Es reicht schon lange

Radio, Laptop, Zeitung, Einkaufskorb und Euroscheine als Sinnbild für Konsumdruck und Dauerbeschallung, fotorealistisch per KI erstellt.Denn sie wissen nie, wann es genug ist

Ich drücke auf einen Knopf, schalte irgendwas ein und sofort geht es los.

Kauf das.
Denk das.
Glaub das.
Funktioniere gefälligst sauber in der Spur.

Um mich geht es dabei nicht. Schon lange nicht mehr. Mein Alltag ist egal, meine Nerven sind egal, mein Konto ist egal. Wenn mich irgendein Irrsinn innerhalb von einem Tag wirtschaftlich an die Wand fährt, dann ist das eben so. Auf Einzelschicksale kann leider keine Rücksicht genommen werden. Möchten Sie zur Überbrückung noch eine Finanzierung?

Das gleiche Spiel läuft doch überall. Ich gehe jahrzehntelang arbeiten, zahle Steuern mit Geld, das vorher schon an anderen Stellen angefasst wurde, dann kommen Abgaben drauf, Gebühren drauf, Preisaufschläge drauf, irgendwas kommt immer noch oben drauf. Am Ende stellt sich irgendein Hansel hin und verkauft mir das als notwendig, gerecht und alternativlos.

All das heißt übersetzt doch nur:

Halt den Mund. Mach mit. Frag bloß nicht zu viel.

Genau da war bei mir der Punkt schon lange überschritten.

Vier Monate ohne den ganzen Krach

2013 bin ich von Duisburg nach Fürth gezogen.

Heute weiß ich, was für ein Glück das damals war. Rund vier Monate lang hatte ich nur Filme auf der Festplatte. Kein Free TV, kein Werbegebrüll, kein Ansagegequake, kein hektisches Gezappel, das einem schon beim Einschalten auf die Nerven fällt.

Die technischen Möglichkeiten kamen später wieder.
Das Free TV nicht.

Aus gutem Grund

Man muss diesem ganzen Lärm wohl erst einmal entkommen, um zu merken, wie kaputt das alles längst ist. Solange man mittendrin steckt, hält man vieles für normal. Werbung hier, Haltung da, noch ein erhobener Zeigefinger, noch ein moralischer Hustenanfall aus dem Off, noch ein völlig überdrehter Versuch, mir das Denken, Fühlen und Konsumieren gleich mit abzunehmen.

Bis ich merke, dass es nie nur um Unterhaltung geht.

Es geht darum, dass immer irgendeiner in meinen Kopf will.

Denn sie wissen nie, wann es genug ist.

YouTube reicht es nie

YouTube war früher für mich mal ein Ort, an dem ich Stunden versenken konnte, ohne mir vorzukommen wie in einer digitalen Fußgängerzone voller Drückerkolonnen.

Heute ist das Ding mit Werbung, Einblendungen, Bettelei und Gängelung so zugekleistert, dass ich stellenweise schon suchen muss, wo zwischen all dem Müll eigentlich noch das Video steckt.

Es reicht nicht, dass ich da bin.
Es reicht nicht, dass ich schaue.
Es reicht nicht, dass ich klicke.

Ich soll gefälligst auch noch so schauen, wie die Plattform das gern hätte. Werbung schlucken, die richtigen Grenzen akzeptieren, die richtige Moral nicht in Frage stellen und am besten noch zahlen, damit ich etwas weniger genervt werde als ohne Geld.

Das muss man auch erst mal bringen.

Erst wird der Laden vollgeräumt wie ein Grabbeltisch am Wühltag, danach soll ich bitte Verständnis dafür haben. Wenn ich mich wehre, bin natürlich nicht ich derjenige, dem es zu blöd geworden ist. Nein, dann bin ich das Problem.

Denn sie wissen nie, wann es genug ist.

Radio mit Haltung im Beipack

Beim Radio, vor allem beim öffentlich rechtlichen Rundfunk, ist es keinen Deut besser.

Da läuft schon lange nicht mehr einfach ein Programm. Da läuft immer gleich etwas mit. Unterton, Einordnung, Richtung, Haltung, alles hübsch im Beipack. Natürlich ungefragt.

Ich will Musik hören oder Informationen.
Ich brauche keine Dauerbegleitung, die so tut, als säßen da draußen nur Menschen, die dringend an die Hand genommen werden müssen, weil sie sonst womöglich auf eigene Gedanken kommen.

