Wer den Blog kennt, weiß, dass es hier oft um Zeug geht, das im Alltag ganz normal ist, beim zweiten Blick aber irgendwie noch mehr bietet.
Ja, ich weiß, damit kann nicht jeder was anfangen, aber das ist ja nun nicht mein Problem.
Was mein Problem ist?
Dass es Szenen und Situationen gibt, die sich kaum in Text fassen lassen. Zu kurz, zu skurril oder einfach nicht vernünftig zu erklären, ohne gleich eine halbe Geschichte daraus zu machen.
Wenn man dann, so wie ich, mit unterirdisch wenig Talent gesegnet ist, irgendetwas in gezeichneter Form darzustellen, ist für solche Momente erst mal Licht aus. Schade eigentlich, denn im Kopf läuft die ganze Szene ja schon, inklusive aller Bewegungen und der Pointe.
Dann kommt die KI ins Spiel
HA, da haben wir doch inzwischen diese künstliche Intelligenz, der man SAGEN KANN, was man denkt und die dann versucht, das Ganze umzusetzen.
Sie war stets bemüht …
Nein, auch damit lässt sich beileibe nicht alles realisieren, aber vieles. Jedenfalls theoretisch, denn zwischen dem, was ich vor Augen habe, und dem, was am Ende auf dem Bildschirm erscheint, liegen gelegentlich Welten.
Obendrein gehen schon mal Tage drauf, bis man feststellt, dass der beste Weg vielleicht auch der einfachste ist.
Also schraube ich die grafischen Ansprüche herunter, möchte eigentlich nur noch wiedererkennbare Figuren mit ein bisschen Mimik und Bewegung haben und lande wo?
Auf dem Strich!
Besser gesagt, bei Strichmännchen und gelegentlich auch Strichfrauchen. Mehr braucht es für viele dieser kleinen Szenen einfach nicht.
Zumindest meiner Meinung nach, und die ist für mich durchaus maßgeblich.
Alles #AufDenStrich
Nun kommt nach und nach einiges zusammen. Damit die kleinen Geschichten hier im Blog nicht zwischen all dem anderen Zeug absaufen, schließlich notiere ich ja auch noch ganz andere Dinge, bekommen sie jetzt ihren eigenen Bereich.
Unter #AufDenStrich findet ihr die bisherigen Strichmomente gesammelt, die neuesten immer ganz oben.
Am normalen Desasterkreis ändert sich dadurch nichts. Ich schreibe weiterhin über alles, was mir so auffällt, auf den Zeiger geht oder einfach durch den Kopf schießt.
Nur muss eben nicht mehr alles in Worte gefasst werden.
Gerade wenn ich hier gelegentlich meine Runde um die Steinbachwiesen laufe, sehe ich hin und wieder Dinge, die eigentlich völlig normal sind. Oder auch nicht, wie der Feuerlöscher am Kackfass ja gerade erst gezeigt hat
Enten auf dem Trockenen?
Diesmal waren es die Enten im Weiher, der inzwischen stellenweise so mit Herbstlaub bedeckt ist, dass vom Wasser nicht mehr sonderlich viel zu sehen ist.
Irgendwie sah das schon cool aus, wie die Enten zwischen den ganzen Blättern herumschwammen, also Smartphone raus und das Ganze ein bisschen gefilmt.
Wahrscheinlich schwimmen sie im Laub, weil da das Wasser trockener ist.
Was kann aber passieren, wenn die Welt nur noch aus Laub, Enten und Display besteht?
Man vergisst, wo man sich befindet!
Ich habe eben nur noch das gesehen, was auf dem Display zu sehen war, und da gab es hauptsächlich Laub und Enten, das war schon knapp, vor dem letzten Schritt hat allerdings mein inneres Alarmsystem angeschlagen.
Ach ja, Wasser!
So ganz neu ist mir das übrigens nicht, denn bei meiner Filmerei an einem Pilz am Wasser hatte ich auch schon mal so einen Moment, bei dem der nächste Schritt durchaus interessant hätte werden können.
Man sollte sich immer bewusst sein, wohin der nächste Schritt führt.
Kennt ihr das, wenn man etwas sieht und sich fragt, warum es das gibt? Wenn dann erst der Verstand hinterherschiebt, dass das höchstwahrscheinlich nicht der Normalzustand ist?
Nein? Ich schon.
Ja? Das ist gut!
