Die Kraft der Nase

Hatschi - GesundheitEs bahnt sich etwas an

Man muss noch nicht mal erkältet sein, um es zu kennen: Das Gefühl, dass sich in der Nase etwas vorbereitet. Etwas, das hinaus möchte, mit Kraft und Energie.

Manchmal merkt man es schon lange vorher, gelegentlich kommt es plötzlich, aufhalten lässt es sich nicht. Wovon ich rede? Vom Niesen!

Richtig lohnenswert ist es allerdings erst, wenn man gerade etwas im Mund hat. Wenn man keine Gelegenheit bekommt, dieses „was auch immer“ auszuspucken, ehe es zu spät ist.

Das Geschoss

Nehmen wir mal das berühmte Hustenbonbon beim Autofahren. Neben der Gefahr, durch einen Nieser einige Meter quasi im Blindflug zu fahren, ist die Chance, eine körpereigene Kanone zu bilden, ja sehr real. Es macht kurz „Hatschi“, und das Geschoss donnert, als ballistische Waffe, in Richtung Front. Nun ist alles möglich! Im harmlosen Fall, trifft es irgendwo das Armaturenbrett, prallt noch einen Moment wie eine Flipperkugel hier und da ab, bis es irgendwo als eklig-klebrige Masse eine Verbindung mit dem Material eingeht. Wohl dem, der hier auf zuckerfreie Munition gesetzt hat. Allerdings ist durchaus davon auszugehen, dass die zuckrige Variante weniger gefährlich ist, immerhin verliert das Bonbon durch das Kleben beim Aufprall mehr Energie.

Kritischer ist es da schon, wenn das Zielsystem auf die Windschutzscheibe eingestellt ist. Was da alles passieren kann. Vom Rückprall unter Beschädigung des Fahrers, bis hin zum Glasbruch – alles scheint möglich! Ich weiß nicht, ob es Statistiken zu den Reparaturfällen bei Hustenbonbonbeschuss gibt, es würde mich aber durchaus interessieren. Vielleicht sollte man mal eine Anfrage bei der Firma, mit der kaum aufdringlichen Radiowerbung stellen.

Glücklicherweise verlaufen die meisten Zwischenfälle eher harmlos und schließen sich, unter Bildung eines Patsch-Matsch-Fleckes, selbst ab. Viel Spaß beim Wischen.

Die Fontäne

Was sich auch wirklich lohnt, sind Getränke. Wenn man es richtig ausnutzen will, empfiehlt sich da der Computer oder auch eine Fensterscheibe, in maximal 50 Zentimeter Abstand zum Mund. Du hast was auch immer im Mund, es kitzelt und zuckt im Riechorgan und „Pflotsch“, ist nichts mehr so, wie es vorher war. Im besten Falle wieder wischen, ansonsten sind Tastaturen und Monitore manchmal auch günstig gebraucht zu bekommen.

Im Kreise der Lieben

Dies ist nur ein besonders kritischer Bereich. Am Esstisch zum Beispiel, kann man völlig neue Seiten an den Menschen kennenlernen, mit denen man vielleicht schon seit Jahrzehnten zusammenlebt. Das ist vor allem schon deshalb ein Erlebnis, weil alles immer wieder neu ist.

Ein mit Druck verteiltes Kotelett, vor dem endgültigen Ende des Kauvorganges, ist doch etwas völlig anderes, als ein Schokopudding. Was da alles möglich ist, was man mit einem einzigen Niesen, nicht alles erreichen kann! Neue Muster auf den Möbeln und auch den Gesichtern. Nie liegen doch Faszination und Abscheu, so nahe beieinander. Vor allem ja auch, weil das eine Sache des Standpunktes ist. Was man selber aus sich herauskatapultiert hat, kommt doch beim Gegenüber völlig anders an. Das ist eine wirkliche Ansichtssache, eine Momententscheidung! Eines ist es aber Gewiss: ein anmaliger Anblick! Dann kommt wieder das Wischen, ohne wird es nicht gehen. Wie allerdings von nun an die Stimmungslage ausschaut, sollte nicht hinterfragt werden.

Hatschi

Das Wort ist ja doch der Inbegriff, des Niesens.