Ich bin nicht völlig verblödet. Ich muss mir nicht jeden neuen Spruch, jede neue Mode und jede neue politische Duftmarke als Fortschritt verkaufen lassen. Ich habe auch keine Lust, mich an irgendeine woke Gesinnung anzuschließen, die mit großem Theater aufgeblasen wurde und gerade an allen Ecken zeigt, wie wenig tragfähig sie auf Dauer ist.

Denn sie wissen nie, wann es genug ist.

Zeitungen, die sich selbst abschaffen

Die Webseiten der großen, ehemals namhaften Zeitungen machen denselben Fehler, nur noch peinlicher.

Kein Clickbait ist billig genug. Keine Verdrehung zu schäbig, keine Schlagseite zu offensichtlich, solange am Ende das politisch gewünschte Bild irgendwie stehen bleibt. Danach wird gejammert, dass die Auflagen sinken, das Vertrauen wegbricht und die Leser abspringen.

Ja warum denn nur?

Vielleicht, weil man Leute nicht endlos für doof verkaufen kann. Vielleicht, weil ich keine Lust habe, mir zwischen Panik, Framing und Gesinnungskulisse die Reste von Information zusammenzukratzen. Vielleicht auch, weil ein Modell, das sich immer weiter von den Leuten entfernt und ihnen gleichzeitig erklärt, sie müssten noch dankbar dafür sein, am Ende eben genau da landet, wo es hingehört.

Im freien Fall.

Denn sie wissen nie, wann es genug ist.

Sogar der Einkauf soll mich erziehen

Selbst beim Einkaufen wird mir dieser Kram inzwischen zwischen Käse, Shampoo und Tiefkühlpizza reingedrückt.

Da geht es nicht mehr einfach nur um Ware, Preis und die Frage, ob ich das Zeug überhaupt haben will. Irgendwo will immer jemand mitdenken, mitformen, mitmoralisieren.

Ich bestimme selbst, ob ich vegan leben will.
Will ich nicht.

Ich bestimme auch selbst, was ich in Werbung glaubwürdig finde und was aussieht wie zusammengegossene Gleichmacherei mit moralischem Beipackzettel. Ich brauche keine Agentur, keine Minderheit und keinen Haltungskatalog, der mir erklärt, wie ich zu fühlen, zu kaufen und zu leben habe.

Mein Einkaufswagen ist kein Umerziehungsprojekt.

Denn sie wissen nie, wann es genug ist.

Dann eben ohne mich

Die Folge daraus ist bei mir längst klar und auf vieles verzichte ich komplett. Den Rest minimiere ich. Ich suche Alternativen, kappe Gewohnheiten, ignoriere den Kram oder schmeiße ihn gleich ganz aus meinem Alltag.

An mir wird da schon lange weniger verdient.
Morgen noch weniger als heute.
Heute schon weniger als gestern.

Nicht aus Trotz. Einfach, weil irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem ich keine Lust mehr habe, mich von jedem zweiten Kanal, jeder dritten Plattform und jedem vierten Produkt wie ein unmündiger Trottel behandeln zu lassen.

Es reicht eben nicht erst seit gestern.

Es reicht schon lange.

Erst recht bei gewissen Parteien …

 

Übersicht im Blog verloren? Hier bist Du!
Home YouTube
Bisschen Desasterkreis & Social Media?

Der Desasterkreis bei Facebook Der Desasterkreis bei Instagram Der Desasterkreis bei Pinterest Der Desasterkreis bei XDer Desasterkreis bei Bluesky

 

Dies und das noch:

Wenn Dich das Archiv frösteln lässt

Ein sichtlich traumatisiertes Moralei sitzt auf einem Notizblock am Schreibtisch. Im Hintergrund leuchtet ein Monitor mit dem Blog-Beitrag „Das Grauen in der Küche“, während ein Eierschneider bedrohlich daneben aufragt.Eiskalt erwischt im Archiv

Der Desasterkreis ist jetzt über sechs Jahre alt. Da haben sich inzwischen etliche Beiträge angesammelt, mal mehr, mal weniger sinnvoll, is’ ja klar. Was macht man also in einer ruhigen Stunde am Abend? Wenn es für einen Kaffee schon zu spät ist, man sich für die Falle aber noch viel zu wach fühlt?

Richtig!

