Bruce Springsteen – Hockenheim, 21.07.23

"The Boss" @Work!Wie war es beim Boss?

Die kurze Antwort:

Einfach nur GEIL!

Ein paar persönliche Eindrücke vom Konzert

„Bruce Springsteen und die E Street Band“ – für mich haben diese Namen schon immer viel Bedeutung gehabt, seit vergangenem Freitag aber, stehen diese Namen ganz oben auf meiner Liste der musikalischen Helden und dann kommt eine Weile erst mal gar nichts.

Okay, wenn das Feeling des Konzertes etwas abflaut, ändert sich das vielleicht wieder, aber heute, da ist das noch so ;-)

Es ist einfach ein unbeschreibliches Feeling, wenn rund 80.000 Menschen, nein, Bruce Springsteen Fans am Motodrom in Hockenheim stehen und mit einem zusammen jede Sekunde zählen, bis das erste Bandmitglied zu sehen ist.

Die Spannung wurde sogar noch etwas erhöht, weil gegen 19 Uhr, als es eigentlich losgehen sollte, nur ein paar Roadies auf der Bühne herumturnten. Selbst gelegentliche Klatschmotivationen vom Publikum und „Bruuuuuuuce“-Rufe konnten niemanden motivieren, das mal zu erklären.

Eine Bekannte schickte mir dann eine Nachricht via WhatsApp, dass es laut Polizei erst um 19:30 Uhr losgeht, es waren einfach noch zu viele Menschen auf dem Weg zum Konzert. Das hätte man vielleicht auch offiziell kommunizieren können, aber nun gut, zum Thema Organisation habe ich gleich noch einige Worte.

Bruce, E Street Band, Setlist

1 NO SURRENDER
2 GHOSTS
3 PROVE IT ALL NIGHT
4 LETTER TO YOU
5 THE PROMISED LAND
6 OUT IN THE STREET
7 DARLINGTON COUNTY
8 WORKING ON THE HIGHWAY
9 KITTY’S BACK
10 NIGHTSHIFT
11 MARY’S PLACE
12 THE RIVER
13 LAST MAN STANDING
14 BACKSTREETS
15 BECAUSE THE NIGHT
16 SHE’S THE ONE
17 WRECKING BALL
18 THE RISING
19 BADLANDS
20 THUNDER ROAD
Zugaben
1 BORN TO RUN
2 BOBBY JEAN
3 GLORY DAYS
4 DANCING IN THE DARK
5 TENTH AVENUE FREEZE-OUT
6 I’LL SEE YOU IN MY DREAMS

Springsteen and the E Street BandDie Musik, die Show, alles einfach klaglos gut. Der Boss hat echt alles gegeben!

Wer vielleicht erwartet hat, ein alter Mann, immerhin hat er ja auch schon 73 Jahre auf dem Tacho, würde da nur ein paar Lieder herunterleiern und dann wieder gehen, der hat sich geirrt, aber sowas von :mrgreen:

Band, Publikum, Feeling – das ging alles Hand in Hand, eine dreistündige Reise in eine andere, eine bessere Welt, anders kann ich das nicht bezeichnen.

Punkt.

Ankommen, dort sein, wegfahren

Wir sind mit offiziellen Verkehrsmitteln gefahren, es hieß im Vorfeld ja von allen Seiten, dass man auf das Auto verzichten sollte, Stau, Parkkosten und Co. Nun ja, hätte ich mal doch das Auto genommen, aber heute ist das auch egal.

Ich schreib’s mal chronologisch, ok?

8:30 Uhr, wir starten hier in Fürth im Odenwald mit dem Bus nach Heppenheim. 6 Minuten Verspätung, das passt noch. Ich habe übrigens früh extra nur einen Kaffee getrunken, im Bus ist halt kein Klo ;-)

Ich dachte mir halt, Kaffee geht dann auch in Heppenheim am Bahnhof, im Zug gibt es ja Toiletten. Ähm, ja, wenn da noch ein Kiosk wäre, dann hätte das auch funktioniert, also kein Kaffee …

9:01 Uhr, Der Zug von Heppenheim nach Schwetzingen kommt, wir steigen ein, es ist nicht zu voll, super. Unterwegs kleckern die ersten Regentropfen an die Scheiben, nur leicht, aber gerade auf dem Weg zu einem Open-Air-Konzert hat man da doch schon ein Auge drauf.

9:48 Uhr, wir kommen in Schwetzingen an und können lückenlos in den Zug nach Hockenheim steigen, perfekt :-)

Bahnhof Hockenheim9:57 Uhr, wir steigen in Hockenheim aus. Der Weg ist zunächst etwas unklar, von den versprochenen Hinweisschildern ist zumindest zu dieser Zeit noch nicht zu sehen.

