Die Zahl wird schon stimmen

Wenn Zahlen groß genug an der Wand stehen, wird auch noch der größte Unsinn beklatscht. KI-generiertes Symbolbild.Vertraue den Zahlen, die stimmen immer!

Ich sehe es immer wieder, Menschen springen auf Zahlen an, vor allem dann, wenn ihnen zu einem Thema das Hintergrundwissen fehlt oder gar nicht erst die Frage aufkommt, wie diese Zahl eigentlich zustande gekommen ist. Sobald irgendwo Prozentwerte, Durchschnittswerte und am besten noch ein paar Stellen hinter dem Komma auftauchen, sieht selbst der größte Unsinn plötzlich ziemlich offiziell aus.

Ihr glaubt zum Beispiel nicht, dass Soldaten im Ersten Weltkrieg schon Handys hatten? Nun, die Zahlen beweisen etwas anderes! ;-)

Zeit für etwas Wissenschaft

Laut Internationaler Fernmeldeunion ITU gab es im Jahr 2025 weltweit 9,2 Milliarden Mobilfunkanschlüsse. Eine echte Zahl aus einer echten Statistik, damit können wir völlig seriös loslegen.

Von 1914 bis einschließlich 2025 sind es 112 Kalenderjahre, also teilen wir die 9,2 Milliarden Mobilfunkanschlüsse einfach durch 112 und kommen auf 82.142.857,1 Mobilfunkanschlüsse pro Jahr. Nicht ungefähr 82 Millionen, wir wollen schließlich wissenschaftlich arbeiten. 82.142.857,1 sieht auch deutlich besser aus, vor allem wegen der ,1.

Der Erste Weltkrieg berührte die fünf Kalenderjahre von 1914 bis 1918, entsprechend multiplizieren wir unseren ermittelten Jahreswert mit fünf und landen bei 410.714.285,7 Mobilfunkanschlüssen. Das erscheint nun selbst mir ein wenig viel, aber keine Sorge, ich bin ja kein unseriöser Statistiker, deshalb muss das Ergebnis natürlich noch fachgerecht bereinigt werden.

Nach Anwendung eines äußerst vorsichtig gewählten historisch-technischen Korrekturfaktors von lediglich 0,0009608626 Prozent bleiben exakt 3.946,4 Mobilfunkanschlüsse. Damit ist anhand realer Zahlen und mathematisch korrekter Berechnungen praktisch bewiesen, dass während des Ersten Weltkriegs bereits knapp 4.000 Handys existiert haben müssen.

Was genau die 0,4 Handys waren, müsste natürlich noch wissenschaftlich geklärt werden. Vermutlich würde die Bundesregierung dafür erst einmal eine Expertenrunde bilden, einige Millionen Euro freigeben und das Thema über mehrere Jahre untersuchen lassen, bis ein ausreichend dicker Abschlussbericht bestätigt, dass die 0,4 tatsächlich existiert haben müssen. Schließlich ergeben es die Zahlen, da kann die Realität nun wirklich nicht einfach widersprechen.

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