Bonnie Tyler ist verstorben, 75 Jahre alt wurde sie.
Damit ist wieder eine dieser Stimmen weg, die man sofort im Ohr hat, ohne vorher erst das halbe Musiklexikon im Kopf aufzublättern.
„Total Eclipse of the Heart“, „Holding Out for a Hero“, „It’s a Heartache“, das war eben eine eigene Ecke der 80er. Groß, dramatisch, manchmal knapp an der Nebelmaschine vorbei, aber eben nicht austauschbar.
Heute kann man Stimmen nachbauen, Gesichter glätten, Songs berechnen und Stars aus Datenmatsch ziehen, bis irgendwo eine Marketingabteilung vor Rührung Noten in den Latte macchiato tropft, nur wird daraus noch lange keine Bonnie Tyler.
Diese alte Medienwelt
Ich war jetzt nie der größte Bonnie-Tyler-Fan zwischen Odenwald und Ruhrpott, aber das ist bei solchen Namen auch gar nicht der Punkt, sie war einfach da.
Im Radio, im Fernsehen, in Filmen, in Erinnerungen. Teil dieser alten Medienkulisse, in der Musik noch Ecken hatte, Stimmen kratzen durften und nicht jeder Mensch auf Bühne oder Bildschirm wirkte, als sei er gerade aus einem Algorithmus gefallen.
Das fehlt heute oft.
Nicht alles war früher besser, diese Leier kann ich selbst nicht mehr hören. Aber vieles hatte mehr Gesicht, mehr Kante und manchmal auch mehr Mut zur großen Geste.
Kurzer Faktenanker
Bonnie Tyler wurde als Gaynor Hopkins in Wales geboren und wurde international vor allem durch „It’s a Heartache“, „Total Eclipse of the Heart“ und „Holding Out for a Hero“ bekannt.
Reuters berichtet über ihren Tod und ihre Laufbahn.
Sky News führt die Meldung ebenfalls prominent.
Ruhe in Frieden
Wieder eine Stimme weniger aus einer Zeit, in der Pop nicht immer fein war, aber oft unverwechselbar, ruhe in Frieden, Bonnie Tyler.
