Hinweis: Bild auf Grundlage eines eigenen Fotos mit KI ergänzt und angepasst.Wenn Gegenverkehr Panik auslöst

Ich fahre ja täglich 30 Kilometer hin und 30 wieder zurück ins Büro, die Fahrten zu Baustellen noch gar nicht mitgerechnet. Mit Gegenverkehr, Kurven und, tadaa, Fahrzeugen vor mir.

Gerade hier im Odenwald ist das eben viel Landstraße, kurvig, stellenweise enger, aber nun wirklich nichts, woran ein normaler Autofahrer geistig zerbrechen müsste.

Was einem trotzdem zuverlässig jede Zeitplanung zerlegt, ist nicht die Strecke. Es ist der Typ oder die Tussi vor einem, bei dem man schon nach zwei Minuten das Gefühl hat, hinter einer mobilen Bremslicht-Disko herzufahren.

Bremsen aus Prinzip

Da wird die Kurve mit erlaubten 70 schon mit vielleicht 65 auf dem Tacho angesteuert, nur um dann kurz vorher sicherheitshalber nochmal auf 40 runterzubremsen. Man weiß ja nie. Vielleicht lauert hinter der Biegung das pure Verderben oder, ganz wild, ein Auto auf der Gegenfahrbahn. Also dort, wo Gegenverkehr sich normalerweise aufhält. ;-)

Besonders schön ist dann der Teil danach. Hinter der Kurve sind 100 erlaubt, aber der Wagen vor einem braucht einen halben Roman und scheinbar so richtig Anlauf, um überhaupt wieder auf 75 zu kommen (wenn überhaupt).

Es könnte ja schon wieder sein, dass von vorne jemand auftaucht. Breite Straße, genug Platz zwischen den Spuren, aber lieber nochmal kurz auf die Bremse.

So etwas ist ja keine Ausnahme. Das Grundproblem, dass manche Menschen alles auf Rädern behandeln, als würde hinter jedem Schild und jeder Kurve sofort der Untergang warten, hatte ich hier im Blog schon an anderer Stelle, etwa bei „Fahre früh, dann sind die Straßen frei“. Nur gestern hatte ich eben gleich zwei von dieser Sorte  „Bremsen löst all deine Probleme“ direkt vor der Nase.

Engstelle, Schweißausbruch, Stillstand im Kopf

Ganz groß wird es in Ortschaften. Rechts parkende Autos, die Straße etwas enger, Gegenverkehr und im Auto vor mir läuft innerlich offenbar sofort eine Mischung aus Panikfilm und Abschlussprüfung. Ich kann die Schweißperlen auf der Stirn förmlich schon durch die Heckscheibe sehen.

Da wird nicht mehr gefahren, da wird nur noch verwaltet. Zentimeterweise, mit Bremsbereitschaft, mit Blicken irgendwo zwischen Tunnel und Todesangst. Als wäre das eigene Auto spontan auf Panzerbreite angewachsen.

Kleiner Bonus, weil, da geht noch was:

Wenn noch so ein 30er-Schild mit Zeitbeschränkung auftaucht, also diese Nummern, bei denen darunter zum Beispiel 22 bis 6 Uhr steht. Dann ist endgültig alles vorbei. Solche Zusatzschilder sind ja ohnehin für viele eher Deko, wie ich schon bei „Schilder selber lesen (und überhaupt…)“ und auch bei „30 km/h – länger ist immer gut!“ festgestellt habe.

Bonuslevel mit Radfahrer

Der totale Endgegner taucht allerdings auf, wenn zu Kurve, Engstelle und Gegenverkehr dann noch ein Radfahrer dazu kommt. Dann eskaliert das Ganze endgültig. Erst bremsen. Dann zögern. Dann wieder bremsen. Dann halb ausscheren. Dann doch nicht. Dann nochmal bremsen. Das ist kein Überholen mehr, das ist ein öffentlich aufgeführter Nervenzusammenbruch mit Blinker (meist ohne).