10:45 Uhr, der Hockenheimring ist erreicht, wir sind zu Fuß gegangen. Ein bisschen Orientieren, das Schließfach suchen und feststellen, dass der passende QR-Code erst ab 12:00 Uhr funktioniert. Etwas essen, trinken, unglaublich viel Geld für alles bezahlen. Fotos hier machen, mit anderen Fans dort sprechen, alles so, wie es muss.

Warten ...13:00 Uhr, wir sichern uns „Sitzplätze“ auf den eigenen Jacken auf der Wiese, rund 10 Meter vom Einlass entfernt. Laut Information beginnt der Einlass um 16:00 Uhr. Warten, Soundcheck hören (Prove it all night), mit anderen Leuten quasseln, den langsam schmerzenden Popo beklagen, alles so was eben :mrgreen:

16:30 Uhr, Einlass! Wir sind halt erst jetzt dran, die Besucher mit den besseren Plätzen sind allerdings tatsächlich schon ab 16 Uhr in den inneren Bereich gekommen.

Also los, zügig einen brauchbaren Platz ergattern, alles super. Wir postieren uns aus den Stehplätzen heraus am hinteren Ende von FOS2, das passt. Früh dort sein, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir können die Bühne sehen und sogar ohne Brille erkennen, wer da auftaucht. Zusätzlich super Blick auf mehrere Leinwände.

"Fire" & "Fiere" ;-)Ab jetzt wieder: Auf der Wiese sitzen, Kontakte knüpfen und „FIRE“ kennenlernen!

Das ist (gesprochen) Fiere ;-)

Nein, ich weiß, dass das Fire heißt, aber der Besitzer hat das Dingen eben „Fiere“ getauft, dann muss ich das hier auch so schreiben. Blöderweise habe ich vergessen, nach seinem (und den anderen) Namen zu fragen. Allerdings darf ich dieses Foto ausdrücklich nutzen, er weiß, dass es „desasterkreis.de“ gibt und ich hoffe nun, wir treffen uns bei Instagram.

Das Schild ist ein super Merkmal, sich in der Menge wiederzufinden, kann gleichzeitig den Boss bitten, den Song zu bringen und hat schon andere Konzerte gesehen. Ein Gruß von hier zum Schildbesitzer, ich hoffe, München heute wird für Dich ebenso toll!

19:00 Uhr, es sollte beginnen. Allerdings … außer etwas technischem Betrieb auf der Bühne und gelegentlichen Motivationsversuchen der Fans mal langsam anzufangen, tut sich nicht viel. Ich erhalte von einer Bekannten eine Nachricht, dass es erst um 19:30 beginnt, es strömen einfach noch zu viele Fans zum Ring.

19:30 Uhr: Bruce Springsteen & The E Street Band legen los! :cool:

Ill see you in my dreams22:30 Uhr, die letzten Töne von „Ill see you in my dreams“ klingen noch im Kopf, die Füße schmerzen und der Rest des Körpers merkt langsam, dass er seit gegen halb sieben in der Frühe im Einsatz ist. Ganz langsam, echt langsam, bewegen sich die Menschenmassen auf den Ausgang zu. Eigentlich trottet man nur noch in der Menge, sehen kann man eh noch nichts.

Die Familie sammelt sich an einem vorher festgelegten Punkt, zwischenzeitlich hatten sich Frau und Tochter etwas abseits positioniert. Ein paar Minuten noch sitzen, der Fußmarsch zum Bahnhof geht einfach noch nicht. Bus oder Taxi? Fehlanzeige.

Warten in der Menge, mehr Foto ging nicht, zu eng, zu dunkel ...23:50 Uhr, wir kommen am Bahnhof an. Irrsinn! Hier stehen tausende Menschen, Polizeiwagen, Sanitätsfahrzeug und es ist so voll, dass man den eigentlichen Bahnhof schlicht nicht sehen kann.

Ein Straßenmusikant spielt auf der Gitarre und singt, super sogar, aber alles wirkt surreal. Später erfahren wir, dass der Musiker Shawn heißt und aus New York kommt, mehr ist nicht zu erfahren.

Jetzt geht es einfach nur ins Unglaubliche. Ich höre, dass um die 15.000 Leute nun nach Hause wollen, jeweils Richtung Mannheim oder Karlsruhe. Laut Plan kommen vielleicht noch 2 oder 3 Züge jeweils in die entsprechende Richtung, das passt niemals :shock:

Hockenheim Bahnhof Richtung MannheimAb jetzt weiß ich nicht mehr, wann was wirklich geschehen ist. Es kommen polizeiliche Durchsagen, dass es doch noch Sonderzüge geben wird mit um die 1.400 Plätzen.