Erwartungen
Jedenfalls, mit was rechnet man bei einem abendlichen Spaziergang hier rund um die Steinbachwiesen? Genau, mit Menschen, Hunden, Bäumen, Laub und vielleicht der einen oder anderen Ente im Weiher.
Womit man eher nicht rechnet? Mit einem Feuerlöscher an so einem Kackfass, einer Sammelkiste für das biologische Endergebnis von Hundefutter …
Da stellt sich natürlich die Frage, was hier wohl gelegentlich für Hunde unterwegs sind und vor allem, was die zu fressen bekommen. Wenn also nach dem Geschäft plötzlich der Hund brennt, hier seid ihr jedenfalls versorgt!
Vielleicht ist das ja auch eine völlig neue Form der öffentlichen Gefahrenabwehr, von der ich bisher einfach nichts mitbekommen habe. Man lernt schließlich nie aus.
Allerdings bleibt bei dem Anblick auch ein etwas fader Beigeschmack, denn vermutlich hat da einfach jemand seinen alten Feuerlöscher abgestellt, weil er ihn loswerden wollte…
Vielleicht steckt aber auch eine ganz andere Geschichte dahinter, wer weiß das schon?
Bis dahin bleibt es für mich die Hundelöschstation.
Es ist schon erstaunlich, wie viel Müll in so einen Eimer passt, wenn man sich nur fest genug einredet, dass er noch nicht voll ist.
Ein bisschen nachdrücken, noch eine Kleinigkeit obendrauf und irgendwann ist weniger die Frage, ob noch etwas hineingeht, sondern wie man das Ganze wieder herausbekommt.
Nur schnell den Müll rausbringen
Pressen, drücken, treten, Sack zuknoten, einmal kräftig ziehen und ab damit, schließlich hat man ja auch noch andere Dinge vor. Eigentlich eine Kleinigkeit, bei der man doch wirklich nichts falsch machen kann, jedenfalls nicht viel.
Es gibt Nächte, da hat man im Bett mehr zu tun als tagsüber bei der Arbeit. Dabei will man eigentlich nur schlafen, aber die Bettdecke entwickelt offenbar eigene Vorstellungen davon, welcher Körperteil gerade Wärme verdient.
Eigentlich sollte das ja eine recht einfache Angelegenheit sein. Hinlegen, zudecken, Augen zu und bis zum Morgen möglichst wenig von der Welt mitbekommen. Theoretisch jedenfalls.
Wer hat hier eigentlich das Sagen?
Erst liegen die Schultern frei, dann werden die Füße kalt, anschließend wird gezogen, geschoben und wieder zurechtgerückt. Irgendwann hat man mehr Zeit damit verbracht, die Bettdecke zu sortieren, als tatsächlich darunter zu schlafen.
Für ein Stück Stoff, das selbst keinen Finger rührt, ist das eine erstaunliche Arbeitsleistung.
Am schönsten ist dann der Moment, in dem endlich alles passt. Die Decke liegt richtig, der Körper ist warm und der Kopf gibt auch endlich Ruhe. Man sollte meinen, spätestens jetzt hätte man sich den Rest der Nacht redlich verdient.
Leider hat die Nacht manchmal ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, wann Schluss ist.
So, da hört man, mal wieder eher unfreiwillig, Radio, und schon schallt die nächste Idee durchs Zimmer, wie man uns unter dem Deckmantel des Fortschritts weiter bevormunden könnte. Diesmal geht es um kleinere Tanks für Plug-in-Hybride, am besten nur noch 15 Liter, damit die Besitzer gefälligst häufiger laden. Noch ist das eine Forderung einer Umweltorganisation und keine beschlossene EU-Vorschrift, aber die Richtung passt wunderbar zu dem, was ich inzwischen als schleichende Diktatur der Vorschriften empfinde.
Sie können ihn einfach nicht in Ruhe lassen, den Verbrenner. Die Finger von funktionierenden, bewährten Dingen zu lassen, scheint unmöglich, weil ein Haufen woker Realitätsverweigerer unbedingt die eigenen Vorstellungen durchdrücken muss. Wenn sich das E-Auto nicht von selbst durchsetzt, weil es für viele Menschen im Alltag schlicht untauglicher Scheißdreck ist, dann wird eben nachgeholfen. Richtige Gründe sehe ich dafür nicht, aber SIE WOLLEN ES! Punkt.
Das wäre ja nur ein weiterer Eintrag auf der langen, langen Liste von Idiotien, die aus Brüssel kommen oder dort möglicherweise noch auf dem Schreibtisch landen. Aber stopp, darum soll es heute gar nicht gehen.