Man geht auf Zeitreise durch die eigene digitale Müllhalde. Über sechs Jahre Desasterkreis – da hat sich ordentlich was angesammelt. Manche Beiträge sind ja fast schon sinnvoll, andere … nun ja, die fallen eher unter die Kategorie „Was hat er sich dabei nur gedacht?“, gell?

Man hockt also vor dem Rechner und schaut mal nach, was man der Onlinewelt in den letzten Jahren eigentlich so zugemutet hat. Und, ja … was soll ich sagen? Ich habe entdeckt, dass da echte Grausamkeiten bei sind. Dinge, die sich direkt gegen das Maskottchen hier im Blog wenden, mitten ins Zentrum und ohne Rücksicht auf Verluste! :shock:

Man muss sich das mal vorstellen

Da stolpert man über das eigene How-to für den nicht ganz Präzisionseierschneider. Ich habe das damals eiskalt als „Service am Leser“ verkauft. Dass ich dabei eine Hochsicherheitsspannungsdraht-Schneideeinheit angepriesen habe, die quasi das Fallbeil für alles Rund-Weiße ist – nun ja, heute würde ich das wohl unter „jugendlicher Leichtsinn“ verbuchen. Passend dazu gab es natürlich auch direkt das Troubleshooting beim Präzisionseierschneider, falls die Hinrichtung nicht auf Anhieb geklappt hat. Man will ja professionell bleiben, gell?

Die absolute Krönung der Skrupellosigkeit war aber Das Grauen in der Küche. Während das Moralei im Hintergrund wahrscheinlich schon die Koffer gepackt hat, habe ich die nackte Wahrheit über die Eizerteilung in Bildern dokumentiert. Ein echtes Drama in mehreren Stufen – und ich habe seelenruhig daneben gestanden und auf den Auslöser gedrückt.

Wenn ich heute sehe, wie das Moralei und der Schritt in die Realität damals Hand in Hand gingen, habe ich echt ein mieses Gefühl in der Magengegend. Der kleine Kerl ist ja eigentlich als Der kleine Admin angetreten, um hier im Laden aufzupassen. Dass er dabei zusehen musste, wie sein Schöpfer Tipps zur „Einzeleizerteilung“ gibt, grenzt schon an psychologische Kriegsführung im Odenwald.

Ich glaube, ich muss die nächsten Tage mal ganz kleine Brötchen backen. :roll: Denn wenn das Moralei irgendwann mal den Dienst quittiert, dann gibt es hier gar kein Halten mehr, ei ei ei …! :mrgreen:


Übersicht im Blog verloren? Hier bist Du!
Home YouTube
Bisschen Desasterkreis & Social Media?

Der Desasterkreis bei Facebook Der Desasterkreis bei Instagram Der Desasterkreis bei Pinterest Der Desasterkreis bei XDer Desasterkreis bei Bluesky

 

Dies und das noch:

Eierschneider 2.0: Das KI-Update

Eierschneider-Haltebasis-Ausbuchtung mit Hochsicherheitsspannungsdraht-SchneideeinheitFortschritt ist, wenn die KI den Eierschneider erklärt

Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als man Informationen mühsam mit den eigenen Augen aus Texten saugen musste?

Is‘ ja Steinzeit, gell?

Vor ein paar Jahren habe ich hier im Blog mal eine (wie ich fand) bahnbrechende Anleitung zum How-to für den nicht ganz Präzisionseierschneider verfasst.

Damals musste man noch selber denken (es versuchen …), während man die Hochsicherheitsspannungsdraht-Schneideeinheit bedient hat. Aber wir leben ja in der Zukunft!

Ich habe den ganzen Quatsch von damals mal einer KI (NotebookLM) vorgeworfen.

Was dabei herauskam?

Ein „Eierschneider Guide“, der so tiefschürfend ist, dass mir vor Rührung über mich selber fast die Tränen kommen.  In Bild und Ton wird da jetzt die „strukturelle Integrität“ des Hühnerproduktszerteilens seziert.

Besonders wichtig: Die Warnung vor Katzen im operativen Bereich wurde glücklicherweise übernommen. Man will ja keine Infiltration der Gefahrenzone, während man am Quetsch-Druck arbeitet, nun ja.

Wer also keine Lust mehr hat, meine alten Texte zu lesen, kann sich das Drama jetzt bequem erklären lassen.

Aber Vorsicht!

Es klingt so professionell, dass es eigentlich nicht von mir sein kann! :roll:

Hier ist das Stück modernster Küchen-Philosophie:

 

Mission abgeschlossen?