Ich glaube nicht, dass es irgendwem im Sprachraum gibt, der „Hatschi“, nicht zuordnen kann. Allerdings ist das doch völliger Blödsinn. Wenn man nicht gerade einen romantischen Film aus den frühen Jahren der Kinogeschichte schaut, in dem das holde unschuldige Fräulein ein zartes Nieserlein rauslässt, klingt’s doch im Allgemeinen eher härter, brutaler und Schmerzhafter. Wer kennt ihn nicht, den Nachbarn oder Arbeitskollegen, der selbst am Flughafen Lärmbeschwerden auslöst, wenn er seine Schleimhäute entlädt. Oder der automatisierte Schnupfer, der, wenn er erst begonnen hat, nicht unter 5 Runden, das Match beendet? Gerne auch in Kombi mit dem Urknalltyp, es soll sich ja schließlich auch lohnen!

Gesundheit ;-)

 

 

 

Von Krümeln auf dem Sofa, Tatortspuren und Vertuschung

Kruemel aus SchokoladeSo kann ich nicht arbeiten!

Da sitze ich hier und will eigentlich einen Blogbeitrag tippen. Bequem in kurzer Hose, beinfrei kann man sagen. Wie immer zu einem Thema der Weltöffentlichkeit, welches ohne meine Ergänzung, nicht erläutert werden kann. Na gut, vielleicht auch nicht ganz so wichtig, aber immerhin schreibe ich was, nein, will ich schreiben. Geht aber nicht, weil ich mich nicht konzentrieren kann.

Warum? Weil es pikst. Unter mir. Irgendwo an den Oberschenkeln. Was unternimmt man also, um den vermuteten Krümel unter sich zu beseitigen? Richtig, man wischt einmal mit der Hand über die Stelle, damit sollte alles erledigt sein. Sollte…

Ich habe noch nicht zwei neue Wörter getippt, sticht’s schon wieder. OK, so geht das nicht, offensichtlich will das Problem mehr Aufmerksamkeit. Ich muss also sozusagen in Phase zwei eintreten und mich zur Bekämpfung des Missempfindens erheben. Akribisches prüfen der Schonauflage und, tatsächlich, ein Krümel. Rein optisch Schokokeks oder Kuchen, was mir beides eher unerklärlich ist, ich habe so etwas schlichtweg nicht hier und eigentlich, in der letzten Zeit, gar nicht, zu mir genommen.

Na, das geht alles ganz schnell, eben die Decke ausschütteln und gut ist das. Also hinsetzen, weiter tippen.

Ne, irgendwas ist da immer noch. Nicht was sticht, eher etwas leicht Drückendes, Veränderliches. Da lebt was :shock: Ein Kontrollgriff bringt Klarheit: Alles braun, ich habe erfolgreich Schokolade geschmolzen und mich eingesaut. Das kann doch wohl nicht wahr sein! Decke eingesaut, ich natürlich auch, was für eine Scheiße! Oh, Moment! Wie sieht denn das jetzt aus? Also, falls jemand das Zimmer betritt. Die denken doch alle, ich wäre inkontinent. An meinem geistigen Zustand zweifeln sie ohnehin alle hier, seit sie diesen Blog kennen. Nun, die Hausherrin ist gerade Zwecks Wäsche im Keller abgetaucht, das gibt mir mindesten 20 Minuten Zeit, die Geschichte ungeschehen zu machen. Vor allem muss es gründlich sein. Meine Holde hat für den Fall des aufkommenden Misstrauens, bestimmt so eine Art Spurensicherungskoffer in der Hinterhand, um mich zu überführen. Spätestens, seit sie auch hier die Beiträge liest.

Ich muss die Spuren verwischen!

Jetzt kann man mal sehen, wie schnell man als eigentliches Opfer, Spuren verwischen muss, um nicht als Täter zu gelten. Egal, mein Selbstmitleid muss warten, handeln ist jetzt erst mal wichtig. Jetzt aber nichts überstürzen. Die Sofadecke ist das Schwierigeste! Erstens habe ich keine Ahnung, wo wir da Ersatz lagern und nach welchen Kriterien, die ausgetauscht wird. Nebenbei, wenn die Frau das merkt, glaubt sie mir sowieso kein Wort, wenn ich behaupte, ich wollte einfach auch mal ’ne Decke wechseln. Ne, da wird klassisches Ausreiben, wohl das Einfachste sein.