Mir ist völlig klar, dass niemand wie ein Irrer durch die Gegend fliegen soll. Darum geht es nicht. Es geht um diese völlig absurde Mischung aus Unsicherheit, Übervorsicht und dem dringenden Bedürfnis, jeden anderen Verkehrsteilnehmer daran teilnehmen zu lassen.

Nicht die Kurven sind das Problem. Nicht der Gegenverkehr. Nicht mal die Engstelle. Das Problem sitzt davor und glaubt vermutlich auch noch, besonders umsichtig unterwegs zu sein.

 

 

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Dies und das noch:

Früh hell fährt es sich einfach besser

Früher Morgenhimmel mit hellem Streifen über dunkler Straße.Morgens besser, bald wieder dämlich

Es ist schon angenehm, wenn es morgens wieder früher hell wird.

Beim Autofahren merkt man das sofort. Man sieht mehr, fährt entspannter und kommt irgendwie auch besser in den Tag. Kreuzungen, Einfahrten, alles wirkt gleich ein gutes Stück angenehmer, wenn man nicht schon früh durch halbe Nacht gurken muss.

Noch haben wir ja normale Zeit. Also die vernünftige Variante.

Lange hält das nur leider nicht mehr. In Deutschland wird 2026 in der Nacht vom 28. auf den 29. März wieder auf Sommerzeit umgestellt. Die Uhr springt von 2 auf 3 Uhr, morgens ist es also wieder eine Stunde länger dunkel.

Mach einfach den Schritt zurück

Dann ist es früh zwischen 5 und 6 wieder duster wie im Bärenarsch, damit ein paar Peoples abends länger Licht haben.

Für Biergarten, für drei Grillabende im Jahr und für dieses ewige Gerede vom langen Sommerabend.
Als würden die Massen draußen romantisch den Sonnenuntergang feiern, obwohl ein guter Teil davon ohnehin lieber mit Netflix und Bingesessions auf dem Sofa versackt.

Morgens, wenn Menschen wirklich unterwegs sind, wird es also wieder unpraktischer gemacht. Abends kann man sich dann einreden, das sei alles ganz toll und modern. Politik eben. Noch nicht davon zu reden, dass Frühaufsteher quasi fast bei Sonnenschein ins Bett gehen müssen.

Immerhin, im Hochsommer klappt es dann für ein paar Wochen, dass es morgens natürliches Licht gibt.

Es sei denn, es regnet, im nächsten „heißesten und trockensten Sommer aller Zeiten“ … ,-)

 


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Vor 6 Uhr früh geht alles

Das Bild wurde mit einer KI erstellt, weil ich morgens um kurz vor sechs beim Blindflug keine Hand frei hatte, um auch noch die Kamera zu zücken. Es trifft die Situation aber ziemlich genau: Viel Licht, null Sicht und das Auto irgendwo im Nirgendwo.Lass ruhig alles an, ist ja noch früh

Man lernt ja nie aus, vor allem morgens.

Da denkt man, man hätte den Straßenverkehr schon komplett durchgespielt, inklusive Bonuslevel „Dunkelheit“ und dem Klassiker „Fernlicht als Lebenseinstellung“, prompt kommt da was Neues.

Stehendes Licht, fahrende Menschen

Es ist doch ein nettes Szenario, mit dem sich wunderbar ein früher Tag im Winter erhellen lässt.

Da steht ein Auto.
Motor aus oder an, ist egal.
Abblendlicht ist an, das ist wichtig.
Und es steht entgegen der Fahrtrichtung.

Warum?

Warten auf irgendwen, Zeitung austragen, kurz „nur mal eben“, was man halt so macht, wenn das Zifferblatt noch nicht entschieden hat, ob es Nacht oder Morgen sein möchte.

Das Ergebnis ist jedenfalls zuverlässig: Man fährt nicht mehr in eine Kurve oder auf eine Einmündung zu, sondern in eine Wand aus Licht. Nicht dieses „hach, wie hell“, sondern eher „wo ist hier eigentlich der Rest der Straße hin“ :roll:

Bonuspunkte für den normalen Verkehr

Das Beste daran ist ja, dass das nicht allein passiert. Parallel fährt noch normaler Gegenverkehr. Hinter einem hängt vielleicht auch noch jemand. Und irgendwo am Rand läuft noch einer mit Stirnlampe, weil man ja inzwischen alles tragen muss, um gesehen zu werden.

