Schon komisch, das Ding mit der tollen und modernen Welt…

retrocolaVergangenes?

Ich mache ja eigentlich kein Geheimnis daraus, dass ich einen ziemlichen Retro-Fimmel habe.

Mir ist dabei auch ziemlich egal, ob da nun jemand die Stirn runzelt oder nicht und was alles dagegen spricht, es ist einfach so.

Entscheidend ist für mich, wie das eigene Lebensgefühl in welcher Zeit ist oder war, und da schneidet jedes Jahrzehnt nach den Achtzigerjahren ein klein wenig beschissener ab, seit 2005 geht es allerdings, persönlich und rückwirkend betrachtet, steil bergab. Nicht unbedingt mit dem eigenen Leben, das nicht, eher mit all dem, was von außen auf die Selbststimmung einwirkt und man eben nicht umgehen kann.

Ist auch egal, jedenfalls sehe wohl doch nicht nur ich das so, sonst würden ja ganz bestimmte Dinge nicht immer wieder aufflammen und in Windeseile Abnehmer finden, gell? ;-)

Tja, vielleicht, aber nur vielleicht, war früher doch alles einiges manches besser :mrgreen:

 

 

Boah, ein “Digital“!

EDV SymbolVoll gut, so ein “Digital“!

Wir leben ja in einer Zeit der geheimen Geschehnisse. Unsichtbare Viren, eben solches CO2 und auch nicht mit dem Auge zu erkennender Feinstaub – alles Dinge, an die man glauben muss, wenn man sie akzeptieren soll. Fehlen nur noch des Kaisers neue Kleider ;-) Ich will das jetzt gar nicht klassifizieren, was es aber zum Teil mit der Bevölkerung anstellt, ist kein großes Geheimnis.

Richtig geil wird es aber beim Thema virtuelle Alltagsaufgaben, die werden nämlich (nicht ganz) neuerdings mit “Digital“ erledigt! Klasse Ding, nicht? Man kann es nicht sehen, aber zumindest zweifelt niemand die Existenz an. Es ist ja auch ein tolles Wort, dieses “Digital“! Sechs Buchstaben, durch die vor allem jene Menschen ein Allroundargument haben, die nicht genau wissen, was genau zu tun ist, es aber gerne als Lösung für alles anpreisen, was sich problematisch zeigt.

Jetzt ist so ein “Digital“ allerdings auch ein bisschen selektiv zu sehen!

Kauft man zum Beispiel online Waren ein, dann ist das ein böses “Digital“. Immerhin schadet es dem lokalen Händler, vor allem wenn er Waren nicht verkaufen kann, da sein Geschäft lockdowntechnisch nicht geöffnet sein darf. Ok, das gilt nur für den Moment, immerhin haben ja scheinbar kosmische Kräfte bisher dafür gesorgt, dass er den Schritt zum Onlineverkauf nicht gemacht hat. Na ja, er kann das nicht, er kennt dieses “Digital“ auch nicht, ist ja noch neu, der virtuelle Kram, nicht? Immerhin ist ja nun schon rund ein Jahr vergangen, in dem der Händler hätte alles umstellen können, oder? Er hatte ja Zeit, die fehlenden Umsätze kann man doch nicht immer als Begründung anführen. Existenzsorgen soll er am Wochenende pflegen, außerdem kann er ja online Hilfen beantragen! Zumindest dann, wenn die andere Seite ihr “Digital“ im Griff hat und sich in etwa ein Bild davon gemacht hat, welche Zahlen nun zu verwerten sind. Wenn der Antragsteller ein klein wenig Glück hat, gibt’s ein paar Euro Fördergeld auf dem Weg in die Insolvenz.

Online, Digital, Daten – Ist doch alles das Gleiche!

Schwierig wird es nur dann, wenn er doch einen Onlineshop betreibt, der olle Händler. Ist das denn nun gut oder böse? Gilt böse vielleicht doch nur, wenn der Shop mit Ama… beginnt? Wenn jetzt also niemand mehr bestellen würde und alle Ama…-Mitarbeiter auf der Straße stehen, sind das dann gute Arbeitslose? Sind denn dann aber die, die ihren Job verloren haben, weil ein lokaler Händler schließen muss, automatisch schlechte Arbeitslose?

