Der innere Tachometer

Der TachoDie Sicht auf die eigene Geschwindigkeit

Ist Euch schon aufgefallen, wie oft man im Alltag darauf bedacht ist, Geschwindigkeiten zu prüfen und vor allem, nicht zu überschreiten? Im Auto, bei der Waschmaschine und sogar beim Küchenmixer, ist jeder darauf bedacht, nur nicht zu weit aufzudrehen.

Gerade beim Autofahren ist die größte Umsicht angebracht. Unzählige Male geht es gut, kleinere Überschreitungen der maximal zulässigen Geschwindigkeit fallen selten auf oder werden gar nicht geahndet. Geht es irgendwann schief, sind vielleicht ein paar Euros fällig, ärgerlich aber zu verschmerzen.

Übertreibt es jemand mit dem Limit jedoch deutlicher, ändert sich die Gefahrenlage drastisch. Von wirklich bedeutenden Geldstrafen über Fahrverbot bis zur Lebensgefährdung, reicht da die Bandbreite. Nur wenige Menschen riskieren wissentlich solche Konsequenzen, was wäre auch zu erreichen? Auch von außen wird drauf geachtet. Die Polizei, Passanten und Nachbarn – jeder wird aufmerksam, wenn sich ein Fahrzeug in halsbrecherischer Weise durch die Straßen bewegt. Notfalls wird eingeschritten, vielleicht Schlimmeres verhindert.

Der menschliche, der eigene Tacho

Wie sieht es denn aber beim Eigenen, dem biologischen Tacho aus? Plötzlich schaut der Einzelne da gar nicht mehr so genau auf den Zeiger. Klar, man kann nicht bei jeder Handlung darauf bedacht sein, immer im sicheren Rahmen zu verbleiben. Geht doch gar nicht. Die anderen vorher genannten Beispiele, da geht es ja auch viel stärker darum, keinen Schaden zu verursachen. Vorne weg zählt allzu oft auch, was eben die anderen denken, sehen und erwarten. Sein Inneres kennt man doch gut genug, da braucht niemand reinreden. Alles im Griff!

Wirklich?

Der bedeutendste Unterschied liegt meiner Meinung nach eher bei dem Zeitraum, der vergehen kann, bis die Auswirkungen spürbar werden. Auch passt keine Polizei auf, wenn jemand mit seiner inneren Einstellung immer auf Vollgas fährt. Wenn es im Straßenverkehr blitzt oder gar knallt, ist fast jedem Schuldigen klar, dass man nicht umsichtig war. Schwächelt man aber körperlich oder seelisch, können Jahre vergehen, bis die Auswirkungen spürbar sind. Wer will denn dann noch die Ursachen genau benennen können? Noch schlimmer ist es, wenn nichts mehr gegen die Probleme unternommen werden kann.

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Das Ding mit der Planung

Erleuchtung SymbolDu hast früh einen Behördengang ohne festen Termin und startest dementsprechend zeitig in den Tag. Wer eher kommt, ist auch schneller fertig. Alle anderen haben dummerweise die gleiche Idee.

Du planst mit der Frau ein einfaches und schnelles Mittagessen, der Tag ist ungewöhnlich eng getaktet. Einfach Grillwurst in die Pfanne und in’s Brötchen, so passt es auch für den Rest der Familie, da ist heute ebenfalls ein unüblicher Rhythmus drin. Nur, du bekommst keine Grillwurst, es ist einfach keine da. In beiden Läden, die sich zeit- und wegtechnisch ideal anbieten.

Du willst eine Glühlampe mitbringen, weil im Bad anlässlich einer defekten solchen, nur noch Kuschelbeleuchtung herrscht. Wegen Würstchenfrust, vergisst du das Teil.

Wir haben aber eine neue Küchenwaage angeschafft, auf der sich bestimmte Teller und Gefäße besser positionieren lassen. Es scheppert in der Küche, jetzt kannst du noch wiegen, allerdings nichts mehr ablesen. Nie mehr …

Du hoffst, dass die frühestens für die kommende Woche erwartete Heizöllieferung terminlich keine Herausforderung wird, legst deswegen alles andere Planbare schon auf den morgigen Tag. Das Telefon klingelt 10 Minuten später, dein Öl könnte unerwartet schnell geliefert werden, gleich morgen.

Ich werde bei Angelegenheiten, an denen viel zu viele Menschen und Dinge beteiligt sind, auf die man gar keinen Einfluss hat, zukünftig auch nicht mehr von Planung sprechen. Nur noch von Erwartung und Möglichkeiten.

Ich habe mich gestern gar nicht mehr getraut hier laut zu jammern, wurde dann für heute geplant als Möglichkeit erwartet ;-)