Der graue Star, die Operation und die Augenklappe danach

AugenabdeckungDie Augenk(l)appe und die Fragen

Mir fällt gerade auf, dass verhältnismäßig viele Fragen zu der Augenabdeckung nach der Katarakt-OP in meinem E-Mail-Eingang landen.

Meist ist da noch ein ganzer Wust an zusätzlichen Themen mit beschrieben, was allerdings bei der Unruhe, die eine vielleicht bevorstehende Operation auslöst, auch nicht verwundert.

Nun, die allgemeine Beschreibung meiner OP’s (wer weiß, vielleicht ist das bei anderen Ärzten völlig anders!) habe ich schon vor einiger Zeit hier in Text verpackt, logischerweise kann ich da nichts Neues zu sagen ;-)

Um die Kernfragen kurz zu beantworten:

Nach dem ersten Tag muss der Schutz nur in der Nacht getragen werden. In meinem Fall waren das die ersten fünf Nächte. Die Befestigung ist kein Hexenwerk, wir haben einfach (vernünftiges) Pflaster in X-Form über die Kappe geklebt, so das die Enden eben auf der Haut sitzen und die Mitte, also der Schnittpunkt, die Augenkappe hält. Leider weiß ich den Pflastertyp nicht mehr, so eine Rolle weißes Zeug eben, aber wenn es ordentlich klebt, dann taugt’s :mrgreen: Das saugfähige Verbandsmaterial, welches direkt nach dem Eingriff noch eingelegt wird, kommt danach nicht mehr zum Einsatz, im Normalfall wird das Auge ja tagsüber auch wieder normal genutzt, also muss da nichts Polsterndes oder Flüssigkeit aufsaugendes mehr hinein.

Ich konnte damit schlafen, erstaunlicherweise gewöhnt man sich schnell an dieses Anhängsel. Gelöst hat sich auch nichts, man schläft scheinbar doch nicht so unruhig, wie vielleicht vermutet. Mit etwas Mühe und Sorgfalt bei der Befestigung drückt eigentlich auch nichts, allerdings möchte natürlich immer genau dann irgendein Part des Gesichtes jucken, wenn man nicht mehr herankommt, das legt sich aber schnell. Vor allem: Finger weg vom Auge!

Tja, mehr kann ich da wirklich nicht zu sagen. Ich weiß aus den Mitteilungen, dass sich einige Menschen mehr Sorgen um diesen Schutz machen als um die eigentliche OP, aber das ist eher unbegründet.

 

 

Grauer Star: The day after – Nach der OP

Augenabdeckung

Die Abdeckung zum Schutz des Auges nach der OP. Das sie transparent ist, habe ich erst am nächsten Tag bemerkt. Zuvor war alles mit Verbandmaterial gefüllt. Die Befestigung erfolgt schnell und einfach mit Pflasterstreifen.

Die Diagnose ist längst gestellt, der Operationsstress vorbei, ich bin endlich wieder Zuhause. Natürlich ist da eine ziemliche Erschöpfung zu spüren, nicht nur von der Ruhigstellung während des Eingriffes. Die Nachtruhe war eher dürftig, ich habe vor dem Termin nur oberflächlich und eher zu wenig geschlafen.

Für den heutigen Rest vom Donnerstag, dem OP-Tag, steht nur ausruhen auf dem Plan. Lediglich der Kontrollanruf aus dem Augenzentrum, ist gegen Abend noch Teil des Pflichtprogramms. Bis zum morgigen Kontrolltermin, habe ich soweit mit dem frisch behandelten Auge keine Interaktionspflicht, einfach möglichst die Augen geschlossen halten und nichts anstrengendes unternehmen.

Ich trinke endlich in Ruhe eine heimische Tasse Kaffee, dann eine Kleinigkeit essen und ab auf das Sofa. Fernsehen oder lesen sind zwar nicht verboten, mit nur einem Auge und einer merklichen Erschöpfung, kommt aber bei mir im Moment kein Verlangen nach solcher Zerstreuung auf. Ich versuche ein bisschen zu schlafen, irgendwie klappt’s dummerweise nicht so recht. Es tritt eher eine Art Dämmerzustand ein. Immer wieder verspüre ich den Drang, die Augen zu öffnen.

Das Spielchen zieht sich bestimmt eine Stunde lang hin, bis ich im verbundenen Auge ein leichtes Fremdkörpergefühl verspüre. Vergleichbar mit einer Wimper, die sich verirrt hat. Kein Schmerz, nur eine sehr penetranter und neviger Reiz. Das Auge ist mit der Schutzabdeckung versehen, da bleibt wohl nur aushalten. Der Drang sich die Augen zu reiben, ist jedoch gigantisch, man bleibt aber eisern. Unter dem Verband fängt es auch noch an zu jucken, eben all das, was man zumindest meint zu empfinden, wenn keine Handlungsmöglichkeit besteht.

Irgedeine Form von Ablenkung muss her, sonst dreh ich durch :-) Also doch mal den TV anschalten und testen, in wie weit da mit einem (vor der 2. OP ebenfalls eingeschränkten) Auge etwas Filmvergnügen aufkommen kann.

Es geht mehr schlecht als recht, immerhin eine Form der Beschäftigung. Leider wird nach einiger Zeit das Pieksen im verbundenen Auge deutlicher, jetzt ist es schon eine eher schmerzende Angelegenheit. Was sagte die Dame in der Augenklinik noch gleich? „Am besten beide Augen geschlossen lassen, dann sind auch die Beschwerden beim Operierten erträglicher!“ Was soll ich sagen? Sie hat Recht. Sind beide Augen zu, sticht nach ein paar Sekunden nichts mehr.

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