Nein, nein, keine Sorge, ich will hier weder für die eine noch für die andere Seite eine Lanze brechen, ich versuche nur das “Digital“ richtig einzuordnen!

Lernen und arbeiten? Das “Digital“ kann alles!

Ganz lieb ist das “Digital“ übrigens in Schulen und am Arbeitsplatz.

Das Ding hat sich so weit entwickelt, das fast jeder Grundschüler seit Jahren per Messenger Videochats betreiben kann. Wenn man allerdings nun durch eine Sondersituation quasi in professioneller Nutzung Unterricht machen möchte, dann bauen sich nahezu unlösbare Hürden auf. Alle wissen, was sie wollen, nur eben nicht, wie man an die begehrten Funktionen kommt. Es ist eben noch neu, dieses “Digital“. Alleine schon der Datenschutz! Ich mein‘, das Interesse der Hacker am kleinen 1 x 1 ist legendär, das ist ja kein Geheimnis!

Man braucht doch nur den Lehrern einen Zettel auf den Tisch zu werfen, dass es jetzt so zu funktionieren hat und gut ist. Den Schülern wird das doch wohl zu vermitteln sein, die sollen sich alle mal nicht so anstellen. Ruck-Zuck – alles online! Ja klar, aus der Politik kann da jetzt nicht so viel Hilfe kommen, das dauert eben, es ist ja noch neu, dieses “Digital“! Aber der Rest kann das bestimmt, die Leute machen doch ohnehin den ganzen Tag nichts anderes, als im Internet zu hängen.

Also los, die Lehrer wissen nun, was zu tun ist, der Rest ab in’s Homeoffice!

Es ist natürlich auch völlig unverständlich, dass Menschen, die seit Jahren durchaus ihre Arbeitssoftware verstehen und bedienen können, im Homeoffice quasi alleingelassen völlig hilflos der Technik ausgeliefert sind. Wer Facebook nutzt, kann doch auch eben mit Netzwerkprotokollen und virtuellen Verbindungen umgehen! Los, los, macht mal, wird schon klappen, ist doch modern!

Wenn irgendwelche Unterlagen doch noch nicht als elektronisches Dokument vorliegen, muss der Lehrer, Angestellte, Kunde, Schüler oder Klient (…) eben zusehen, wie er klarkommt. Wer möchte, kann sich ja einen Aktenschrank abholen und die Unterlagen endlich einscannen, damit sie digital verfügbar sind, den Scanner dazu müsste man natürlich erst anschaffen. Selbstverständlich nur das zugelassene Gerät, im Jahr 2005 gab es da was, wird wohl noch verfügbar sein. Ansonsten mal beim BER anfragen, da liegt jede Menge nagelneuer Hardware, die nicht mehr genutzt werden wird.

Ganz bestimmte Leute können natürlich auch wieder ihre Post per Kutsche verschicken oder auf das unbeheizte Herzchen-Klo hinten im Hof gehen. Dann muss man sich allerdings nicht wundern, dass einen der Rest der Welt abhängt …

Vielleicht ist auch dieser Artikel nun etwas bissiger zu lesen, als er gemeint ist, Sarkasmusverständnis dürfte helfen ;-) Eines ist jedoch gewiss: Es ist ziemlich cool, dieses “Digital“ ;-)

:mrgreen:

 

 

Von alten Hobbys und neuen Freuden

Another AmpWiederentdeckt

Kennt Ihr das? Man hat sehr lange Zeit mit Spaß und Begeisterung eine Sache betrieben, plötzlich aber ändern sich die Lebensumstände. Neues tritt in den Alltag und mit der Zeit verblasst das, was einen einst so gefesselt hat.

Bei mir ist es die Gitarre. In der Jugend konnte ich das Instrument kaum aus der Hand legen, doch im Verlauf des weiteren Lebens hat sie sich zu einem hübschen Dekoartikel entwickelt, der gelegentlich abgestaubt wird.

Irgendwann 2006 habe ich schon einmal einen kleinen Anlauf genommen, die Finger wieder auf die Saiten zu drücken, doch leider hat diese Phase nicht lange angehalten. Hinzu kommt im Verlauf noch eine gewisse Neuropathie, man hat mir eigentlich vom Spielen abgeraten, aber das ist gefühlt Blödsinn.