Vielleicht. Es ist jedenfalls beeindruckend, mit welcher Ernsthaftigkeit die Technik heute ein einfaches Küchenprotokoll in eine operative Analyse verwandelt.

Wer hätte damals gedacht, dass die „Hochsicherheitsspannungsdraht-Schneideeinheit“ mal eine eigene Video-Dokumentation bekommt? Die Zukunft ist vielleicht kompliziert, aber sie klingt wenigstens verdammt professionell. :mrgreen:

Und ja, im Moment habe ich eine Fimmel mit NotebookLM ;-)


Übersicht im Blog verloren? Hier bist Du!
Home YouTube
Bisschen Desasterkreis & Social Media?

Der Desasterkreis bei Facebook Der Desasterkreis bei Instagram Der Desasterkreis bei Pinterest Der Desasterkreis bei XDer Desasterkreis bei Bluesky

 

Dies und das noch:

Immer wieder mal Hockenheim und der Boss

"The Boss" @Work!Zufallsfund

Fast zwei Monate ist es nun schon her, dass Bruce Springsteen am Hockenheimring gerockt hat und ich das live miterleben konnte.

Jetzt muss man ja nicht unbedingt Online-Cookie-Experte sein, um zu wissen, dass die üblichen Verdächtigen im Web einen immer wieder mal mit Links oder Werbung versorgen, weil man in den letzten Wochen die passenden Suchbegriffe des Öfteren verwendet hat.

Manchmal passt es!

Nun, eigentlich bin ich kein Freund von selbst mit dem Smartphone gefilmten Schnipseln eines Konzertes.

Wenn es aber das ist, bei dem man selber knapp 3 Stunden „out of the world“ war, dann ist das doch irgendwie anders.

Wie auch immer, ich bette das YouTube-Video hier jetzt ein und hoffe, dass es lange verfügbar ist ;-) Und nein, ich habe das nicht erstellt, nur gefunden!

„Hello Hockenheim!“ Bruce Springsteen & The E-Street Band full concert 2023-07-21

(Hier der direkte Link zum Video bei Youtube)

Sorry, so wie es scheint, ist das Video verschwunden … :-(

 

      

Ergänzende Worte zu „Ländlicher Raum“

laendlicher_raum_artikelSie hat etwas zu sagen!

Ihr erinnert Euch garantiert an das geniale Musikvideo von und mit Corinna, oder?

Das, in dem sie ziemlich genial (und vielleicht ein klein wenig sarkastisch) aufzeigt, was einer Mutter so geboten wird, wenn sie einen Teilzeitjob sucht.

Nein? Doch?

Na, ehe es jemand verpasst, hier gleich noch mal „Ländlicher Raum“ ;-)

 

Wird das hier jetzt ein Dauerbeitrag oder was?

Nein, natürlich nicht, es ist viel besser!

Im ursprünglichen Blogartikel zu dem Thema habe ich ja die Hoffnung geäußert, dass sie vielleicht auch selbst hier ein paar Worte dazu verlieren möchte.

Was soll ich sagen, sie hat zugestimmt!

Nicht live, aber per Text und in Farbe hier im Blog, Corinna im O-Ton zum Thema Teilzeitarbeitsplatz für Mütter in Gegenden, wo die Wege lang und die Möglichkeiten offensichtlich kurz sind.

Ok, was soll ich noch sagen, hier ist das Interview :-)

 


Dein Text zu diesem Lied behandelt ja nicht nur eins, sondern gleich mehrere Themen. Warum?

Was in diesem Text aufs Korn genommen wird, hat ja leider einen recht ernsten und unschönen Hintergrund. Der Text beschreibt mehrere Punkte, die jeweils einzeln schon problematisch sein können, die sich jedoch auch teilweise überschneiden und sogar gegenseitig bedingen – eben besonders im ländlichen Raum.

Und die treffen zumindest momentan auch alle auf mich zu, deshalb kommen sie alle im umgeschriebenen Liedtext vor.

Du nennst den ÖPNV.

Ja. Denn der ist im ländlichen Raum einfach nicht nennenswert. Ich wohne selbst in einer Kleinstadt mit 12.000 Einwohnern in der Kerngemeinde. Und ich bin froh, in der „Stadt“ zu leben! Leute, die in einem der vielen umliegenden Dörfer leben, lachen gackernd, wenn man „Öffentlicher Personennahverkehr“ auch nur ausspricht. Da fährt zwei Mal am Tag ein Bus – der Schulbus. Einmal morgens, einmal nachmittags. Am Wochenende fährt kein einziger Bus.

