Flackern statt lesen?

moralei-bunt-und-lautIch will doch nur eine Info…

Vielleicht kann man mir jetzt schon Altersstarrsinn vorwerfen, aber ich kriege immer öfter einen am Schlappen, wenn ich eine Information suche. Nur einen kleinen Schubs in die richtige Richtung, meist reichen drei oder vier Wörter.

Die allmächtige Googlesuche kann bei so ziemlich allem helfen, wenn man denn starke Nerven hat. Viel unnützes Zeug, gerne auch mal etwas, wo auch nach mehrfachem lesen nicht klar ist, was das mit dem Thema zu schaffen hat. Da bin ich dann aber auch schon beim Thema! Lesen! Ich bin ja dankbar, wenn ich überhaupt eine Info zum Lesen bekomme. Für jeden Rotz werden plötzlich an jeder Ecke Videos angezeigt. Macht dies bei der Anleitung, wie man einen Autoreifen mit dem Kaffeelöffel von der Felge zieht ja noch Sinn, kotzt es mich bei den meisten Quellen einfach nur an.

Was könnte es einfach sein!

Man muss ja noch nicht mal nach etwas suchen, oft wird einem ein Thema von Interesse ja auch nur als Video in irgendwelchen Nachrichten angeboten. Gerade jetzt, bei den Corona-Dingen, ist doch eine einfache Liste auf dem Schirm sinnvoller, als wenn mir irgendwer da lange erklärt, dass so und so viele Prozent dies und das belegen. Natürlich nicht ohne 20 Sekunden Vorspann und 10 Sekunden Werbefilm. Mit kilometerlanger Vorerklärung was Menschen sind, warum es Krankheiten gibt und welche politische Richtung, die richtige ist. Es wäre ja auch zu viel verlangt, wenn da einfach stände, was ich in rund 3 Sekunden Lesezeit, einfach und unverblödet lesen kann.

Kann es wirklich sein, dass in Zeiten, in denen man so einfach an Wissen kommt, so viele Menschen nichts mehr begreifen, was ihnen nicht auch mit Ton, hübsch bunt und für Vorschüler erläutert, mundgerecht angeboten wird? Ich mein, bei ganz vielen Storys hat man am Ende doch den Anfang vergessen! Schlimmstenfalls sogar, was eigentlich die eigentliche Frage war.

Ne, für mich bitte nicht!

Haltet mich für engstirnig, aber wenn ich etwas wissen will, brauche ich keine Unterhaltung. Ich bin obendrein sicher, dass man auf die Fähigkeit des Lesens, auch in Zukunft, nicht verzichten kann und darf!

 

 

 

 

4 Gedanken zu „Flackern statt lesen?

  1. „Haltet mich für engstirnig, aber wenn ich etwas wissen will, brauche ich keine Unterhaltung.“

    Du nicht, (fast) alle Anderen schon. Selbst lesen ist so 90er, heute wird einem alles vorgetanzt – das nennt sich Fortschritt…

    Ich finde, wenn ich meine Lebenszeit dafür opfern soll, das mir jemand, dem die gewählte Sprache fremd scheint, etwas mit gefühlt einem Zehntel meiner üblichen Lesegeschwindigkeit wahlweise vorstammelt oder -singt, dann will ich dafür Geld haben. Bekomme ich das nicht, war der Inhalt es offensichtlich auch nicht wert…

      • Ich weiss. Gerade in der Zeit jetzt, wo sich jedes zweite „Medienhaus“ entweder hinter einer Bezahlschranke versteckt oder „Informationen“ nur noch als Video anbietet, merke ich, dass die auch schon vorher eigentlich nur Quark getreten haben…

        Ich rede mir jetzt einfach ein, ich bin vor einiger Zeit bereits (möglicherweise sogar an COVID-19) gestorben und befinde mich im „Bad Place“ (https://de.wikipedia.org/wiki/The_Good_Place)…

        • Ich persönlich habe auf jeden Fall meine Liste der Quellen erweitert, die ich meide. Wobei ich allerdings sagen muss, dass Viele in Krisenzeiten nur das bestätigt haben, was auch vorher schon absehbar war.

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