Weg in 3, 2, 1 … *plonk*
Ich veröffentliche hier im Blog etwas, teile einen Beitrag bei Facebook, Instagram oder sonstwo und natürlich kommen Reaktionen. Genau so soll es ja auch sein, sonst könnte ich den ganzen Kram gleich auf meiner Festplatte liegen lassen.
Manche stimmen zu, manche sehen es völlig anders, andere bringen einen neuen Gedanken rein oder erklären mir ziemlich deutlich, warum sie meinen, dass ich Blödsinn geschrieben habe, kann ja durchaus mal sein ![]()
Alles gut, genau dafür gibt es schließlich Kommentare.
Leider leben wir aber auch in einer Zeit, in der es manchen gar nicht mehr um die Sache geht. Fakten werden ignoriert, Aussagen passend verdreht und wenn das alles nicht reicht, wird eben gepöbelt. Reagiere ich irgendwann nicht mehr, kommt gerne noch einer hinterher, manchmal auch zwei, bis schließlich der vermeintliche Sieg verkündet wird.
Keine Antwort mehr? Ha! Gewonnen!
Nein, Freund oder Freundin, Du hast nicht gewonnen. Du bist für mich irgendwann einfach zu unbedeutend, als dass ich weiter Lebenszeit in Dich investiere.
Früher machte es einfach *plonk*
Wer die Blütezeit der Newsgroups noch erlebt hat, kennt vielleicht dieses herrlich kurze *plonk*. Das war sinngemäß die letzte Meldung an einen Schreiberling, bevor dessen Beiträge im sogenannten Killfile landeten und künftig einfach ausgefiltert wurden.
Keine lange Abschiedsrede, kein „Ich diskutiere jetzt wirklich nicht mehr mit Dir“, gefolgt von weiteren 27 Antworten. *plonk*, weg, Ruhe.
Heute heißt das blockieren, stummschalten oder einfach ignorieren, das Prinzip gefällt mir aber noch immer. ![]()
Keine Antwort ist nicht automatisch eine Niederlage
Es scheint inzwischen die Vorstellung zu geben, dass derjenige gewonnen hat, der am längsten weiterpöbelt. Sobald die andere Seite nicht mehr reagiert, müssen ihr angeblich die Argumente ausgegangen sein.
Kann sein, aber eher nicht. Vielleicht habe ich längst alles gesagt, vielleicht drehen wir uns zum fünften Mal im Kreis oder ich sehe schlicht keinen Sinn mehr darin, dieselbe Antwort immer wieder neu einzupacken.
Weißt Du, ich kann da nur für mich sprechen, aber mein Leben hat genug Inhalt. Ich muss meine Zeit nicht damit verbringen, wildfremde Menschen davon zu überzeugen, wie toll ich bin, warum ausgerechnet meine Meinung mehr zählt oder weshalb unbedingt ich das letzte Wort haben muss. Wenn mir eine Diskussion nichts mehr bringt, bin ich eben raus.
Meine Lebenszeit ist endlich und ich habe keinen Grund, besonders viel davon ausgerechnet in jemanden zu investieren, der längst gezeigt hat, dass ihn weder meine Antwort noch irgendwelche Fakten interessieren. Genau an diesem Punkt ist dann nämlich auch mein Interesse bei Null angekommen.
Widerspruch ist nicht das Problem
Wer diskutieren will, darf widersprechen, nachfragen, Gegenargumente bringen und mir auch deutlich sagen, dass ich mit etwas danebenliege. Damit kann ich wunderbar leben. Etwas anderes ist es, wenn gar keine Diskussion gewollt ist, sondern nur Provokation, Beleidigung und der nächste kleine Kreisverkehr im Kommentarbereich.
Dann ist irgendwann Schluss. Kommt von mir nichts mehr, könnt ihr davon ausgehen, dass meine letzte Aktion innerlich ungefähr ein *plonk* ausgelöst hat. Ich sperre jemanden aus, ignoriere ihn oder lasse ihn einfach weiter in die Leere schreiben und mache mit meinem Tag weiter.
Umgekehrt gilt übrigens dasselbe. Wenn jemand mich blockiert, bin ich dort eben raus und mein Leben geht erstaunlicherweise ebenfalls einfach weiter.
Nur weil ihr euch selbst gerade für enorm wichtig in einer Diskussion haltet, müsst ihr diese Bedeutung für die Person auf der anderen Seite noch lange nicht haben.
*plonk* ![]()