Facebook entdeckt die Moral

Wenn Meta meint zu wissen, was DU sehen darfst!Wenn die Intelligenz am Kontext scheitert

Gestern zwei Dampfer auf dem Dach, ein Foto, ein paar harmlose Worte dazu und der Link zum Blog. Eine völlig banale Alltagsszene.

Ein privates Foto, keine Aufforderung zu irgendwas, kein Angebot, kein Verkauf, kein Tausch, keine Preisangabe, keine Bezugsquelle. Einfach zwei E-Zigaretten in echten menschlichen Händen auf einem Bild.

Facebook macht daraus trotzdem ein Problem. Angeblich könnte der Beitrag den Kauf, Verkauf oder Tausch von „illegalen oder reglementierten Drogen“ betreffen. Könnte. Irgendwie. Vielleicht. Der Inhalt ähnelt schließlich einem anderen Beitrag, der gegen die Gemeinschaftsstandards verstößt. Das muss reichen. Allein schon dieses zu 90 % strunzdumme zusammenfantasierte Bashing gegen das Dampfen, da spiegelt sich die gegenwärtige Dummheit des Mainstream-Theaters: Labern durch Glauben statt Wissen.

Die Maschine schaut also nicht darauf, was tatsächlich passiert ist, sondern erkennt irgendein Muster und wirft den Beitrag vorsichtshalber in eine passende Schublade. Kontext? Offenbar lästig. Aussage? Nebensache. Hauptsache, der Filter hat etwas gefunden, das theoretisch irgendwie irgendwo problematisch sein könnte.

Meta selbst hat Anfang 2025 eingeräumt, dass seine Systeme zu oft harmlose Inhalte erwischt und deren Verbreitung eingeschränkt haben. Zu viele Fehler, zu viele falsche Treffer. Bei besonders sensiblen Bereichen sollen die automatischen Systeme natürlich weiter besonders aufmerksam sein. Na, Treffer :mrgreen:

Manche woll(t)en es so!

Nicht vergessen, das ist auch der Konzern, der 2016 sein großes Programm mit externen Faktenprüfern gestartet hat. Damals klatschten erstaunlich viele Nutzer Beifall. Endlich passt jemand auf. Endlich sortiert jemand. Endlich entscheidet jemand, was wahr, falsch, erlaubt oder gefährlich ist. Jahre später erklärte Meta selbst, dass dieses System zu oft danebenlag und legitime Inhalte traf. In den USA wurde die externe Faktenprüfung 2025 schließlich wieder abgeschafft.

Vielleicht sollte genau das zu denken geben, denn wer sich darauf verlässt, dass ein milliardenschwerer Konzern, seine Algorithmen oder irgendeine KI schon wissen werden, was gut für den Pöbel ist oder gefälligst gut zu sein hat, bekommt irgendwann genau so etwas geliefert. Ein harmloses privates Foto wird nicht mehr als das bewertet, was es ist, sondern danach, was irgendein System darin zu erkennen glaubt. Natürlich alles nur zu unserem Besten.

Ausgerechnet bei einem Konzern, bei dem ich seit Jahren den Eindruck habe, dass hinter beinahe jeder Ecke nur eine wirklich wichtige Frage wartet: „Willst Du nicht irgendwas machen, an dem wir verdienen?“ Moral ist eben auch schön …

… solange sie ins Geschäftsmodell passt.

Ne, besser: Solange man damit biedere Geister davon überzeugen kann, selbst das Gute zu sein … :roll:

 

 

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Das Mindset der künstlichen Intelligenz

Eine künstliche Intelligenz, die versucht, das Chaos im Kopf des Bloggers zu visualisieren – inklusive Kaffeedurst und technischem Wahnsinn.Da kriegst’e Dein Fett weg

Ich muss zugeben, dass mich Experimente mit der KI schon faszinieren.

Die Plattformen denken mit, lernen den eigenen Stil und sind schon sehr gut in der Lage, sich an die Person anzupassen, die da am Bildschirm die mehr oder weniger optimalen Prompts verfasst ;-)

Erwischt

Spannend wird es, wenn man die eigenen Macken mal in einem Bild zusammenfassen lässt, eben so, wie es die künstliche Intelligenz erkannt hat :mrgreen:


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Breaking News, Wasser ist nass!

Ein Smartphone mit Alarmstufe Rot im Feed. Viele Warnsymbole, viel Drama – und am Ende weiß man trotzdem nur: Winter ist kalt und Feuer ist heiß.Nur noch Verblödung …

Ich bin (auch) beruflich viel in Social Media unterwegs. Und genau deshalb bekomme ich regelmäßig Inhalte serviert, die ich eigentlich gar nicht schnell genug üerbscrollen kann.

Das Üble ist, dass es immer schlimmer wird …

Ein paar Perlen aus der Kategorie „Ich hab’s geahnt, aber danke“:

„Was Arbeitnehmer jetzt bei der Krankschreibung beachten müssen!“

Klingt nach Neuerung, Frist, Falle, Drama.
Und drin steht dann: Nach sechs Wochen geht’s ins Krankengeld, wenn es dieselbe Sache am Stück ist.
Das ist keine Nachricht, das ist ein Reminder für Leute, die auch an der Mikrowelle nachlesen, ob man Metall reinlegen darf.

„Die neue Gefahr im Winter!“

Neue Gefahr. Winter. Man rechnet mit irgendwas aus der „jetzt wird alles anders“-Schublade.
Inhalt: Bei Glatteis kann man ausrutschen. Autofahren ist im Winter riskanter.
Kurzfassung: Is‘ Winter.

Tja, solche Erkenntnisse kann ich auch liefern:

„Diese eine Sache unterschätzen viele im Alltag!“

Inhalt: Wer zu wenig schläft, ist müde. Wer zu spät losfährt, kommt zu spät.
Wenn das jemanden überrascht, ist der Tag grundsätzlich eine Herausforderung.

„Was ihr jetzt bei Passwörtern beachten müsst!“

Inhalt: „Passwort123“ ist keine Idee, das ist Kapitulation.
Und zwei Faktoren sind meistens besser als einer. Ja, wirklich.

Was mich daran nervt, ist nicht mal das Thema. Es ist diese künstliche Aufregung. Erst Alarm, dann Luftnummer. Erst „Jetzt unbedingt lesen“, dann blitzschnell die Erkenntnis „Freunde, wer das nicht weiß, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“. :mrgreen:

Liebe Schreiber solcher Zeilen:

Wer nicht total dicht im Hirn ist, der merkt das! :roll:

Immerhin, so weiß ich immer schnell, welche Seiten ich sofort komplett blockierne kann ;-)

   

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Eifersucht unter automatischen Systemen?

Eifersucht unter automatischen Systemen?Deppendenken?

Schon seltsam, wenn ein automatischer Algorithmus einem, der alles von Hand schreibt, vorwirft, etwas automatisiert zu machen.

Und nein, ich mache da bei Instagram nichts mit irgendwelchen Automatismen.

Liebe Programmierer

Nur weil man etwas immer ähnlich macht, ist das kein „automatisiertes Verhalten“, unter Menschen ist das einfach persönlicher Stil :roll:

Aber zugegeben, ich würde mir auch kein Bein ausreißen, um bei Instagram posten zu „dürfen“, was eigentlich privat für den ganzen Meta-Kram gilt.

Wenn ich im Prinzip Geld in die Hand nehmen muss oder soll damit Menschen lesen können, was ich schreibe (oder eben auch nicht), statt es einfach dem Zufall zu überlassen, hält sich mein Ehrgeiz in Grenzen ;-)