Wildwechsel: Frühschicht auf der L3099

Frühverkehr auf der L3099, Reh inklusive. Zum Glück war noch genug Zeit zum Reagieren.Morgens halb sechs auf der L3099

Da war doch gerade erst etwas mit Rehen, Schrecksekunde und 50:50

Heute früh gegen 5:30 Uhr gab’s dann gleich die nächste Runde, wieder auf dem Weg von Fürth zur Arbeit, dieses Mal auf der L3099 in den 100/70/50er-Kurven vor Brandau.

Keine dramatische Schrecksekunde oder Panik in „3-2-1“, harmlos war es trotzdem nur, weil mein Tempo passte. Wäre ich dort schneller unterwegs gewesen, hätte das ziemlich anders ausgehen können. So reichte es zum rechtzeitigen und kontrollierten Reagieren und danach sogar noch für das Knöpfchen der Dashcam.

Auf jeden Fall ausreichend Aufregung für halb sechs in der Frühe, also, haben muss ich das nicht … :roll:

Die Video- und Bildqualität ist, nun ja, ausbaufähig. Regen, Insekten auf der Scheibe und die morgendliche Dunkelheit sind eher suboptimal für saubere Bilder, zumal ich hier nur einen Ausschnitt zeigen kann. Für einen Naturfilmpreis reicht es nicht, für den Blog muss es genügen :mrgreen:

 

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Das ist leider nicht die einzige Ecke

Ein Stück vorher auf derselben Strecke, kurz vor der Ortseinfahrt Glattbach, gab es früh zwischen ungefähr 5:15 und 5:30 Uhr inzwischen mehrfach dasselbe Spiel. Tiere auf der Fahrbahn oder beim Sprung aus dem Unterholz, vermutlich Rehe.

Bei Tage besehen scheint unweit der Straße außerdem eine Futterstelle zu liegen. Kein Wunder also, wenn dort morgens Familientreffen stattfinden und der Nachwuchs mal eben testet, wie schnell Autos bremsen können, wenn denn rechtzeitig aufgepasst wird.

Dann eben wieder über Reichelsheim

Wild auf der Strecke zwischen Fürth und Ober-Ramstadt ist nichts Neues. Im Moment häufen sich die Begegnungen auf der L3099 allerdings so sehr, dass ich morgens wohl wieder den etwas längeren Weg über Reichelsheim nehme.

Ganz tierfrei ist es dort natürlich auch nicht, nach meiner persönlichen Statistik liegt das Verhältnis der Sichtungen aber ungefähr bei 20:1. Lieber ein paar Kilometer mehr, dafür aber vielleicht etwas weniger morgendliches Wildwechsel-Roulette.

Gute Fahrt und Augen auf

Angepasst fahren ist kein Schleichen, aber Schleichen ist auch keine Vorsicht. Das ist einfach Schleichen. ;-)

 

 

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Zurück im Bergtierpark?

Eingang zum Bergtierpark Fürth-Erlenbach mit Willkommensschild zwischen Bäumen und Wegen.12 Jahre Pause sind auch mal genug

Aaaalso, was macht man alle 12 Jahre mal, was man eigentlich viel öfter machen möchte, aber dann doch nicht macht, weil man es ja jederzeit machen könnte?

Richtig, man geht mal wieder in den Bergtierpark Fürth-Erlenbach.

Klingt erst mal logisch. Wenn etwas quasi vor der Haustür liegt, kann man ja immer hin. Morgen. Nächste Woche. Im Urlaub. Wenn das Wetter besser ist. Wenn alle Zeit haben. Wenn der Mond günstig steht und die Kaffeemaschine keinen Widerstand leistet. So entstehen dann eben 12 Jahre Pause.

Mein letzter Besuch dort war 2014, damals noch auf michael-floessel.de dokumentiert, weil es den Desasterkreis noch gar nicht gab. Andere sammeln Briefmarken, ich sammle offenbar zeitliche Abstände, bei denen man irgendwann selber denkt: „Ja gut, das ist jetzt auch konsequent ausgesessen.“

Natürlich Regen

Geplant war der Besuch für Sonntag mit dem ganzen Clan. Familienausflug, ein bisschen Natur, ein paar Tiere, vielleicht ein paar Fotos und dann hier etwas freiwillige, unbezahlte Werbung für etwas, das man direkt vor der Nase hat und trotzdem viel zu leicht ignoriert.

