R. I. P. Queen Elizabeth II., aber …

Kein Foto LogoTraurig, aber der Lauf der Welt

Auch mich hat sie sozusagen medial bis heute begleitet, seit meiner Geburt quasi.

Ich bin nicht mehr der jüngste und selbst als ich das Licht der Welt erblickt habe, war sie schon Königin.

Das ist eine lange Zeit, keine Frage und ich wünsche ihr wirklich, dass sie in Frieden ruhen möge.

Aber mehr habe ich damit auch nicht zu schaffen. Wie die allermeisten Leute (vor allem Deutsche), war diese Dame eine völlig fremde für mich.

Und: Es war nicht die deutsche Königin!

Präziser, speziell für jene, die es nicht wissen!

Deutschland hat gar keine Königin!

Ja, on top: Auch wenn sie die deutsche Königin gewesen wäre, hätte das Land jetzt eben keine mehr!

Ernsthaft

Es ist sicherlich traurig, wenn jemand verstirbt, der so viele Jahre das Bild der Geschichte geprägt hat.

Mit 96 Jahren ist das aber nicht wirklich verwunderlich. Man könnte glatt den Eindruck gewinnen, dass einige Leute wirklich geglaubt haben, wenn man in England gekrönt wurde, ist ewiges Leben möglich :roll:

Warum zum Geier muss man nun jeden, aber wirklich jeden, Winkel der Welt mit den schwachsinnigsten „News“ zuballern?

Ihre letzten Stunden“ oder „so leidet XYZ„, man, kommt mal wieder bei!

Sorry, aber bei sowas hier („Was ist das für ein Fleck auf ihrer Hand?„) fliegt mir der Kopf weg!

Kann man nicht einfach neutral berichten, den aufrichtig (!) Trauernden Ruhe gewähren und dann ist es gut?

Wahrscheinlich liegt das aber an mir. Ich kann ja auch nicht innerlich (und äußerlich …) zusammenbrechen, nur weil eine Fußballmannschaft verloren hat oder irgendwer heiratet, den ich noch nicht mal kenne.

Das Einzige, was sich für mich ändert, ist die Tatsache, dass „König Charles“ total falsch klingt :mrgreen:

 

 

Hoheiten des Dramas und des Leidens

SchweigEntsetzliches geschieht

Kennt Ihr so Menschen, bei denen alles zum Drama wird? Die zusätzlich immer noch einen drauflegen müssen? Ungeheuer anstrengend, oder?

Ich mein, so etwas merkt man ja nicht sofort. Jedenfalls dann, wenn die betreffende Person einem nur entfernt bekannt ist. Zu Beginn denkt man sich nichts dabei, „Armer Pechvogel„, schießt einem vielleicht durch den Kopf. Bis Du erstmals selber und höchstpersönlich, an den Dramen teilhaben darfst.

Zunächst erfolgen Bemerkungen über einen schweren Schaden bei ihm oder ihr. Als Besipiel dient mal eine real erlebte Gegebenheit:

Mit viel Armgefuchtel, dramatischem Gesichtsausdruck und leidvoller Stimme, wurde von der Katastrophe berichtet. Es gab einen schweren Brandschaden beim Kochen, der Löschversuch scheiterte und alles war ruiniert. Klingt hart, Mitleid steigt auf.

Es ist wohl etwas durch Feuer schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Der eigene Kopf füllt die Lücken in der Story, mit persönlichen Befürchtungen und Ängsten, so ergibt sich eben ein Bild.

Hakt man aber nun etwas nach, stellt sich heraus, dass der schweren Brand auf dem Holzkohlegrill stattfand und durch eine einzige kleine Flamme dargestellt wurde. On Top, das übertriebene Löschen mit Bier, welches die Glut vernichtet hat. Oh ja, das Bier war natürlich auch futsch! Beeindruckend! Nun gut, vielleicht war das für die Betreffenden wirklich schrecklich, kann ja durchaus sein. Glut am Grill und im Freien, kann für einige Leute, die Krone der Herausforderungen bedeuten. Nicht zu reden vom Bierverlust.

Richtig ungefiltert bekommt man die Ladung, wenn die gleiche Person erkrankt, sich aber trotz des bald zu erwartenden Endes noch in Deine Nähe quält, um von den schrecklichen Beschwerden zu berichten. Da gibt es das Ziehen im Zeh, den Druck im Ohrläppchen und obendrauf noch das Jucken in der Nase. Natürlich nicht einfach nur ein Jucken, nein, es ist DAS Jucken. Dieses finale, alles besiegelnde Jucken.

Jetzt ist Vorsicht angebracht! Da der Erzähler Dich offensichtlich als interessierten und empathischen Menschen kennengelernt hat, wird es bald keine Grenzen mehr geben! Nur eine oder zwei Sätze noch, und wir sind thematisch beim Mageninneren oder dem, was daraus hervorgebracht wird. Oder im Leidensfall eben nicht herauskommt, das ist dann sozusagen Stufe drei.

Egal um was es geht, Dramahoheiten kannst Du nicht erreichen. Stößt Du Dir den Kopf, präsentieren sie den eigenen Schädelbruch. Ist bei Dir Brot verschimmelt, erlitten sie, just gestern noch, die schwere Lebensmittelvergiftung. Immer!

Was kriegst Du aber zu hören, wenn Dir etwas unschönes geschieht? „Stell‘ Dich nicht so an!“