Keiner weiß wann was nun von wo kommt oder wohin, also einfach in der Masse bewegen. Der Bahnsteig an sich wird gesperrt, die zuständigen Sicherheitskräfte lassen nur noch der Zugfüllung entsprechende Mengen an Leuten zu den Zügen und weisen ein.

Ich muss an dieser Stelle betonen, dass ALLE Beteiligen echt diszipliniert und ruhig sind, sogar die Polizei bedankt sich dafür. Eigentlich großes Kino, nur sind wir alle eben total platt, alles tut weh und die Müdigkeit wird mächtig.

03:10 Uhr, wir sind im Zug, im letzten Zug nach Mannheim. Jedenfalls wurde uns das so gesagt, scheinbar muss aber gegen 3:20 noch einer gekommen sein, was ich aber nicht sicher weiß.

Mannheim @Night03:50 Uhr, Mannheim Hauptbahnhof. Von hier muss es für uns nach Weinheim oder Heppenheim gehen.

Da noch lange kein Zug eben nach Heppenheim planmäßig fährt, nehmen wir die OEG, die Straßenbahn.

Leider soll die auch erst um 04:35 kommen, aber wir haben vermeintlich Glück, um 04:05 kommt auch eine. Was im Moment kritisch ist? Die Toiletten im Bahnhof sind noch geschlossen, für meine beiden Mädels im Schlepp wird das langsam zum Problem … Wie kann es sein, dass an einem Bahnhof bitte die sanitären Räume zu sind?

Um die 10 Minuten unterwegs, kommt in der Bahn die Durchsage: „Der Zug endet hier, bitte nehmen Sie einen anderen!“. Ich kann’s kaum glauben, bin aber zu erschöpft, um mich aufzuregen. Glück im Unglück, direkt nebenan steht wirklich die Alternative, es geht nahezu nahtlos weiter.

04:45 Uhr, Weinheim! Wir sind ziemlich fertig und am Ende. Das Wissen, dass der erste Bus (Schienenersatzverkehr …) erst um 06:22 kommt, macht irgendwie nicht wirklich fröhlich. Immerhin ist aber irgendwie schon der heimische Stall zu riechen, auch irgendwie beruhigend.

Das wichtigste in dem Moment? Dieser Bahnhof hat nicht nur Toiletten, nein, die sind auch 24 Stunden am Tag zugänglich, was gerade die weiblichen Teiler kleinen Springsteen-Fan-Truppe wirklich erfreut ;-)

Am Taxistand gibt es dann aber kein Halten mehr! Rein in die Karre, Heimathafen angeben und weg. Scheiß auf die paar Euro, es geht heim!

05:15 Uhr, die eigene Haustür öffnen, durchatmen, Bett … ✔

Fazit:

Anreise cool, Konzert absolut episch, Rückweg katastrophal. Ich zitiere mal lose den Polizisten in Hockenheim: „Organisation geht anders!

Allerdings muss ich auch sagen, jedenfalls aus meiner Sicht, dass einige Berichte in bestimmtem Medien etwas sehr dramatisch dargestellt sind.

Die beiden dort erwähnten Tunnel, die in einem Zeitungsbericht annähernd so drastisch gefährlich angemutet haben wie die einst die Love-Parade in Duisburg, die habe ich nie gesehen.

Wärmedecken habe ich tatsächlich wahrgenommen, allerdings leuchtet mir nicht ein, warum man zu einem Konzert, dass sicher erst in der Nacht samt Rückweg ein Ende findet, keine Jacke mitnimmt. Vor allem dann, wenn es über den Tag hinweg schon grau und teilweise leicht regnerisch ist.

Aber wie gesagt, vielleicht ist das auch nur uns alles nicht begegnet, ich kann hier nur für mich sprechen.

Die Polizei und die Rettungskräfte haben jedenfalls alles super gerockt und wenn man mal davon ausgeht, dass es Sache der Veranstalter ist, alles zu planen, dann hat auch die Deutsche Bahn wirklich schnell richig gut geliefert. Mehr kann ich nicht sagen, so habe ich es erlebt und mehr Kenntnis besitze ich nicht.

Er war es eben und ist es noch immer: Er ist "The Boss"Eines ist jedenfalls sicher, ich würde es wieder machen!

Sollte es für mich doch noch mal eine Gelegenheit geben, Bruce Springsteen and the E Street Band zu sehen, ich werde da sein.

Heute, ja heute kann ich nur noch mal kurz den Freitag im Geiste Revie passieren lassen, was ich auch machen werde ;-)

Er war es eben und ist es noch immer: Er ist „The Boss“ ❗ :-)

Hochzeitstag 23.07.1991 Zum guten Schluss

Übrigens, da meine Frau und ich heute auch noch den 32. Hochzeitstag auf den Kalender schreiben, haben wir so wenigstens dafür gesorgt, dass dieses Wochenende in besonderer Erinnerung bleibt ;-)

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