Wenn ich in der Mittagspause meine Runde drehe, komme ich immer wieder an denselben Stellen vorbei. Meistens ändert sich dort nicht viel, zumindest nicht so, dass man es von einem Tag auf den anderen wirklich bemerkt, andernfalls landet es früher oder später eh hier im Blog.
Feld, Straße, Himmel, ein paar Bäume. Nichts, wofür irgendwo ein Reisebus hält, aber genau solche normalen Aussichten gehören irgendwann so fest zum Weg, dass man sie kaum noch bewusst wahrnimmt.
Das Foto oben ist irgendwann im Mai oder Juni 2025 entstanden, vermutlich habe ich an dem Tag Interesse an Bildern mit Feldern gehabt
Also stand ich gestern wieder an derselben Stelle, an der ich inzwischen seit Ende März immer mal das gleiche Feld fotografiere. Mehrfach in der Woche führt mich meine Mittagsrunde dort vorbei, sofern Zeit und Wetter mitspielen, der Standort ist also nicht gerade schwer wiederzufinden.
Diesmal war das Feld beim Frisör
Wo im Juni noch alles stand und langsam reif wurde, bleiben jetzt nur noch Stoppeln. Kurz geschnitten, sauber abgeräumt und vermutlich schon bereit dafür, demnächst wieder neu aufgeladen zu werden.
Heute einkaufen, leben am Wochenende, Nahrung, Konsum zur Freude der Steuereinnehmenden, sowas eben.
Eigentlich wollte ich nicht mal mit, aber da ich blöde geparkt hatte, musste ich das Auto eh umsetzen. Wenn man schon mal drin sitzt, kann man auch gleich mitfahren, gell?
Neben der Tatsache, dass ich bei dem Wetter ziemlich sicher irgendwo Eisbären oder ersatzweise Polarwölfe gesehen habe, mussten wir auch noch nach Heppenheim ins Getränkecenter.
Da standen dann Menschen mit Einkaufswagen voller Leergut. Nicht ein bisschen Leergut. Nicht „wir bringen mal eben die zwei Flaschen von letzter Woche weg“ Leergut.
Mehr so: Familienausflug mit Rückgabeabsicht.
Ich stelle also fest:
Gestern war wohl Vatertag.
Irgendwer muss da draußen ein erhöhtes Leergutaufkommen produziert haben.
Wenn man, so wie ich, eine gewisse Modellbau- und Modellbahngeschichte hat, schauen die Augen auf so eine Welt im Kleinen ja schon anders, da kann man nix gegen machen
Wer sich jetzt fragt, was sich da bei mir mit welchen Dingen verbindet, findet (nicht zuletzt) unter diesen Links hier ein paar Informationen, leider kann man das alles nur noch aus der virtuellen Zeitmaschine in der Form und an diesem Ort betrachten.
Da auch meine Uhr damals noch anders getickt hat, finden sich auf meiner michael-floessel.de natürlich ebenfalls ein paar Dinge, die damals die MWO ausgelöst hat, wer mag, kann gerne mal schauen.
Natürlich gibt es auch bei den üblichen Verdächtigen noch so manches in bewegten Bildern, ich bette einfach mal eine Mitfahrt hier ein, vielen Dank an Pennula für die Mühen bei, in und mit der Modellbahn-Szene (Video schon am neuen Ausstellungsort in Fürth Odw.!):
Zurück zu dem, was merkwürdig ist
So, ja, wo war ich?
Richtig, das Modell in Darmstadt
Natürlich läuft bei einem solchen Anblick auch ein kleiner Film im eigenen Kopf ab, immerhin hat mich das Thema Modellbahn über 11 Jahre begleitet.
Richtig komisch wird es aber, wenn an dem Tag, an dem man das bloggt, am späteren Abend Facebook mit einer Direktnachricht aufploppt und ein liebgewonnener Mensch aus der Zeit (der, der das alles überhaupt ins Leben gerufen hat) einen anschreibt.
Zugegeben, der Anlass war mehr als traurig, was dann am Ende zu einem Telefonat geführt hat, welches nun wieder hier diesen Blogbeitrag ausgelöst.
Man könnte ja
Die Idee, die da gestern am späteren Montagabend geboren wurde, war nämlich die, dass sich die ganze Bande mal treffen könnte!
Ja, genau! So richtig mit sehen, sprechen und hören!
Der Georg und ich haben noch keine Idee wann und wo, das muss sich entwickeln.
Aber: Ein Aufruf an alte Weggefährten!
Wer aus der ehemaligen Modellbahnwelt-Oberhausen jetzt und hier über diesen Beitrag stolpert, ist aufgerufen, Kontakt zum Georg, mir oder vielleicht noch bestehenden alten Seilschaften aufzunehmen, damit wir die kleine Lawine mal ins Rollen bringen.