Weiterlesen

Ich kann vor lauter Romantik, kaum noch gerade gehen. Oder auch: Valentinstag!

Valentinstag-2020Valentinstag

Wer nun hofft, dass hier zum erwähnten Anlass lauter Herzchen fliegen oder die schmachtvollsten WhatsApp Texte zu finden sind, befindet sich leider im falschen Festzelt. Ich persönlich kriege von dieser Zwangsbekuschelung Pickel.

Kein Sinn für Romantik?

Klar habe ich den! Frag mal meine Frau! Ich bin nur eben eher der effiziente Typ. Kerzen sind nett, nur sind sie eben recht unpraktisch. Glühlampen leuchten auch romantisch, vor allem aber länger. Ein nettes Essen? Super, wie an 364 weiteren Tagen im Jahr auch. Blumen? Gern! Am besten mit Wurzel im Garten. Das ist günstiger, natürlicher und hält vor allem länger.

Ansonsten bin ich dafür, den Partner an jedem Tag im Jahr gut zu behandeln und zu respektieren. Ihr kennt alle diese Klischees, was soll ich jetzt noch schreiben. Wer mag, kann sich gerne speziell am Valentinstag romantisch austoben, mein Fall ist das nicht. Mit graust schon davor, wie heute wieder alle Webseiten aussehen, wo sich die Geschlechter begegnen.

In diesen Sinne: Vollgas für die Hormone, die Blumenläden und Restaurants werden’s danken ;-)

PS: Klingt alles vielleicht bissiger, als es gemeint ist… :mrgreen:

 

 

 

Lukullisch? Der Retter der Reste…

krautsalatmitbohnenundhirtenkaeseKennt das jemand von Euch auch? Man sitzt mit Teilen der Familie am Tisch zum Abendessen, findet aber irgendwie nichts, was einem jetzt schmecken würde. Viel würde ohnehin nicht reinpassen, nur ’ne Kleinigkeit eben.

Es wird also Zeit, mal in den Kühlschrank zu sehen, schließlich muss nach all den Feiertagen doch noch irgendwas da drin sein, wo wieder keiner dran denkt und was gerade passt.

Ich finde Krautsalat, Kidneybohnen und Hirtenkäse. Eigentlich auch noch Thunfisch und Hähnchenreste von Mittags, jede Menge aber ne, das wird zu viel!

Ich entscheide mich also für die erstgenannten: Krautsalat  Bohnen und Käse. Ich mein, seit ich anders esse als früher, sind die Meinen hier einiges von mir gewohnt, weshalb sie eigentlich nicht mehr groß reagieren, wenn ich was ausprobiere. Zudem habe ich keine Ahnung, ob so eine Mischung nicht ohnehin eine Normalmenü für andere ist, wir kennen’s zumindest nicht.

Jedenfall packe ich die restlichen 120 Gramm Krautsalat in eine Schale, fülle mit 50 Gramm Kidneybohnen auf und runde mit den letzten 30 Gramm Hirtenkäse ab. Jetzt noch alles gut mischen und los geht’s.

Drei Paar Augen starren auf meine Gabel und drücken aus :“Der isst das wirklich!:mrgreen:

Aber sagt selber, was soll ich denn sonst auch machen? Kneifen? Ne! Ich schwöre, selbst wenn ich unter Atemnot grün anlaufe, das wird gegessen, bis zur letzten Bohne. Meine Ehre steht auf dem Spiel! Zum Glück ist so eine Sorge allerdings unbegründet, die Mischung trifft echt meinen Geschmack. Übrigens, rund 200 kcal bei 1,8 BE, hatte das Ganze. Gibt es jetzt öfter. Zumindest, sobald keine Reste mehr da sind ;-)

 

 

 

Abnehmen, Kilos, Nicht-Diät, Diabetes: (K)ein K(r)ampf – Vorsicht, länger!