Was bleibt also übrig an Fortbewegungsmitteln?

Mit dem Fahrrad lässt sich zumindest dort, wo ich wohne, längst nicht alles erreichen (hier gibt es neben Kühen und Hühnern auch viele, viele Hügel). Auch mit dem Zug nicht – hier wurden Zugstrecken sogar rückgebaut.

Die Leute müssen also sehr oft aufs Auto zurückgreifen, aber wenn man sich mal ausrechnet, wie viel ein Auto eigentlich kostet … Naja, ich schweife ab.

Und die anderen Themen?

Die Kühe und Hühner?

Scherz beiseite – das zweite Thema ist das Jobangebot auf dem Land. Und das dritte die Jobsituation und Job-Such-Situation von Müttern in Teilzeit. Was ein bisschen ineinandergreift.

Um das näher zu erklären, muss ich noch einmal über meine persönliche Situation reden. Ich bin Mutter eines kleinen Kinds, das das Down-Syndrom hat. Zudem gehe ich einer Erwerbsarbeit in Teilzeit nach, aktuell zwölf Stunden pro Woche.

Regelmäßig sehe ich mich auf Stellenportalen um, und logischerweise hauptsächlich in den Branchen, in denen ich studiert und gelernt habe. Da gibt es so gut wie keine Jobangebote – zumindest nicht auf dem Land, sondern in größeren Städten (die mindestens 45 Minuten Autofahrt entfernt liegen), und zumindest keine in Teilzeit. Und wenn in Teilzeit, dann mit Minimum 20 Arbeitsstunden.

Tja, was soll ich sagen, ich bin zum einen pflegende Angehörige, was natürlich Zeit verschlingt. Zum anderen möchte ich ja selbst nicht nur „zu Hause sitzen“, sondern ich will ja arbeiten – und auch gerne mehr als zwölf Stunden pro Woche. Und am besten einigermaßen in der Nähe, damit ich auch notfalls schnell vor Ort sein kann, wenn der Kindergarten anruft und sagt, dass mein Kind verletzt ist.

Das sind ganz schön viele Probleme, oder?

Ich denke, es sind viele Aspekte eines Problems.

Ich rede aber ungern von „meinem“ Problem, sondern es ist eine Problematik, die viele Mütter betrifft, unter anderem eben mich.

Und diese Problematik beinhaltet zum Beispiel auch die Betreuungssituation von Kindern, damit Mütter überhaupt arbeiten gehen können – was im Lied nun nicht vorkommt, aber das hätte den Rahmen auch gesprengt.

Dann ist es eben auch ein Angebotsproblem und zugleich auch das Problem, dass Unternehmen wirtschaftlich denken, was ebenfalls ineinandergreift. Frauen können schwanger werden, dann sind sie erst mal weg, vielleicht kommen sie ein paar Jahre später zurück, können dann aber nur noch Teilzeit arbeiten und sind sowieso ständig mit einem kranken Kind zu Hause – diese Klischees herrschen in sehr, sehr vielen Köpfen vor, und deshalb lohnt sich diese „Nummer“ für ein Unternehmen wirtschaftlich gesehen nicht. Ich habe es bei meinem eigenen Arbeitgeber oft genug miterlebt, dass nach einem Probearbeitstag einer potenziellen neuen Mitarbeiterin gemunkelt wurde: „Die ist Ende 20, die kriegt bestimmt bald ein Kind.“

Und was passiert? Die Frau wird genau deshalb nicht eingestellt.

Ich meine – what the fuck?!

Zumal zu einem Kind ja meist zwei Elternteile gehören.

Ja. Wir leben im 21. Jahrhundert – auch Väter dürfen in Elternzeit gehen und Teilzeit arbeiten. Aber das ist eher eine Ausnahme, zumindest die Sache mit der Teilzeit. Ach, ich könnte noch stundenlang darüber reden, aber ich bin sowieso schon ganz schön abgeschweift.

Dann noch mal ganz zum Anfang zurück, zum ländlichen Raum: Magst du den denn wenigstens ein bisschen?

(lacht)

Ja, doch, ein bisschen schon. Er hat neben seinen Nachteilen natürlich auch Vorteile, wie das ja bei allem ist. Die Luft ist definitiv besser als in den Großstädten. Es ist hier nicht so anonym wie es in größeren Städten oft ist – was auch ein Nachteil sein kann, aber das ist ein anderes Thema.

