Die Sp(r)itze der Doppelmoral

Der Hunderter steckt im Pen, die Nadel unterschreibt und Nachhaltigkeit darf die Unterlage spielen. KI-generiert.Mehr Schein als Sein

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich mir schon vor langer Zeit Diabetes eingefangen habe.

Soweit alles gut, Werte gut, Befinden gut, Behandlung gut. Nur ist die Sache eben mit einem gewissen Aufwand und einer gewissen Achtsamkeit verbunden: Ein Auge auf die KH, das andere auf den Zucker im Blut, dazu das Spritzen, Untersuchungen und und und. Man gewöhnt sich dran, aber gesund und ohne all das wäre es einfacher.

Warum also soll der ganze Kram nicht noch aufwändiger gemacht werden? Da geht doch bestimmt noch was! Ja! Geht!

Einmal Wald-Michelbach und zurück

Meine Pen-Nadeln habe ich bisher in der Johannis-Apotheke hier in Fürth bekommen. Die liegt ungefähr 900 Meter von mir entfernt, also zu Fuß erreichbar, ohne dass ich wegen der Nadeln erst das Auto bemühen musste. Das hat funktioniert, bis meine Krankenkasse die Versorgung über Vertragspartner geändert hat und meine Apotheke die Nadeln nicht mehr abrechnen kann. Was ich allerdings erst durch einen Anruf der Apotheke erfahren habe, als die Nadeln schon bei mir daheim waren, weil irgendwie die Kasse etwas abgelehnt hat.

Für knapp 20 Euronen aus der eigenen Tasche könnte ich die Dinger selbst kaufen, was wohl die einzige Option darstellt, wenn es schnell gehen muss.

Als Alternative wurde mir zunächst eine Apotheke in Wald-Michelbach genannt. Für mich sind das ungefähr 34 Kilometer Autofahrt, hin und zurück, statt eines kurzen Fußwegs. So rund 1,5 Stunden muss man im Odenwald auch mit dem Auto dafür einplanen, was dumm ist, wenn das einfach nicht in die Planung passt.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln würde die Sache noch erheblich mehr Zeit kosten, was für Pen-Nadeln, die ich regelmäßig brauche, auch nicht gerade nach einer Verbesserung klingt.

Ich habe nachgefragt und eine Liste mit weiteren Vertragspartnern bekommen. Nur ist davon keine Apotheke für mich ohne zusätzlichen Aufwand erreichbar, und ob es vielleicht einen kostenfreien Versand gibt, stand ebenfalls nicht dabei. Adressen habe ich jetzt also genug, bloß die einfache Lösung ist verschwunden.

Der bunte Teil der Geschichte

Und genau da liegt die Doppelmoral, die mich an der Sache so nervt. Wenn es um Klicks, Reichweite und das Bild einer fürsorglichen, nachhaltigen Krankenkasse geht, ist alles schön bunt. Kurze Wege, Umweltbewusstsein, Nähe zum Patienten, das macht sich prima. Meinen kurzen Weg hatte ich längst: 900 Meter zu Fuß zur Apotheke im Ort, ganz ohne Kampagne.

Sobald aber die Verträge dazwischenfunken, kann ich für dieselben Pen-Nadeln offenbar ruhig Zeit, Sprit und Reifen auf dem Weg nach Wald-Michelbach lassen. Was meine Krankenkasse damit tatsächlich spart, weiß ich nicht. Der Aufwand verschwindet jedenfalls nicht, er landet bei mir, während die schönen Worte weiter auf dem Bildschirm stehen können.

Die Johannis-Apotheke steht übrigens immer noch an derselben Stelle. Nur meine Pen-Nadeln darf ich dort auf einmal nicht mehr über die Kasse holen. Als ob die Dinger damit kostenlos würden. Aber immerhin kann unser Kanzler da wieder ein paar Cent MwSt. über den verfahrenen Sprit kassieren ;-)

 

 

 

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