Diät-Schlemmermenü

 

Kleines Vorwort:

Ganz wichtig! Ich bin kein Arzt, nicht annähernd medizinisch ausgebildet. Der folgende Text ist eine völlig subjektive Auswertung meiner persönlichen Erfahrungen, Erwartungen und Gedanken. Ich will nicht behandeln oder belehren, ich will nur berichten. Wer immer ein gesundheitliches Anliegen hat, muss in erster Linie zum Arzt! Beherzigt das bitte!

Dieser Artikel hier ist wahrscheinlich ungewohnt für regelmäßige Leser meiner Seiten. Warum? Weil er kein Gedankenspiel ist, sondern eine nun schon länger andauernde Lebensumstellung beschreibt, die ich abgechlossen habe. Nein, nicht abgeschlossen, die meinen Alltag derart verändert hat, dass es seither einfach anders läuft. Abschließen kann nur Dinge mit einmaligem Charakter, eine Umstellung führt zur Veränderung, die sollte andauern, wenn positive Ergebnisse eintreten.

Der Name „Desasterkeis“, der meine Domain kennzeichnet, kommt für mich übrigens nicht von ungefähr. Er beschreibt meine Lebenserkenntnis, dass man eigentlich immer mit den gleichen Tatsachen verbunden ist. Die Spielfiguren ändern sich, die Zeiten – niemals aber der Kreislauf aus:

Problen – Analyse – Planung – Änderung – Ergebnis – Fazit.

Ist man mit dem Fazit nicht zufrieden, geht es beim ersten Punkt wieder los, dem Erkennes des Problems, des Desasters. Ich bezeichne so etwas eben als Desasterkreis.

Um den Kreis aufzubrechen, müssen Veränderungen her! Aus dem Kreis heraus, führt nur ein Richtungswechsel. Gerade beim Thema Ernährung, passt das schon sehr gut, denke ich.

Der Artikel ist übrigens auch verhältnismäßig lang. Ich denke allerdings, dass Menschen, die sich ernsthaft mit ihrer Gesundheit und Ernährung befassen, gezielt nach Erfahrungsberichten suchen und die Mühe des Lesens auch aufbringen. Es kann natürlich gut passieren, dass meine Erkenntnisse für andere unpassend sind, es sind eben nur meine ganz persönlichen Gedanken und Berichte. Sollte jemand vielleicht auch einfach nur gerne in diesem Blog lesen, freut mich das natürlich trotzdem ungemein ;-)

Um was es geht:

Um meine Erfahrungen beim Verringern des eigenen Körpergewichtes. Dabei, was mich persönlich natürlich am meisten freut, auch um Erfolge.

Nein, keine Diät! Diäten sind für Politiker und Showeffekte. Wer meint, wenn er mal vier Wochen weniger oder kontrollierter Nahrung zu sich nimmt, genügts für alle Zeit, betrügt sich schlicht selber. Man kann nicht einen Monat im Jahr Disziplin zeigen um zu legitimieren, dass man während der anderen 11 fröhlich alles in sich hineinstopft. Ich sage nicht, das darf man nicht. Muss jeder selber wissen. Wenn man aber Gewicht verlieren will, weil man ein Problem erkannt hat, gibt es einen Grund zum Reagieren. Irgendetwas muss Alarm geschlagen haben.  Wer mit seinem Selbst zufrieden ist, kommt doch auf so eine Idee gar nicht.

Weiterlesen

Weihnachten und der Blutzucker: Wenn Du denkst, Du denkst…

Blutzuckerverlauf-WeihnachtenEs ist ja erst ein paar Stunden her, da habe ich mir schon mal Gedanken zur Diabetes, Weihnachten und Leidensgenossen gemacht. Klar, man muss auf sich achten, da bietet auch der Christen größtes Fest keinen Sonderbonus.

Erstaunlich ist aber, welche Schnippchen einem geschlagen werden können, obwohl man seit Längerem wirklich von sich behaupten kann, man hat seinen Zucker im Griff.

Der erste Weihnachtstag nähert sich seinem Ende, es wurde gut und vielleicht auch etwas zu reichlich gegessen. Der Mensch ist sich aber sicher, es nicht wirklich übertrieben zu haben. Das Bett ruft, nur noch mal eben schnell den Blutzucker messen, sicher ist sicher.