Kurz gesagt: alle geben sich Mühe.
Man sieht trotzdem nichts.

Und natürlich ist es „nur Abblendlicht“. Also quasi harmlos. So harmlos wie ein Baustrahler, der zufällig genau auf Augenhöhe steht ;-)

Kleiner Vorschlag aus der Kategorie „Verrückt, ich weiß“

Wenn das Auto entgegen der Fahrtrichtung steht, könnte man das Licht vielleicht ausmachen. Oder wenigstens nur Standlicht, so rein aus Spaß. Nur, damit die anderen wieder erkennen, wo die Straße ist (das is‘ echt besser, glaubt mir!).

Aber gut. Vor 6 Uhr früh geht eben alles, also, bei Licht besehen :mrgreen:

 

   

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Reaktion, Verwirrung, Überforderung?

Fernlicht, das unheimliche WesenFernlicht, das unheimliche Wesen

Unter der Woche bin ich früh unterwegs, das Zifferblatt zeigt irgendwas zwischen fünf und sechs Uhr.

Um die Zeit ist es so gut wie immer dunkel, streckenbedingt ist es viel Landstraße. Wer das kennt, weiß, warum man auf freien Abschnitten gern mehr sehen möchte, Fernlicht liegt da nahe.

Nach tausenden Kilometern auf immer denselben Wegen frage ich mich inzwischen trotzdem, ob mit der Reaktionsfähigkeit der Menschheit irgendwas passiert ist.

Gefühlt schafft es mindestens jeder Dritte nicht mehr, bei Gegenverkehr das Fernlicht zeitnah auszuschalten. Manche lassen es gleich komplett an. Das ist kein einzelner Spezialist, das ist eine Disziplin mit Breitenwirkung.

Was steckt dahinter, was passiert da im Kopf?

Ist der Weg vom Auge zum Hirn inzwischen so lang, dass unterwegs noch kurz ein Kaffee gekocht wird?
Hängt es am Weg vom Hirn zur Hand, weil man erst mal den Hebel sucht, den man seit Jahren täglich benutzt?
Wird einfach erwartet, dass das Auto das schon regelt, obwohl die Technik das in der Regel ziemlich gut kann, wenn sie aktiv ist und nicht ignoriert wird?

Lifehack der persönlichen Art?

Dann gibt es noch die ganz besondere Variante, die man irgendwann wiedererkennt, weil sie zuverlässig immer gleich kommt.
Ein Scheinwerfer bleibt beim Abblendlicht ganz aus, weil das Leuchtmittel den Weg alles Irdischen gegangen ist, also wird das mit Fernlicht überbrückt.
Dauerhaft, weil man sonst ja zu wenig sieht. Dass man damit allen anderen die Netzhaut neu kalibriert, wird offenbar als Kollateralschaden verbucht. Selbst im Dunkeln merkt man irgendwann, dass es ziemlich sicher immer das gleiche Auto ist. Neue H4 heißt in dem Fall nicht Luxus, sondern einfach nur „Problem gelöst“.

Ich habe dazu schon mal was geschrieben, damals eher als Versuch, den Blendrekord wenigstens nicht täglich neu zu überbieten. Wer das nachlesen will, hier entlang ;-)

Heute ist das eher ein Nachtrag, weil es sich nicht wie ein Ausrutscher anfühlt, sondern wie ein Trend. Überforderung wirkt inzwischen serienmäßig, Reaktionszeit klingt manchmal wie ein theoretisches Konzept, Fernlicht wird von manchen behandelt, als wäre es kein Lichtmodus, sondern eine Lebenseinstellung.

Ich wollte es nur mal sagen, weil ich immer noch geflasht bin von so viel Erleuchtung … :roll:

 

 

   

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