Fahrertyp: Gegenverkehr-Bremser

Kurve, Gegenverkehr, Bremse. Mehr brauchen die nicht. KI-Hinweis: Bild auf Grundlage eines eigenen Fotos mit KI ergänzt und angepasst.Wenn Gegenverkehr Panik auslöst

Ich fahre ja täglich 30 Kilometer hin und 30 wieder zurück ins Büro, die Fahrten zu Baustellen noch gar nicht mitgerechnet. Mit Gegenverkehr, Kurven und, tadaa, Fahrzeugen vor mir.

Gerade hier im Odenwald ist das eben viel Landstraße, kurvig, stellenweise enger, aber nun wirklich nichts, woran ein normaler Autofahrer geistig zerbrechen müsste.

Was einem trotzdem zuverlässig jede Zeitplanung zerlegt, ist nicht die Strecke. Es ist der Typ oder die Tussi vor einem, bei dem man schon nach zwei Minuten das Gefühl hat, hinter einer mobilen Bremslicht-Disko herzufahren.

Bremsen aus Prinzip

Da wird die Kurve mit erlaubten 70 schon mit vielleicht 65 auf dem Tacho angesteuert, nur um dann kurz vorher sicherheitshalber nochmal auf 40 runterzubremsen. Man weiß ja nie. Vielleicht lauert hinter der Biegung das pure Verderben oder, ganz wild, ein Auto auf der Gegenfahrbahn. Also dort, wo Gegenverkehr sich normalerweise aufhält. ;-)

Besonders schön ist dann der Teil danach. Hinter der Kurve sind 100 erlaubt, aber der Wagen vor einem braucht einen halben Roman und scheinbar so richtig Anlauf, um überhaupt wieder auf 75 zu kommen (wenn überhaupt).

Es könnte ja schon wieder sein, dass von vorne jemand auftaucht. Breite Straße, genug Platz zwischen den Spuren, aber lieber nochmal kurz auf die Bremse.

So etwas ist ja keine Ausnahme. Das Grundproblem, dass manche Menschen alles auf Rädern behandeln, als würde hinter jedem Schild und jeder Kurve sofort der Untergang warten, hatte ich hier im Blog schon an anderer Stelle, etwa bei „Fahre früh, dann sind die Straßen frei“. Nur gestern hatte ich eben gleich zwei von dieser Sorte  „Bremsen löst all deine Probleme“ direkt vor der Nase.

Engstelle, Schweißausbruch, Stillstand im Kopf

Ganz groß wird es in Ortschaften. Rechts parkende Autos, die Straße etwas enger, Gegenverkehr und im Auto vor mir läuft innerlich offenbar sofort eine Mischung aus Panikfilm und Abschlussprüfung. Ich kann die Schweißperlen auf der Stirn förmlich schon durch die Heckscheibe sehen.

Da wird nicht mehr gefahren, da wird nur noch verwaltet. Zentimeterweise, mit Bremsbereitschaft, mit Blicken irgendwo zwischen Tunnel und Todesangst. Als wäre das eigene Auto spontan auf Panzerbreite angewachsen.

Kleiner Bonus, weil, da geht noch was:

Wenn noch so ein 30er-Schild mit Zeitbeschränkung auftaucht, also diese Nummern, bei denen darunter zum Beispiel 22 bis 6 Uhr steht. Dann ist endgültig alles vorbei. Solche Zusatzschilder sind ja ohnehin für viele eher Deko, wie ich schon bei „Schilder selber lesen (und überhaupt…)“ und auch bei „30 km/h – länger ist immer gut!“ festgestellt habe.

Bonuslevel mit Radfahrer

Der totale Endgegner taucht allerdings auf, wenn zu Kurve, Engstelle und Gegenverkehr dann noch ein Radfahrer dazu kommt. Dann eskaliert das Ganze endgültig. Erst bremsen. Dann zögern. Dann wieder bremsen. Dann halb ausscheren. Dann doch nicht. Dann nochmal bremsen. Das ist kein Überholen mehr, das ist ein öffentlich aufgeführter Nervenzusammenbruch mit Blinker (meist ohne).

Mir ist völlig klar, dass niemand wie ein Irrer durch die Gegend fliegen soll. Darum geht es nicht. Es geht um diese völlig absurde Mischung aus Unsicherheit, Übervorsicht und dem dringenden Bedürfnis, jeden anderen Verkehrsteilnehmer daran teilnehmen zu lassen.

Nicht die Kurven sind das Problem. Nicht der Gegenverkehr. Nicht mal die Engstelle. Das Problem sitzt davor und glaubt vermutlich auch noch, besonders umsichtig unterwegs zu sein.

 

 

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