Kurz nach 23 Uhr, Zucker bei 119 mg/dl, da bin ich mit zufrieden. Das letzte Kurzzeit-Insulin gab es um 19 Uhr, passt alles. Jetzt noch eben zur Nacht Langzeit spritzen und fertig für heute. Der Film, den man sich gestartet hat läuft noch rund 20 Minuten, da darf jeder entspannt an die Nachtruhe denken.

Einige Zeit später stelle ich jedoch fest, dass es wohl früher Zeit fürs Nachtschläfchen wird. Irgendwie ist die Sicht nicht mehr so richtig gut, Konzentrationsprobleme treten auf, ich muss wirklich müde sein. Allerdings, irgendwie ist auch zeitgleich eine gewisse Unruhe da, leichtes zittern in den Fingern, irgendwie überdreht.

Da springt im Kopf die Alarmlampe an: „Mess mal den Zucker, Dicker!“

bz50Also Klick, Pieks, Aua, Piep – 50 mg/dl! Na klasse!

Da ich mittlerweile aber auch Kaltschweißigkeit und labberige Beine bemerke, wird es Zeit, was zu unternehmen! Zum Glück trinkt die holde Gattin so etwas ekeliges wie normale Cola, also mal einen guten Schluck runterspülen. Irgendwo hier liegen noch so Lebkuchenkekse, da soll mal lieber auch noch einer hinterher. Alles in allem sind das rund 2 BE (Broteinheiten), bei mir kommt damit in etwa ein Blutzuckeranstieg von rund 80 mg/dl zustande, sollte ausreichen.

So ein klein wenig Panik kann übrigens schon aufkommen. Was ist, wenn der Pegel einfach weitersinkt, ehe die zugeführten Kohlenhydrate verarbeitet werden? Hilft nichts, Geduld aufbringen und erneut messen.

bz84Ok, er steigt wieder, das wäre geklärt. Wohin aber wird es nun gehen?

Zu hoch ist nicht so gefährlich wie zu tief, das ist mir schon klar. Mit 300 und drüber will ich aber auch nicht unbedingt durch die Nacht gehen. Da die Müdigkeit ohnehin vergessen ist, kann ich aber ebensogut noch ’ne Weile warten und erneut checken, was Sache ist. Die Zittrigkeit und die Unruhe sind auch noch nicht wirklich verschwunden. Ich weiß natürlich, dass dies immer ein Weilchen dauert, in solchen Momenten ist meine, sowieso nicht besonders ausgeprägte, Geduld aber wirklich gefordert. Was ein blödes Spiel, kann sowas, wenn es denn überhaupt passieren muss, nicht früher auftreten? Vom Film habe ich nichts mehr mitbekommen, netter Ausklang eines eigentlich wirklich entspannten Weihnachtstages.

bz102Jetzt 102! OK, damit kann ich leben, das geht. Ganz langsam kommt wieder Entspannung in den Körper, das Augenflimmern verschwindet.

Ich muss noch dazu sagen, dass ich vor ein paar Wochen auch in beide Augen neue Linsen bekommen habe, der graue Star lässt grüßen. Im ersten Schreck denkt man da nicht unbedingt an den Zucker, eher an die Augenoperationen. Ich werde jetzt mal wieder unfein: Was für eine Scheiße! Ich mein, das ist nicht mein erster Unterzucker und auch wahrscheinlich nicht der letzte, nur gerade an Tagen, wo eher mit erhöhten als zu geringen Werten zu rechnen ist, kann das doch eigentlich nur wieder Murphys Gesetz sein, oder?

bz127So schlimm, wie ich befürchtet hatte, war’s dann heute morgen zum Glück doch nicht. 127 mg/dl ist zwar nicht gerade meine Wunsch-Nüchternwert, aber es geht. Jetzt habe ich ja wieder die Möglichkeit, gezielt gegenzuarbeiten.

 

 

Schön, dass Ihr mir Eure Zeit gewidmet habt! :-)

 

 

Eine schamhafte Gans

Eine Warnung zu Beginn: Der kurze Artikel hier, kann schockierendes und hüllenloses Bildmaterial enthalten, auf welches sensible Menschen unter Umständen negativ reagieren!

schamhafte-gans-angezogenZu Weihnachten ist, nicht gans(z) unerwartet, eine recht unbeweglich wirkende Vogeldame zu uns gekommen, die ziemlich unterkühlt wirkt. Korrekterweise muss man sagen, sie ist regelrecht steifgefroren.

