Die Stufen der Pizza-Bestellung

PizzaEine mehrstufige Eskalation mit Happy End?

Ein Hunger kommt auf, es entsteht die Idee, sich mit Pizza zu versorgen. Die Auswahl aus der Speisekarte beginnt. Nehme ich meinen Klassiker, oder sollte man auch gelegentlich über den Tellerrand schauen? Nein, nur nichts riskieren, es bleibt bei Althergebrachtem.

Die Nummer der Pizzeria wird gewählt. Die Bestellung wird aufgegeben, es ist in Sekunden erledigt. Ganz moderne Menschen regeln das sogar über das Internet. Wie kann man so einen sensiblen Vorgang nur dermaßen auf Geschäftliches reduzieren? Ein Frevel!

Erste Zweifel melden sich! Ist auch wirklich klar, was ich will? Wird die Bestellung letztendlich erledigt? Wird überhaupt geliefert? Werde ich gar Opfer einer Nahrungsmittel-Vendetta? Haben die dort die richtige Adresse? Habe ich die richtige Adresse? So viele Fragen bleiben offen, das eigene Überleben hängt doch davon ab! Es ist schon eine Menge Vertrauen, das da investiert werden muss!

Es wird Zeit, die Lieferuhrzeit ist erreicht, eigentlich ist die Frist schon vor 60 Sekunden abgelaufen. Mir schwant: Man hat mich vergessen! Noch mal anrufen? Nachfragen? Nein, das wäre vielleicht peinlich. Nicht, dass man noch für verfressen oder gierig gehalten wird, den eigenen Ruf schützen und so!

Oh, halt, da kommt ein Auto! Es könnte der Pizzabote sein! Ne, scheiße, nur der Nachbar. Muss der Penner denn JETZT nach Hause kommen? Kann der nicht einfach zu Hause bleiben, dann muss er später hier auch nicht lang fahren. Blödmann!

Der Blick auf die Uhr beweist es, schon 6 Minuten über der Zeit, es scheint alles verloren :shock: Wenn das Teigding in 2 Minuten nicht hier ist, dann rufe ich da an! Dann gibt’s richtig Kniegas und ihre Pizza können die sich sonstwo hinstecken! Ich bin da nicht drauf angewiesen, ICH NICHT! Wo ist mein Telefon, jetzt will ich sie auch nicht me …

Es klingelt an der Tür! Wieso habe ich den Wagen nicht kommen sehen? Weiß der Kerl nicht, dass ich da nur eben 10 Sekunden weggeschaut habe? Unglaublich!

Jetzt lässig bleiben, den Boten spüren lassen, dass es ein ganz normaler Vorgang ist. OK, vielleicht besser nicht viel reden, Wasser im Mund und so, Ihr wisst ja, der Ruf, gell?

Jetzt kommt die Glanzleistung: Tür öffnen, Karton grapschen, bezahlen und trotzdem noch zivilisiert wirken, das ist eben die Kunst, die Gabe. Entweder man hat sie oder man hat sie nicht. Haha, sehen Sie mich, den Fürst der Pizzakäufer!

Ein Blick in den Karton, leichte Entrüstung – die Dinger werden auch immer kleiner. Demnächst doch die Wagenradversion wählen? Ach was, am besten gleich zwei, wie soll man denn sonst satt werden?

Der Rest ist nun davon abhängig, ob Zeugen vorhanden sind oder nicht. Also ob Messer samt Gabel, frühsteinzeitliches Verhalten oder barbarisches zerfetzen der Beute den Ablauf bestimmen. Davon hängt ja auch die Zeit ab, die benötigt wird, um das Ding in der Verdauung abzulegen. Ich mein‘, man muss ja nicht alles im Detail erfahren, oder? Was kann der Mensch denn dafür, dass er zwei Hände aber nur einen Mund hat? Eben!

Das Mahl ist vertilgt, jede Ungeduld gewichen und ein deutliches Völlegefühl bestimmt die Regeln. Vielleicht war das jetzt doch etwas viel. Nie wieder Pizza in der Menge!

Oder…? :mrgreen:

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.