Nun, was soll ich sagen? Ich wage nun einen neuen Anlauf. Das ist allerdings wie die Cola mit der verbesserten Rezeptur. Früher schmeckte das Zeug besser, man weiß aber nicht mehr genau, was nun fehlt oder zu viel ist ;-)

Nun, im Moment schreibe ich diese Zeilen hier mit leicht schmerzenden Fingerkuppen, aber ich rutsche auch kaum noch unter die Saiten, die Verletzungsgefahr sinkt – es wird. Mehr mag ich zum aktuellen Status noch nicht bestätigen :mrgreen:

Strings ...Was ich damit eigentlich sagen will? 

Gerade in schwierigen Lebensphasen hätte mir das Gitarrespiel sicher gutgetan, das hat es immer. Leider sind es aber genau diese Lebensabschnitte, die es einem oft nicht erlauben, sich die dann dringend benötigte Auszeit zu nehmen und sich aus dem Alltag auszuklinken.

Klar, manchmal ist dann auch die Zeit einfach nicht da, aber sind wir doch mal ehrlich: Was gibt es Einfacheres und Schnelleres, als eben die Klampfe in die Hand zu nehmen? Oder eine Stricknadel, vielleicht ein Buch?

Schaut mal nach, was Euch das Leben an Positivem abgewöhnt hat, vielleicht ist es immer noch gut!

Für Euch, nicht für andere.

 

 

Eine Liste aus der Vergangenheit – Da fehlt noch was!

PhonoAltes geht, Neues kommt, oder?

Für die „Die Zeitmaschine im Kopf“ habe ich einen innerlichen Schritt in die Vergangenheit machen müssen. Zugegeben: Gerne machen müssen, ich bin eben ein Kind der 70/80’er und will das auch bleiben.

Keine Sorge, ich finde mich parallel wunderbar im Jahr 2020 und hoffentlich kommenden zurecht, manche Entwicklung möchte man denn doch nicht vermissen. Ich kann durchaus noch nach Landkarte meinen Weg finden, mit Navi geht es aber ungemein komfortabler ;-) Jedenfalls bin ich seit dem Schreiben des erwähnten Artikels wieder ein wenig sensibilisierter für das Bemerken alle der Dinge, welche im Begriff sind zu verschwinden, oder auf dem Besten Wege sind, in Vergessenheit zu geraten.

retro-tonband-uherHier geht es mir gerade um Bemerkungen oder alltägliche Sätze die, nicht zuletzt durch die technische Entwicklung, in unserer aktuellen Zeit an Sinn verloren haben.

Die Liste ist unter Garantie höchst unvollständig und sozusagen offen, es würde mich freuen, wenn sie im Laufe der Zeit durch Kommentare und Bemerkungen verlängert würde. Bilder wären auch OK, wenn die Rechte ganz klar ersichtlich vorhanden und für eine Veröffentlichung hier im Blog gegeben sind. Was noch dazu kommt, würde ich gelegentlich einfach an den Blogbeitrag ranhängen.

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Der Lebensakku

AkkupegelVerzeiht mir, wenn der Beitrag jetzt einen etwas morbiden Eindruck macht, so ist er eigentlich nicht gemeint.

Meine folgenden Gedanken wurden durch eine Bemerkung angeregt, welche ich zufällig aufgeschnappt habe. Wird höchstwahrscheinlich beim Arzt gewesen sein, ich weiß es nicht mehr genau.

Jedenfalls ist mir im Gedächtnis geblieben, dass ein Mann auf einem Stuhl sitzt und auf sein Handy schaut. Er wird gerufen, erhebt sich und nach einem kurzen Blick auf das Display entfernt er sich mit den Worten: „So, dann mal sehen, wie voll denn MEIN Akku noch ist!“ Irgendwie war es der Tonfall, der meine Aufmerksamkeit erregt hat, was mag er wohl erwarten? Für einen kurzen Moment hat mich das gefesselt.

Im Prinzip macht sich ja kaum jemand gerne Gedanken zum Ablaufen der eigenen Eieruhr, nicht? Zugegeben, mit 20 empfindet man seine Jahre anders als mit 50 und dies, obwohl ja niemand vorhersehen kann, was noch vor einem liegt. Unglücke und Krankheit kennen zudem keine Jugend. Wenn man seine Jahre mal zerlegt, steht „alt“ allerdings nicht wirklich für die reale Anzahl an erlebten Jahren, sondern eher für das, was man unbewusst als zu erwartenden Rest einschätzt.