Nun, wir wollen aktiv mit dem Sachverhalt umgehen, sie soll zunächst einmal auftauen. In der Zwischenzeit kann überlegt werden, was nun zusätzlich geschehen soll. Im Prinzip ist das weitere Vorgehen aber schon absehbar, man hat ja Erfahrungen.

Für die Fotos haben wir übrigens das volle Nutzungsrecht bekommen! Es wurde allerdings entschieden, die wirklich sensiblen Bereiche bei dem Nacktfoto zu bedecken, jedenfalls vor der Bräunung. Dann wirkt es wohl nicht so schamlos.

schamhafte-gans-nackt

Man kann sehen, dass die Erhöhung der Temperatur schon einen Unterschied der Hautfärbung bewirkt hat. Später wird wahrscheinlich,unter Zuhilfenahme diverser Kräuter und Gewürze, noch eine gezielte Verfeinerung der Eigenschaften druchgeführt.

Während der gesamten folgenden Behandlung, muss auch eine gelegentliche Dusche mit Eigensaft erfolgen, es handelt sich um einen sehr kritischen und hochsensiblen Gesamtvorgang.

Gans mit SommerbräuneWie man ein paar Stunden später erkennen kann, ist er Vorgang erfolgreich abgeschlossen. Da der Verdacht aufkommt, dass die Bräune arrogant wirken könnte, sind als Schmuck noch einige Klöße und etwas Rotkohl vorgesehen. Damit die Haut auch wirklich bestens unterstützt wird, läuft parallel die Zubereitung einen leckeren Balsams, welcher kurze Zeit später über das Gesamtergebnis gegossen wird. Zusammen mit den anderen Beilagen, entsteht so ein noch gefälligeres Gesamtbild. Zusammenfassend kann übrigens bestätigt werden, dass es sich mit 99,9% Sicherheit um eine Gans handelt.

Leider gibt es vom fertigen Komplettsatz keine Bilder mehr. Es ist einfach zu schwierig, das Messer, die Gabel und auch noch die Kamera unfallfrei zu benutzen. Schon gar nicht, wenn einem die Gier bereits den Schluckreflex beschert. Es wäre zudem an Weihnachten nicht ganz so einfach, schnell an einen Unfalldoktor zu kommen, der keine Fragen stellt. Außerdem, was sollte man auch berichten? Etwa, dass jemand beim fotografieren des Essens in die Gabel gefallen ist, als das Messer ins Objektiv gestochen wurde? Ne, das lass‘ ich mal lieber, bin doch nicht vollkommen irre! Hoffe ich…

 

 

 

Vom Weihnachtseinkauf, Spinat und Ehefrauen.

REWE Weihnachtsdeko 2019Zu Beginn eine Klischeewarnung! Leute die mich kennen wissen, dass ich mit so Dingen wie Klischees und Phrasen, eigentlich ein Problem habe. Bei diesem Artikel hier, geht es allerdings  nicht ohne einen leichten Beigeschmack vom klassischen Weihnachtseinkaufsbild, das bringt so einThema ganz von alleine mit ;-)

Wie auch immer, zu Weihnachten muss man einkaufen. Wir haben Freitag, am Dienstag ist HeiIig Abend. Es ist vielleicht der letzte Einkaufstag, an dem es noch halbwegs erträglich ist. Ich rede jetzt übrigens nicht unbedingt von Geschenken oder Dekorationen, eher von Lebensmitteln und Getränken. Von all dem, was eigenlich immer benötigt wird, zu jeder Jahreszeit. Ab der 50. Kalenderwoche allerdings, ändern sich die Spielregeln. Die Prioritäten werden verschoben. Mengen relativieren sich und manch bescheidener Esser, mutiert zu einer Art Trichter für Nahrungsmittel. In unserem 5 Personen Haushalt gelten auch Sonderregelen, immerhin sind einige einkaufsfreie Tage zu bewältigen, die jeden Nachschub unmöglich machen. Es gibt nie wieder was! Allerdings liegt es bei uns eher daran, dass keiner wirklich noch am heiligen Abend oder direkt nach den Feiertagen, in einen der Nahrungsmitteltempel zum Einkaufen möchte oder kann, auch der Arbeit wegen. In der Theorie zumindest.

