Der Meißel am Straßenrand?
Auf dem Foto sieht er fast harmlos aus, ein Stein eben.
Ein größerer Kiesel, irgendwo bei 50 bis 80 Zentimetern Durchmesser, also ungefähr in der handlichen Kategorie „hebt man nicht mal eben weg, wenn er stört“.
Davon liegen dort mehrere Exemplare an der Straße, nahe einer Kreuzung. Optisch finde ich das sogar gut, ehrlich!
Naturstein statt Plastikpoller, etwas Grün drumherum, kein Baumarktgeländer in Warnfarbe. Kann man ja mögen, oder? ![]()
Dann guckt man aber auf diese obere Kante und das Hirn macht wieder diesen kleinen Abzweig, den es besser nicht machen sollte.
An Fahrzeugen, Anhängern, Absperrungen, Streckenbegrenzungen und sonstigem Kram darf heute gefühlt nichts mehr eine scharfe Kante haben. Alles soll abgerundet, entschärft, geprüft, beschildert oder wenigstens so gebaut sein, dass man sich im Ernstfall nicht gleich in drei Einzelteile zerlegt.
Liegt dort aber ein Felsbrocken, der im falschen Moment wie ein feststehender Meißel wirken könnte, scheint die Sache entspannter zu laufen. Natur halt, Landschaftsbau, alles natürlich. Wahrscheinlich dekorativ gemeint, vielleicht steht im Zweifel auch irgendwo „ortsüblich“ und schon ist die Welt wieder sauber sortiert.
Ich will diese Steine gar nicht weg haben. Ich mag sowas tatsächlich lieber als den nächsten Plastikkram mit Reflexstreifen. Nur bleibt der Gedanke hängen: „Wenn ich da mit dem Auto ausweichen muss, möchte ich nicht testen, wie viel Blech so ein Brocken bei Schrittgeschwindigkeit frisst.
Mit dem Fahrrad möchte ich so einem Brocken erst recht nicht zu nahe kommen. Da wird aus „dekorativer Naturstein“ ziemlich schnell „Igitt, Pfui Pudel“
Vielleicht ist das wieder einer dieser kleinen Alltagswitze. Alles ist geregelt, entschärft und versichert, es sei denn, man kann „Natur“ dranschreiben …