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Morgens, wenn der Graben lebt

Neblige Landstraße im frühen Morgenlicht, ein Reh steht am Straßenrand - KI generiertWenn der Odenwald im Nebel lauert

Ich schleiche ja in der Regel nicht durch die Gegend.

Gefühlt bin ich eher zügig unterwegs, jetzt nicht Rallye Odenwald, nicht „Platz da, hier kommt der Wichtigste“, sondern einfach so, dass man vorankommt, wenn Straße, Wetter und Hirn das zulassen.

Was ich hier im Odenwald in den letzten Jahren obendrein sehr zuverlässig gelernt habe: Diese Schilder mit „Wildwechsel“ stehen nicht zur Dekoration herum, die meinen das wirklich.

Reh, Katze, Fuchs, Waschbär, alles schon gehabt. Mal vor mir, mal neben mir, mal mit diesem Blick aus dem Graben, als hätte das Tier gerade selbst gemerkt, dass seine Lebensplanung für den heutigen Morgen etwas riskant geworden ist.

Toi, toi, toi, bisher konnte ich immer bremsen, ausweichen oder gerade noch so aus der Nummer raus. Inklusive leichtem Streicheln, also dieser Sorte Kontakt, bei der du danach wach bist, obwohl der Kaffee noch im Becher wartet.

Man lernt daraus

Ich weiß also schon, warum ich an bestimmten Stellen manchmal den Fuß vom Gas nehme.

Nicht, weil ich plötzlich altersmilde mit der Straße kuscheln möchte. Nicht, weil ich vergessen habe, wo rechts das Pedal ist. Sondern weil ich die Strecke kenne.

Da gibt es Kurven, Gräben, kleine Waldstücke, offene Felder und diese Stellen, an denen morgens zwischen fünf und sechs irgendwie alles passieren kann.

Ein Reh kommt selten höflich mit Blinker, ein Fuchs stellt keinen Antrag auf Fahrbahnquerung und ein Waschbär diskutiert auch nicht erst die Verkehrslage, bevor er sich denkt: „Jetzt!“

Da ist Bremsen keine Schwäche, sondern schlicht die bessere Idee.

Wenn der Nebel mitfährt

Heute früh kam dann noch Nebel dazu.

Nicht dieser romantische Kalendernebel, bei dem irgendwo ein Hirsch auf einer Lichtung steht und alle ganz ergriffen tun. Eher die Sorte Nebel, die sich wie ein Schmierfilm auf die Scheiben legt und aus jeder Kurve einen kleinen Hinterhalt macht.

Du siehst die Straße, aber eben nicht richtig. Du erkennst den Rand, aber eben spät. Der Graben ist da, die Büsche sind da, nur was gleich daraus hervorspringt, bleibt offen.

Reh, Fuchsgröße, Waschbär? Alles ist möglich.

Pferd? Gefühlt auch, weil der Kopf morgens um fünf bei Nebel großzügig mit Katastrophen rechnet.

Man fährt also konzentriert, etwas vorsichtiger, schaut mehr, rechnet mit allem und versucht, nicht ausgerechnet heute die Hauptrolle in „Tierischer Überraschungsbesuch auf der Landstraße“ zu übernehmen.

Die Königsklasse

Richtig rund wird es natürlich erst, wenn dann noch einer überholt, als gäbe es kein Morgen.

Nebel. Kurve. Wildwechsel. Odenwald. Morgens halb sechs.

Da muss man erst mal auf die Idee kommen: „Jetzt wäre ein guter Moment, mein Vertrauen in Glück, Gegenverkehr und Reh-Intelligenz gleichzeitig zu testen.“

Vielleicht ist das auch eine besondere Form von Frühsport. Andere dehnen sich, manche joggen, wieder andere überholen im Blindflug und nennen es Fahrerlebnis.

Ich nenne es eher: Denken ist halt Glückssache.

Und manchmal fährt das Glück eben leider auch auf der Gegenfahrbahn.

