Weniger wäre hier wirklich mehr

Aufgeblähte Software mit KI, Cloud, Abos und Zusatzfunktionen, obwohl eigentlich nur ein einfaches Werkzeug zum Arbeiten gebraucht wird.Software war mal zum Arbeiten da

Irgendwann muss bei Software etwas schiefgelaufen sein. Ein Programm war einmal ein Werkzeug, möglichst schnell, schlank, effizient und genau für die Aufgabe gemacht, für die man es installiert hatte. Heute scheint das nicht mehr zu reichen, inzwischen muss offenbar jedes Programm zusätzlich Assistent, Erlebniswelt, Teamzentrale und möglichst noch ein halbes Betriebssystem sein.

Nehmen wir WhatsApp, für mich inzwischen eines der schönsten Beispiele dafür, wie man aus einer einfachen Sache ein aufgeblähtes Etwas machen kann. Ich brauche einen Messenger, der Nachrichten, Bilder und Videos überträgt, gerne auch Telefonie und Videotelefonie beherrscht, damit wäre die Aufgabe aus meiner Sicht ziemlich vollständig beschrieben.

Stattdessen gibt es drölfzig zusätzliche Funktionen, Hinweise auf neue Funktionen, eigene Chats von WhatsApp über neue Funktionen, Einblendungen, Assistenten und Dinge, nach denen ich nie gesucht habe, weil ich sie schlicht nicht brauche.

Es geht um Kommunikation! Im Kern schreibe ich dort eine optisch aufgepeppte SMS, hänge vielleicht ein Bild dran oder telefoniere darüber. Meine Nachricht „Bin gegen sechs da“ ist dabei in den letzten Jahren nicht komplizierter geworden, die Software schon.

Mehr Größe, gleicher Sinn

Man muss sich nur einmal anschauen, wie groß manche Apps und Programme inzwischen geworden sind. Teilweise haben sich die Dateigrößen gegenüber früher mehr als verzehnfacht, nur der eigentliche Sinn des Programms ist noch ziemlich genau derselbe. Leider gilt das häufig auch für den Ressourcenbedarf, mehr RAM, mehr CPU-Last, mehr Hintergrundprozesse und mehr Dienste für Dinge, die mit der eigentlichen Aufgabe herzlich wenig zu tun haben.

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Ach wie toll, ein Update …

Updates ...Nur wir, nur unsere Software

Was geht es mir auf den Sack!

Kaum ein Programm noch, das nicht bei jedem fünften Öffnen laut schreit, dass es jetzt ein Update gibt und wie toll doch die neuen Funktionen sind, die darüber hinaus meist keine Sau braucht, wenn sie nicht sogar lästig sind.

Hier der Firefox zum Beispiel … Er kommt mir eigentlich nur noch in diesem Zusammenhang in den Kopf, weil ich später garantiert wieder neue Werbelinks auf der Startseite habe und erst mindestens eine Meldung wegklicken muss, welche woken, Entschuldigung, Scheiße dieses Update wieder mit sich bringt.

Es gab mal Zeiten, da war dieser Browser mein Favorit, aber das ist eben schon etwas länger her und die Art und Weise, in der ein Update nach dem anderen erscheint, klingt nur noch wie ein Hilferuf.  Alles nach dem Motto: „Besser können wir nicht, also müssen wir mit Unfug auf uns aufmerksam machen!“ Das alles hat für mich einfach einen wertlosen Beigeschmack.

Das gilt natürlich nicht nur für diesen Browser, aber weil der mich eben gerade mit dieser Meldung ausgebremst hat, als ich nur SCHNELL etwas in einem Webshop ändern wollte, regt er mich in diesem Moment eben besonders auf.

Druckfrei?

Und überhaupt, was soll da druckfrei sein?

Nur weil ich eine PDF-Datei bearbeiten kann? Blödsinn!

Es ist doch nun nicht so, als wenn der Rest der Menschheit alle Texte und Bilder aus einem Webbrowser sofort ausdruckt. Noch schneller sind Screenshots und Downloads sind bereits erfunden, wenn etwas gesichert werden muss.

Und überhaupt, wenn ich das Dingens aus dem Web auf Papier brauche, dann muss ich es ausdrucken. Egal, womit da digital die Vorlage gekritzelt wurde.

Mir ist natürlich klar, dass es durchaus Updates gibt, die wichtig und sinnvoll sind. In der Regel geschehen diese aber einfach. Vielleicht ein kleiner Hinweis oder eine Meldung und das war es auch schon.

Denn wer weiß, dass er gut ist, greift nur ein, wenn es unbedingt sein muss ;-)