Die Nachtruhe

Bett- Symbol desasterkreis.deSchlaf schön

Es ist irgenwo um Mitternacht herum, Du bist müde und erschöpft – ab ins Bett.

Bequem in die Kissen kuscheln und vielleicht noch etwas lesen. Schon ab der dritten Seite fällt die Konzentration schwer, das Kapitel soll aber noch fertig werden.

Klatsch! Das Buch liegt auf dem Gesicht, war wohl doch ein Mikronickerchen. Also Buch weg, Licht aus und Augen zu. Du drehst Dich in die Decke, alles scheint perfekt. Also, es KÖNNTE perfekt sein, wenn sich nicht ganz gemein und heimlich, die Ecke des Kopfkissens umgeklappt hätte und nun droht, in Deine Lunge zu bohren.

Ach, ein wenig rekeln, dann wird das schon besser werden. Ja, so geht es. Richtig schön könnte es sein, wenn jetzt nicht das komplette Kissen verrutscht wäre und der Kopf nicht in der Luft baumelte. Also gut, eine letzte Energiereserve aktivieren und mit Hilfe der Hände, alles wieder in die korrekte Lage bringen. Ja, so geht es!

Theoretisch! Praktisch ist bei der Aktion natürlich das Zudeck verrutscht, ein Fuß liegt im Freien. Ungeschützt, frostgefährdet und überhaupt sehr einsam dort. Im Sommer kann das ja noch praktisch sein, JETZT ist es das aber nicht. Es wird Zeit für einen Reset, die komplette Schlafposition, bedarf der Neujustage. EIN MAL noch Kraft, nun ist es besser.

Bing, Augen auf! Warum? Du weißt es nicht. Panischer Blick auf die Uhr: 1:55 Uhr, bis zum Wecken um 6 Uhr, ist noch Zeit. Also hämisch grinsen, Augen zu und ab ins Traumland. War da nicht ein Klacken oder Pochen? Hat dieses Geräusch Dich geweckt? Was ist das? Ist es überhaupt real oder war das Einbildung? Noch ein paar Sekunden lauschen, wenn dann nichts zu hören ist, wird schon nichts….

Merkwürdige Träume schieben sich in Deine Schlafphase. Alles hat irgendwie mit Wasser zu tun. Es wird spezieller, es geht um Toilettenspülungen und WC-Kabinen, die verschlossen sind, obwohl Du hinein möchtest. Der Traum wird heftiger, irgendwie wirkt alles sehr real. Die Blase drückt, nirgendwo darfst Du dem nachgeben, Dir wird klar, Du bist gerade wach geworden, weil es kurz vor zu spät ist, die Toilette ruft. Nein, sie schreit regelrecht: „Gib Gas und komm her!

Es ist 2:40, noch ist Zeit. Dir ist kalt, wie kann man in den zwei Minuten Klotour, nur so auskühlen? Egal, nur wieder schnell in die Federn. Es hat ja schon was, dieses Zurückkuscheln in die warme Höhle. Was bedeuten schon Sex und Reichtum, wenn man so etwas erleben kann? Allerdings, irgendwie ist die Haltung nicht so perfekt, wie das vorhin noch gewesen sein muss. Drehen, wenden, rücken und drücken – so ist es besser. Schon bist Du wieder weggetreten.

Staubtrocken

Oh, ein angenehmer Traum jetzt! Du sitzt am Strand, perfektes Wetter und alles friedlich. Du nimmst das Getränk, das neben Dir steht und willst die Flasche öffnen. Nur, es klappt nicht! Der Traum ändert die Richtung, es geht nur noch um die Flasche. Es ist der Durst, der nun die Regeln bestimmt! Alles dreht sich um Getränke, vor allem um die Tatsache, dass Du keines ergattern kannst. Klack, die Augen sind wieder offen. Im Mund ist alles pelzig trocken und aus dem schönen Strand im Traum, ist eine Mundhöhlen-Sahara geworden. Durst! Das ist erbärmlicher, nerviger Durst.

Jetzt weißt Du auch, was gestern Abend noch zu erledigen gewesen wäre. Du hast vergessen, was Trinkbares am Bett zu platzieren. Gehts denn nicht so? Es ist 3 Uhr 32, bis um 6, muss das doch auszuhalten sein?! Du riskierst es! Eigentlich müsstest Du das aber besser wissen. Alle Gedanken kreisen nur noch um Flüssigkeiten, der Belag im Mund ist zum Bärenfell mutiert, das wird so nichts. 10 Minuten wertvollen Schlaf hast Du so schon vergeudet, nun bewege Dich endlich in die Küche!

Wieder aus dem Bett, wieder frösteln, wieder wach. Der Weg in die Küche ist ohne Licht ausreichend bekannt, nur nicht noch munterer werden. Kühlschranktür auf und: Schock! :shock: Die Arktissonne durchflutet Dich! Kalt und hell, jetzt, wo Du ohnehin schon frierst! Glasklarer Plan im Kopf: Morgen fliegt die bescheuerte Lampe da raus und das Gerät wird wärmer eingestellt!

Gefahr

Arschkaltes Getränk, rinnt Dir durch die Kehle. Eine Mischung zwischen Schmerz, Erleichterung und Befriedigung, durchfließt Dich. Mit der Flasche am Hals, geht es wieder in Richtung Bett. Leicht schwankend, in der Hoffnung das es dies nun war, beginnt der Rückweg bis: RUMMS! Ein Knall, ein Schmerz, ein Stöhnen! Tja, Baby, Stühle haben Beine, auch wenn Du kein Licht gemacht hast. Strafe folgt auf Dummheit. Ob es blutet? Bestimmt ist der Zeh gebrochen! Nachsehen? Nein, das kann auch nachher noch begutachtet werden. Oder?

