Heimatkunde im Job?
Gestern war ich über meinen Job an einer Stelle, an die man sonst vermutlich nicht einfach so rankommt (zumindest nicht, ohne vorher Zaun, Schild, Zuständigkeit und die Laune anderer Leute kennenzulernen).
Dort stand dieses alte Bauwerk, massiv, grau, verwachsen und irgendwie zwischen Wasserversorgung, Aussichtspunkt und „hier war bestimmt mal irgendwas“.
Genau diese Sorte Ding, an der viele vorbeilaufen würden, kurz gucken, weitergehen und fertig. Ich natürlich nicht, denn wenn irgendwo altes Mauerwerk steht und dabei so tut, als hätte es nichts zu erzählen, werde ich misstrauisch, mein Retrofimmel eben ![]()
Was da noch steht
Nach dem, was sich bisher finden lässt, gehört das Ganze ziemlich sicher in die Ecke der alten Wasserversorgung. Im Stadtarchiv Ober-Ramstadt gibt es jedenfalls einen Bestand zu Wasserwerk, Hochbehälter und Wasserleitungsarbeiten mit einer Laufzeit von 1907 bis 1951. Das passt schon sehr deutlich zu dem, was man da vor der Nase hat. Alte Infrastruktur hatte eben noch Charakter. Heute bekommt man dafür vermutlich einen grauen Kasten, drei Warnschilder, eine Servicenummer und irgendeinen QR-Code, der genau dann nicht (mehr) lädt, wenn man ihn braucht.