„Irgendwann“ ist plötzlich heute
Man weiß, dass nach dem Winter der Garten wieder Arbeit machen wird und spätestens im Herbst reichlich Zeug von vorne nach hinten oder andersherum geschafft werden muss.
Zu diesem Zweck ist eine funktionierende Schubkarre eigentlich keine völlig abwegige Idee, ich habe so ein vorteilhaftes Gerät sogar im Garten stehen. Meine war grundsätzlich auch funktionstüchtig, wenn man von diesem einen eher unwichtigen Bauteil absieht, das den Kontakt zum Boden herstellt: dem Reifen.
Das hält bestimmt noch
Der stand vor gut zwei Jahren schon einmal platt herum, damals reichte allerdings noch etwas Luft und fürs Erste war wieder Ruhe. Dass der Reifen selbst seine besten Jahre (Jahrzehnte …) deutlich hinter sich hatte, konnte man dabei kaum übersehen. Der Gummi war porös und rissig, eigentlich war also ziemlich klar, dass der mir eher bald als irgendwann den Stinkefinger zeigen dürfte.
Mein Umgang mit dieser Erkenntnis war entsprechend professionell, ich müsste da halt irgendwann mal ran.
Nun ja, „irgendwann“ ist ein ausgesprochen geduldiger Termin. Erstaunlicherweise spielte der Schlauch im Inneren auch noch eine ganze Weile mit, bis irgendwann rund um den letzten Winter endgültig Schluss war. Reifen platt, Luft rein brachte nichts mehr, die Schubkarre stand.
Dann eben ohne Schubkarre
Natürlich fiel mir das genau an einem Samstag auf, an dem ich im Garten richtig Gas geben wollte. Weil mir für solchen Kram oft nur der Samstag bleibt, war die Auswahl recht übersichtlich: Entweder erst die Karre reparieren und damit einen Teil des Tages verbringen oder den Garten machen und den Rest irgendwie ohne Karre bewältigen.
Ich habe den Garten gemacht und durfte anschließend den ganzen Grünschnitt brav von Hand von vorne nach hinten und hinten nach vorne schleppen. Gefühlt waren das hundert Märsche für eine Menge, die mit funktionierender Schubkarre wahrscheinlich in drei oder vier Fuhren erledigt gewesen wäre.
Kann man so machen, besonders schlau ist es allerdings nicht ![]()
18 Euro gegen „irgendwann“
Danach habe ich hier und da nach einem passenden Rad geschaut und bin bei Amazon schließlich über ein komplettes Rad als B-Ware aus einer Rücksendung gestolpert. 18 Euro, dafür konnte man es durchaus mal versuchen, also bestellt und damit zumindest schon einmal die wichtigste Voraussetzung geschaffen.
Das Rad war da. Die Motivation zum Einbau hatte offensichtlich einen anderen Liefertermin. ![]()
Nun haben wir Mitte September, der Garten möchte langsam winterfest gemacht werden und ich denke überhaupt nicht daran, den ganzen Grünschnitt wieder per Hand durch die Gegend zu schleppen. Mein großzügiges „Muss ich mal irgendwann machen“ bekam damit plötzlich ein ziemlich konkretes Datum.
Heute.
Ein bisschen musste ich an der Achse umbauen, weil das neue Rad nicht ganz ohne Anpassung an die alte Karre passte, wirklich wild war das allerdings nicht. Nach rund 15 Minuten stand sie wieder auf ihrem neuen roten Rad und war bereit für das, wofür sie eigentlich schon den ganzen Sommer hätte bereit sein können.
Die eigentliche Arbeit kam danach
Nun betreibt der brave Besitzer dieser Schubkarre allerdings auch noch einen Blog und macht Social Media, weshalb man so ein Rad selbstverständlich nicht einfach wechseln und anschließend zufrieden mit der Karre davonrollen kann.
Also wurde natürlich mitgefilmt, anschließend geschnitten, Musik und Text kamen auch noch dazu und am Ende musste der ganze Kram natürlich noch exportiert und hochgeladen werden.
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Die Schubkarre selbst war nach ungefähr 15 Minuten wieder fit. Aus diesen 15 Minuten ein Reel zu machen, hat dagegen locker Stunden gefressen.
Prioritäten kann ich. ![]()
Hm… könnte man durch das Loch im Reifen nicht einfach Beton einfüllen und aushärten lassen?
Nie wieder Reifen wechseln. Selbst wenn der Gummi restlos verschwunden ist.
Ich denke, dann rollt das Ding buchstäblich wie ein Stein 😂