OK, Vorsicht ist besser als Nachsicht. Licht an und der Wahrheit ins Auge sehen! Hm, OK, der Zehnagel ist noch da, jetzt sogar mit Kerbe. Ach was, kein Blut und kein offener Bruch, zurück in die Heia. Immerhin ist es knapp 4 Uhr, mehr als die Hälfte der Schlafzeit, ist doch schon rum.

Das Bett ist warm, bequem und heimelig. Augen zu und ab in die Parallelwelt. Aber, ist der Kühlschrank auch wieder zu? Hast Du da nicht vielleicht was vergessen? Ne, dann wäre es ja nicht so duster gewesen. Der arme Zeh. Überhaupt, so ein bisschen pochen ist schon noch zu merken. Doch was gebrochen? Vielleicht mal einen Arzt drauf schauen lassen? Na, nachher wird sich da schon was zeigen, wenn es arg sein sollte. Jetzt erst noch schlafen, ist ja wichtig. Was da nachher noch alles zu erledigen ist! All die Aufgaben. Was, wenn Du es nicht schaffst, wenn Du etwas Grundlegendes vergessen hast? Quatsch, warum sollte das so sein? Schlaf jetzt! Es ist doch schon, ja wie spät ist es denn? OK, nur ein kurzer Blick – 4 Uhr 21… So richtig lange ist es nicht mehr, bis der Wecker klingelt. Überhaupt, klingelt! Der piept doch eher. Ab sofort bist Du da viel korrekter, man sollte schon die richtigen Begriffe nutzen. JETZT IST SCHLAFEN WICHTIG! Moment, war das Symbol für den aktivierten Alarm auf dem Display überhaupt zu sehen? Hast Du nicht vergessen, den Wecker einzuschalten? Schau mal lieber nach! Oha, schon halb fünf! Ja, doch, da scheint alles in Ordnung. Was ein Quatsch auch, warum sollte ausgerechnet das Alarm aktivieren, vergessen worden sein? Augen zu!

Wieso ist es überhaupt schon 4 Ur 33? Du hast doch nicht 12 Minuten lang überlegt, ob Du den Wecker gestellt hast. Oder doch? Ne, sicher nicht.

KNACK!

Was war das? Einbrecher, Entführer, Hauseinsturz? DAS ist keine Einbildung! Das ist wirklich! Besteht Gefahr, muss ich die Familie wecken und alle retten? Aber was war das denn? Irgendwie doch ein bekanntes Geräusch… KNACK! Das ist es wieder! Laut, scharf und schrill. Na klar, das ist die fucking Plastikwasserflasche, die jetzt warm wird. Ab sofort kommen hier nur noch Glasflaschen zum Einsatz! Ja, so wird das ab jetzt werden!

Wie viele Stunden Schlaf bekommst Du überhaupt noch zusammen? Das reicht doch niemals! Das kann ja ein beschissener Tag werden, es ist doch jetzt schon klar, dass die Zeit nicht ausgereicht hat. Man, so ein Dreck. Kurz rechnen, knapp 4 Stunden, unter 5 funktionierst Du nicht. Na, jetzt noch schnell die letzten 1 1/4 Stunden pennen, dann klappt das knapp. Nur, dazu musst Du zunächst einschlafen. Jetzt sofort, wäre gut. Na, los mach schon! Augen zu und ab. Boah, so wird das nichts, die Zeit rennt weg, EINSCHLAFEN, SOFORT! Es ist 4 Uhr 56, noch lohnt das. Besser umdrehen, auf der anderen Seite schläfste ohnehin besser. Ob es wohl schon viel später ist? Egal, jetzt wird erst wieder die Zeit beachtet, wenn es Zeit zum Aufstehen ist.

MIEP MIEP MIEP MIEP MIEP

Der Weckruf, es ist 6 Uhr, raus aus dem Bett!

 

Das macht man so nicht!

KlorolleSo etwas geht aber gar nicht!

Ihr kennt bestimmt so Situationen, in denen Euch klar ist, dass man nun eigentlich etwas unternehmen muss. Na, sagen wir mal, unternehmen sollte. Warum man es nicht macht? Na, weil man nicht Zuhause ist und schon gar nicht, das Sagen hat.

Ich nehme als Beispiel mal Klopapier. Du kommst bei einer befreundeten Familie in die blöde Situation, eine Angelegenheit im WC erledigen zu müssen. Alleine die Frage, ist ja schon immer etwas reichlich peinlich. „Kann ich mal Eure Toilette benutzen?„, ist doch wohl einer der letzten Sätze, die man in fremder Umgebung sagen will. Als Antwort kommt dann meistens so etwas wie: „Ja, klar, da hinten links…“. An dieser Stelle ist aber schon etwas passiert, eine Entwicklung beginnt. Wenn man den Menschen, dessen Keramik man da hemmungslos füllen will, sehr gut kennen würde, wäre doch ohnehin klar, wo das Klo ist und könnte einfach hingehen. Da aber noch der Weg erklärt wird, handelt es sich um einen Erstkontakt, um einen Menschen, in dessen Festung, man noch nie war. Was nur eines bedeuten kann: Misstrauen! Auf der einen Seite durch die Frage, „Was finde ich da vor?„, auf der anderen durch ein unausgsprochenes „Benimm Dich da ordentlich!

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