Eigentlich drücke ich mich gerne vor diesem letzten Pre-Weihnachts-Großeinkauf (und jedem anderen auch). Blöderweise habe ich aber zeitkritisch einen wichtigen Arzttermin und da wir nur ein Auto haben, sind Frau und ich gemeinsam gestartet. Zusatzaufgabe für einen Bonuspunkt: Wir müssen zu einer bestimmten Uhrzeit wieder Zuhause sein. In welchem Laden was gekauft werden muss steht fest, sie hat da eine von mir nicht zu erreichende Erfahrung. Los geht’s!

Die erste Freude kommt schon kurz hinter der Einfahrt zum Parkplatz auf. Zu voll ist er eigentlich noch nicht, man kommt schlicht nicht zu den einzelnen Parkplätzen. Jede Regel im Rechtsverkehr scheint aufgehoben, Rückwärts ist das neue Vorwärts und alle Geschwindigkeiten, bei der sich die Tachonadel vom Ruhepunkt entfernt, führen sofort in die ewige Verderbnis. Richtig stehen kann man heute anscheinend auch nur, wenn der Begrenzungsstrich der Parkbucht genau unter dem Reifen sitzt. Egal, das ist irgendwann geschafft, wir haben sogar einen Stellplatz in Rufweite zum Eingang.

Erstaunlicherweise verläuft der Weg in das Innere des Geschäftes völlig unspektakulär. Beinahe jedenfalls. Bin zwar im Augenblick nicht der Fitteste, für einen lebensrettenden Sprung zur Kollisionsverhinderung mit einem ausparkenden Ford Focus, reichts aber noch. Doch ehrlich, habe ich heute wieder getestet. Das schreibe ich aber nicht der Jahreszeit zu, das ist mittlerweile normal.

Im Laden bemerke ich verwundert, dass der Anteil an augenscheinlich solo einkaufenden Männern recht hoch ist. Wenn ich sonst gelegentlich dabei bin, ist das eher selten der Fall. Man(n) bemerkt so etwas sofort am Verhalten. Die anfängliche Unsicherheit der Geschlechtsgenossen beim Suchen der gewünschten Artikel verschwindet sichtbar, wenn die Ware endlich entdeckt wird. Der Gesichtausdruck wechselt für einen winzigen Moment vom Leid, in ein erleichtertes Lächeln. Nun, natürlich nur bis zum nächsten Punkt auf dem krampfhaft umklammerten Einkauszettel, dann beginnt es erneut.

Symbolfoto EinkaufWobei hier und jetzt der Moment für eine Forderung von mir ist! Ich möchte eine Ampel an den Einkaufswagen. In der Art Lebensmittelampel mit Licht, auf einem Mast, in Augenhöhe auf jedem Wagen. Wobei dann grün bedeutet, dass die Karre von einem Menschen mit solider und effizienter Einkaufserfahrung geführt wird. Gelb gibt es für die Geübten, die eher relaxed unterwegs sind und rot, für den Rest. Für die, welche planlos im Kreis rennen. Palavernd im Gang mit dem Nachbarn quatschen und die Hilfeschreie des Personals ignorieren, welches mit Schwung und Panik den Hubwagen vorbeiquetschen muss. Die können die Kuchen ja nun schlecht zum Gulasch packen, nicht?

Welche Farbe ich für mich nehmen würde? Rot! Das gibt Freiraum und Narrenfreiheit…

Die Regie hat die Frau! Ganz suverän, ich bin der Mitläufer, der zu allem bereit aber zu nichts zu gebrauchen ist. So der Bodyguard am Brotregal, wenn es zu einfach werden sollte. Dann allerdings macht meine Frau es, sie wagt es! Sie sagt: „Ich muss noch Nudeln holen, Du am besten schon den Spinat, da ganz hinten, 2 Päckchen!“ BUMM! Das hat gesessen. Eine Aufgabe, eine Verantwortung. Die Versorgung der Familie steht auf dem Spiel! ICH MUSS AUF DREHZAHL KOMMEN!