Mir geht es vielmehr um die Vorteile, die uns bei der EU ständig gepredigt werden, während wirklich überzeugende Beispiele für ihren Nutzen im normalen Alltag erstaunlich dünn gesät sind. Das Kernargument mancher Befürworter scheint ohnehin zu sein: „Die EU ist gut für uns, weil die EU gut für uns ist.“
Ja, toll! Klasse! Doch, wirklich!
Was wir bekommen
Wie es real aussieht
Freier Warenverkehr
Ein gemeinsamer Binnenmarkt, weniger Handelsgrenzen und freier Warenverkehr innerhalb der EU.
Verpackungsverordnung und Bürokratie
Dafür unterliegen Unternehmen einer wachsenden Zahl europäischer Vorgaben. Die EU-Verpackungsverordnung ist ein aktuelles Beispiel dafür, wie aus freiem Handel neue Bürokratie und zusätzliche Kosten werden können, gerade für kleinere Unternehmen.
Freizügigkeit
Innerhalb der EU wohnen, arbeiten und sich niederlassen, ohne große bürokratische Hürden.
Für viele ohne Alltagsnutzen
Interessant für Grenzpendler und Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegen. Wer sein Leben in Deutschland verbringt und hier arbeitet, hat davon im normalen Alltag herzlich wenig.
Der Euro
Eine gemeinsame Währung, kein Geldwechsel und keine Wechselkurse innerhalb der Eurozone.
Für mich begann damit das Abkassieren
Für mich begann mit dem Euro eine Entwicklung, bei der die Preise ordentlich angezogen haben und das Abkassieren immer selbstverständlicher wurde. Ich brauche keine Tabellen, die mir meine Erfahrungen aus fast 25 Jahren wegerklären. Wer das grundsätzlich anders sieht, muss hier nicht weiterlesen.
Kostenloses EU-Roaming
Telefonieren und mobiles Internet im EU-Ausland grundsätzlich zu Inlandskonditionen.
Im Alltag kaum relevant
Praktisch für Menschen, die regelmäßig im Ausland unterwegs sind. Für den Rest bleibt bestenfalls der Urlaub, sofern man sich den überhaupt noch leisten kann. Im normalen Alltag spielt dieser Vorteil kaum eine Rolle.
Einheitliche Fluggastrechte
Gemeinsame Ansprüche bei Flugausfällen, größeren Verspätungen und Überbuchungen.
Am normalen Leben vorbei
Schön für diejenigen, die regelmäßig fliegen. Für viele andere besteht der Alltag aus Aufstehen, Arbeiten, Schlafen und dem Versuch, am Wochenende noch ein bisschen von der verbliebenen Freizeit zu genießen. Da spielen Fluggastrechte eher selten eine Rolle.
Nebenwirkungen
Bürokratie und Regulierungswut
Neue Vorschriften, Dokumentationspflichten und Kontrollmechanismen. Besonders kleinere Unternehmen müssen Zeit und Geld für Dinge aufbringen, die mit ihrem eigentlichen Geschäft oft wenig zu tun haben.
Zusätzliche Kosten
Klimaauflagen, CO₂-Bepreisung, Produktvorgaben und Umstellungskosten. Was Unternehmen zusätzlich bezahlen müssen, bleibt schließlich nicht zwangsläufig bei den Unternehmen hängen.
Finanzielle Verpflichtungen
Deutschland trägt erheblich zur Finanzierung des EU-Haushalts bei. Geld, über dessen Verwendung nicht allein in Deutschland entschieden wird.
Weniger nationale Entscheidungsspielräume
EU-Verordnungen gelten unmittelbar in Deutschland. Besonders ärgerlich wird es, wenn unsere eigene Regierung entsprechende Vorgaben mitträgt und sich hinterher auf Brüssel beruft.
Grenzpolitik und Migration
Gemeinsame Regeln sollen gemeinsame Probleme lösen. Dass Deutschland wieder Kontrollen an seinen Landgrenzen durchführt, zeigt allerdings, dass die Zusammenarbeit in der Praxis längst nicht so reibungslos funktioniert wie auf dem Papier.
Der Untergang einer Insel lässt auf sich warten
Da wären beispielsweise noch die Briten, die sich 2016 tatsächlich erdreistet haben, der EU den Rücken zu kehren. Was wurde damals nicht alles vorhergesagt, welche Katastrophen sollten über das Königreich hereinbrechen! Die Experten waren sich in ihren düsteren Prognosen teilweise ziemlich sicher.