Würde jemand die Darstellung der Restlebenszeit mit der Akkuanzeige von technischen Geräten realisieren, wäre das Ergebnis wohl wirklich eher düster. Wer kennt nicht das Gefühl, dass ein Akku mit 60 % Energie, noch gut was leisten kann. Bei 30 % wird aber schon unbewusst, nach der nächsten Steckdose gesucht. Dabei weiß aber auch jeder, dass in den meisten Fällen die Geräte noch wesentlich länger durchhalten, als der Ladestand vermuten lässt.

Gedanken eben…

 

 

 

Die Zeitmaschine im Kopf: eine kurze Reise durch Erinnerungen

bmw-323i-e21-cockpitIch wurde gerade getriggert!

In einem Tweet bei Twitter ging es um das Anschauen von alten TV-Sendungen, vornehmlich aus den 80er und frühen 90er Jahren. Irgendwie hat dies bei mir etwas ausgelöst. In meinem Kopf wurde ein, sich in in Echtzeit selbst erstellender, Film gestartet.

Keine große Reise, nein! Ein ganz gewöhnlicher Tag, für ganz normale Erledigungen. Nur das eben der größte Teil davon für immer Erinnerung bleibt, es existiert vieles nicht mehr. Die Autos sind längst als etwas anderes unterwegs, die Musik Kult oder vergessen. Die meisten Orte haben heute andere Bedeutung, vor allem sind leider auch viele der Menschen aus der Zeit, nicht mehr in der Gegenwart zu erleben.

Los geht es:

Ich steige für einen kurzen Moment noch einmal in meinen BMW 323i. Den E21, der E30 ist noch zu neu, für mich unbezahlbar. Radio an, Kassette rein, die „Sisters of Mercy“ hämmern den „Temple of Love“ in mein Gehör. Wahrscheinlich schüttelt meine Mutter schon wieder den Kopf, weil sie die Musik bis in die Wohnung hört. Nun, es ist wirlich etwas dolle, mal leiser drehen.

Im 323iDer erste Weg führt zur BP-Tankstelle, ich muss verbleites Benzin tanken. Vielleicht wieder teurer heute, wahrscheinlich um 1.15 DM der Liter. Den Tankwart kenne ich schon lange, zum Sprit noch zwei Raider und eine Flasche Cola, das kennt er schon. Beim Bezahlen lese ich auf der  Bild eine Schlagzeile, irgendwas mit Helmut Kohl und Genscher.

Ich fahre auf den Parkplatz der Firma, es ist 6 Uhr früh, der Job ruft. Heute ist wieder ein Montageeinsatz fällig. Das ist gut, vor allem ruhig. Wenn man den Hof verlassen hat, kann einen niemand mehr erreichen, bis der Tag um ist. Sollte es schneller gehen, kann man immer noch an einer Telefonzelle stoppen und Rücksprache halten. Hab ich eigentlich noch was auf der Telefonkarte? Egal, ein paar Groschen liegen bestimmt im Handschuhfach.

Nichts aussergewöhnliches auf der Arbeit heute, endlich Feierabend. Anschließend geht es nach Allkauf, ich brauche eine paar leere VHS- und auch Audiocassetten. Für den Ton werden es wohl wieder BASF Chromdioxid, bei den Videobändern ist mir die Marke relativ egal. Blöde, die VHS-Tapes sind da, nur keine für die Musik. Wohin nun? Vielleicht bei Divi? Ne, nicht mehr heute, um 18:30 machen die dicht. Ausserdem will ich nach Hause. Es kann sein, dass endlich die Fernsehantenne aufgerüstet ist, ich will auch mal RTL schauen, Sat-1 wird höchstwahrscheinlich ohnehin wieder nichts. Klar, ich könnte noch einen Filmvorrat in der Videothek holen, langsam wird das aber auch teuer. Außerdem kenne ich das Spielchen mit der Rückgabe und dem Zurückspulen. Vergessen als Ausrede zieht bei beidem nicht.

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