Die ungebetene Lebenshilfe

SchweigDer gute Rat

Nicht zuletzt wegen gelegentlicher Mails, die man so über Social-Media-Kanäle oder auch als Webseitenbetreiber bekommt, muss ich jetzt doch mal einige Zeilen schreiben. Ich muss explizit erwähnen, dass es nicht darum geht, auch gelegentlich unbequeme Antworten zu bekommen, Kritik also, es geht um die ekelhafte Angewohnheit, seine Meinung ungebeten als Tatsache auszukotzen.

Ihr kennt diese Situationen bestimmt auch:

Man berichtet von einem Vorhaben oder auch einem Erlebnis und plötzlich schießen etliche Ratgeber und Bedenkenträger aus dem Boden. Nicht, dass man sie gerufen hätte, sie sind einfach ungefragt da. Nun ist es auch nicht so, dass ich (oder andere) guten Ideen gegenüber nicht aufgeschlossen wäre(n), nur in den meisten Fällen kommen die Tipps im Allgemeinen von den Leuten, deren Wissensstand man selbst schon vor Äonen hinter sich gelassen hat, zumindest in seinen eigenen Schritten längst weit entfernt ist und die nicht begreifen, dass sie gar nicht begreifen, was eigentlich Kern oder Ziel der Angelegenheit ist. Gerne übrigens gepaart mit dezenten Hinweisen, dass man selber so eine Situation ja ohnehin niemals so perfekt lösen könnte, wie es der Hinweisgeber vermag.

Beispiele?

Man unterhält sich mit Gleichgesinnten über elektrische Zigaretten, also das Dampfen. Prompt poltert jemand ungefragt in das Gespräch und gibt seine Weisheiten zu Popcornlungen oder auch Nikotinsucht zum Besten. Schon beim zweiten Satz kommt die pure Bildzeitungspolemik aus allen Poren. Natürlich geht es meist nicht um Information oder gut Gemeintes. Nein, es geht um pure Wichtigtuerei.

Ich poste etwas zu Schnitzeln, prompt erklärt jemand, warum nur vegane Ernährung die Lösung und welch guter Mensch sie oder er doch ist. Nun, für mich bist Du das aber deswegen noch lange nicht!

Man erwähnt den Virenscanner am PC (ohne, dass dies für den Textinhalt relevant ist), kommt ganz schnell der Hinweis, dass nur die Suite von 123ABC-Soft die einzig wahre Lösung ist, immerhin sagt das ja auch eine gewisse Zeitung! Nein, Baby, das ist eben nicht die Lösung für JEDEN!

In einem Artikel wird das Auto erwähnt, natürlich kommt pfeilschnell der Hinweis darauf, dass der Mensch nur mit dem Fahrrad überleben kann. Natürlich ohne darauf einzugehen, dass es im Beitrag um den Transport mehrere Getränkekisten geht.

Jetzt endlich können aufgeschnappte Informationshäppchen ausgespielt, die eigene unglaubliche Überlegenheit bewiesen und Lorbeeren erhascht werden. Endlich zahlt es sich aus, bei Themen, die einen gar nicht berühren, oberflächliche Schlachtrufe aufgefangen zu haben. Bohrt man bei diesen Leuten allerdings nach, durchstößt man sofort die Hülle und innen ist alles hohl.

Überhaupt sollten einige Menschen sich vor Augen führen, dass ein geschriebener Text nicht automatisch zur Diskussion auffordert!

Gehen den “Experten“ dann die Argumente aus, was meist recht schnell der Fall ist, lautet das Argument der Königsklasse: “Beweise mir doch das Gegenteil!

Nein, werter Freund, DU musst das schon belegen, was DU da meinst absondern zu müssen, weil ich garantiert niemandem etwas beweisen werde, der sich in meine Angelegenheiten eingeklinkt hat! That’s not my job!

Nun, werte Freunde des Einmischens, was meint Ihr denn, wer da Wert drauf legen würde? Wenn diese, Eure, Meinung von Interesse wäre, hätte jemand gefragt und niemand, der einen gewissen Kenntnisstand in einem Themenbereich hat, will wissen, was diverse unbekannte Arbeitskollegen, Schwägerinnen oder Reifenhändler an Erkenntnissen zutage fördern.

Wer allerdings wirklich etwas zu sagen hat oder vielleicht sogar einen echten Irrtum aufklären kann, der ist jetzt übrigens nicht angesprochen, aber eben diese Leute haben ja auch die Möglichkeit zu belegen, was sie anführen! In der Regel mischen sich Personen mit Sachkenntnis aber auch nicht ungefragt in anderer Leute Gespräche.

Wie man das etwas abmildern kann?

Wer nicht gefragt wird, kann einfach mal die Fre… Klappe halten.

Wer keinen Humor hat, sollte keine Texte lesen, die nicht als solche erkannt werden.

Wer nicht zwischen Zeilen lesen kann, ebenso!

Einfach mal weiterscrollen!

Final: Zwischen Kritik, Belehrung, Anmaßung und Klugscheißerei ist der Grat oft schmal ;-)

 

 

 

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