„Spinat, da ganz hinten!“ Ohne Führer, ohne Schilder, ohne Navi! Das Ende naht!

Erstmal durchatmen. Aber Moment, es gibt Hilfe! Mein Kopf! Ich beschließe, ihn zu benutzen. Spinat… Haben wir meist tiefgekühlt Zuhause, kann nur in den endlosen Schluchten der TK-Ware zu finden sein. Zusatzinfo war ja, „da ganz hinten“, das könnte passen, ein wertvolles Indiz. Natürlich will ich nicht auffalllen und schlendere zunächst desinteressiert wirkend an den Truhen vorbei. Dann aber wird es aufregend! Ich sehe Bohnen, Möhren, Erbsen, Rosenkohl und endlich: Spinat! Sogar die Packung kommt mir bekannt vor. Kennt Ihr das Gefühl, wenn das Selbstbewusstsein geradezu den Moment einfrieren kann? Ich habe Spinat gefunden! Ohne Hilfe, im Laden, am letzen Wochenende vor Weihnachten. Aber dann kommt, was kommen muss… Verschiedene Packungsgrößen! Zwei soll ich nehmen, hat sie gesagt. Große, kleine? Gerade als meine Hand zu einem der Kartons greifen will, erlöst mich die Stimme der Gattin. „Nimm lieber zwei große, den Rest lassen wir eingefroren“, sagt sie. Erleichterung! Sie hat mir die Verantwortung abgenommen. Ich zucke also nur mit den Schultern, schnappe das Gemüse und verhalte mich total unbeeindruckt. Man muss ja den Schein wahren, Schwein gehabt.

Der Einkaufswagen ist mittlerweile gut gefüllt, die Kassen in Sicht, in diesem Laden sind wir bestimmt bald fertig. Erst da schaue ich auf den Pegel der Waren von den Kunden vor uns. Massen, gefühlt 80% davon Kleinstkram, der doch wieder unendliche Handgriffe erfordert, um auf das Kassenband zu gelangen. Dazu noch empfindliches, zerbrechliches, was wieder nur unter Zuhilfenahme des THW unbeschadet aufgelegt werden kann. Da gibt es dann noch so Highlights wie die Dame, welche verkrampft den vollen Wagen nur mit einer Hand entleeren kann, die andere muss sich ja am Smartphone festhalten. Der Höhepunkt wird aber erst erreicht, wenn auch noch die Geldbörse benötigt wird und zeitgleich, ein vermeindlicher Makel an einer der Mandarinen im Netz analysiert werden muss. Das geht an die Substanz, werte Dame, oh ja!

Ein anderer Herr, dreht vor dem Auflegen aufs Band noch schnell liebevoll seine Weinflaschen im Wagen im Kreis, ehe er verzweifelt feststellt, dass der nächste Warentrenner für ihn nicht in Reichweite liegt. Jedenfalls so lange nicht, wie er den Schritt nach links verweigert, um ihn zu holen. Er muss sich entscheiden: Das Revier zum eigenen Einkauf deutlich markieren oder doch lieber den Wein bewachen? Vermutlich waren seine Vorfahren Sammler, keine Jäger. Er nimmt keinen Trenner, er nutzt die Flaschen. Die fallen um und rollen weg. Er schaut, staunt und schnappt einen der zuvor verpöhnten Grenzbalken. Final sind wir alle nur noch dankbar, dass die Flaschen sehr stabil sind und es schadlos überstanden haben.

Immerhin, jeder konnte problemlos zahlen, die Kartenkunden hatten lesbares Plastikgeld und die Lesegeräte waren in Topform.

Symbolfoto EinkaufswagenNun, diesen Teil des Tages haben wir einge Zeit später erfolgreich abgeschlossen. Ohne Blessuren und körperliche Schäden, haben meine Frau, die Einkäufe und ich, das Auto wiedergefunden.

Hier und jetzt auch noch kurz ein aufrichtig gemeinter Dank an Alle, die es an solchen Hochleistungstagen (und auch sonst) möglich machen, die Waren überhaupt zu bekommen. An all die Menschen an Kassen, Regalen und Theken, an Hubwagen und in Transportern, ohne die es keine Einkaufsmöglichkeiten geben würde!

So, nun noch nach Rewe…