Hast Du zu kennen, Schluss jetzt!
Bei XING, LinkedIn und anderen Plattformen gibt es offenbar Menschen, die ich unbedingt kennen muss. Also gefälligst zu kennen habe, ob ich nun will oder nicht.
Jedenfalls könnte man das meinen, wenn man sich anschaut, mit welcher Beharrlichkeit einem immer wieder dieselben Personen vorgeschlagen werden, völlig egal, wie oft man diese Vorschläge bereits abgelehnt hat.
Angefangen hat das irgendwann ganz harmlos mit der Frage „Diese Person könntest Du kennen, möchtest Du Dich vernetzen?“, wahlweise auch befreunden oder einfach folgen. Okay, man schaut sich das Profil an, überlegt kurz und stellt fest, dass man den Menschen schlicht und ergreifend nicht kennt.
Bestenfalls war die Person irgendwann mal auf derselben Schule, die man selbst besucht hat, damals im vorigen Jahrhundert (NE! Jahrtausend!
). Vielleicht hat sie auch beim gleichen Arbeitgeber gearbeitet, allerdings lange bevor man selbst dort angefangen hat.
Ich zum Beispiel kenne die ehemalige Nutzerin meines jetzigen Firmenwagens mittlerweile vom Aussehen ziemlich gut, schließlich wird sie mir regelmäßig vorgeschlagen. Sie war früher bei meinem heutigen Arbeitgeber beschäftigt, persönlich habe ich sie allerdings nie kennengelernt. Also, Stefanie, solltest Du das hier lesen, viele Grüße! ![]()
Ein Nein ist offenbar nicht endgültig
Nun gut, man lehnt den Vorschlag ab, weil man diesen Menschen eben NICHT kennt. Eigentlich eine recht einfache Sache, die auch für einen Algorithmus nicht besonders schwer zu verstehen sein sollte, könnte man jedenfalls meinen.
Kurze Zeit später flattert eine Mail ins Postfach, sinngemäß mit der frohen Botschaft „Mensch X ist auch auf unserer Plattform, folge ihm doch!“ Ratet mal, wer Mensch X ist! Natürlich genau die Person, bei der man gerade erst abgewunken hat.
Zufall? Wohl kaum, denn das Ganze wiederholt sich, mal direkt auf der Plattform, mal per Mail und manchmal über Jahre hinweg. Irgendwann fragt man sich schon, wie oft man eigentlich ablehnen muss, bis diese Entscheidung auch als solche erkannt wird. Offenbar ist ein „Nein, danke“ für manche Algorithmen keine Antwort, sondern lediglich eine Aufforderung, es später noch einmal zu versuchen.
Künstliche Intelligenz trifft auf echte Begriffsstutzigkeit
Besonders lustig finde ich das in Zeiten künstlicher Intelligenz. Da bieten einem ausgerechnet solche Plattformen mittlerweile an, mit KI die eigenen Beiträge zu verbessern, Texte zu optimieren und überhaupt alles ein bisschen intelligenter zu gestalten.
Vielleicht sollten die Betreiber erst mal die Plausibilität ihrer eigenen Algorithmen überprüfen, bevor sie meinen, mit ihrer künstlichen Intelligenz meine Postings verbessern zu müssen.
Allerdings kann der Algorithmus ja auch nur so schlau sein, wie die Leute, die ihn programmieren … ![]()













