Ich lebe nicht auf dem Dorf und darf, wenn ich ein Auge zudrücke, eine Art Mischung aus Stadtleben und Landleben erfahren: Fast alles, was ich für den täglichen Bedarf brauche oder was wichtig ist, ist mit dem Fahrrad zu erreichen. Außer das nächste Krankenhaus – aber das ist ebenfalls ein anderes Thema.

Und doch bin ich, wenn ich möchte, sehr schnell in wunderschönster Landschaft. Mit dem E-Bike zum Beispiel, das ich jetzt endlich habe, kann ich die hügelige Gegend erkunden oder auch tatsächlich zur Arbeit fahren.

Und man ist von hier aus schnell am Bodensee und relativ schnell in den Bergen. Mit dem Auto, natürlich.

Natürlich. Vielen Dank für das Gespräch.

 


LandidylleZum guten Schluss

Vermutlich spricht Corinna vielen Frauen in ähnlicher Situation (aber auch Männern, da bin ich sicher) aus Seele, oder?

Auf jeden Fall sind das Probleme, die angesprochen gehören, weil sie täglich den Alltag beeinflussen. Real werden sie an vielen Stellen bei der Thematik „Job & Kind“ aber schlicht ignoriert, weil der Sachverhalt eben unbequem ist und fast jeder die Verantwortung von sich weist.

Im Zweifel heißt die Parole „Die Betroffenen müssen flexibel sein!“, dieses Totschlagargument hilft nur leider gar nicht.

An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an Dich Corinna, ich weiß, da steckt viel Zeit und Mühe drin :-)

twitter@zuselisutwitter@zuselisu

Ich weiß, ich habe das auch im vorherigen Artikel schon erwähnt, aber es kann ja nicht schaden, es zu wiederholen:

Wer dichter an Corinna und ihrer Musik „dran“ bleiben möchte: Der Twitter-Account „@zuselisu“ macht’s möglich.

 


Übersicht im Blog verloren? Hier bist Du!
Home YouTube
Bisschen Desasterkreis & Social Media?

Der Desasterkreis bei Facebook Der Desasterkreis bei Instagram Der Desasterkreis bei Pinterest Der Desasterkreis bei XDer Desasterkreis bei Bluesky

 

Nur weil es viele machen, muss es nicht richtig sein ….

Moralei - Fragen oder nicht?Das macht man eben so!

Nicht zuletzt bedingt durch die Umschulung, schaue ich mir unter anderem bei YouTube durchaus so einige Videos an.

Weniger zur Unterhaltung, eher zu all den Themen, die hier in irgendeiner Form wichtig für eine Klausur oder Prüfung sind.

Was mir dabei so richtig auf den Sack geht?

Wenn das Intro losplärrt, als ob 200 Fanfaren erklingen, das gesprochene Wort aber kaum zu verstehen ist.

Jungs und Mädels, die ihr so etwas einstellt. Nur weil es viele so machen, ist es nicht unbedingt richtig. Ich für meinen Teil lasse dann bestimmt nicht das begehrte „Daumen hoch“ da, ich bin dann, ohne zu schauen, bei einem anderen Video.

Portiert auf andere Dinge des Lebens sollten sich einige mal überlegen, ob der eigene Verstand und einfaches Denken nicht manche Dinge besser regeln würde, als Punkte auf einer „So macht man das“-Liste, die irgendwann ein unbekannter Experte ins Internet gerotzt hat :roll:

 

 

Fred & das Kaffee-Desaster

Fred-3-1000-Titel-SizedDa muss der Fachmann ran!

Tja, manchmal macht es „PATSCH“ und es ist eine, mehr oder weniger große, Sauerei angerichtet.

Eigentlich entsorge ich den Gammel im Bio-Müll, aber manchmal öffnen sich Dingel halt zu einem Zeitpunkt, der eher ungünstig ist …

Wie gut, wenn dann jemand anwesend ist, dessen Lebensinhalt das Beseitigen solcher Folgen eines Zwischenfalls ist, Fred ist in solchen Fällen ja kaum zu stoppen ;-)

Eine Reinigungsaktion 

Steinigt mich nicht, das war so eine „Ich muss das jetzt machen“ – Idee :mrgreen:

 

 

Dies und das noch: