Uiuiui, ich dachte eigentlich, unser Aufenthalt beim Bauernmarkt in Erbach war eher kurz, aber scheinbar habe ich mich geirrt.
Obwohl … wahrscheinlich war es dann eher ein Zeitportal auf dem Hinweg.
Warum?
Weil es zu der Fahrweise etlicher Leute passt, die ich vor mir hatte. Es ist immer wieder erstaunlich, wie beharrlich man sein kenn, wenn man unbedingt vor jeder Kurve bremsen muss und dann vergisst, dass das rechte Pedal doch besser wieder betätigt wird. Final kann es ja nur so sein, dass da die Zeit irgendwie rückwärts gelaufen ist
Es kann natürlich auch sein, dass dies die ersten Haustiere von Keith Richards waren
Wenn man eine Schwäche für alte Dinge hat, sieht man hier und da natürlich auch irgendwas in der Richtung.
Kommt dann noch ein ausgeprägter Fimmel für alte Technik, speziell Elektronik hinzu, dann kann man da nicht einfach dran vorbeigehen.
Ausgerechnet auf dem Bauernmarkt
Dass ich aber so eine Art Seelenverwandten in Erbach auf dem Bauernmarkt entdecke, das habe ich dann doch eher weniger erwartet.
Irgendwie gehe ich bei dem Begriff „Bauernmarkt“ eher von Dingen aus, die irgendwie in Richtung Landwirtschaft gehen, so Zeugs zum Essen, Züchten oder Ernten halt
Was macht das geschulte Auge also?
Es erspäht zwischen Saftflaschen, Gemüsekisten und Brotauslagen einen C 64, geht hin und Mund und Ohr sind innerhalb von Sekunden mit dem Aussteller im Gespräch.
Gibt es etwas Schöneres, als Fachsimpeleien? Nein! Das kann also durchaus mal eine Weile dauern. Wenn dann noch der eigene Blog ins Gespräch kommt, dann versteht es sich fast von alleine, dass dieser Moment einen Beitrag mit sich bringt
Ich geb’s ja zu: streng genommen ist es kein Stier, sondern eine Kuh und die ist noch nicht mal echt, aber trotzdem
Sie ist nicht ganz so gefährlich wie eben ein Stier, kann sich nicht einfach wegdrehen und zappelt vor der Kamera nicht!
Man muss schließlich auch auf seine Sicherheit achten, gell?
Es soll ja Dutzende Berichte von amoklaufenden Milchkühen geben, die einen harmlosen Irren angreifen, der ihnen Mützen aufsetzt! Also, echte Tiere meine ich!
Zweckentfremdung
Das ist eine Art Übungstier mit künstlichem Euter zum Melken, aber so etwas hält mich ja nicht davon ab, sie mal kurz für meine eigenen Ideen anders zu nutzen.
Andere Leute haben ein Wappentier, ich halt ein Kappentier, geht doch, oder?
Keine Sorge, das eine oder andere Bild davon zwinge ich Euch garantiert noch auf
Sorry übrigens noch mal an das Kind, das auf seinen Melkeinsatz warten musste, bis ich mit meinem Zirkus fertig war! (NEIN, ich habe NICHT an dem Euter gespielt und gemolken, ich habe noch sowas wie Restwürde! )
Wer es noch nicht weiß, ich bin dort quasi aufgewachsen und einen Großteil meiner prägendsten Jahre der Jugend habe ich in Voerde verbracht.
Von November 22 bis März 23 haben mich meine Wege aus beruflichen Gründen wieder dorthin geführt und zusammengefasst war und bin ich einfach nur entsetzt, wie nichtssagend diese Stadt mittlerweile vor sich hin existiert.
Rückschritt statt Fortschritt
Man verzeihe mir, dass ich hier einfach wieder einen Facebook-Post einfüge, aber der NRZ-Artikel ist nicht kostenlos und in den Kommentaren zum Originalbeitrag steht das Relevanteste enthalten.
Nicht nur der zitierte Beitrag, auch meine persönlichen Erfahrungen vor Ort haben mir persönlich eines aufgezeigt:
Da wird nichts richtig gemacht!
Selbst ein Weihnachtsmarkt ist mit den woken Vorstellungen der in irgendeiner Form verantwortlichen Personen nicht zuverlässig zu etablieren.
Ich kann mich sehr gut an Zeiten erinnern, zu denen man gerne nach Voerde gefahren ist oder dort gewohnt hat.
Mal zum Einkaufen, auch gerne zu dem einen oder anderen Event und rund um den Marktplatz gab es eigentlich immer irgendeine Action. Es gab ein gewisses Nachtleben oder zumindest Möglichkeiten, ein unterhaltsames Wochenende zu verbringen, wenn man innerhalb der Stadt bleiben wollte.
Erinnere ich mich jedoch an meinen damaligen Aufenthalt dort, sehe ich die üblichen Discounter und eine handvoll Pizzerien vor meinem geistigen Auge.
Selbst für so etwas Simples wie ein Schnitzel mit Pommes gibt es nur eine Anlaufstelle, darüber hinaus wird es ohne Auto schwierig und da die Öffis rund um die DB etwas mit dem Ausbau der Strecke kämpfen, wird es ohne eigenes Fahrzeug zumindest ziemlich kompliziert.
Das Einzige, was immer noch meinen Respekt hat, sie die vielen kleinen Erfolge, die mit dem Engagement einiger Inhaber kleiner Läden und Freiwilliger bei Veranstaltungen errungen werden.
Kleiner Tipp:
Macht einfach den Marktplatz wieder zu einem Platz, der den Namen auch verdient und setzt auf die Realität, nicht auf Wunschdenken, dann kann’s vielleicht noch mal was werden
Viele hier wissen ja, dass ich von November 2022 bis März 2023 in meiner alten Heimat Voerde gelebt habe.
Nicht so sehr aus Heimweh, eher aus beruflicher Notwendigkeit. Wobei ich mich durchaus gefreut habe, wieder mal nicht nur kurz in den Straßen meiner Jugend unterwegs zu sein, keine Zeit hat mich so geprägt wie dieser Ort und die 80er-Jahre
Das obendrein noch ungeplant, direkt beabsichtigt waren meine Besuche auf der Veranstaltung gar nicht.
Blick zurück oder nach vorne?
Jedenfalls ist es schon ein merkwürdiges Gefühl, mal wieder etwas erlebt oder gesehen zu haben, ohne zu wissen, dass es wohl das letzte Mal war.
Ich will allerdings so fair sein und zugeben, dass ich den Markt dort am Haus Voerde so auch in meiner Jugend nicht erlebt habe, da fand das alles noch auf dem Marktplatz statt.
Und, na klar, ich bin bei diesen Themen nicht wirklich neutral, muss ich auch nicht. Weil egal was man mir an „Verbesserungen“ in Voerde einreden möchte, ICH weiß, wie es früher war und das, was da jetzt (nicht) geschaffen wird, kann dem nicht im Ansatz das Wasser reichen.
Jedenfalls dann, wenn man gut 10 Tage vor einigen Prüfungen nicht durchdrehen will?
Richtig, man unternimmt mal etwas völlig Anderes!
Heute ist ziemlich passend „Fürther Markt“, da lag gegen Mittag der Gedanke nahe, dort mal etwas Zerstreuung zu suchen.
Die Hauptstraße hier ist bis zum Abend eh gesperrt und sollte ich wirklich schon heute nach Heidelberg fahren (was ich wohl machen werde), müsste ich ohnehin sehen, wie ich durchkomme.
Klar, machbar ist das, aber notfalls kann ich auch später oder morgen fahren, auf jeden Fall will ich mir mal das Spektakel dort anschauen.
Weil da bei der Erstellung des Accounts etwas verbaselt wurde (ne, nicht vom mir!) und der Name seitdem reserviert ist. Irgendwie habe ich es geschafft, den gleich im ersten Anlauf damals in ein Desaster zu verwandeln, den Accountnamen …