Pläne und Erwartungen

flaeche-1kDas Vorhaben, der Plan

Du hast etwas vor, überlegst hin und her, wie das Ergebnis wohl am Perfektesten werden könnte.

Alles liegt gerade und strukturiert beieinander und bereit, nichts sticht hervor oder wirkt unpassend.

Klar, man hat ja auch so seine Erfahrungen, welche Stolpersteine einem begegnen können, diese gilt es gleich im Vorfeld zu beseitigen oder wenigstens zu ebnen. Nichts soll dem Erfolg im Wege stehen – der Plan steht!

Alles soll so schön ordentlich verlaufen, wie die Fugen im oberen Bild. Der Weg ist das Ziel und das soll schön strukturiert und problemlos erreicht werden.

Die Realität und das Leben

Allerdings kann es dann vorkommen, dass der Alltag völlig andere Pläne hat und die Ordnung auf diesem Foto hier für wesentlich schöner hält :mrgreen: So ein richtiges Mitspracherecht, hat man eher nicht.

Nein, nein, keine Sorge oder gar Schadenfreude, ich beziehe mich nicht auf eine aktuelle Situation, die mir diese Gedanken in den Kopf treibt. Ich habe nur eben diese Bilder im Ordner gesehen, das Ergebnis einer folgenden Intuition steht hier in diesem Text.

Das ist allerdings ja auch so ein menschengemachtes Ding, dieses Denken. Effizient, einfach und unübertroffen, so soll am Besten alles sein.

Die Natur ist da doch anders gestrickt

Wenn ich zum Beispiel an unseren Kater zurückdenke, der war nur ergebnisorientiert. Irgendwann hatte er herausgefunden, dass er auf dem Rücken liegend und mit den Beinen zur Decke strampelnd, eine Schranktür unten in der Spüle auf bekommt. Darin war der Mülleimer und an den Inhalt wollte er heran. Das Spiel hat lange gedauert, sah ziemlich bescheuert (aber auch lustig) aus und hat einen Höllenlärm gemacht. Die Folge war oft, dass wir ihn erwischt haben, die Mühe umsonst war. Hat ihn das aber davon abgehalten, es immer und immer wieder zu versuchen? Nein!

OK, final hat er damit nur erreicht, dass er am Ende einen Riegel an der Tür vorgefunden hat … ;-)

 

Das Ding mit der Planung

Erleuchtung SymbolDu hast früh einen Behördengang ohne festen Termin und startest dementsprechend zeitig in den Tag. Wer eher kommt, ist auch schneller fertig. Alle anderen haben dummerweise die gleiche Idee.

Du planst mit der Frau ein einfaches und schnelles Mittagessen, der Tag ist ungewöhnlich eng getaktet. Einfach Grillwurst in die Pfanne und in’s Brötchen, so passt es auch für den Rest der Familie, da ist heute ebenfalls ein unüblicher Rhythmus drin. Nur, du bekommst keine Grillwurst, es ist einfach keine da. In beiden Läden, die sich zeit- und wegtechnisch ideal anbieten.

Du willst eine Glühlampe mitbringen, weil im Bad anlässlich einer defekten solchen, nur noch Kuschelbeleuchtung herrscht. Wegen Würstchenfrust, vergisst du das Teil.

Wir haben aber eine neue Küchenwaage angeschafft, auf der sich bestimmte Teller und Gefäße besser positionieren lassen. Es scheppert in der Küche, jetzt kannst du noch wiegen, allerdings nichts mehr ablesen. Nie mehr …

Du hoffst, dass die frühestens für die kommende Woche erwartete Heizöllieferung terminlich keine Herausforderung wird, legst deswegen alles andere Planbare schon auf den morgigen Tag. Das Telefon klingelt 10 Minuten später, dein Öl könnte unerwartet schnell geliefert werden, gleich morgen.

Ich werde bei Angelegenheiten, an denen viel zu viele Menschen und Dinge beteiligt sind, auf die man gar keinen Einfluss hat, zukünftig auch nicht mehr von Planung sprechen. Nur noch von Erwartung und Möglichkeiten.

Ich habe mich gestern gar nicht mehr getraut hier laut zu jammern, wurde dann für heute geplant als Möglichkeit erwartet ;-)

 

 

Rückgängig machen!

Symbol Rückgängig WiederholenRückgängig machen oder Undo?

Wer hat es im Leben nicht schon erlebt? Man hat einen Fehler gemacht, einfach Scheiße gebaut. Ja, er ist unfein, der Ausdruck, beschreibt es aber immer noch ziemlich treffend. Es ist etwas geschehen, was man mit dem Wissen des Augenblicks nicht verursacht hätte. Blöderweise kann dieser Augenblick sowohl Millisekunden- wie auch erst Jahre später eintreten.

Aus der digitalen Welt kennen wir wohl alle den unauffälligen, aber feinen Kopf mit der Funktion „Rückgängig machen„, welcher schon so manches Projekt gerettet hat. Blöderweise gibt es den im echten Leben nicht.

Manchmal habe ich den Eindruck, dieser Umstand wird verdrängt. Bei vielen Dingen, welche sorgfältig überlegt sein sollten, kann man eher „Try & Error“ als Entscheidungsgrundlage vermuten. In der aktuellen Zeit zudem bei Angelegenheiten, die zunächst andere betreffen, wo Verantwortung zu übernehmen wäre.

Genau die digitale Welt übrigens, die dieses schöne „Rückgängig machen“ ermöglicht, sorgt nämlich im Ausgleich dafür, dass Fehler und Irrtümer in einer Geschwindigkeit Folgen haben können, die man gar nicht abschätzen kann. Würde ich beim Schreiben einer Nachricht am PC noch einen Schritt zurückgehen, ist spätestens nach dem Senden Schluss. Klar, manchmal kann man auch Gesendetes wieder zurückziehen, die Gefahr, dass der Adressat es doch noch lesen konnte, ist aber groß.

Vielleicht führt ein virtuelles Leben, in dem man in einem Moment alles zurücksetzen kann, auch zu einer gewissen Oberflächlichkeit. Die Natur bietet diesen Komfort nicht, sie ist es allerdings, die letztendlich den Lebenstakt bestimmt. Auch dann, wenn Konsumjunkies oder Illusionisten meinen, mit menschengemachten Schnellschüssen alles an ihre Vorstellungen anpassen zu können.

Das Leben hat eben diese eine Funktion nicht: „Rückgängig machen!“

PS: „Wiederholen“ funktioniert auch nicht ;-)