Retrofimmel auf dem Parkplatz

Ford Sierra XR4i auf einem Parkplatz, ein echter Treffer für meinen Retrofimmel ;-)Diesmal hat mich ein Sierra erwischt

Gestern stand da mal wieder etwas Neues, das schon ziemlich alt ist.

Mitten auf einem Parkplatz: ein Ford Sierra.

Nicht irgendeiner, sondern ziemlich eindeutig ein XR4i. Die geteilten hinteren Seitenscheiben, die roten Zierlinien und der doppelte Heckspoiler sind schon reichlich deutliche Hinweise.

Wer hier öfter liest, kennt das Problem. Am Ford 20m kam ich nicht vorbei, ein Kadett-E Cabrio musste ebenfalls in den Blog und zuletzt bekam mein Retrofimmel mit altem Blech gleich doppelt Futter.

Warum sollte es diesmal anders laufen? ;-)

Der fiel damals schon auf

Der XR4i kam 1983 und bekam einen 2,8-Liter-V6 mit 150 PS, Fünfganggetriebe und Hinterradantrieb.

Dazu diese Form, die man auch mehr als 40 Jahre später nicht mit fünf anderen Autos verwechselt. Nicht unbedingt schön im klassischen Sinn, aber eigenständig.

Man erkennt ihn sofort, sogar ohne beleuchtetes Markenlogo, durchgehende Lichtleiste und Bildschirm im halben Armaturenbrett, früher ging das offenbar noch.

Genau mein Ding

Natürlich war damals nicht alles besser. Die Kisten rosteten, tranken ordentlich und bei der Sicherheit war manches eher Hoffnung als Konzept.

Trotzdem hatten viele Autos ein Gesicht, der Sierra ganz besonders.

Andere sehen auf dem Parkplatz einen alten Ford, ich sehe einen XR4i, mache ein Foto und weiß: Der muss in den Blog :mrgreen:

Faktenanker

Der Ford Sierra XR4i wurde 1983 vorgestellt. Sein 2,8-Liter-V6 leistete 110 kW beziehungsweise 150 PS, geschaltet wurde über fünf Gänge, angetrieben wurden die Hinterräder.

Doppelspoiler und geteiltes hinteres Seitenfenster waren ab Werk dran, da hat also niemand später noch ein bisschen Plastik für den sportlichen Eindruck angeschraubt.

Ford-Sierra-Prospekt von 1985 als PDF
Modellgeschichte des Ford Sierra XR4i

 

      

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Schrauben, Schlüssel, Straßenbahn

Linie 2 nach Schnelsen, gefunden zwischen Werkzeug, Baustelle und Baumarktlogik ;-)Wenn der 24er Ringschlüssel auf Linie 2 trifft

Eigentlich wollten wir nur einen 24er Ringschlüssel kaufen.

Baustelle, Werkzeug, normaler Vorgang. Nichts, was nach Blog ruft, sofern man nicht gerade über Preise, Regale oder Baumarktlogik philosophieren möchte, und dafür war an dem Tag nun wirklich kein Bedarf.

Dann stehst du im BAUHAUS Hamburg-Lokstedt und schaust plötzlich auf eine alte Hamburger Straßenbahn :shock:

Nicht als Deko auf einer Blechdose oder als Foto, ne! Sondern richtig groß, rot-beige und, so viel Zeit muss sein, Linie 2 mit Ziel Schnelsen.

Mitten im Baumarkt, zwischen Leihgeräten, Bilderrahmung, Material und diesem üblichen „eigentlich brauchst du noch drei Sachen, von denen du vor fünf Minuten nichts wusstest“.

Altes Blech findet mich eben

Wer hier öfter liest, ahnt das Problem.

Ich kann an alten Fahrzeugen schlecht vorbeigehen. Das hat (nicht erst) mit dem VW Bulli bei Edeka angefangen, beziehungsweise da war es zumindest schon gut sichtbar. Man will einkaufen, und plötzlich lächelt einen ein T1 an. Ja, ich bleibe dabei, manche Fahrzeuge lächeln. Wer das nicht sieht, hat vermutlich auch bei Gitarren nur Holz mit Saiten vor Augen.

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Solo auf dem Parkplatz

Altes Solo-Mofa auf dem ParkplatzAuch ein Oldtimer

Nein, mit „Solo“ meine ich keinen Einsatz von Instrumenten auf der Bühne ;-)

Ihr wisst schon, mein Fimmel mit alten Fahrzeugen. Ne, es muss nicht immer ein Auto sein, rollen muss es können und irgendwo einen Motor mit Kolben haben.

Jedenfalls ist mir beim Einkaufen in Mörlenbach auf einem Parkplatz diese Solo aufgefallen, meiner Vermutung nach wenigstens 40 Jahre alt, und das dürfte sogar ziemlich gut hinkommen. Nach allem, was optisch zu erkennen ist, spricht einiges für eine Solo 712, ohne Typenschild und Papiere mache ich das aber natürlich nicht mit dem Schlagschrauber fest.

Mofa hin, Mofa her, ich habe mit dieser Gattung von Fahrzeugen in meiner Jugend prägende Zeiten erlebt. Bei mir hießen sie zwar Flory oder Hercules Prima 5S beziehungsweise M5, aber unter’m Strich:

Die kleinste Form der benzinbetriebenen Freiheit auf zwei Rädern.

SOLO selbst schreibt, dass in den 1970er- und 1980er-Jahren mehrere Mofa- und Mopedmodelle mit eigenem Zweitakt-Motor gebaut wurden. Passt also. Das Ding da ist nicht nur „irgendwie alt“, sondern gehört ziemlich genau in diese Zeit, in der 25 km/h noch nach Weltreise klangen, wenn man vorher nur Fahrrad, Busfahrplan oder Eltern-Taxi kannte (was in den 80ern eher die Ausnahme war).

Ich bin sogar kurz mit dem Besitzer ins Gespräch gekommen, er fährt das Gerät tatsächlich auch erst seit einer Woche, mehr war so in der kurzen Zeit zwischen Lidl-Tür und Mofa-Tank nicht zu erfragen, aber immerhin:

Die Solo muss in den Blog ;-)

Andere sehen auf so einem Parkplatz vielleicht nur ein altes Mofa mit Korb, Spiegeln und Patina.

Ich sehe Zweitakt, Jugend, erste Wege ohne Rückfrage und diesen kleinen Moment, in dem ein bisschen Vergangenheit zwischen Einkaufswagen und Leergutautomat steht.

Auch ein Oldtimer.

Nur eben ohne Chromgrill und Sonntagsausfahrt.

 

 

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