Der oder die eine oder andere aus dem MWO-Team weilt ja inzwischen leider nicht mehr unter uns, wir denken, es wird Zeit!
Da ich heute gefühlt den größten Teil des Tages hinter dem Lenkrad verbracht habe, ist meine Energie viel Text in den Blog zu packen, tatsächlich eher gering.
Eine kleine Erkenntnis
Eines ist aber sicher – wenn man sich mal wieder aufregt, wie langsam es gelegentlich auf der Autobahn vorwärtsgeht, dann bedenke man: Langsamer als stehen bleiben geht nicht
Eigentlich wollte ich heute ein paar Zeilen dazu schreiben, dass mein Job mich aktuell tatsächlich nach Duisburg geführt hat, aber das verschiebe ich jetzt einfach
Eigentlich wollte ich den Becher auf dem Foto einfach später kaufen – Gelsenkirchen stand ja noch an, Berlin war eh durch, also kein Stress. So mein Gedanke.
Aber na ja, Fan ist Fan – und irgendwann stand ich dann doch da mit dem Ding in der Hand. Und wie das so ist, wenn man nicht allein unterwegs ist: Es wurden direkt drei Stück. Muss ja reichen für den Haushalt 😁
Und heute?
Heute bin ich heilfroh, dass ich das gemacht hab!
Denn offenbar gab es diese Tour-Becher nur in Frankfurt. Keine Ahnung, ob das geplant war oder einfach so gelaufen ist – aber in Gelsenkirchen habe ich jedenfalls keinen mehr gesehen. Und wenn man sich so umhört, scheine ich da nicht der Einzige zu sein.
Rarität? Könnte man fast meinen!
Ich mein, klar – es ist „nur“ ein Becher. Aber wenn man’s genau nimmt, steckt da jede Menge drin:
Ein Moment vom Konzert, eingefangen zum Mitnehmen
Ein Motiv, das man eben nicht mal eben im Merch-Shop nachordern kann
Und ganz ehrlich: Wenn es wirklich nur eine Stadt gab, in der das Teil zu bekommen war – dann ist das Ding fast schon automatisch ein Sammlerstück
Ob ich ihn in einen Tresor packe?
Nee. Aber er bekommt garantiert einen Platz, den nicht jeder Becher hier im Schrank bekommt. Und wenn ich ganz ehrlich bin: Einen davon nutze ich sogar ganz normal. Weil – Becher ist Becher. Und irgendwie ist das ja auch sein Job.
Wenn man irgendwann feststellt, dass man seinen eigenen Desasterkreis als eine Art Tagebuch nutzt, um zu sehen, was wann, wie und wo geschehen ist.
Netter Nebeneffekt:
Dabei kann es durchaus geschehen, dass im Kopf eine weitere Zeitreise beginnt, in deren Verlauf man seine eigenen Beiträge liest, als hätte jemand anderes sie verfasst.
Man bemerkt Änderungen im Schreibstil, findet Dinge, die eigentlich fortgesetzt werden sollten, schmunzelt, staunt oder wird nachdenklich.
Ursprünglich sollte der „Desasterkreis“ ja nur dazu dienen, ganz normale oder kleine Dinge des Alltags näher zu beleuchten, aber so ein kleiner Zusatznutzen ist doch auch fein, oder?
Klar, ganz viel ist eher dem eigenen Leben entsprungen, aber wenn ich die Zugriffszahlen auf die jeweiligen Momente an manchen Orten sehe, dann weiß ich ja, dass auch andere Menschen sich dafür interessieren, ihr eigenes Kopfkino damit basteln können.
Eigentlich ist doch jede Ampel auf dem Weg zur Arbeit schon eher ein persönlicher Bekannter, oder?
Man steht da, Tag für Tag, auf der immer gleichen Strecke und irgendwann weiß man genau, wie lange es dauert, bis es grün wird.
Also fängt der Kopf an zu machen, was er halt so macht, wenn er nichts zu tun hat:
Dreht Kreise. Stellt Fragen. Spielt irgendeinen Quatsch ab, den man sich nicht ausgesucht hat.
Heute zum Beispiel die Frage:
Wie viele Stunden meines Lebens hab ich wohl schon auf „Grün“ gewartet?
Natürlich hab ich keine Antwort.
Aber das Hirn fragt trotzdem.
Und während ich da stehe, läuft Bruce Springsteen – „Long Walk Home“, bestes Timing!
Kein Drama, keine Erleuchtung – nur kurz der Gedanke: Ich kenne diese Kreuzung besser als manche Verwandten.