Da war doch mal ein Feld

Feld, Straße und Bäume an der Strecke meiner Mittagsrunde im Mai oder Juni 2025.Der gleiche Ort, nur nicht mehr derselbe

Wenn ich in der Mittagspause meine Runde drehe, komme ich immer wieder an denselben Stellen vorbei. Meistens ändert sich dort nicht viel, zumindest nicht so, dass man es von einem Tag auf den anderen wirklich bemerkt, andernfalls landet es früher oder später eh hier im Blog.

Feld, Straße, Himmel, ein paar Bäume. Nichts, wofür irgendwo ein Reisebus hält, aber genau solche normalen Aussichten gehören irgendwann so fest zum Weg, dass man sie kaum noch bewusst wahrnimmt.

Das Foto oben ist irgendwann im Mai oder Juni 2025 entstanden, vermutlich habe ich an dem Tag Interesse an Bildern mit Feldern gehabt :mrgreen:

Bagger und Erdarbeiten an derselben Stelle im Mai 2026, rund ein Jahr später.Im Mai 2026 sieht es „leicht“ anders aus

Bagger, abgezogene Fläche, Erde und Schotter. Die Perspektive ist nicht ganz identisch, weil ich 2025 noch nicht wusste, dass das erste Foto irgendwann als Vorherbild herhalten muss.

Damals war es einfach ein Foto während meiner Mittagsrunde. Heute ist es plötzlich ein kleines Dokument.

Zeit sieht man oft erst später

Rund ein Jahr liegt zwischen den beiden Aufnahmen. Im Alltag klingt das nach ziemlich viel Zeit. Gleichzeitig vergeht sie zwischen Arbeit, Terminen, Urlaub, Ärger, Kaffee und dem üblichen Kleinkram so beiläufig, dass man sich irgendwann fragt, wo sie eigentlich geblieben ist.

Zwei Bilder beantworten das zumindest für diesen Ort und für mich mal wieder ziemlich deutlich. Da hat sich nicht nur eine Jahreszeit verändert. Da wurde entschieden, geplant, genehmigt und irgendwann der Bagger hingestellt.

Bei meinem anderen Feld folgt nach Saat, Wachstum und Ernte irgendwann die nächste Runde. Hier sieht es eher danach aus, als wäre die alte Runde beendet.

Neu bedeutet nicht automatisch besser

Ich will daraus keinen Weltuntergang aus Erde und Schotter machen. Irgendetwas wird dort gebraucht, sonst würde vermutlich niemand Geld, Planung und Maschinen in die Fläche stecken. Vielleicht entsteht etwas Sinnvolles, vielleicht sogar etwas, über das sich andere freuen.

Trotzdem ist Veränderung nicht automatisch Fortschritt, nur weil am Ende etwas Neues dasteht.

Manche guten Dinge verschwinden, weil jemand eine Entscheidung trifft. Das gehört zum Leben, aber es bleibt die Frage, ob das Neue den Verlust wert ist. Wer so etwas entscheidet, sollte zumindest wissen, dass manches danach nicht einfach im nächsten Frühjahr wiederkommt.

Meine Mittagsrunde führt dort weiterhin vorbei, nur den alten Anblick gibt es jetzt ausschließlich auf dem Foto. ;-)

(Vermutlich wird sich da auch noch weiterhin etwas bewegen, bin mal gespannt …)

 

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