Es gibt Klischees, die sind so wahr, dass sie sich täglich erfüllen.
Wie ich auf die Idee komme? Ich habe es getan! Mehrfach! Und … es wird bestimmt wieder geschehen!
Ich weiß aber, dass ich damit nicht alleine bin, und damit niemand sagt, ich hätte nicht gewarnt, wird das Ganze jetzt auch noch auf den Strich gebracht.
Übrigens, wisst ihr, was lustig ist? Zuweilen kann man Menschen im Laden beobachten, bei denen man ziemlich sicher sein kann, dass sie gerade in dieser Situation stecken!
Meine Strichmännchen sind inzwischen auch zu zweit unterwegs, was natürlich ganz neue Möglichkeiten eröffnet, sich gegenseitig auf den Geist zu gehen. Besonders dann, wenn einer nicht einmal den Mund aufmachen muss, um etwas Falsches zu sagen.
Gedanken sind frei, heißt es ja so schön. Dass man dafür trotzdem eine gewischt bekommen kann, könnte an der eigenen Mimik liegen
Eigentlich sollte hier nur ein Beitrag über den Tod von Patrick Stewart entstehen, aber schon wenige Tage zuvor ist Walter Koenig verstorben und kaum war der Text fertig, kam auch noch die Nachricht über Elke Sommer dazu.
Drei bekannte Namen innerhalb von vier Tagen, das wird langsam wirklich bedrückend. Ich habe ja schon öfter geschrieben, dass sich diese Meldungen mittlerweile auf eine Weise häufen, die mir gar nicht gefällt.
Nur drei Tage später folgte Patrick Stewart mit 86 Jahren, für mich vor allem Captain Jean-Luc Picard aus „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“.
Klar, Stewart war auch Professor Charles Xavier in den „X-Men“-Filmen, aber mein erster Gedanke bleibt die Enterprise. Diese Ausstrahlung, das manchmal herrlich strenge Auftreten und die Fähigkeit, mit einem einzigen Blick mehr auszudrücken als andere mit einer halben Seite Drehbuch, das war für mich eben Picard.
Gerade erst im September hat Star Trek seinen 60. Geburtstag gefeiert, jetzt fehlen gleich zwei vertraute Gesichter aus diesem Stück Fernsehgeschichte.
Hier noch einmal Patrick Stewart als Picard, im deutschen Trailer zu seiner eigenen Serie.
Natürlich hat sie in Hollywood mit großen Namen gearbeitet, aber für mich bleibt sie vor allem Annie aus dem Karl-May-Film „Unter Geiern“ von 1964.
Stewart Granger als Old Surehand, Pierre Brice als Winnetou, Götz George und der damals noch junge Terence Hill waren ebenfalls dabei. Eben einer dieser Filme, die ich auch heute noch gerne sehe, wobei ich mich beim Zuschauen kaum darum kümmere, wie viele Jahrzehnte das Ganze mittlerweile auf dem Buckel hat.
Da fällt mir natürlich auch gleich wieder Mario Adorf ein, bei dem ich im April schon über meine Erinnerungen an die Karl-May-Filme geschrieben habe. Als Santer in „Winnetou 1. Teil“ hat er schließlich ebenfalls seinen festen Platz in meinem Kopf.
Tja, so langsam wird es wirklich eng mit den vertrauten Gesichtern aus dieser alten Filmwelt.
Hier noch einmal der Originaltrailer zu „Unter Geiern“.
Wenn ich mir anschaue, über wen ich in diesem Jahr hier im Blog schon schreiben musste, von Mario Adorf über Anne Schedeen bis zu Tim Curry und zuletzt Ralf Richter, dann wird das mittlerweile ein ziemlich trauriges Inhaltsverzeichnis.
Ja, wir werden alle nicht jünger und 85, 86 oder gar 90 Jahre sind nun wirklich keine schlechten Altersangaben. Trotzdem ist es jedes Mal wieder ein Stück Kultur, ein Stück Film- und Fernsehgeschichte und irgendwie auch ein Teil der eigenen Vergangenheit, der damit endgültig abgeschlossen wird.
Das sind eben Menschen, die einen zum Teil seit der Kindheit begleitet haben, die man über Jahrzehnte immer wieder gesehen hat und die einfach dazugehört haben, ohne dass man groß darüber nachdenken musste.