 

 

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Adrenalin von 0 auf 100 in Millisekunden

Dunkle Landstraße im Scheinwerferkegel, rechts am Rand ein Reh, das den Puls auf Anschlag bringt.Da ist man schnell wach, aber so richtig!

Morgens.
Dunkel.
Landstraße.
Alles noch im Modus „Lass‘ einfach rollen …„.

58 km/h auf dem Weg Richtung 70, keine Hektik, nur das Abblendlicht, das die Welt auf eine Handvoll Meter zusammenfaltet. Die Gedanken sortieren irgendwas im Hinterkopf, von dem man selber nicht weiß, dass man über sowas nachdenken kann.

Dann passiert genau das, was man in dem Moment nicht gebrauchen kann.

Rechts im Gras steht ein Reh!

Nicht auf der Fahrbahn, aber nah genug, dass der Puls sofort beschließt, ab jetzt alleine zu fahren.

Die Straße ist leicht rutschig, die Kurve kommt, und im Kopf steht nur noch ein einziger Satz, komplett ohne Grammatik, aber mit maximaler Autorität:

BLEIB, WO DU BIST!!!

Das ist diese Millisekunde, in der man gleichzeitig bremst, lenkt, scannt, rechnet und trotzdem denkt, man sei eigentlich noch im Halbschlaf. Kaffee? Kann warten. Erstmal kurz wieder Mensch werden.

Zum Glück hat das Reh mitgespielt. Es blieb genau da, wo es war. Und ich war zum Glück nicht schneller als nötig.

Manchmal ist Wachwerden kein Prozess. Manchmal ist es ein Ereignis. :mrgreen:

(Und siehe da, jetzt fällt auch auf, dass die Dashcam nicht automatisch auf Winterzeit umgestellt hat. Nun ja, JETZT lohnt das auch nicht mehr ;-) )

 

   

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Wildwechsel ist kein Scherz!

Wildwechsel ist kein Scherz!Der Schreck sitzt

Wisst ihr, wann man morgens so richtig wach ist?

Beim Autofahren, voll in Gedanken, auf dem Weg zur Arbeit?

Wenn plötzlich vor einem alles quietscht, rot aufleuchtet und Reagieren angesagt ist!

Warum?

Weil Reh-Junior mal eben aus dem Graben auf die Fahrbahn gehüpft ist und eine Weile den Asphalt untersuchen musste!

Ich weiß, auf dem Foto ist es leider nicht gut zu erkennen, aber in der Sekunde hatte ich andere Probleme, als auf die Bildqualität der Dashcam zu achten ;-)

Obendrein verzerrt die Kamera auch die Perspektive, real war das alles ein ganzes Stück weiter vor meiner Motorhaube.

Ernsthaft muss ich zugeben, dass ich auch zuweilen die Schilder mit der Warnung vor Wildwechsel eher einfach an mir vorbeiziehen lasse, aber seit ich im Odenwald lebe, habe ich sie doch im Hinterkopf.

Wobei das Tier an sich gar nicht mal so das Problem war, eher die anderen Fahrzeuge. Was manche Menschen unter Ausweichen und Gefahrenbremsung verstehen, unterscheidet sich doch stark von dem, was ich in solchen Momenten mache.

Egal, nix passiert, aber der Schreck, der sitzt :shock:

Das Reh war allerdings eher chillig unterwegs, es ist dann doch eine Weile stehengeblieben und hat die Gesichter begutachtet, die da in den Autos zu sehen waren. Zugegeben – wir werden alle ziemlich bescheuert geguckt haben :mrgreen:

Kurze Info dazu

Auch im Juli ist mit Wildwechsel zu rechnen. Gerade Rehe sind das ganze Jahr unterwegs, aber im Sommer steigt die Gefahr nochmal, weil dann ihre Paarungszeit (die Blattzeit) beginnt.

Da wird viel herumgerannt, gejagt und Straßen werden öfter überquert, auch früh morgens oder spät abends.

Dazu kommen Jungtiere, die anfangen, die Gegend zu erkunden. Im Odenwald also definitiv ein Thema, selbst mitten im Sommer!

Also: Augen auf!

 

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